Gülle im Wasser – meistens keine Schlagzeile wert

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Durst? Woher kommt das Wasser? Davon trinken? Vorsichtshalber lieber nicht!

Trinkwasser in Schinznach mit Gülle verseucht, so lautet der Titel einer Meldung der Aargauer Zeitung vom 30. April 2011. Die ganze Gemeinde ist betroffen. Die Feuerwehr hat im Magazin eine Notwasser-Versorgung aufgebaut. Gewässerverschmutzungen mit Gülle sind häufig, finden aber oft keine Beachtung, sind keine Meldung in den Medien wert. Urs Kunz und Mitunterzeichner verlangten vom Regierungsrat des Kantons Luzern Auskunft über den Anstieg der Gewässerverschmutzung im Kanton Luzern. Heidi hat ein paar Informationen aus der Antwort des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements vom 27. Januar 2009 herausgegriffen, vollständige Fragen und Antworten siehe Regierungsrat LU, Antwort auf Anfrage Urs Kunz und Mit. über den Anstieg der Gewässerverschmutzung im Kanton Luzern (A 369).

„Die Umweltschutzpolizei berichtet über 68 Gewässerverunreinigungen im Jahr 2008. In den letzten 20 Jahren bewegte sich die Anzahl der Verschmutzungsfälle zwischen 46 (2005) und 146 (1990)… Von den im 2008 verursachten Gewässerverschmutzungen führten 22 Fälle zu einem Fischsterben, davon erfolgte die Verschmutzung in 12 Fällen durch Jauche. Seit 1990 führten jährlich 16 Gewässerverschmutzungen zu einem Fischsterben. Eine durchschnittliche Anzahl von toten Fischen nach einer Gewässerverschmutzung liegt bei einigen Hundert Tieren…

… Ein interkantonaler Vergleich über Gewässerverschmutzungen ist nicht möglich, da keine nationale Datengrundlage vorliegt…

… Bei den Ursachen von Gewässerverschmutzungen im Jahr 2008 sind die Gülle-Unfälle an erster Stelle (33 Fälle). Industrie- und Gewebeabwasser verursachten in 11 Fällen eine Gewässerverschmutzung. Weiter führten vier Ölunfälle und 20 diverse Ursachen zu einer Gewässerverschmutzung. Die Ursachen bei den Gülle-Unfälle sind Nachlässigkeit des Landwirts (24), bauliche Mängel (5), defektes Rohrmaterial (2) und ungeeignete Boden- und Witterungsverhältnisse (2)…

… Verursacher von Gewässerverschmutzungen handeln in der Regel fahrlässig, in Einzelfällen grob fahrlässig. Bewusste, absichtlich herbeigeführte Verschmutzungen sind nicht bekannt…

… Die Thematik muss aber ständig in der Öffentlichkeit und bei den betroffenen Kreisen zur Sprache gebracht werden. Eine Wiederholung und Intensivierung der Informationskampagne ist geplant. Zusätzlich werden die Kontrollen von Einrichtungen für Hofdünger im Zusammenhang mit den Kontrollen für den ökologischen Leistungsnachweis intensiviert.“

Durchschnittlich alle elf Tage eine Gewässerverschmutzung mit Gülle im Jahre 2008 allein im Kanton Luzern. Die Dunkelziffer sei gering, meint der Regierungsrat des Kantons Luzern. Heidi glaubt das nicht, denn sie hört immer wieder von nicht angezeigten grossen Verschmutzungen, auch regelmässigen, zwar betreffen sie nicht den Kanton Luzern, aber dort dürfte es nicht anders sein. Zum Beispiel das Reinigungswasser mit Desinfektionsmittel, das von gewissen Alpkäsereien direkt in den Bach fliesst, oder das „Entsorgen“ von Gülle-Resten aus der Alp-Güllegrube ins Bächlein bei Nacht und Nebel am Ende der Saison. Je abgelegener der Ort, desto grösser ist die Versuchung zur Bequemlichkeit bzw. zu bewusst herbeigeführten Verschmutzungen, die höchstens jemand per Zufall sieht.

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