Auch die Landi kauft gerne ennet der Grenze ein!

Die Landi importiert aus Deutschland Holzwolle der Firma Heumüller, Geiselwind.

Die Landi importiert aus Deutschland Holzwolle der Firma Heumüller, Geiselwind.

Die Bauern beklagen sich über KonsumentInnen, welche Fleisch, Milchprodukte … ennet der Grenze billig einkaufen und auch über das Wachstum der Waldfläche (an dem sie massgeblich beteiligt sind). Doch ihre Organisation, die Landi, kauft z.B. billige Holzwolle in Deutschland ein. Weil Heidi dringend Unterlagsmaterial für die Erdbeeren benötigte, kaufte sie das Produkt trotzdem. Die negative Überraschung war aber gross.

Die Holzwolle hat keinen „Griff“, das war der erste Eindruck. Eine Internet-Recherche ergab, dass die altbewährte Wolle, welche früher in der Landi erhältlich war, von Jumbo und weiteren Geschäften angeboten wird. Heidi kaufte bei Jumbo ein Paket Schweizer Holzwolle der Firma Lindner Suisse in Wattwil und verglich sie mit der Landi-Holzwolle der deutschen Firma Heumüller in Geiselwind.

Altbewährte Holzwolle der Schweizer Firma Lindner Suisse in Wattwil.

Altbewährte Holzwolle der Schweizer Firma Lindner Suisse in Wattwil.

Miserable Qualität der Importware

Beim Unterlegen von Erdbeeren, Zucchetti usw. ist es wichtig, dass die Früchte gut gestützt werden, Abstand vom Boden haben und schnell abtrocknen nach einem Regen, damit sie gesund bleiben. Volumen, Fadenlänge und Stabilität der Holzwolle sind daher wichtige Qualitätskriterien.

  • Auf den ersten Blick abschreckend: Preis der Schweizer Holzwolle pro Kilogramm 2,5-mal so hoch wie jener der Import-Ware;
  • aber das Volumen der Holzwolle aus dem Toggenburg ist pro Kilogramm doppelt so gross, d.h. sie ist eigentlich nur unwesentlich teurer.
  • Die Heumüller-Holzwolle besteht zu 80 Prozent aus kurzen bis sehr kurzen Fäden, während der Anteil an kurzen Fäden bei der Lindner-Holzwolle nur knapp 10 Prozent beträgt, zudem sind die langen Fäden wesentlich länger.
  • Die Schweizer Holzwolle leistet Widerstand gegen Druck (hat Griff), die ausländische fühlt sich lumpig bzw. weich an.
  • Heidi sah mehrmals Schnecken über die Heumüller-Holzwolle kriechen, nicht aber über jene von Lindner, wobei die Stichprobe zu klein ist für eine sichere Aussage.
  • Die Transportdistanz der importierten Holzwolle (Luftlinie) beträgt das Sechsfache jener der Schweizer Ware, entsprechend grösser ist auch die Umweltbelastung.

Heidis Fazit: Die billige von der Landi importierte Ware schützt die Früchte nicht ausreichend. Es lohnt sich auf jeden Fall, die – bezogen auf das Volumen – nur leicht teurere Schweizer Holzwolle zu kaufen.

100 g Holzwolle soeben aus der Verpackung gezogen. Links Lindner-, rechts Heumüller-Holzwolle.

100 g Holzwolle soeben aus der Verpackung gezogen. Links Lindner-, rechts Heumüller-Holzwolle.

Wie wird die Lindner-Holzwolle hergestellt?

Die Firma Lindner Suisse stellt die Holzwolle aus verschiedenen ausgewählten Holzarten her. Das Holz ist zu 100 Prozent gesundes Schweizer Durchforstungsholz. Eine spezielle Messerstellung an der Schnittmaschine sorgt dafür, dass die Holzwolle scharfe Kanten hat, denn das mögen die Schnecken nicht. Die Rezeptur ist seit Jahrzehnten dieselbe. Die Kunden – auch Heidi – sind zufrieden.

Holzwolle – ein vielseitiger und natürlicher Holzwerkstoff: „Lose, ungebundene Holzwolle ist ein vielseitig einsetzbarer, hochwertiger Holzwerkstoff. Lange vernachlässigt, findet er heute wieder auf den Markt zurück. Ein Schweizer Unternehmen produziert rund 180 verschiedene Sorten und entwickelt neue Anwendungen – auch für Buchenholz interessant.“, Waldwissen 19.6.14, in Zusammenarbeit mit Wald und Holz.

