Immer wieder: Sauerstoffmangel im Wasser, giftige Algen, tote Fische

Quelle: Agrarbericht Bundesamt für Landwirtschaft 2016

Quelle: Agrarbericht Bundesamt für Landwirtschaft 2016

Eine im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlichte Studie von Forschern amerikanischer Universitäten zeigt, dass die Verschmutzung der Gewässer mit Stickstoff aufgrund der Klimaerwärmung weiter steigen wird. In Gebieten mit zunehmendem Regen und extremem Wetter werden mehr Nährstoffe in die Flüsse geschwemmt. Diese Erkenntnis untermauere den dringenden Handlungsbedarf in der Landwirtschaft: Senken des Einsatzes von Stickstoffdüngern.

Eutrophication will increase during the 21st century as a result of precipitation changes, Science 28.7.17.

The Nitrogen Problem: Why Global Warming Is Making It Worse, YaleEnnvironment360, Richard Conniff, 7.8.17.

Problem fern? Und doch so nah!

Zum Beispiel in Kreuzlingen: Fischsterben im Ziegeleiweiher von Kreuzlingen. Hunderte Fische sind tot. Als Ursache wird eine Kombination von giftigen Algen und akutem Sauerstoffmangel vermutet. Die Algen produzieren ein Lebergift, welches unter bestimmten Umständen für Mensch und Tier hautreizend oder giftig wirken kann.

Hunderte Fische in Weiher bei Kreuzlingen verendet, SRF 11.8.17.

Unklares Fischsterben am 11.7.17 in einem Fischweiher des Angelsportvereins im Ortsteil Piesbach, Deutschland. Am Nachmittag entdecken Passanten hunderte toter Fische, die an der Oberfläche des Weihers in der Nähe der Prims schwimmen. Warum der Weiher in Nalbach kurz vor dem Umkippen steht, ist nicht ganz klar. Möglicherweise sind aber mit den starken Regenfällen der vergangenen Tage auch Schadstoffe in das Gewässer gelangt und haben den Prozess begünstigt.

Feuerwehr rettet tausenden Fischen das Leben, Breaking News Saarland 13.7.17

Abwarten und Tee trinken oder handeln?

Zitat aus dem Agrarbericht 2016 des Bundesamts für Landwirtschaft:
„Fazit – Das agrarpolitische Etappenziel für 2015 für die maximalen Stickstoffverluste wird kaum erreicht …

Es ist zu erwarten, dass die Agrarpolitik 2014-2017 zu tieferen Stickstoffverlusten aus der Schweizer Landwirtschaft führen wird. Dennoch sind weitere und grosse Anstrengungen im Bereich der technologischen und betrieblichen Innovation zur Steigerung der Effizienz notwendig, um die Ziele zu erreichen. Wo dies nicht ausreicht, braucht es eine Anpassung der Produktionsintensität an die Tragfähigkeit der Ökosysteme …“

Stickstoff in der Landwirtschaft, Agrarbericht 2016, Bundesamt für Landwirtschaft

12.8.17 HOME

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4 Antworten to “Immer wieder: Sauerstoffmangel im Wasser, giftige Algen, tote Fische”

  1. dahartmann Says:

    Die Botschaft hör ich schon seit 30 Jahren, allein schon darum fehlt mir heute der Glaube…

  2. Siegfried Gendries Says:

    Der Bodensee ist den Fischern zu sauber http://www.sueddeutsche.de/bayern/fischerei-wasser-ist-zu-sauber-bodenseefischer-kaempfen-um-existenz-1.3624862

    • Heidi Says:

      Auch die Schweizer Fischer kritisieren, dass die Abwasseranlagen gut arbeiten. Heute ist die Phosphor-Konzentration in den grossen Seen gleich hoch wie Anfang der 1950er Jahre, als man im grossen Stil Flüsse und Seen mit Abwasser verschmutzte, etwa Waschmittel und Toiletten mit Wasserspülung sowie auch aus der Landwirtschaft. Alles lief ungereinigt in die Flüsse und landete in den Seen. Die Algen wuchsen, die Fische vermehrten sich dementsprechend und die Fischerträge nahmen rasant zu. Die Fischer waren zufrieden, vermehrten sich ebenfalls! Kleine Seen erstickten, mussten mit viel Steuergeldern belüftet werden. Nun ist es vorbei mit der grossen Verschmutzung durch Phosphor und auch Stickstoff. Und so soll es bleiben. Vielen kleinen Seen gehts immer noch dreckig!
      Zitat aus dem Tages-Anzeiger vom 7.8.16: „Für das Bafu kommt die Abkehr vom Ziel möglichst sauberer Gewässer nicht infrage, um die Fischerträge zu steigern. Denn Seen seien keine Landwirtschaftszonen. Eine Erhöhung des Phosphateintrags sei nicht im Sinne des Gewässerschutzes, sagt Manuel Kunz von der Sektion Wasserqualität. Ziel des Gewässerschutzgesetzes sei, die Verunreinigungen so weit wie möglich zu minimieren…“
      Heidis Fazit: In Zukunft wird es weniger Berufsfischer geben, so wie es heute keine Wagner mehr gibt. Viele Berufe sind zeitlich begrenzt, weil die Zeiten sich ändern.
      Eine Grafik zur Verschmutzung des Bodensees mit Phosphor findet man im unterstehenden Tagi-Artikel:
      https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Fischer-wollen-mehr-Dreck-in-den-Seen/story/16258943
      Ich bin sicher, dass das Thema auch nächstes Jahr wieder auftaucht. Und wenn es in kleinen Seen tote Fische wegen Sauerstoffmangel aufgrund von Überdüngung gibt, dann motzen die Fischer auch!

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