Assholes: Theorie eines Philosophie-Professors

Aaron James, Professor für Philosophie an der University of California, Irvin, erklärt in seinem Buch "Assholes" seine Theorie über Arschlöcher und wie mit ihnen umzugehen ist.

Aaron James, Professor für Philosophie an der University of California, Irvin, erklärt in seinem Buch „Assholes“ seine Theorie über Arschlöcher und wie mit ihnen umzugehen ist.

Wer hat sich nicht schon über Arschlöcher geärgert? Beim Stöbern in The Bookshop von Orell Füssli in Zürich hat Heidi ein Buch mit eben diesem Titel gefunden: Assholes – A Theory, geschrieben von Aaron James, Professor für Philosophie an der University of California, Irvine. Eine deutsche Version ist im März 2014 im Verlag Riemann erschienen: Arschlöcher – Eine Theorie . Es eignet sich hervorragend als Ferien-Lektüre. Trotz philosophischer Hintergrund-Informationen ist es einfach zu lesen.

Wer ist ein Arschloch:

  1. Jemand, der sich regelmässig Vorteile verschafft.
  2. Er macht dies aus einem tief verwurzelten Gefühl heraus, dass ihm dies zusteht.
  3. Dieses Gefühl der Berechtigung immunisiert ihn vollständige gegen Beschwerden anderer.

Arschlöcher seien – so James – ausgesprochen ärgerliche Personen, aufgrund der gesellschaftlichen Gegebenheiten typischerweise Männer. Sie würden Gefühle wie Ohnmacht, Angst und Wut hervorrufen. Eine gute Theorie könnte hilfreich im Umgang mit ihnen sein, denn sie erleichtere das Einschätzen der Situation: Wann soll man dem Arschloch Widerstand leisten, und wann soll man es besser ignorieren. Seine Tipps sind allgemein gehalten und, wie er selber zugibt: Es ist schwierig, sich mit diesen Leuten zu verständigen, da sie gar nicht zuhören und auch nicht begreifen, was man kritisiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich ändern, ist gering.

Es gibt verschiedene Typen von Arschlöchern, etwa die rüpelhaften, die arroganten oder selbstherrlichen. Dann Chefs, die diese Bezeichnung verdienen, Präsidenten, Könige … oder Beamte, welche ihre Macht missbrauchen. In neuerer Zeit machen sie sich immer stärker in den Medien breit. Informationen zur Meinungsbildung seien fundamental in einer demokratischen Gesellschaft, stattdessen bekämen wir die Meinung eines einzelnen Arschloches zu hören. Banker seien überzeugt, dass Ihnen die riesigen Boni zustünden, dies obwohl Schätzungen gezeigt hätten, dass die Banken die sozialen Kosten der letzten Krise nicht hätten bezahlen können.

Interessant ist James Blick in die Vergangenheit, hingegen beunruhigend jener in die Zukunft. Denn es gibt nicht nur das einzelne Arschloch oder kleine Ansammlungen davon, sondern er definiert auch den Arschloch-Kapitalismus (Nimm was du kriegen kannst!). Dieser würde die wichtigsten Punkte des Kapitalismus zunichte machen:

  1. Bevorteilung: Der Arschloch-Kapitalismus verstärkt expansive Ansprüche (z.B. auf unbegrenzte persönliche Bereicherung, ohne Rücksicht auf soziale Kosten), und fördert somit das Arschloch-Denken.
  2. Mangelnde Steuerung: Es fehlt ein zuverlässiges System zum Einschränken der Fülle von Arschlöchern (z.B. Familie oder Rechtsstaatlichkeit werden durch das Gefühl berechtigt zu sein ausgeschalten) und
  3. Destabilisierung: Die resultierende Fülle von Arschlöchern untergräbt die Zusammenarbeit, welche nötig ist, damit das kapitalistische System gemäss den Grundwerten funktioniert (wie Freiheit, Chancengleichheit und allgemeiner Wohlstand). Das System wird schlechter oder zerfällt.

Die USA seien auf der Kippe zum Arschloch-Kapitalismus, während Italien bereits dazu zähle bzw. Auswege daraus suche.

Warum sollen wir uns mit Arschlöchern befassen und den Empfehlungen James folgen? „Weil Arschlöcher von uns verlangen, das Unakzeptable zu akzeptieren …“, weiterlesen im Buch …

On Assholes, Blog von Aaron James

Aaron James Theory of Assholes, Eric Schwitzgebel Philosophie-Professor an der University of California, Riverside. In einem Kommentar zum Artikel verweist Carl M. auf den Dunning-Kruger-Effekt: Als Dunning-Kruger-Effekt bezeichnet man gemäss Wikipedia eine Spielart der kognitiven Verzerrung, nämlich die Tendenz inkompetenter Menschen, das eigene Können zu überschätzen und die Leistungen kompetenterer Personen zu unterschätzen.

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