Tränendrüsengeschichten oder Transparenz, Nachhaltigkeit und Dialog?

NaNa: Der Schweizer Bauernverband (SBV) inszeniert Tränendrüsengeschichten gegen die Trinkwasserinitiative, z.B. Der bange Blick der Bauern auf das neue Jahr, Max Akermann, SRF 3.1.20:

Bauer Schwab macht sich Sorgen! Wenn die Trinkwasserinitiativen dieses Jahr angenommen werde, hätte das Konsequenzen für seinen Betrieb: «Wir müssten mehr als den halben Bestand unserer Zuchtsäue sowie einige Arbeitsplätze abbauen. Manche Gebäude würden leer stehen. Vor allem wäre unser ganzes Herzblut, das wir die letzten zwanzig Jahre in diese Zucht gesteckt haben, vernichtet.»

Aber hat Herr Schwab nicht eventuell

  • zu wenig Land (eigenes oder gepachtetes) für so einen Betrieb oder eben zu viele Tiere?
  • zu optimistisch investiert?
  • die einseitige Abhängigkeit* und die Zukunft des Fleischmarkts**
    nicht bedacht? oder
  • nicht auf Nachhaltigkeit überlegt? oder einfach
  • keine Lust, einen Plan B für sein Unternehmen zu machen?

Die hausgemachten Probleme sind da, mit oder ohne Trinkwasserinitiative (vor einigen Jahren war es der böse Ökologische Leistungsnachweis ÖLN).

Es stimmt:
*Nahrungsmittelindustrie: Der Preis der Entwicklung (
alles ist jederzeit sicher und preiswert zu haben) ist die ABHÄNGIGKEIT. Den über 50 000 Landwirten stehen in der Schweiz nämlich nur wenige, dafür marktmächtige und vertikal integrierte Unternehmen gegenüber. Dazu kommt die Abhängigkeit von den Bundesgeldern. Aber auch die KonsumentInnen sind abhängig.

**Gemäss einer Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft erhalten die Bauern im Vergleich zu 1990 heute 30 Prozent weniger für ihre Produkte. Die Konsumenten hingegen bezahlen höhere Preise. Die Wertschöpfung hat sich demnach vom Bauernhof in den Handel verschoben.

Und wir KonsumentInnen/StimmbürgerInnen/SteuerzahlerInnen? Sollen wir nun über diese Geschichten bittere Tränen vergiessen und bei der Trinkwasserinitiative reuig NEIN stimmen???

Wünschen wir uns nicht anstelle von Tränendrüsengeschichten

  • TRANSPARENZ (Kosten und Qualität) bei Produktion und Handel,
  • NACHHALTIGKEIT und einen
  • ECHTEN DIALOG mit den ProduzentInnen.

Weshalb Brot in der Schweiz doppelt so teuer ist wie in Deutschland, David Vonplon, NZZ 1.3.19

Darum ist die Wertschöpfung so gering, Mathias Binswanger, Schweizer Bauer 10.4.19

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4 Antworten to “Tränendrüsengeschichten oder Transparenz, Nachhaltigkeit und Dialog?”

  1. dahartmann Says:

    „Guet gjommeret isch halbe puuret“

    • Heidi Says:

      Manchmal ist es so eine Sache mit der Statistik, z.B. dein Stern von gestern ist verglüht, einfach verschwunden! Obwohl – das Mail ist noch da. Doch zum Glück ist dein Kommentar geblieben!
      Liebe Grüsse
      Heidi

  2. Heidi Says:

    Liebe NaNa
    Danke für deine Gedanken. du hast es sehr schön auf den Punkt gebracht.
    Herzliche Grüsse
    Heidi

  3. osmerus Says:

    Es ist schon komisch! Ein Berufsstand in ständigem Wandel, was die Anwesenden betrifft, hält seit Jahrzehnten an nicht Haltbarem fest, treibt die Politik vor sich her – und will auch heute (und schon immer) nicht Verursacher des Problems gewesen sein. Das ist in CH nicht anders als bei uns in D (und anderswo wohl auch nicht). Inzwischen sind sogar CDU-Agrarministerinnen unserer Bundesländer dabei, ihrer Klientel (dem rückwärtsgewandten Teil davon) zu erzählen, die Biolandwirtschaft könne eine Option für den Wandel sein – fast glaubt man, nicht richtig zu lesen. – Aber gut so! – Ja, und wie ist die Reaktion? Mir scheint, noch immer nicht zukunftsfest – möge sich das ändern.

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