Illegaler Herbizid-Einsatz auf dem Wanderweg Murgsee

Copyright: Christine Dobler Gross

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Bereits 1935 erklärten der Schweizer Bund für Naturschutz (heute Pro Natura) und die St. Gallische Naturwissenschaftliche Gesellschaft den Talkessel des untersten Murgsees zum Naturdenkmal. Das Publikum darf dort fast gar nichts.

Am Wanderweg zwischen dem Oberen und Unteren Murgsee wurden Farne und Germer mit Herbizid bespritzt. Zudem wurden Pflanzen direkt am Ufer des Mittleren Murgsees vergiftet; von dort fliesst das Wasser ins Naturschutzgebiet. Aber auch jenseits des Wanderwegs kam Herbizid zum Einsatz. Dort machte/n der oder die Giftspritzer auch vor Heidelbeeren und andern Stauden nicht Halt. „Ein illegaler Herbizid-Einsatz!“, meint Heidi.

In der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) steht klipp und klar in Anhang 2.5, Ziffer 1.1:

„Pflanzenschutzmittel dürfen nicht verwendet werden:
Abs. 1 e) an oberirdischen Gewässern und in einem Streifen von drei Metern Breite entlang von oberirdischen Gewässern …

Pflanzenschutzmittel, die dazu bestimmt sind, unerwünschte Pflanzen oder Pflanzenteile zu vernichten oder auf ein unerwünschtes Pflanzenwachstum Einfluss zu nehmen, dürfen zudem nicht verwendet werden:
Abs. 2 c) auf und an Strassen, Wegen und Plätzen.

Und weiter heisst es im Umweltschutzgesetz, Art. 60 Abs. 1:

Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer vorsätzlich:
Vorschriften über Stoffe oder Organismen verletzt (Art. 29, 29b Abs. 2, 29f, 30a Bst. b und 34 Abs. 1).

„Unvergessliches“ Naturerlebnis

Der Rundwanderweg Murgsee wird den WanderInnen als „wildromantisches und unvergessliches Naturerlebnis“ schmackhaft gemacht. Christine Dobler Gross findet diese Worte treffend, doch umso unverständlicher blickte sie auf die mit Herbizid vergifteten Pflanzen.

Nachtrag 6.7.17: Nachforschungen haben ergeben, dass das mit Herbizid behandelte Gebiet ein Flachmoor von nationaler Bedeutung ist, Objektblatt 1926. Pflanzenschutzmittel sind verboten. Es wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

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1.7.17 HOME

6 Antworten to “Illegaler Herbizid-Einsatz auf dem Wanderweg Murgsee”

  1. Christine Dobler Gross Says:

    Liebe Heidi

    Jetzt ist tip top! Nun warten wir gespannt auf die Antwort der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft! Herzlichen Dank, Heidi, dass Du dranbliebst und so schnell und aktuell das Ganze veröffentlicht hast. Lieber Gruss Christine

    • Heidi Says:

      Liebe Christine
      Es ist an mir, dir für dein Engagement zu danken, nicht nur für diesen Fall, sondern für all das was du jahrein, jahraus sonst noch alles für die Umwelt machst!
      Herzliche Grüsse
      Heidi

  2. Siegfried Gendries Says:

    Ich glaube (auch wenn es mir schwer fällt) zu verstehen, dass die Schweizer Behörden derartige Umweltdelikte nicht ahnden. Gibt es denn keine Unterstützung der Umweltschützer von Seiten der Tourismusbranche gegen das behördliche Untätig sein? Mit derartigen Berichten und Bildern droht das Image der unberührten Schweizer Bergwelt verloren zu gehen.

    • Heidi Says:

      Lieber Siegfried
      Es sind immer wieder die Gemeinden, welche so etwas tun. Eigentlich sind sie für den Vollzug verantwortlich!!! Ich hoffe, dass sich Leute vom Tourismus und den Umweltverbänden gegen solche Verstösse wehren. Aber etwa in Klosters setzt man vermehrt auf Event Tourismus (Europas grösste Wasserarena auf Madrisa; das Wasser wird man wohl für die Schneekanonen brauchen) und Bike Downhill … Aber ich hoffe auf Verantwortliche, die diesen Namen verdienen.

  3. Ferdi Projer Says:

    Diesen zuständigen Gemeindebehörden muss eine Strafanzeige auferlegt werden, die haben sich so oder so an die Gesetze und Anordnungen zu halten.

    • Heidi Says:

      Das meine ich auch! Die Verantwortung wird dann meist zwischen den Ämtern hin- und hergeschoben. Meist bleibt es bei einer Mahnung. Wenn’s gut geht, hören sie auf zu delinquiren. In diesem Fall eine Gemeinde. Man kann es nicht oft genug sagen!

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