Glyphosat beeinflusst die Qualität von Trauben

Erstmals wurde nachgewiesen, dass sich der Einsatz von Glyphosat bei der Unkrautvertilgung in Rebanlagen auf die Qualität des Traubensaftes und auf die Mostfermentation auswirkt. Forscher der Freien Universität Bozen – die Professoren Stefano Cesco (Dekan Fakultät für Naturwissenschaften und Technik), Tanja Mimmo und Matteo Scampicchio – haben Proben von Gewürztraminer-Trauben untersucht. Diese stammten von Reben, in deren Reihen das Unkraut mit Glyphosat bekämpft worden war. Analysiert wurden die Zusammensetzung der Trauben und deren Fermentationsfähigkeit.

Verminderte Fermentationsfähigkeit des Mosts

Der Test wurde mit einem Mikrokalorimeter, durchgeführt. Mit ihm konnten indirekte Auswirkungen von Glyphosat auf den Fermentationsprozess der Trauben nachgewiesen und gezeigt werden, dass die Ausbringung dieses Unkrautvertilgungsmittel die bei der Fermentation (also bei der Transformation von Aminosäuren und Zucker in den Trauben) erzeugte Hitze vermindert.

Die Testergebnisse zeigen zum ersten Mal, dass der Einsatz von Glyphosat zur Unkrautkontrolle in Rebanlagen Einfluss auf die Qualität der Traube haben und die Fermentationseigenschaften ernsthaft verändern kann. Von der Behandlung betroffen sind vor allem die Aminosäuren und der Zucker in den Trauben.

Veränderte Zusammensetzung des Traubensaftes

Diese Erkenntnis ist sehr wichtig, weil der Gehalt an Aminosäuren eine entscheidende Rolle bei der Ausbildung des für Wein typischen Aromas spielt. Dank der isothermen Mikrokalorimetrie und der Beobachtung der Fermentation des Traubensaftes konnten die Forscher der Freien Universität Bozen erstmals nachweisen, dass die beschriebene Veränderung der Zusammensetzung des Traubensaftes zu einer verminderten Fermentationsfähigkeit des Mostes führt.

Übertragung Pflanze-Boden-Pflanze?

Nachdem die Reben selbst nicht direkt in Kontakt mit dem Herbizid gekommen sind, zeigen die Ergebnisse aus agronomischer Sicht zudem die Möglichkeit auf, dass die chemische Verbindung als solche oder in Form von Abbauprodukten (Metaboliten) vom Unkraut (target) auf die Rebe (non target) übertragen wird. Anzunehmen ist ein Übertragungsprozess Pflanze-Boden-Pflanze mit Auswirkungen auf die Qualität der Ernte.

Heidi ist gespannt auf weitere Forschungsprojekte auf diesem Gebiet. Die Wirkung auf das Bodenleben ist kaum erforscht. Es könnten auch Mechanismen im Boden sein, die sich auf die Zusammensetzung des Traubensafts auswirken.

Weitere Informationen, Material und Methoden: Glyphosat – Indirekte Auswirkungen von Glyphosat auf die Mostfermentation, Freie Universität Bozen.

Glyphosat mit Folgen, Tageszeitung, 26.6.17.

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