Der Boden – nur ein Hauch Erdgeschichte (2)

Rheintal, eine von vielen "Entwicklungsregionen".

Rheintal, eine von vielen „Entwicklungsregionen“.

Fünf Jahre sind verstrichen seit dem JA von National- und Ständerat für ein Nationales Kompetenzzentrum Boden. Schon vor 50 Jahren wurde über den dringenden Erhalt der Fruchtfolgeflächen geredet, und der massive Bodenverbrauch stand am Pranger.

Erst vor bald 20 Jahren dezimierte das Bundesamt für Landwirtschaft in der ersten Reorganisation der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten die Bodenforschung, besonders die Bodenkartierung, der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau (heute Agroscope) in Zürich-Reckenholz. Heute liest Heidi in einer Medieninformation des Bundesrates: „Der Bundesrat hat deshalb die beteiligten Ämter beauftragt, ein Konzept für eine schweizweite Bodenkartierung auszuarbeiten.“ Gut so! Aber der „Forschungsunterbruch“ bedeutet auch Verlust von Erfahrung, Wissen … und Tempo.

Und darf man dem Bundesrat vertrauen, wo es doch viele Zielkonflikte mit seiner aktuellen Wachstumsstrategie gibt? Jede Strategie, jeder Aktionsplan für sich? Ohne Zusammenspiel? Lieber Bundesrat, das funktioniert nicht!

Bundesrat beschliesst Strategie und Massnahmen für die Ressource Boden. Medieninformation Bundesrat vom 8.5.20

Der Boden – nur ein Hauch Erdgeschichte. Heidis Mist vom 27.5.15

Vernetztes Denken, Frederic Vester, Wikipedia

Bauboom in der Schweiz Ein Land mauert sich zu: Aus Heidiland wird voralpiner Ruhrpott. Spiegel vom 9.11.7

10.5.20 HOME

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2 Antworten to “Der Boden – nur ein Hauch Erdgeschichte (2)”

  1. Roman Says:

    Hallo Heidi
    Gut scheint der Boden nun als Priorität anerkannt. Mir fällt in deinem Artikel aber auf, wie sich die Geschichte bei Agroscope abermals wiederholt und aktuell wieder durch Reorganisation unliebsame Themen in der Agrarökologie und Umweltforschung dezimiert werden.
    Bei der vorletzten? Reorganisation wurde zum Beispiel die Forschung an Ammoniakemissionen fallen gelassen, obwohl das eine der wichtigsten Umweltauswirkungen der Landwirtschaft ist, wo aber auch relativ einfach Probleme gelöst werden könnten. Müssen wir jetzt wieder 20 Jahre warten bis diese Priorität erkannt wird?
    Ich frage mich auch wer diese Leute sind, welche die Verantwortung übernehmen, dass Agrarökologie immer noch an den Rand gedrängt wird. Müssen wir warten bis diese Personen wiederum wegpensioniert werden? Wird irgendwann die Klimajugend diese Funktionäre zur Rechenschaft ziehen?
    Beste Grüsse
    Roman

    • Heidi Says:

      „Verantwortung übernehmen“ ist ein Reizwort für mich, obwohl es häufig gebraucht wird, etwa wenn es um den Lohn geht. Schäden geschehen. Es ist dem Boden, der Luft oder dem Wasser wohl völlig egal, ob jemand die Verantwortung dafür übernimmt, auch die Verschmutzung ist diesen Elementen wurst. Aber wir sind davon betroffen und mit uns viele Lebewesen.
      Es ist mir auch unerklärlich, dass „Schutz“ und eben „Agrarökologie“ so wenig Priorität haben, dass die Gesetze oft nicht eingehalten werden. Manchmal nervt es mich sehr, wenn mir bewusst wird wie wenig Vollzug es in der Umweltschutzgesetzgebung, besonders Landwirtschaft gibt. Forschung ist auch wichtig, u.a. als Basis für Gesetze, aber wenn diese nicht vollzogen werden, wenn die Forschung nicht umgesetzt wird, was häufig der Fall ist, dann ist das nicht nachhaltig im wirklichen Sinne des Wortes.
      Eine Leserin sagte mir kürzlich am Telefon: „Ich glaube nicht mehr an den Rechtstaat.“ Ich versuche in diesem Fall und immer wieder, den Rechtstaat einzufordern. Es ist aber nicht normal, dass wir die wichtigen Themen auf den Tisch der Verantwortlichen schieben müssen!!!! Aber wir müssen das tun, denn sonst geht nichts! Wir müssen fordern: Agrarökologie, Ammoniakemissionen senken, Boden schützen, sauberes Wasser …. viel Arbeit!
      Herzliche Grüsse
      Heidi

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