Milchqualität und Rohmilchkäse haben ihren Antibiotika-Preis

Der Durchschnitt beträgt 7 mg/daily PCU, Schweiz: 15 mg/daily PCU; Understanding PCU: https://www.gov.uk/government/publications/understanding-the-mgpcu-calculation-used-for-antibiotic-monitoring-in-food-producing-animals (intramammär heisst In der Milchdrüse)

Der Durchschnitt beträgt 7 mg/daily PCU, Schweiz: 15 mg/daily PCU; Understanding PCU: https://www.gov.uk/government/publications/understanding-the-mgpcu-calculation-used-for-antibiotic-monitoring-in-food-producing-animals; (intramammär heisst In der Milchdrüse)

Excel-Datei dieser Grafik herunterladen, z.B. zum Berechnen des Durchschnitts.

Wie ein Weihnachtsgeschenk lag der Agrarbericht 2016 am 22.12.16 in Heidis Briefkasten. Das Werk umfasst gut 450 Seiten und ist aufschlussreich, auch wenn die Agrarpolitik ein Buch mit wesentlich mehr als sieben Siegeln ist. Druck- und Online-Version haben je ihre besonderen Vorteile. So kann man in der Online-Version des Agrarberichts 2016 die Excel-Dateien, welche den Grafiken zugrunde liegen, herunterladen und bei Bedarf daraus eigene Grafiken erstellen und so einzelne Aspekte ins Licht rücken oder den Durchschnitt ausrechnen.

Vielen Dank allen Beteiligten für die enorme Arbeit.
Vollständiger Agrarbericht 2016 Druck- oder Online-Version

Wo anfangen? Heidi hat zufällig die Seite 156 aufgeschlagen. Interessant!

Medikamente und antibiotikaresistente Keime gelangen über Hofdünger, Abwasser und Staub in die Gewässer, in den Boden und auch in die Luft. Was sie dort bewirken ist weitgehend unbekannt. Was man aber weiss ist, dass gemäss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit 700’000 Menschen an den Folgen von Antibiotikaresistenz sterben (Deutschland 6’000); verursacht durch Human- und Tiermedizin.

Die Grafik zeigt, dass die Schweizer Bauern für Euterbehandlungen mehr als die doppelte Menge Antibiotika einsetzten als jene in den 26 Vergleichsländer. Nur zwei Länder, nämlich Zypern und Litauen, verwenden mehr. Hier ein Auszug aus dem Text.

Die Anforderungen an die Milchqualität und der Antibiotikaeinsatz für Euterbehandlungen sind in der Schweiz hoch

Die Eutergesundheit ist ein zentraler Aspekt in der Milchviehhaltung. In der Schweiz sind die Anforderungen an die Qualität der Milch sehr hoch, auch weil für wichtige Käsesorten Rohmilch verwendet wird. Ein Kriterium ist dabei die Zellzahl, die in der Schweiz verglichen mit dem Ausland tief ist (90 000-135 000 Zellen/ml/Monat) [14; 15]. Gleichzeitig werden in der Schweiz besonders häufig Antibiotika zur Euterbehandlung eingesetzt …

… Über die Jahre blieb die Häufigkeit dieser Behandlungen gleich.

14. TSM Treuhand GmbH., 2011 Beilage zur Jahresstatistik Milchmarkt 2010 Mehrjahresvergleich ab 2000

15. Sundrum, A., 2010: Eutergesundheitsstatus auf der Betriebsebene – Stand und Perspektiven aus systemischer Sicht. Berichte über Landwirtschaft 88, 299–32

Ausführlicher Bericht: Einsatz von Tierarzneimitteln, Agrarbericht 2016, Seite 156

Strategie gegen Antibiotikaresistenzen

Die nationale Strategie gegen Antibiotikaresistenzen (StAR) ist erst angelaufen. Das Erheben von Daten wird ausgebaut. Im Rahmen des Agrar-Umweltmonitorings (AUM) werden zwar Daten zu Tierarzneimitteln erhoben, doch statistisch gesicherte sind bisher nur zu Milchviehbetrieben vorhanden.

Pauschale Informationen über die StAR siehe Seite 73 des Agrarberichts Strategie gegen Antibiotikaresistenzen

Rohmilchkäse

Rohmilchkäse sind z.B. Emmentaler AOP, Gruyère AOP, Sbrinz AOP oder Tête de Moine AOP, Agrarbericht 2016, Seite 71

Käse aus hitzebehandelter Milch schnitt hygienisch besser ab als Rohmilchkäse, Medienmitteilung, Verband der KantonschemikerInnen der Schweiz, 8.6.15:

„Die Schweizer Lebensmittelkontrollen prüften die Hygiene von 560 verschiedenen Käsen. Untersucht wurden aus Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch hergestellte Weich-, Halbhart- und Hartkäse. Rund 91% erfüllten die gesetzlichen Anforderungen. Käse aus Rohmilch schnitt im Vergleich zu Käsen aus hitzebehandelter Milch deutlich schlechter ab.“

2.1.16 HOME

2 Antworten to “Milchqualität und Rohmilchkäse haben ihren Antibiotika-Preis”

  1. max Says:

    Antibiotika im Tierstall – ein Risiko für den Menschen
    Sendung SRF 15.11.16 https://goo.gl/I5R8ko

    Der Antibiotika-Verbrauch bei Tieren nimmt seit Jahren ab. Einzige Ausnahme: Reserve-Antibiotika, die Spitäler benötigen, wenn alle anderen Medikamente versagen. Dadurch können für Menschen gefährliche Resistenzen entstehen. Die radikale Forderung: ein Verbot der Notfall-Präparate in der Tiermast.

    « Wenn wir diese Medikamente in der Tiermast schon einsetzen, können sie bei unseren Patienten nicht mehr eingesetzt werden. »

    Andreas Widmer
    Spitalhygieniker Universitätsspital Basel

    Tierärztin Corinne Bähler ist gegen ein Verbot von kritischen Antibiotika… « Aus Sicht der Tiere und der Veterinärmedizin möchte ich sicher nicht, dass man diese Medikamente nicht mehr für Tiere brauchen darf.»

    Webpage Corinne Bähler https://goo.gl/ZtOIao

    „…Mit ihrem Partner zusammen bewirtschaftet sie einen Pachtbetrieb mit 250 Munis für die Rindfleischproduktion. Das Wohlbefinden der Tiere und deren Bedürfnisse während ihres relativ kurzen Lebens stehen an erster Stelle…“

    Fazit: (Kurzes) Schlachtviehleben an erster Stelle, vor Menschenleben? Ist das die menschenverachtende Horrorwelt dieses Vorstandsmitglieds der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte? Mir fehlen die Worte.

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