Jubiläum Rheinschutz: feiern! umsetzen?

 

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Weihnachten 2009: Gülleschaum in einem Bergbächlein, das Richtung Rhein fliesst

60 Jahre internationaler Gewässerschutz am Rhein feierte die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) im Mainzer Kurfürstlichen Schloss am 30. Juni 2010. Die Niederlande hatten das IKSR  initiierten, um die Verschmutzung des Rheins grenzüberschreitend anzugehen. Dank des gemeinsamen Vorgehens wurde einiges erreicht. Ziele des aktuellen Programms: Auf- und Abwärtswanderung der Fische erleichtern, rheintypisches Biotop-Netz durch Reaktivierung von  Überschwemmungsauen und Altarmen wieder knüpfen, Hochwasserschäden mindern, Einträge von Schwermetallen, Stickstoff und Pestiziden senken, Vermeidungsstrategien für neue Stoffe wie Körperpflege-, Arzneimittel und hormonell wirkende Substanzen.

Die Internetseiten der IKSR bieten viele Informationen über Wasser, Grundwasser und natürlich über den Rhein. Im Kapitel Landwirtschaft wird auf die Probleme der zu intensiven und nicht sachgerechten Landwirtschaft eingegangen

Alpenrhein heisst der Rhein von den Quellen bis zum Bodensee. Wussten Sie, dass der Wasserstand des Alpenrheins um bis zu einen Meter täglich schwanken kann? Heidi wusste das (auch) nicht, hat es auf den interessanten IKSR-Seiten gelesen, wo es weiter heisst: „Das liegt an dem Betrieb der Wasserkraftwerke, die zeitweilig Rheinwasser in große Wasserreservoirs pumpen, um es zu Zeiten hohen Strombedarfs durch ihre Turbinen wieder dem Rhein zuzuführen. Dies hat negative Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt im Rhein.“

Zukunft Alpenrhein informiert über die Aktivität der Internationalen Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) und der Internationalen Rheinregulierung (IRR). „Diese Organisationen sind die politischen Plattformen, auf denen die Regierungen der Kantone Graubünden und St. Gallen, das Fürstentum Liechtenstein und das Land Vorarlberg sowie die zuständigen Bundesstellen in Bern und Wien zum Wohle des Alpenrheins zusammenarbeiten.“ 38 Projekte sind beschrieben. Der Kanton Graubünden ist mit drei laufenden Projekten aufgeführt: Aufwertung bestehender Amphibienlaichgewässer, Neuschaffung ca. 60 neuer Laichgewässer zwischen Felsberg und Fläsch (seit 1996); raumplanerische Sicherung Entwicklungskonzept Alpenrhein in Graubünden (seit 2007); Revitalisierung der Landquart im 13 km langen Abschnitt zwischen Schiers und der Rheinmündung (2007-2012). Gemäss Pro Natura und WWF droht das Entwicklungskonzept zum Papiertiger zu werden, da die für die Hochwassersicherheit nötigen Flächen im kantonalen Richtplan fehlen. Auch bei den andern Partnern von „Zukunft Alpenrhein“ mangelt es an Umsetzungswille, siehe Petition für Hochwasserschutz und Raumsicherung am Alpenrhein auf WWF Graubünden unter News 22.3.10.

So gibt es denn viele Ämter, viele Gesetzte, viele Vorschriften, viele Organisationen, viele Pläne, viele Reden, viele Feiern … aber an der Umsetzung hapert es oft!

4.7.10   HOME

 

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