Deutschland: Systematischen Antibiotikamissbrauch bekämpfen!

Niemand weiss so genau wie viele Antibiotika wo in der Nutztierhaltung eingesetzt werden. Dass es grosse Mengen sind, das wissen bald alle Steuerzahlenden. Detaillierte Zahlen fehlen auch in der Schweiz: Lange (teure) Diskussionen, aber gehandelt wird nicht.

Niemand weiss so genau wie viele Antibiotika wo in der Nutztierhaltung eingesetzt werden. Dass es grosse Mengen sind, das wissen bald alle Steuerzahlenden. Detaillierte Zahlen fehlen auch in der Schweiz: Lange (teure) Diskussionen, aber gehandelt wird nicht.

„… Wo ist Ministerin Aigner? …

  • verschleiern – so lange es geht
  • verharmlosen – so lange es geht
  • vertrösten – so lange es geht
  • verschieben – so lange es geht

Das ist die einzige Antwort, die Ministerin Aigner und Sie von Schwarz-Gelb den Menschen draussen auf ihre drängenden Frage sagen. Wir sagen: „Das ist überhaupt keine Antwort, das ist zutiefst verantwortungslos gegenüber unseren Nutztieren. Ausser Ankündigungen passiert nichts. Keine Verbesserung für Hähnchen und Schwein…“ Dies ein Auszug aus der Rede, welche Friedrich Ostendorff, Grüne, gestern 28.2.13 an der 225. Sitzung des Bundestags gehalten hat. Es lohnt sich, 4:48 Minuten zum Anhören der Forderungen einzusetzen:
Systematischen Antibiotikamissbrauch bekämpfen! Friedrich Ostendorff, 225. Sitzung des Bundestags

Christian Meyer: Vom Bauernschreck zum Hoffnungsträger. Die jüngsten Lebensmittelskandale in Deutschland haben das öffentliche Bild von Niedersachsens erstem grünen Agrarminister auf den Kopf gestellt. Jeder einzelne Skandal bedeutet Rückenwind für Meyers angekündigten Reformen. Proplanta 4.3.13

????

????

.

Heidis Frage: Was geschieht eigentlich in der Schweiz? Von griffigen Massnahmen hat sie bisher nichts gehört.

.

.

Die Skandale häufen sich. „Die Welt“ berichtet heute mittag (1.3.13): „Hochgiftiges Maisfutter auf 3500 Höfen entdeckt. Neuer Schock für die Agrarbranche: Im Tierfutter ist ein krebserregendes Schimmelpilzgift festgestellt worden. Zehntausende Tonnen verseuchter Mais sind aus Serbien nach Deutschland gelangt“. Medienmitteilung des Niedersäschsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Futtermittelkontamination mit Aflatoxin B1 festgestellt. Das Bundesverbraucherministerium hatte die Länder bereits im Herbst vor möglichen Belastungen von Mais mit dem Schimmelpilzgift gewarnt, wie Spiegel Online berichtet: Schimmelpilze im Mais: Die Spur des Giftfutters. Die Kontrollen versagten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät zu Betriebsschließungen.

….Erst vor fünf Tagen berichtete Die Welt über die mangelnden Kontrollen bei den Lebensmitteln: „Deutschland fehlt das Geld für Bio-Eier-Kontrollen. Der Skandal um Bio-Eier deckt enorme Missstände auf: Es fehlen laut Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure 1600 Prüfer – wegen Geldmangel: ‚Da wird gelogen und betrogen, was das Zeug hält‘.

Heidis Artikel zum Thema:

1.3.13 HOME

Schlagwörter: , , , , , , , , , , ,

2 Antworten to “Deutschland: Systematischen Antibiotikamissbrauch bekämpfen!”

  1. De waisch scho ... Says:

    Liebe Heidi
    Die Antwort aus Bern auf deine Frage aus den Bergen „Was geschieht eigentlich in der Schweiz? Von griffigen Massnahmen hat sie bisher nichts gehört.“ lautet: Der Bund erfindet eine Strategie, die so breit abgestützt wird, dass in den nächsten 10 Jahren kaum etwas passiert. Siehe auch: http://www.schweizerbauer.ch/tiere/tiergesundheit/antibiotika-bund-will-breit-abgestuetzte-strategie-9364.html.
    Herzliche Grüsse aus der Stratosphäre, wo die Strategien erfunden werden.
    Dr. ved. met. Hans

  2. max Says:

    Studieren, zusammensitzen, strategieren tun sie, die verantwortungslosen Verantwortlichen, bis die Isolierstationen in unseren Spitäler überfüllt sind, Menschen an banalsten Infektionen (wieder) sterben, unnötig amputiert werden müssen.

    Zusätzliche Informationen und Kommentar zu diesem Skandal:

    NFP 49 «Antibiotika-Resistenz» 
    Schweizerischer Nationalfonds
    Nationales Forschungsprogramm (NFP)

    Das Nationale Forschungsprogramm «Antibiotika-Resistenz» (NFP 49) hatte den Auftrag, Methoden und Strategien für ein kontinuierliches Überwachungssystem zu entwickeln und eine Übersicht über die gegenwärtige Situation der Antibiotikaresistenz in der Schweiz bei Bakterien, die von Mensch und Tier, aus der Landwirtschaft, aus Lebensmitteln und aus der Umwelt herstammen, zu erstellen.
    Rahmenkredit: CHF 12’000’000
    Forschungsdauer: 5 Jahre
    Forschungsbeginn: Juli 2001
    Abschluss der Forschungsarbeiten: Juni 2006

    http://www.snf.ch/D/forschung/Forschungsprogramme/abgeschlossen/Seiten/_xc_nfp49.aspx

    Und so hiess es u.a. im Schlussbericht, schon vor ueber 5 Jahren:

    „…Ergebnisse zeigten, dass in der Tiermast eingesetzte Sulphonamide (SA) durch das Ausbringen der Gülle in vergleichbar hoher Konzentration wie Herbizide ins Erdreich gelangen und dort mehrere Wochen oder Monate persistieren. Darüber hinaus wurde nachgewiesen, dass das Erdreich ein beträchtliches Reservoir für Resistenzgene darstellt…“

    und auf der Webseite des NRP 49:

    „…Antibiotikaresistenz ist in ständiger Evolution und muss mit einer Vielzahl von multidisziplinär entwickelten Strategien bekämpft werden…“

    Seit 5 Jahren wird aber die Webseite nicht mehr aktualisiert! Besser kann dieser Skandal nicht beschrieben werden. Wen interessiert es schon? Zuviel Leute verdienen anscheinend zuviel Geld am Status quo – and to hell with human life!

    Lieber ein Riesenmedien- und Politklamauk wegen Pferdefleisch, an dem noch niemand gestorben ist, als die wirklich ernsten Gesundheitsrisiken angehen: Jetzt und heute, wieder unheilbare Infektionen mit Amputationen und Todesopfer, wie zu Zeiten als es noch keine Antibiotika gab. Fast unlösbare Probleme für unsere Spitäler und Ärzte, grosser Personalaufwand, teure Isolierstationen, überbordende Investitionen und laufende Kosten. Schon 2006 hiess es im NFP 49 dass die Schweiz sich in einer prae-pandemischen Situation befindet.

    Wie heisst es auf der Webseite vom Departement des Innern, zustaendig fuer das Bundesamt fuer Gesundheit BAG „Ein Departement am Puls des Alltags“. Herr Bundesrat Berset, die Situation ist dramatisch. Aktion ist gefordert nicht leere soundbites der PR Abteilung. http://www.edi.admin.ch/index.html?lang=de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: