Strassen, Häuser, Infrastrukturen bis auf den Berg

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Verbauung zum Schutz vor Hochwasser in Klosters GR

Mit folgenden Worten lädt das Tiefbauamt Graubünden Interessierte zum Lesen des Strassenprogramms 2013-2016 ein: „Für die flächendeckende Erschliessung und damit für die Sicherstellung einer dezentralen Besiedlung sind die Strassen in Graubünden von zentraler Bedeutung. Die Substanzerhaltung und der bedürfnisgerechte Aus- und Neubau des grossen Strassennetzes in unserem Gebirgskanton stellen eine kostenintensive Daueraufgabe dar…“ Kosten: 175 Millionen Franken pro Jahr; vermutlich sind hier die Beiträge von Bund und Gemeinden nicht inbegriffen.

In Zeiten des grenzenlosen „grünen“ Wachstums und der dauernd drohenden Krisen wagt niemand zu fragen wie sinnvoll das ist. Nur schon der Transport von Vieh, Futter und Material auf Maiensässe und Alpen erfordert bessere Strassen. Und die Sehenswürdigkeiten? Alle müssen mit Blick auf die Gerechtigkeit car- und rollstuhlgängig gemacht werden; nicht jede/jeder kann sich ein starkmotoriges geländegängiges Auto leisten. Damit Tourismus und Baugewerbe weiter wachsen, ist das Erschliessen neuer Bauplätze für Wohnen und Industrie von zentraler Bedeutung und dient der dezentralen Besiedlung. Besonders die Bauern berufen sich auf Artikel 104c des Landwirtschaftsartikels der Bundesverfassung und sind stolz darauf, dass sie einen wesentlichen Beitrag zu diesem echt schweizerischen Ziel leisten. Heidi beurteilt dieses Ziel als nicht mehr zeitgemäss und möchte auch Artikel 104c mit Blick in die Zukunft streichen, sie hat ihre Zweifel schon in der 1.-August-Rede geäussert.

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2005 schwemmte das Hochwasser in Klosters die Abfalldeponie aus früheren Jahrzehnten weg, jahrelang wanderten die TouristInnen über Schutt, noch heute zeugen Einzelstücke von dieser Katastrophe. Der reissende Schraubach schwemmte die alte Abfalldeponie der Gemeinde Schiers weg, die direkt neben dem Wildbach lag; in einem Bericht des Bündner Forstdienst ist beschönigend von einer Bauschuttdeponie die Rede.

Neue und alte Strassen, Häuser, Trinkwasser, Abwasser, kurz alles muss gesichert werden, und zwar wiederum mit dem Bau und Unterhalt von Infrastrukturen: Lawinen- und Bachverbauungen, Tunnels und Netze. Das kostet immer mehr Geld, besonders im Berggebiet. Aber auch die Gefahren nehmen zu. Permafrost schmilzt und lässt Felsen herunterpurzeln, intensiver Regen bringt Hänge ins Rutschen und unterspült Strassen. Hangrutsche verschütten Häuser. Solche Ereignisse mobilisieren BundesrätInnen, die Bestürzung und Beileid über die Medien verbreiten. Klimaerwärmung bedroht auch den Verkehr, Schweizer Fernsehen 6.6.12. Gestern ist ein Fels auf die SBB-Gotthardlinie (Meldung NZZ vom 6.6.12) gestürzt, nicht dort, wo man einen Felssturz erwartet hat, 60 m daneben, die Sicherheitsmassnahme hat nichts genützt. So wird mit und ohne Steuergelder fleissig gebaut, dann geschützt, die „Katastrophe“ schlägt anderswo zu … „Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand“, flüstert eine Hexe in Theodor Fontanes Gedicht Die Brück’am Tay.

6.6.12 HOME

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