Das Nullsummenspiel

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Wie kommt diese Gülle in die Landquart?

Was Heidi berichtet ist eigentlich kalter Kaffee, es sind nur Beispiele zum Thema Mist und Gülle. Dass es mit dem Stickstoff- und Phosphor-Austrag aus der Landwirtschaft nicht zum Besten steht, das weiss man schon lange, eigentlich seit Jahrzehnten. Vorübergehend hat das neue Direktzahlungssystem in einzelnen Bereichen kleine Verbesserungen gebracht, nachhaltig waren die Massnahmen aber nicht. Die Arbeitsgruppe Ökologie und Landwirtschaft der Konferenz der Vorsteher der Umweltschutzämter der Schweiz schreibt denn auch im Anhang zum Bericht vom 8.8.2008: „Der ökologische Leistungsnachweis ist somit in der Vergangenheit so konkretisiert worden, dass im Bereich Stickstoff keine Fortschritte erzielt werden konnten, obwohl dies gemäss Studien des IAW (Instituts für Agrarwirtschaft der ETHZ) möglich gewesen wäre. Ein kleines Beispiel zeigt, wie es in der Praxis gehen kann. In einer Gemeinde der Ostschweiz wollte man die Nitratsituation von zwei Quellen sanieren. Ziel: 1 Tonne Stickstoff pro Jahr weniger im Trinkwasser; Kosten: 100’000 Fr. zusätzliche Abgeltungen pro Jahr an die Landwirte. Gleichzeitig wurde in dieser Gemeinde ein Stall mit 12’000 Mastpoulets gebaut. Die Beiträge nach DZV (Direktzahlungsverordnung) für besonders tierfreundliche Haltung (BTS ohne RAUS) betragen: ca. 12’000 Fr. pro Jahr; es entstehen zusätzliche Emissionen von Ammoniakstickstoff: 1 Tonne pro Jahr.“

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Zwei Verschmutzer in der Landquart

Der detaillierte Bericht mit Zielen und Massnahmen zu Ökologie und Landwirtschaft sowie der Anhang sind aufschlussreich. Der Anhang enthält Faktenblätter über Stickstoff, Phosphor, Erosion und Bodenverdichtung, Öko-Ausgleich, Pflanzenschutz- und Tierarzneimittel sowie konkrete Vorschläge für Gesetzesänderungen. Unter anderem wird gefordert, dass ein emissionsarmer Umgang mit Hofdüngern Voraussetzung für den Bezug von Direktzahlungen  ist (ökologischer Leistungsnachweis). Zudem sollen ökologische Ziele mit Zeitvorgaben gesteckt werden. Heidi meint: Und die Einhaltung der Gewässerschutzvorschriften soll verlangt und in den Kantonen durchgesetzt werden.

Konferenz der Vorsteher der Umweltschutzämter der Schweiz, Arbeitsgruppe Ökologie und Landwirtschaft, Bericht Ökologie und Landwirtschaft vom 08.08.2008, Zustand wichtiger Umweltbereiche und Weiterentwicklung der agrarpolitischen Massnahmen, mit Anhang.

7.11.10   HOME

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