Abfälle gefährden Grundwasser, Flüsse und Seen

Altlastenkarte_d

„Nach mehrjährigen aufwendigen Abklärungen haben alle Kantone und drei Bundesstellen ihre Kataster der belasteten Standorte abgeschlossen. Wie eine landesweite Auswertung des BAFU zeigt, belegen die rund 38‘000 erfassten Areale eine Gesamtfläche von etwa 230 Quadratkilometern (Heidi: entspricht der Fläche des Kantons Zug). Bei den meisten belasteten Grundstücken handelt es sich um Betriebsstandorte und ehemalige Deponien im Mittelland, die nicht selten in der Nähe von Grundwasservorkommen oder Oberflächengewässern liegen …

In Klosters und Schiers GR wurde beim Unwetter 2005 die alte Abfalldeponie weggeschwemmt. Nach Jahren sah Heidi noch Spuren von Plastik, Blech, Glas usw.

In Klosters und Schiers GR wurde beim Unwetter 2005 die alte Abfalldeponie weggeschwemmt. Nach Jahren sah Heidi noch Spuren von Plastik, Blech, Glas usw.

… Hinsichtlich der Umweltrisiken stellen die belasteten Standorte vor allem eine Gefahr für die Gewässerqualität dar. So befinden sich gut 60% aller im KbS erfassten Flächen in einem Gewässerschutzbereich mit nutzbarem oder genutztem Grundwasser. Den hohen Druck auf die Wasserressourcen im Mittelland dokumentiert auch die Nähe der belasteten Standorte zu Oberflächengewässern, liegt doch ein Viertel weniger als 50 m von einem Fluss-, Bach- oder Seeufer entfernt. In den nächsten Jahren gilt es deshalb, die weitere Untersuchung dieser Standorte vorrangig zu behandeln und bei Bedarf Sanierungs- oder Überwachungsmassnahmen zu treffen, um das unliebsame Erbe aus der Vergangenheit zu entschärfen.“ Altlasten: Aufräumen mit den Umweltsünden, BAFU, 21.5.14.“

Neue Publikation: Überwachung von belasteten Standorten, Vollzugshilfe zur Altlasten-Verordnung, BAFU 2.4.15.

Stand der Altlastenbearbeitung in der Schweiz, BAFU

Beispiel Altlastensanierung altes Gaswerk Chur, Botschaft des Stadtrates an den Gemeinderat, Stadt Chur, voraussichtliche Kosten: 3’551’000 Franken. „… Da aufgrund der toxischen und teilweise mobilen (viskosen) Teerschlacken eine konkrete Gefährdung des Grundwassers besteht, wird eine Sanierung im Winter 2014/2015 empfohlen…“ Rund 8’300 Kubikmeter Erde sollen bis zu den Sommerferien ausgehoben und korrekt entsorgt werden, Schrebergärten Chur: Statt Kartoffeln ist flüssiger Teer im Boden, SRF 16.4.15.

Werden die Behörden überall so rasch handeln wie in Chur oder lieber abwarten und Champagner trinken mit Investoren? Noch nie waren wir so reich, doch Steuergelder fliessen bevorzugt in lukrative Branchen, für die Umwelt bleibt wenig übrig. Besonders die Gemeinden sind am „schnellen“ Geld (Bautätigkeit) interessiert. Wer will schon für die Umweltsünden der Grosseltern zahlen? Doch gerade dies wäre dringend nötig.

Und es geht weiter so: Wachstum muss sein! Kate Amiguet hat einen informativen und eindrücklichen Film über unseren Umgang mit Abfällen gedreht: Trailer für eilige LeserInnen, 4 Minuten; Ganzer Film Déchets, 57 Minuten. Der Film ist nicht nur online verfügbar, sondern auch erhältlich bei Kate Amiguet : DVD ou Blu-Ray disponible sur commande : kate@mart.ch. Und wer mit dem Französischen Mühe hat? Die Bilder allein sprechen Bände.

Der Film gibt auf viele Fragen eine Antwort.

