Mangelnde Lagerkapazität ein Problem

Wann, wo, wie … Gülle und Mist? Heidi hat auf vielseitigen Wunsch die wichtigsten Texte aus dem aktuellen Gewässerschutzgesetz und der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung kopiert und auf der rechten Blog-Seite unter „Gesetze …“ platziert. Natürlich gibt es besondere Einschränkungen in der Direktzahlungsverordnung, in eidgenössischen und kantonalen Gesetzen zum Natur- und Heimatschutz usw. Wer jetzt das Güllefass bereit macht, ist eindeutig zu früh.

Das Problem ist, dass in der Schweiz gemäss Gewässerschutzgesetz Art. 14, Abs. 3, nur eine minimale Lagerkapazität für Hofdünger von 3 Monaten vorgeschrieben ist (in höheren und schlechten Lagen entsprechend mehr, bis 6 Monate), was für eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Verwendung der Hofdünger kaum ausreichen dürfte. Gemäss Gewässerschutzgesetz, Art. 77, ist die Anpassungsfrist für sämtliche Anlagen 2006 abgelaufen. Natürlich gab es dafür Geld von den Steuerzahlenden. Die Vollzugshilfe Baulicher Umweltschutz in der Landwirtschaft sieht für Neuanlagen eine Mindest-Lagerkapazität von 5 Monaten (Tal- und Hügelzone) und von 6 Monaten für das Berggebiet vor. Für Mist beträgt die empfohlene Lagerdauer bereits nach alter Wegleitung für den Gewässerschutz in der Landwirtschaft 1994 6 Monate. Das ermittelte minimale Lagervolumen darf nicht nur die langjährigen «durchschnittlichen» Witterungsverhältnisse berücksichtigen. Die Lager müssen auch bei seltenen (aber nicht extremen) Witterungsverhältnissen genügend Kapazität aufweisen.

Das Gewässerschutzgesetz ist ein Gesetz und keine Vollzugshilfe, welche man „frei“ interpretieren kann!

Ein Blick über die Grenze zeigt, dass dort die vorgeschriebene Lagerkapazität für Jauche und Gülle überall mindestens 6 Monate beträgt und dass bestehende Anlagen bis zum 31.12.08 nachgerüstet werden mussten. „Durch die längerer Lagerdauer kann die Gülle in Frühjahr und Sommer in die Pflanzenbestände ausgebracht werden und wird dann als Pflanzennährstoff verwertet. Die sonst übliche Ausbringung im Herbst kann entfallen. Die Herbstausbringung ist mit hohen Nährstoffverlusten behaftet.“ Dies schreibt die Landwirtschaftskammer Nordrheinwestfalen. Auch bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft ist man überzeugt, dass für eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Verwertung der Hofdünger eine Lagerdauer von 6 Monaten das absolute Minimum sei. Bei der Berechnung der Lagerkapazität wird berücksichtigt, dass für Milchkühe die Güllemengen mit steigender Leistung zunehmen.

Wo bleibt die viel gerühmte Swissness, (Markenzeichen für umwelt- und tiergerecht hergestellte, hochwertige Produkte der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft)?  Das Güllen und Misten im Winter ist in der Schweiz ein Dauerbrenner und führt regelmässig zu Grundwasser- und Gewässerverschmutzung. Wieso? Weil die Lagerkapazitäten allgemein zu klein sind oder sogar fehlen und die Bauern daher regelmässig in eine Notlage geraten.

Landwirtschaftskammer Nordrheinwestfalen Güllelagerraumbedarf – JGS-Anlagenverordnung und Beratungsempfehlungen

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Gülle – Mengenanfall und Lagerkapazität

31.1.11   HOME

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