Umweltverschmutzung folgt nicht der Kuznets-Kurve!

Durch Umweltverschmutzung verursachte Todesfälle pro 100'000 Einwohner.

Durch Umweltverschmutzung verursachte Todesfälle pro 100’000 Einwohner.

Jahrzehntelang haben sowohl Regierungen wie auch die internationale Entwicklungsgemeinschaft die Umweltverschmutzung und ihre schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit, die Umwelt und den Planeten vernachlässigt. Eine neue Kommission von The Lancet will sich diesem dringenden Problem annehmen.

Die beträchtlichen Kosten der globalen Verschmutzung für das Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft  könnten nicht länger ignoriert werden, schreiben Pamela Das und Richard Horton im The Lancet. Neun Millionen starben 2015 an den Folgen von Umweltverschmutzung, 92% davon in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommensniveau.

Wieso wurde die Umweltverschmutzung ignoriert?

Verschiedene Faktoren haben zur Missachtung der Umweltverschmutzung beigetragen. Ein langlebiges Hindernis ist der Irrglaube, dass Verschmutzung und Krankheit der Umwelt-Kuznets-Kurve folgen. Die Lancet-Kommission verwirft diese Hypothese vehement und bezeichnet sie als fehlerhaft und veraltet.

Quelle: Die Volkswirtschaft der Schweiz, Beat Holz-Hart, Patrick Dümmler, Daniel Schmuki.

Quelle: Die Volkswirtschaft der Schweiz, Beat Holz-Hart, Patrick Dümmler, Daniel Schmuki.

Ein weiterer Grund ist, dass in vielen Ländern Umweltschutz und Gesundheitswesen in getrennten Ministerien angesiedelt sind und so umweltrelevante Krankheiten nicht gemeinsam angegangen oder allzuoft gar nicht thematisiert werden. Entsprechend gering ist auch der Stellenwert in der medizinischen Ausbildung. Die Trennung von Umweltschutz und Gesundheitwesen hätten auch die Entwicklung der Forschung über Krankheiten behindert, welche durch Umweltverschmutzung verursacht werden.

Die internationalen Entwicklungsprogramme sind der Verringerung von Armut, der Gesundheitsförderung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten gewidmet. Sie wurden nicht dafür geschaffen, die heutigen Umweltprobleme anzugehen.

Ein dauerndes Hindernis in der Bekämpfung von Umweltverschmutzungen sind die mächtigen Kapitalinteressen. Sie beeinflussen die Politik der Regierungen überproportional und hindern dadurch die Forschung über den Zusammenhang zwischen Umweltverschmutzung und Krankheiten. Diese Kreise behaupten, dass vorgeschlagene Massnahmen nicht wirksam seien und verhindern so neue Standards, Gebühren und Gesetze. Die Interessenvertreter wirken national und international.

Die Lancet-Kommission zeigt dringenden Handlungsbedarf auf.

Pollution, health, and the planet: time for decisive action. Pamela Das, Richard Horton, The Lancet vom 19.10.17

The Lancet Commission on pollution and health, The Lancet vom 19.10.17

9.11.17 HOME

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