Gülle-Schock im November 2007

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Immer wieder beobachtete ich, wie zur Unzeit Hofdünger ausgebracht werden, doch dann wurde es krass. Am 23. November 2007, als ich im Dunkeln auf der Strasse Richtung Haus ging, roch ich Gülle. Aus dem Strassenschacht? Aus dem Bächlein? Oder woher? Am nächsten Morgen war alles klar. Und das in der Bergzone III! 70 cm Schnee waren gefallen, dann einige Tage Tauwetter, und Regen war angesagt. Der Bauer hatte mir also die Gülle quasi in den Garten geschüttet.

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Eigentlich wusste ich, was ich tun müsste: Die Polizei rufen. Aber den Nachbar anzeigen? Es war Samstag, keine Ämter erreichbar.

Zitat aus Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung, ChemRRV, 3.2.1 Stickstoffhaltige und flüssige Dünger:
„Stickstoffhaltige Dünger dürfen nur zu Zeiten ausgebracht werden, in denen die Pflanzen den Stickstoff aufnehmen können. Erfordern besondere Bedürfnisse des Pflanzenbaus ausserhalb dieser Zeiten dennoch eine Düngung, so dürfen solche Dünger nur ausgebracht werden, wenn keine Beeinträchtigung der Gewässer zu befürchten ist.

Guelle_mit_Hof

Flüssige Dünger dürfen nur ausgebracht werden, wenn der Boden saug- und aufnahmefähig ist. Sie dürfen vor allem dann nicht ausgebracht werden, wenn der Boden wassergesättigt, gefroren, schneebedeckt oder ausgetrocknet ist.“

... Gülle ob dem Garten

Was tun? Die Gemeinde ist Anlaufstelle für Landwirte, deren Güllengrube voll ist. Also versuchte ich es dort. Der Zuständige hatte offenbar vergeblich versucht, eine leere Grube zu finden; er hat den Güllenaustrag (zähneknirschend) bewilligt mit dem Hinweis, dass die Bauern sonst zum Landwirtschaftsamt gehen. Und das Amt für Natur und Umwelt hat ebenfalls die Bewilligung erteilt. Der Bauern sagte mir, um seine Missetat zu rechtfertigen, dass er an jenem Morgen schon der Dritte mit diesem Problem gewesen sei, und das Ende November!

Am folgenden Montag telefonierte ich dem Düngeberatungsdienst der landwirtschaftlichen Schule Plantahof. Der Berater sah kein Problem. Unbefriedigt von der Antwort, erkundigte ich mich an verschiedenen anderen Stellen. Anzeige erstatten, rieten sie mir alle. Ich war zu diesem Schritt nicht bereit, erwirkte aber über ein hilfreiches Amt, dass man in Chur etwa tun musste.

Gülle auf Schnee: Kein schönes Winterbild, Adi’s Agro-Blog

18.5.10   HOME

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Eine Antwort to “Gülle-Schock im November 2007”

  1. adriankrebs Says:

    Schöner Start Heidi! Keep blogging! Gruss vom Agroblogger

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