Andere Kantone, andere Sitten

Milch_Bach

Wenn Milch im Bächlein fliesst!

Heute morgen kippte in Hofstetten ZH ein mit Milch beladener Tanklastwagen über eine Böschung (NZZ Online vom 14.9.10). 50 Liter Milch flossen aus, weshalb die Feuerwehr Eulachtal im nahen Bach vorsorglich eine Sperre errichtete. Fische seien bisher keine gestorben. Zwei Jahrzehnte lang floss Reinigungswasser (mit Desinfektionsmittel) aus dem Milchzimmer eines Bauern in ein Bündner Bächlein (Gülle-Schock im März 2010), vier Jahre lang mit Wissen der Gemeinde, aber nichts geschah. Natürlich wurde die Brühe im grösseren Bach verdünnt, aber trotzdem! Im Frühling, wenn die Bauern überschüssige Milch haben, wird diese weggeschüttet, z.B. über den Milchzimmerablauf ins Bächlein. Ein Bauer erzählte Heidi: „Ich habe den Nachbarn Gratis-Milch angeboten. Am Anfang ist jemand dreimal gekommen, dann niemand mehr. Es tut mir schon weh, aber ich muss die Milch halt in die Güllegrube schütten. Wenn das die Mutter wüsste!“

Wieso sterben die Fische, wenn Milch im Bach ist? „Die Antwort ist einfach“, so Professor Blumes auf dem Bildungsserver für Chemie. „Die fettreiche Milchemulsion „versifft“ die Kiemen der Fische, so dass der Luftaustausch zwischen Wasser und Blut nicht mehr funktioniert. Die Fische ersticken rasch.“

Andere Dimensionen hatten die Proteste der Europäischen Milchbauern. Am 21. September 2009, berichtete die Welt online „Rund eine Tonne toter Fische wurde am Kloster Helfta, dem Tagungsort der Agrarminister, seit Samstag geborgen. Die Fische verendeten vermutlich wegen der von Bauern ausgekippten Milch. Am Freitag hatten Landwirte aus Protest gegen die niedrigen Milchpreise mehrere zehntausend Liter Milch aus Güllefahrzeugen vor das Kloster gekippt.“

„Der Schönbach – ein trübes Gewässer“, unter diesem Titel schrieb ein Fischer aus dem Kreis Tuttlingen DE über den Tod unzähliger Fische, verursacht ebenfalls durch protestierende Milchbauern am 6. Juni 2008 … und keiner wollte die Schuld tragen. „Es ist ja nur ein kleiner Bach, der nicht so im Fokus unserer Öffentlichkeit steht. Wäre es der Rhein…“

14.9.10   HOME

Schlagwörter: , , , , ,

Eine Antwort to “Andere Kantone, andere Sitten”

  1. Bruno Says:

    Auf die Konzentration der Milch im Wasser kommt es an. Fische in Teichen und kleinen Bächen sind stärker gefährdet. Doch hat Milch auch in Flüssen nichts zu suchen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: