Verschmutztes Hahnenwasser oder Quellwasser aus Grönland?

Vereina_X_Bach

Zusammenfluss Vereina- und Verstancla-Bach

Am Bahnhofkiosk in Chur wird Grönland-Quellwasser „938“ zum Aktionspreis von 2.50 Franken pro Fläschchen verkauft. Zu diesem ökologischen Unsinn kontrastiert wohltuend die Aktion ZH2O:  65 Stadtzürcher Gastronomie-Betriebe bieten ihren Gästen Leitungswasser in Halbliter-Karaffen zu 3 Franken an. Davon wird ein Franken für Wasserprojekte in Entwicklungsländern gestiftet. Millionen von Frauen schleppen pro Tag mehrere Stunden trübes Wasser nach Hause und viele Leute, vor allem Kinder, sterben, weil sie verseuchtes oder kein Wasser haben.

Der Tourismus-Kanton Graubünden wäre prädestiniert für den Ausschank von Quellwasser in Gaststätten, etwa „Heidi-Wasser“ in Maienfeld. Das wäre auch ein Ansporn zum Reinhalten der Quellen und des Grundwassers. Wie der „Prättigauer und Herrschäftler“ am 30. Juli und 19. August 2010 meldete, wurde in Fanas der Dorfbach mit Reinigungsmittel verschmutzt, das 2-Meter-hohen Schaum produzierte. Weil der Bach eine Quelle speist, mussten das Reserve-Reservoir und die Dorfbrunnen sicherheitshalber zwei Wochen lang abgestellt werden. Grund: Ein Bauer hatte mit dem Hochdruckreiniger den Stall gereinigt (zuviel Reinigungsmittel zugemischt), das Wasser war über die Meteowasserleitung in den Dorfbach gelangt. Heidi stellt die Frage: „Wie gelangt das Reinigungswasser in die Meteowasserleitung statt in die dafür vorgesehene Güllegrube?“ Der Bauer will das Reinigungswasser der Maschinen nicht auf seinen Wiesen haben. Dass dieses Wasser einer darunter liegenden Fischzucht zufliesst, ist ihm offenbar egal. Das erinnert Heidi an Gülle-Schock im März 2010. Damals hatte die Frau eines anderen Bauers angeblich ebenfalls mit dem Hochdruckreiniger den Laufstall geputzt; das Wasser floss vom ersten Schacht in einen zweiten, der auch das Miststock-Sickerwasser sammelt, von dort in einen dritten Schacht mit Auslauf direkt ins Bächlein. Mistsickerwasser, Milchzimmerabwasser usw. flossen zwei Jahrzehnte lang direkt ins Bächlein. Das Schmutzwasser fliesst weg Richtung Nordsee. Wie Heidi aus zuverlässiger Quelle weiss, wird das Sickerwasser von Mistlagern vielerorts direkt in Bäche entsorgt. Dass man erwischt wird, ist höchst selten und die Busse minimal (200 Franken bei jährlichen Direktzahlungen von etwa 80’000 Franken).

Will man unter solchen Bedingungen sicherheitshalber vielleicht doch lieber das unökologische Grönländische „hochreine, artesische Quellwasser, das von zivilisatorischen Einflüssen gänzlich frei ist“ (Werbung) trinken statt Wasser aus einer Dorfquelle oder dem Bodensee?

20.8.10   HOME

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