Grüne Milch? Ja, schon seit 9 Jahren in den Schulzimmern

Trifolium_pannonicum_Jacq

Zeichnung von Carl Schröter, der in St. Antönien GR seine Ferien verbrachte und die Flora studierte, Trifolium pannonicum Jacq. aus "Die besten Futterpflanzen"

Migros und IP Suisse, diese Namen sind jetzt in aller Munde, wenn es um „Grüne Milch“ geht, genauer gesagt um TerraSuisse-Wiesenmilch. Ein neues Produkt? Nein, ein Besinnen auf alte Werte und eine gradlinige Schweizer Futterbau-Forschung, welche  die artgerechte Fütterung des Viehs auch dann im Auge behalten hat, als das Verfüttern von immer mehr Kraftfutter Mode wurde. Im Herbst soll die Wiesenmilch in den Migros-Verkaufregalen stehen. Die „grasgrüne Milch“ gibt es schon seit neun Jahren in den Schulzimmern jener Lehrkräfte, welche sich für Landwirtschaft interessieren und die Unterrichtsunterlagen mit diesem Titel angeschafft haben; Fragen und Antworten über Milch, Milchprodukte, Wiesen, Kuh und Landschaft. Ein Heft mit Arbeitsblättern, welches zum Beobachten, Nachdenken oder Notieren anregt. Der Autor ist Christian Hofer, jetzt Vize-Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft.

Auf dem eigenen Betrieb aus Gräsern, Klee und Kräutern möglichst nährstoffreiches Raufutter für das Vieh zu produzieren, das war seit den Zeiten von Friedrich Gottlieb Stebler und Albert Volkart die Grundidee des schweizerischen Futterbaus. Generationen von Futterbauforschern der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten und der ETHZ sind ihr treu geblieben. Zum Beispiel Josef Lehmann, der Vater der meisten Schweizer Kleegras-Standardmischungen für Ansaatwiesen, war ein vehementer Verfechter der Raufutterkuh. Diese soll in erster Linie Wiesenfutter fressen, das der Mensch nicht verwerten kann, weil er keinen Wiederkäuermagen hat. Wenn das Vieh Getreide und Soja frisst, dann konkurrenziert es den Menschen, siehe Im Dienst der Raufutterkuh, 125 Jahre FAL, Agrarforschung 10 (6): 239, 2003.  Im grossen Stil Reklame für die Wiesenmilch machten die Futterbauforscher in den 1990er Jahren mit der Ausstellung „Die Schweiz – ein Grasland“ an OLMA, Züspa, LUGA und BEA. Erneut die Werbetrommel rührten sie an der Expo agricole  in Murten mit er „Grasgrünen Milch“, welche danach als Wanderausstellung viele Leute begeisterte. Zahlreich sind die Forscher, welche einen Beitrag zum Erfolg beigesteuert haben, ein paar weitere möchte Heidi hier vorstellen: Binding-Preisträger (1994) Walter Dietl, Willy Kessler (Mitglied der Geschäftsleitung Agroscope Reckenholz-Tänikon ART), Andreas Lüscher (Leiter der Gruppe Futterbau, Graslandsysteme der ART). Der TerraSuisse-Wiesenmilch zum Durchbruch verholfen hat Peter Thomet, Dozent an der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft in Zollikofen  (bis vor zwei Monaten Präsident der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaus AGFF).

Heidi empfiehlt allen, die an einem ökologischen Wiesenbau interessiert sind, Werbung für die Wiesenmilch zu machen. Schenken Sie doch die Unterrichtsunterlagen einer Lehrerin oder einem Lehrer oder tauchen Sie selber in die spannende Welt der Wiesen und Kühe ein, etwa mit den Fragen Sprechen Wiesen auch Japanisch? Können Kühe zaubern?, denn dann wissen Sie Bescheid, was hinter der Wiesenmilch steckt, wenn sie im Herbst in der Migros erhältlich ist. Die Unterlagen sind den Preis wert, erhältlich bei der AGFF Grasgrüne Milch, als Heft für 10 Franken, als CD-Rom für 5 Franken oder beim Landwirtschaftlichen Informationsdienst LID-Shop, Grasgrüne Milch. Viel Spass! Oder werden Sie Mitglied der AGFF für 30 Franken. Das war jetzt ein bisschen viel Werbung, aber für einen guten Zweck.

Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaues (AGFF), Frühjahrstagung 7. April 2011

AGFF 75 Jahre Forschung und Beratung für den schweizerischen Futterbau – 1934-2009

7 Rappen mehr für Wiesenmilch. Schweizer Bauer, 10.5.11

26.5.11 HOME

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