24. Dezember 2012: Siloballen auf Pufferstreifen

Siloballen auf einem Pufferstreifen am Waldrand

Siloballen auf einem Pufferstreifen am Waldrand

Dies ist Heidis dritter (aber nicht letzter) Artikel über Missstände, die sie auf einem einzigen Weihnachtsspaziergang in der Bündner Herrschaft gesehen hatte. Er handelt von der Verletzung des Pufferstreifens an einem Waldrand bei Stoffel in der Gemeinde Jenins. Ursprünglich waren es 8 Stück, denn neben den sechs Ballen sind zwei kahle Stellen sichtbar. Hinter den Siloballen liegt das Naturschutzgebiet Siechenstauden der Gemeinde Maienfeld. Das Lagern von Siloballen ist nur auf der düngbaren Fläche erlaubt, d.h. auf Pufferstreifen verboten, weil Silosaft ausfliessen und in den Boden sickern kann; Silossäfte zählen aufgrund ihrer Nährstoffkonzentration gemäss Gewässerschutzgesetz, Art. 4, zu den Hofdüngern. Das Verbot ist sowohl in der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung wie auch der Direktzahlungsverordnung verankert. Heidi wird in letzter Zeit immer wieder nach einer neuen Regelung für die Lagerung von Siloballen gefragt. Das gibt es nicht, aber das alte Verbot ist nicht überall bekannt oder wird missachtet.

Abgesehen davon, dass das wilde Lagern von Siloballen für Natur- und Landschaftsfreunde sowie Touristen kein schöner Anblick ist, gibt es weitere gewichtige Gründe, die gegen solche Lager sprechen, selbst wenn sie nicht auf dem 3-Meter-Pufferstreifen liegen. Gleichentags waren zwei Bauern mit dem Transport von beschädigten (angefressen?) Siloballen beschäftigt. Der Kontakt zwischen Wild- und Nutztieren über das Futter ist problematisch, können doch Krankheiten wie die Tuberkulose (TB) übertragen werden. TB ist vor allem in Tiroler und Voralberger Wildbeständen ein Problem. Die Schweiz ist am Projekt Tuberkulose bei Wildtieren im Alpenraum der Veterinärmedizinischen Universität Wien beteiligt. Besonders wichtig ist diese Studie, weil sich die Lebensräume von Wild- und Nutztieren überschneiden. Auch wird Vieh aus der Schweiz in Vorarlberg gesömmert, und Wild aus Österreich überschreitet die Schweizer Grenze. Siehe auch Aktuelle Tuberkulose-Situation in Vorarlberg. Nur ein kleines illegales, störendes Siloballenlager, aber die Auswirkungen können fatal sein.

Soeben hat Heidi ein schönes Foto eines Lesers aus dem Jura erhalten mit einem imposanten legalen Lager, das sie ihren LeserInnen nicht vorenthalten möchte.

Leserfoto Siloballen in Boudevilliers JU, laufend werden Ballen abtransportiert, zurück bleibt nackte vernässte und verdichtete Erde.

Leserfoto Siloballen in Boudevilliers JU, laufend werden Ballen abtransportiert, zurück bleibt nackte vernässte und verdichtete Erde.

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