  • Wussten Sie, dass eine Gruppe von initiativen Leuten die Abfälle in den Naturschutzgebieten des Kantons Waadt sammelt, ohne Entgelt? Im ersten Jahr glaubten sie, das sei eine mehr oder weniger einmalige Angelegenheit, doch jedes Jahr werden neue Abfälle angeschwemmt, tonnenweise sammeln sie Müll.
  • War Ihnen bewusst, dass Kehrichtverbrenner (KVA) an möglichst viel Kehricht interessiert sind? Sie verkaufen Energie!
  • Wer zahlt am meisten? Firmen können „ihre“ KVA wählen. Die Konkurrenz spielt, drückt den Preis. Die Privatkunden zahlen mehr, was zwar von den KVAs bestritten wird.
  • Wussten Sie, dass es für die Endlagerung pro 1000 kg Kehricht-Asche 250 kg Zement braucht? Die Asche wird mit Zement und Wasser gemischt … und abgelagert. Die Lager wachsen, beanspruchen Platz.
  • ….
Männer, Frauen und Kinder sammeln in den Naturschutzgebieten des Kantons Waadt Abfall. Weitere Leute zu finden ist schwierig, denn am Samstag ist Shopping-Tag, Copyright TVmart, veröffentlicht mit Bewilligung von Kate Amiguet.

Männer, Frauen und Kinder sammeln in den Naturschutzgebieten des Kantons Waadt Abfall. Weitere Leute zu finden ist schwierig, denn am Samstag ist Shopping-Tag, Copyright TVmart, veröffentlicht mit Bewilligung von Kate Amiguet.

Deponie für Rückstände aus der Kehrichtverbrennungsanlage, Copyright TVmart, veröffentlicht mit Bewilligung von Kate Amiguet.

Deponie für Rückstände aus der Kehrichtverbrennungsanlage, Copyright TVmart, veröffentlicht mit Bewilligung von Kate Amiguet.

Bild ohne Worte aus dem Film Déchets, Copyright TVmart, veröffentlicht mit Bewilligung von Kate Amiguet.

Bild ohne Worte aus dem Film Déchets, Copyright TVmart, veröffentlicht mit Bewilligung von Kate Amiguet.

Post Plastic Lux: Eine Ausstellung in Genf (5. bis 15.3.15) widmete sich den Plastikabfällen: künstlerisch, wissenschaftlich, pädagogisch. Auch wenn sie schon wieder geschlossen ist, auf Facebook geht’s weiter: Facebook Post Plastic Lux. Dahinter stecken mehrere Frauen aus der Westschweiz, aus Hamburg, Paris und Kanada sowie ein Mann aus Genf.

Post Plastic Lux: Installation Air de L'Océan von Antoine Onzgi, Künstler und Architekt Zürich/Paris. Copyright Foto Anouk van Asperen, Erwachsenenbildnerin und Fotografin, Genf. Air de L'Océan: http://onzgi.blogspot.ch/2015/02/invitation.html Video auf youtube https://www.youtube.com/watch?v=mn0ogDFhQxM

Post Plastic Lux: Installation Air de L’Océan von Antoine Onzgi, Künstler und Architekt Zürich/Paris. Copyright Foto Anouk van Asperen, Erwachsenenbildnerin und Fotografin, Genf. Air de L’Océan: http://onzgi.blogspot.ch/2015/02/invitation.html Video auf youtube https://www.youtube.com/watch?v=mn0ogDFhQxM

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3 Antworten to “Abfälle gefährden Grundwasser, Flüsse und Seen”

  1. Aquamonti Says:

    Hervorragende Infos. Gratuliere

    • Heidi Says:

      Danke, lieber Monti, für die Blumen!
      Zufällig hatte SRF zwei Tage zuvor über die Altlast Gaswerk Chur berichtet. Ein Leser hat mich darauf aufmerksam gemacht, so dass ich dieses aktuelle Beispiel nachträglich einfügen konnte.

  2. hrsc Says:

    plastico fantastico. leben in der plastikwelt…. weitere plastische daten zu diesem zugleich belastenden und wissenschaftlich herausfordernden thema gibt’s jetzt bei http://sensiblochamaeleon.blogspot.de/2015/07/mikroplastik.html

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