Glyphosat-Urteil: Ein Grund zu ungetrübter Freude?

Aus dem Film "Wie Monsanto seine Risiken auf Bayer abwälzte". Copyright: Gaby Weber.

Aus dem Film „Wie Monsanto seine Risiken auf Bayer abwälzte“. Copyright: Gaby Weber.

Die Bayer-Aktie verlor schlagartig mehr als zehn Prozent an Wert. Grund: Ein Gericht in Kalifornien hat Monsanto zur Zahlung von fast 290 Millionen US-Dollar an einen Krebspatienten verurteilt. Ein Leser schrieb Heidi: „Recht geschehen … Gut, dass durch Umweltsünden Börsenkurse wanken.“ Doch – was gibt es noch dazu zu sagen? Die Journalistin und Filmemacherin Gaby Weber schreibt zu ihrem Film „Wie Monsanto seine Risiken auf Bayer abwälzte“:

„Es geht darum, wie Monsanto seine Risiken auf Bayer abgewälzt hat. Ihr habt sicher von dem am Samstag veröffentlichten Urteil aus San Francisco gehört, wo Monsanto – also jetzt Bayer – zu einem dreistelligen Millionenbetrag verurteilt wurde, weil es nicht ausreichend über die Gefährlichkeit seines Pestizids Glyphosat hingewiesen hat. Auf Bayer kommt damit eine Prozesslawine nicht nur in den USA zu, aber dort ist es am teuersten. Es geht in diesem Film nicht um die Umweltfragen – dazu habe ich ja einen 75-Minüter über Monsanto in Argentinien gemacht – sondern um die Haftungsrisiken, die nunmehr Bayer zu 100 Prozent übernommen hat. Dahinter steckt der grösste Vermögensverwalter der Welt, Blackrock. Den Fusionsvertrag hält Bayer geheim, ich habe ihn aber aus anderer Quelle besorgt und im Film verwertet. Ausserdem habe ich ihn auf meine homepage gestellt, wo ihr ihn komplett runterladen und studieren könnt.“

Bayer trägt also das Risiko zu 100 Prozent. Was geschieht, wenn nicht genügend Geld da ist für all die möglichen Forderungen, die zu erwarten sind? Too big to fail? Wird die Öffentlichkeit einmal mehr zahlen müssen? Oder gelingt es dem Konzern, das Recht auf seine Seite zu biegen?

Wie Monsanto seine Risiken auf Bayer abwälzte, Gaby Weber, youtube, 21 Minuten, 12.8.18.

Markt und Shareholder Value auf dem Kapitalmarkt? – Alles Täuschung. Das wird am Fall Bayer/Monsanto sichtbar. Gut erläutert in einem Film von Gaby Weber. Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 14.8.18.

The Monsanto Papers: Poisoning the scientific well, McHenry, Leemon B., IOS Press, 4.6.18

14.8.18 HOME

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4 Antworten to “Glyphosat-Urteil: Ein Grund zu ungetrübter Freude?”

  1. Schmid Martin Says:

    Ja, natürlich – jetzt wurden die Prozesse in den USA jahrelang verschleppt – und seit jetzt Monsanto eine Deutsche Firma (Tochter von Bayer) ist, geht das plötzlich weiter… Das ist der Wirtschaftskrieg der USA gegen die EU-Mitgliedstaaten und den Rest der Welt…

    • Heidi Says:

      … und die Kriege der „Nachkriegszeit“ waren Ressourcenkriege … Wie geht es weiter? Landgrabbing? Wasser? Energie? Rare Stoffe …?

  2. Michael Brandenberger Says:

    Hallo Heidi

    Ganz einfach :

    Die kleinere Amis-Bude liess sich teuer aufkaufen, die Investoren kassieren, warten, bis der grössere deutsche Käufer ausgeblutet ist nach ein paar Jahren Gerichtsstreitigkeiten und starten dann einen unfriendly takeover mit dem Geld des Käufers. So kann man sich einen grösseren Konkurrenten einverleiben und sich erst noch reinwaschen von allen Sünden der Vergangenheit ohne selbst einen Dollar riskieren zu müssen.

    Nennt man in der Ami-Sprache „clever“.

    Herzlichen Dank Freundliche Grüsse

    Michael Brandenberger Postfach 425 8800 Thalwil

    Tel : 043 388 51 11 michael.brandenberger@blattgold.ch

    >

    • Heidi Says:

      So ähnlich könnte es ablaufen. Die Finanz-/Investorenwelt ist undurchsichtig und wenig „gesellschaftsfreundlich“.

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