Zu kleine Güllegruben in AR?

Der Landwirtschaftliche Informationsdienst meldete am 9.2.11: Bauern in Ausserrhoden dürfen wieder güllen. „Die Gülle darf auf Wiesen ausgetragen werden, die seit einigen Tagen schneefrei, nicht gefroren und trocken sind, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. Laut dem kantonalen Amt für Umwelt soll aber nur Gülle ausgebracht werden, wenn die Jauchegruben annähernd voll sind. Die Erlaubnis zum Güllen gilt bis es wieder kälter wird oder Niederschlag einsetzt.“ Ausführliche Meldung des Amts für Umwelt AR.

Wie gross muss die Gülle-Lagerkapazität in AR sein? Über 800 m ü.M. – das dürfte ein grosser Teil des Kantons sein – 5 Monate, 800 bis 900 m ü.M. 5,5 Monate und für Bauernhöfe über 900 m ü.M. 6 Monate. Haben die Bauern schon Ende August mit dem Güllen aufgehört? Heidi zweifelt daran. Eigentlich müsste genügend Lagervolumen vorhanden sein, denn im Auswertungsbericht 2001 des BUWAL (heute BAFU, Bundesamt für Umwelt) weist der Kanton AR ein „vorhandenes Güllelager-Volumen“ aus, das 113 Prozent des „notwendigen Güllelager-Volumens“ beträgt. Auch falls die Tierbestände in der Zwischenzeit zugenommen haben, sollte die Kapazität heute noch ausreichen. Wenigstens hat der Kanton AR auf die BUWAL-Umfrage geantwortet, andere Kantone hüllten sich in Schweigen, was vielleicht auch eine Antwort ist. Das Gewässerschutzgesetz vom 24. Januar 1991 sieht in Art. 77 vor: „Die Kantone legen die Frist zur Anpassung der Kapazität von Lagereinrichtungen für Hofdünger nach der Dringlichkeit des Einzelfalls fest. Sie sorgen dafür, dass innert 15 Jahren nach Inkrafttreten dieses Gesetzes sämtliche Lagereinrichtungen saniert sind.“ Diese Frist ist 2006 abgelaufen. Wo ist hier der Wurm drin? Was tun die Bauern, wenn es zwischendurch nicht so warm ist wie jetzt?

Das Amt für Umwelt AR meint dazu, dass viele Betriebe saniert worden seien und nur einzelne zu wenig Volumen hätten. Es weist auch darauf hin, dass sich die Geister darüber scheiden, ob die theoretischen Standardmengen den tatsächlichen Anfällen in der Realität entsprechen (auf dieses Problem hat Heidi in Orientierungshilfe für Touristen hingewiesen). In AR seien trotz dem „Düngefenster“ nur wenige Landwirte am Güllen. Das Amt für Umwelt vertritt die Ansicht, dass einige wenige Austräge auf trockenen Boden jetzt weniger Verluste in die Bäche verursachen, als wenn die Mehrheit nach der ersten grossen Schneeschmelze Gülle ausbringt. Alle auf einen Schlag und oft bei schlechteren Bedingungen als jetzt seien für das Ökosystem im Bach schwieriger zu verkraften. Man will die Verluste minimieren und ist überzeugt, dass die überwiegende Mehrheit der Landwirte sorgfältig handelt.

10.1.11   HOME

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