Holzwolle aus der Manufaktur: „Im Plastic-Zeitalter sind viele Anwendungen von Holzwolle vergessen gegangen. Beim letzten Produzenten der gekräuselten Holzspäne werden sie wiederentdeckt: für den Stall, den Steilhang, den Weinberg. Mit viel Handarbeit entsteht im Toggenburg ein Qualitätsprodukt, das immer noch Zukunft hat.“ SRF, Einstein, 14.11.13.

 

Schnecke auf weicher Import-Holzwolle.

Schnecke auf weicher Import-Holzwolle.

23.6.17 HOME

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6 Antworten to “Auch die Landi kauft gerne ennet der Grenze ein!”

  1. Peter Says:

    Das ist typisch Schweizer Landwirtschaft.
    Die Bauern möchten, dass die Schweizer bei ihnen einkaufen.
    Sie selber besorgen ausländische Arbeiter zu Dumpinglöhnen, das gesamte Agrarsystem ist so konzipiert, dass die grossen immer grösser werden und Vergehen gegen Gesetze werden (z.B. Gewässerschutz) nicht oder kaum bestraft.
    Wie lange geht dieser Unsinn weiter, wann merkt das Schweizer Volk was da für korrupte Machenschaften der Bauernpolitiker vollzogen werden?

    • Heidi Says:

      Danke für den Kommentar. Das „Volk“ ist zufrieden, wenn die Preise tief sind, egal zu welchen Arbeitsbedingungen, wenigstens ein Teil des Volkes. Deshalb bringe ich das, was ich so sehe und erlebe, „unter die Leute“ … nach dem Motto steter Tropfen höhlt den Stein. Aber zuerst müsste man wohl das Parlament „auswechseln“.
      Heute war ich auf einer weiteren Alp in Graubünden: Der ganze Weg, ausser im Wald, mit Herbizid bespritzt, Glyphosat, ziemlich sicher auch die Gemeinde Klosters. Und oben auf der Alp bis zum Bach … demnächst auf Heidis Mist. Das scheint ein Trend zu sein. Soll man mit geschlossenen Augen wandern?
      Herzliche Grüsse
      Heidi

  2. STADT - LAND - GNUSS (@StadtLandGnuss) Says:

    Ja die Landi beschafft noch ganz viel anderes billig im Ausland und die Qualität lässt teilweise echt zu wünschen übrig (Bsp. Stiele für Heugabeln usw.).
    Liebe Grüsse Ilona

    • Heidi Says:

      Liebe Ilone
      Danke für die Warnung. Ich habe den Eindruck, dass immer mehr Billigware angeboten wird, etwa auch bei Geräten und Maschinen. Dies auch dann, wenn gute (dauerhafte) Alternativen vorhanden sind. Also: Augen auf!
      Herzliche Grüsse
      Heidi

  3. Eduard J. Belser Says:

    Ich hatte Gelegenheit die Verarbeitung von Schweizer Holz zu Schweizer Holzwolle bei Lindner Suisse in Wattwil selbst zu sehen. Was da über Jahre hinweg an Fachwissen und an massgeschneiderten Produkten für verschiedenste Einsatzgebiete erarbeitet wurde, ist gewaltig, selbst das Fernsehteam von «Einstein» war tief beeindruckt und begeistert. Was an Holzfäden den Ansprüchen nicht genügt, Splitte, Staub und andere Verunreinigungen werden bei Lindner Suisse rigoros ausgeschieden und energetisch genutzt. Lindner Suisse lässt seine Produkte auch regelmässig prüfen und zertifizieren, damit sie höchsten Ansprüche genügen. Die Landi setzt hingegen zunehmend auf Billigimporte von Ramschware statt auf Schweizer Qualität. Die Betrogenen sind die Kunden, die Schweizer Arbeitnehmer, die Bauern und die Umwelt. Geiz ist nicht geil sondern kurzsichtig und dumm.

    • Heidi Says:

      Danke für die interessanten Informationen. Es lohnt sich, beim Einkaufen auf Qualität zu achten. Es erstaunt mich, dass die Landi gerade bei Holzwolle minderwertige, nicht zweckdienliche Ware einkauft. Da gibt’s nur eins: reklamieren!
      Herzliche Grüsse
      Heidi

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