Die unheimliche Krake Fenaco

Aus den USA stammt die Aussage, dass in Zukunft die Bauern nur noch das Land zur Verfügung stellen müssten, alles andere erledige die Lieferfirma für Saatgut, Pestizide, Roboter usw. Die amerikanische Pouletproduktion funktioniert bereits nach einem ähnlichen Prinzip.

Die Fenaco-LANDI Gruppe, gehört den Schweizer Bäuerinnen und Bauern. Sie will auch bei der Digitalisierung ganz vorn dabei sein. Welche Rolle werden unsere Bauern in Zukunft noch spielen? Land- und Gebäudebesitzer und -verwalter?

Wer im kleinen Volg-Dorfladen einkauft, merkt nichts von der Maschinerie, die im Hintergrund läuft. Auffallend ist, dass – genau wie in den Läden der übrigen Grossverteiler – viel Nichtsaisonales und Nichtregionales angeboten wird; Gemüse und Früchte sind kaum in Bio-Qualität zu finden. Lobenswert ist allenfalls das (jedoch kleine) Käse-, Wurst- und Eier-Angebot direkt aus lokalen Quellen, ohne Umweg über eine Zentrale, manchmal gar Bio-Erdbeeren oder -Salat vom nahen Bauernhof. Die „normalen“ Eier werden zuerst nach Bern zur EICO transportiert, dort geprüft und in Schachteln verpackt, auch solche mit der Aufschrift „aus der Region“; wenn das Datum abgelaufen ist zurück in die Zentrale und luftdicht gefärbt … und dann wieder „in die Region“ geschickt. Das ist ein übliches Vorgehen von Grossverteilern: oft riesige Transportwege auch für „aus der Region“.

Copyright: Lindner.

Copyright: Lindner.

Im Moment gibt es in Heidis Volg-Laden nur Äpfel in Supernormqualität mit einem Marken-Kleberli auf jedem Apfel. Dann lieber keine! Und in der Landi wird weiterhin zum Unterlegen von Erdbeeren usw. nur Holzwolle von minderwertiger Importqualität angeboten, wo es doch Schweizer Holzwolle in Top-Qualität aus dem Toggenburg gibt: Lindner-Holzwolle.

Liebe 3, Nana

Liebe 3, Nana

Zahlreiche Medien informierten in den letzten Tagen über die Fenaco, die zu einem der grössten Unternehmen der Schweiz geworden ist: Tankstellen, Getränke, Gartenbedarf und natürlich Futtermittel, Dünger und Pestizide. Es erstaunt also nicht, dass die Fenaco die Kampagne des Bauernverbands gegen die Pestizid-Initiativen mit mehr als einer Million Franken unterstützt.

Mit der Smart-Farming-Plattform Barto will Fenaco nun an die Daten der Bauernhöfe kommen, deren Betriebsabläufe kennen. Mag sein, dass Fenaco künftig besser Bescheid weiss über den Verbrauch von Futtermitteln, Düngern und Pestiziden als die Bundesbehörden, welche diesbezüglich schlecht informiert sind und bisher wenig Interesse zeigten, die Realität den Steuerzahlenden zu zeigen. Ob Barto die Daten dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) zur Verfügung stellen wird? «Die Barto Suisse-Bilanz wird ständig den Vorgaben des BLW angepasst und jede Anpassung durch das BLW getestet», sagt Jürg Guggisberg, Geschäftsleiter der Barto AG.

Der stille Riese Fenaco will Bauernhöfe digitalisieren, Basler Zeitung vom 16.5.19

Fenaco steigt in den Ring, Bauernzeitung vom 16.5.19

22.5.19 HOME

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Eine Antwort to “Die unheimliche Krake Fenaco”

  1. Mennig, Daniel (SRF) Says:

    Spannendes Thema liebe Heidi.
    Gruss
    Daniel Mennig

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