Bisisthal oder Herbizidthal?

Grossflächige Herbizid-Einzelstockbekämpfung unterhalb Bisisthal, Muotathal SZ

Grossflächige Herbizid-„Einzelstockbekämpfung“ unterhalb Bisisthal, Muotathal SZ

Wikipedia über Bisisthal: „Der Tourismus ist mit der Luftseilbahn Sahli–Glattalp (Bergrestaurant und Glattalphütte des SAC) recht wichtig.“ So waren denn auch Doris und Nicholas M. im Bisisthal. Sie schrieben noch gestern abend spät, kurz vor Mitternacht:

Liebe Heidi

Wir waren heute im Bisisthal. Wie andere Jahre auch, war die Wirkung von Herbizideinsätze zu sehen. Es wurde bis an den Bach gespritzt, auch Büsche wurden totgespritzt und besonders tüchtig mit der Spritze am Werk waren die „Bergler“ in einer steinigen Parzelle. Bei der Rückfahrt weideten Kühe dort. Da es bereits dunkel war machte ich keine Fotos.

Es ist doch verboten, auf Plätzen Pestizide einzusetzen, wieso darf man auf steinigen Flächen, und erst noch am Hang?

Viele Grüsse, auch an den Alpöhi

Nicholas

Danke, Nicholas, für deine Bilder.

Heidi meint: „Selbst wenn die Wartefristen für Weidetiere eingehalten würden (3 Wochen für Tiere, welche Milch geben, 2 Wochen für die übrigen), dann sind Wildtiere vom Giftspritzen betroffen, denn sie fressen – genauso wie die Nutztiere – Angewelktes besonders gern, können behandelte Giftpflanzen kaum mehr von andern Pflanzen unterscheiden.

Das Spritzen direkt am Bach ist klar verboten. Leider habt ihr kein Foto gemacht!

Und das Spritzen auf steinige Flächen und Steinhaufen müsste sowieso verboten sein, da Pestizide dort leicht ausgewaschen werden und so in Quellen, Bäche und ins Grundwasser gelangen können.

Zu berücksichtigen ist auch, dass in höheren Lagen Pestizide wesentlich langsamer abgebaut werden als dort wo sie für die Zulassung geprüft wurden! Also müssten hier die Wartefristen wesentlich länger sein.

Übrigens: Für die Erhaltung und Restaurierung von Steinmauern wird oft bezahlt, doch in unmittelbarer Nähe werden Herbizide gespritzt!

Pestizide in den Bergen? Nein, das kann es doch nicht sein!“

Heidis weitere 30 Artikel über Herbizide auf Alpen

Mit Herbizid behandelte Pflanze auf Kiesfläche.

Mit Herbizid behandelte Pflanze auf Kiesfläche.

Mit Herbizid behandelte Pflanze.

Mit Herbizid behandelte Pflanze.

Herbizidbehandlung von Büschen und allerlei Pflanzen auf steinigem Gelände.

Herbizidbehandlung von Büschen und allerlei Pflanzen auf steinigem Gelände.

16.8.20 HOME

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3 Antworten to “Bisisthal oder Herbizidthal?”

  1. Christine Dobler Gross Says:

    Wenn es doch verboten ist: könnte man diese Leute nicht anzeigen? In Zusammenarbeit mit einer lokalen Naturschutzorganisation, wenn die Behörden untätig sind? Das hat jedenfalls (Murgseen) schon einmal geklappt. Ist aufwändig, aber hin und wieder hat man ja die Kraft dazu, wenn’s einem mal wieder so richtig reicht!

    • Heidi Says:

      Liebe Christine
      Leider habe ich keine Fotos vom Spritzen am Bach. Das könnte man klar verzeigen. Das Spritzen auf steinige Flächen oder Steinhaufen? Die Agrar-Juristen werden möglicherweise oder eher sicher einen Dreh finden, dass es zwar auf „Plätzen“ verboten ist und an Strassen, aber von „steinigen Flächen“ ist im Gesetz keine Rede. Es gibt all die kleinen Gesetzeslücken, welche ausgenützt werden. Viele Bauern wehren sich erfolgreich gegen solche Anschuldigungen. Beim Murgsee war die Rechtslage klar und das Amt willig!
      Mein Ziel ist es, dass Pestizide auf Alpen VERBOTEN werden bzw. ich unterstützte auch die Pestizid-Initiativen. Dann wird dieses Problem in Zukunft gelöst!
      Übrigens habe ich gerade vor einer Stunde zwei Links auf deine Artikel über Igel verschickt, nämlich:

      https://natur-im-siedlungsraum.ch/author/christine/
      https://naturschutz.ch/hintergrund/wissen/lauf-igel-lauf/114530
      Vielen Dank auch für dein Wirken „Natur im Siedlungsraum“. Es braucht uns alle!
      Herzliche Grüsse
      Heidi

  2. Bisisthal oder Herbizidthal? (2) | Heidis Mist Says:

    […] Von Mist, Gülle und anderen Gewässer-, Grundwasser- und Umweltverschmutzern « Bisisthal oder Herbizidthal? […]

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