Erdbeergenuss bedroht Weltnaturerbe

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Schweizer Erdbeeren-Ernte durch AusländerInnen, 31.5.11

Wer über Google Coto de Doñana sucht, erhält vor allem Links zu Unterkunfts- und Reiseangeboten. Das riesige Sumpfgebiet und Unesco-Weltnaturerbe ist ein Winterquartier für viele Zugvögel und ein beliebtes Ferienziel für Touristen. Aber unsere Grossverteiler sind mit Hilfe unvernünftiger KonsumentInnen daran, dieses einmalige Naturschutzgebiet zu entwässern. Womit? Zum Beispiel mit Erdbeeren aus der südspanischen Provinz Huelva. Dort zapfen die Erdbeer-EsserInnen, ohne es zu wissen, illegale Brunnen in der Coto de Doñana (Wikipedia) an. Mit jeder Schale Erdbeeren entziehen sie dem Sumpf 276 Liter Wasser. Bei den riesigen Mengen, welche die Grossverteiler den spanischen Produzenten abkaufen und schon im Winter zu Spottpreisen anbieten, wirkt sich dies massiv auf den Wasserhaushalt des Weltnaturerbes aus. Es lohnt sich, den Kassensturzfilm des Schweizer Fernsehens vom 24. April 2012 anzuschauen, aus dem diese Informationen stammen: Erdbeergenuss gefährdet Naturschutzgebiet. Und wie steht es mit den Pflanzenschutzmitteln?

Nichts Neues, schon lange kennt man die Probleme, getan wird nichts oder nur wenig. Die Besänftigungsversuche der Grossverteiler überzeugen nicht. Doch auch der im Kassensturz-Film auftretende Schweizer Erdbeerproduzent verschweigt einiges. Die kostspieligen Bewässerungsanlagen werden nicht nur für Extremjahre wie 2003 erstellt. Weil Erdbeeren Wassermangel nicht ertragen, wird vorsichtshalber bei kritischen Bedingungen bewässert und bei Bedarf bedüngt. Dann darf man das Problem der Pflanzenschutzmittel-Rückstände nicht vergessen. Zahlreich sind die Krankheitserreger und Schädlinge, welche die Erdbeerkulturen bedrohen, entsprechend ausgeklügelt muss der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM) sein, besonders bei den Frühkulturen unter Plastik; auch das ökotoxikologisch bedenkliche Kupfer wird da und dort eingesetzt. Erdbeeren gehören daher zu den Obstarten mit den höchsten PSM-Rückständen. Spanien ist bekannt für einen „grosszügigen“ Einsatz von PSMs. Dann gibt es noch das Problem mit den Arbeitskräften, worüber Adi in Adi’s Agro Blog im neuesten Artikel geschrieben hat: Der freizügige Schnitt ins eigene Fleisch.

Heidis frühere Artikel zum Thema:
Jetzt Himbeeren kaufen?
SUISSE GARANTIE ohne Ausländer?

25.3.12 HOME

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