Heuimporte und ihre Folgen

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Zur biologischen Bekämpfung von Schädlingen in Gewächshäusern wurde der Asiatische Marienkäfer in Europa eingeführt. Jetzt verdrängt er die einheimischen Marienkäfer und richtet auch sonst Schaden an. Dies ist hoffentlich ein einheimischer Marienkäfer.

In der Aargauerzeitung zu lesen: Import-Heu: Schweizer Kühe fressen Heu aus Eritrea. Heidi hat am 5.12.11 darüber berichtet, dass 150’000 Tonnen Heu im Jahre 2010 importiert wurden, siehe Bill Clinton ist Vegetarier. Was sie damals nicht wusste: 22 Tonnen stammen aus Eritrea*, 19 Tonnen aus Kirgistan*, 22 Tonnen aus Peru, auch aus Kamerun wurde Heu importiert. Über Kamerun berichtete Adi’s Agro-Blog in fünf Artikeln, so heisst es in KameRun(3): Dégustation au Buffet Centr’afrique: „… Die Lebensmittel- und Lebenshaltungskosten sind in Kamerun im Verhältnis zu den Löhnen enorm hoch. Falls man überhaupt Lohn bezieht. Die Journalistenkollegen schätzen, dass mindestens die Hälfte der arbeitsfähigen Bevölkerung arbeitslos ist. Über die offiziellen Zahlen zwischen 10 und 20 Prozent können sie nur lachen…“

Abgesehen von der ethischen Seite und dem Transportweg stellt sich die Frage nach möglichen Folgen solcher Importe. Heu ist kein homogenes Gut wie etwa Getreide. Es enthält Samen von Pflanzen, die in den weit entfernten Export-Ländern beheimatet sind. Es besteht also die Gefahr, dass Unkräuter eingeschleppt werden, die nicht mehr oder nur mit grossem Aufwand oder Herbiziden bekämpft werden können. Samen gelangen über Transport, Lagerung und Futterkrippen-Abfälle auf die Wiesen; sie überstehen zum Teil unbeschadet den Weg durch den Verdauungstrakt der Tiere. Auch importierte Samen aus den Nachbarländern können die einheimische Flora verfälschen, weil es andere Ökotypen sind. Die Schweizerische Kommission für die Erhaltung von Wildpflanzen (SKEW) setzt sich für die biologische Vielfalt ein, informiert über eingeschleppte Arten sowie Gesetzte und Übereinkommen. Nicht-einheimische Pflanzen, die aus fremden Gebieten absichtlich oder unabsichtlich eingeführt wurden, sind der zweitwichtigste Grund des Artenrückgangs, der wichtigste ist die Zerstörung von Biotopen durch den Menschen. Die Schweiz ist bisher ihren internationalen Verpflichtungen zur Erhaltung der Artenvielfalt nur mangelhaft nachgekommen.

Weitere offene Fragen sind: Das Einschleppen von Schädlingen sowie Pflanzen- und Tierkrankheiten. Allfällige Folgen dieses verantwortungslosen Tuns muss die ganze Bevölkerung tragen.

Nachtrag 9.3.12: Der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) meldet heute, dass die Heu-Importe 2011 einen neuen Rekordstand erreicht haben: 166‘700 Tonnen.

* Nachtrag 28.3.12: Wie ein aufmerksamer Leser Heidi schrieb,  wurde offenbar kein Heu aus Eritrea und Kirgistan importiert. Diese Meldung beruht auf einem Fehler der Zollbehörden beim Erfassen des Ländercodes. Heidi wird die Importe aus Kamerun und Peru überprüfen und dann darüber berichten.

8.3.12  HOME

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