Farm Aid: „Industrielle Landwirtschaft – ein gescheitertes System“

<a href="https://www.farmaid.org/blog/farmer-heroes/craig-watts/" target="_blank" rel="noopener">Craig Watts</a>, früherer Geflügelhalter in North Carolina USA, Whistleblower: "Man muss die Bauern aus dieser Falle herausholen ..." Ratschlägen für alle, die Huhn essen: "Sie treffen dreimal täglich die Wahl, welche Art von Mahlzeit Sie essen wollen. Die Verbraucher können einen Unterschied machen, und sie tun es auch. Öffentlicher Druck wird dieses System verändern. Die Landwirte und die Regierung werden nicht in der Lage sein, die Veränderungen allein durchzuführen. Die einzige Möglichkeit besteht darin, dass die Öffentlichkeit Druck ausübt".

Craig Watts, früherer Geflügelhalter in North Carolina USA, Whistleblower: „Man muss die Bauern aus dieser Falle herausholen …“ Ratschlägen für alle, die Huhn essen: „Sie treffen dreimal täglich die Wahl, welche Art von Mahlzeit Sie essen wollen. Die Verbraucher können einen Unterschied machen, und sie tun es auch. Öffentlicher Druck wird dieses System verändern. Die Landwirte und die Regierung werden nicht in der Lage sein, die Veränderungen allein durchzuführen. Die einzige Möglichkeit besteht darin, dass die Öffentlichkeit Druck ausübt“.

Farm Aid USA setzt sich das ganze Jahr über für die bäuerlichen Familienbetriebe ein. Farm Aid über die Industrielle Landwirtschaft:

„Als Nation sind wir abhängig geworden von einem Ernährungssystem voller versteckter Kosten und falscher Versprechungen.

Das industrielle Ernährungssystem, in das der Löwenanteil der öffentlichen und privaten Investitionen fliesst, konzentriert sich auf den Ertrag von nur einer Handvoll Feldfrüchte und Tiere und berücksichtigt die vielen Kosten für Umwelt und öffentliche Gesundheit nicht, welche von einer zunehmend globalen und industriellen Nahrungsmittelversorgung verursacht werden. Diese Kosten sprechen für die Ineffizienz eines Ernährungssystems, das durch Expansion, Konzernkonsolidierung und das Streben nach Gewinnmaximierung angetrieben wird, was im Allgemeinen auf Kosten der bäuerlichen Familienbetriebe, der Lebensmittelqualität, der Umweltgesundheit und des Wohlergehens der Gesellschaft geht.

Die industrielle Landwirtschaft dient weder den bäuerlichen Familienbetrieben, noch unserer Wirtschaft oder dem Wohl der Allgemeinheit. Stattdessen sehen wir nach wie vor die negativen Auswirkungen einer unkontrollierten Marktmacht und den Verlust von Familienbauern und -bäuerinnen. Angesichts steigender Produktionskosten, der Umweltzerstörung, des Klimawandels und der Verschärfung ernährungsbedingter Gesundheitskrisen beginnt das industrielle Ernährungssystem unter seinem eigenen Gewicht zusammenzubrechen.“

Farm Aid: Industrial Agriculture – A failing system

Farm Aid Festival: Unterstützung für bäuerliche Familienbetriebe in den USA. Heidis Mist vom 28.9.20

30.9.20 HOME

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2 Antworten to “Farm Aid: „Industrielle Landwirtschaft – ein gescheitertes System“”

  1. w p Says:

    Liebe Heidi,

    Ich möchte es immer wieder betonen: ich bewundere Deinen Einsatz für eine bessere Landwirtschaft, Gesundheit, das Ökosystem generell.

    Ab und zu aber auch einmal ein ‚aber‘. Wie jetzt. Ich finde es arrogant oder einfach elitär dumm wenn ich lese „Sie treffen dreimal täglich die Wahl, welche Art von Mahlzeit Sie essen wollen“.

    Ich wollte gerne, dass jedermann*frau diesen unglaublichen Luxus hätte. Millionen Menschen sind froh wenn sie überhaupt einmal im Tag essen können. Meinen kleine Familienfarmen könnten, zum Beispiel, die tausenden von Tonnen Mais produzieren, die nötig sind, um jeden Tag die Bewohner von Städten wie Mexico City zu ernähren, ist – gelinde gesagt – blauäugig.

    Wir Schweizer*innen, mit unserer Selbstversorgung um die 50 %, in unserem kleinen, reichen Land, verschwenden keine Gedanken, wenn, zum Beispiel, unsere Weizenernte im Eimer ist und dann ’natürlich‘ importiert werden muss. Irgend jemand auf dieser Welt ist ja so nett und hat genau dann genügend volle Silos von gesunder Ware, wenn wir sie brauchen, damit die Rheinschiffe in Rotterdam oder Eisenbahnwagen in Rouen beladen werden können. Wir können es ja bezahlen.

    Da kommen dann Cargill, Bunge, ADM, Glencore, Trafigura, Louis Dreyfus etc. sehr gelegen, denn sogar containerweise, bei den Familyfarms in den USA, Canada direkt einkaufen, damit kann man nicht Bäcker beliefern. Manchmal scheint mir, dass auch gestandene Agrarleute keine gute Vorstellung haben, von den notwendigen Logistikservices und Problemen und Kosten. https://www.nzz.ch/zuerich/aktuell/kanton-zuerich-besonders-betroffen-missernte-provoziert-agrar-kontroverse-ld.108997

    Und vorläufig gibts auch noch keine grossen Proteste, wenn mit giftigen Produkten begast werden muss, damit nicht, wie in früheren Zeiten, bis 40 % der Ware den Ratten und Ungeziefer geopfert, und auf dem Transport ungeniessbar wurden. Und dann meinen etwas naive Gutmenschen ‚die Natur‘ richte das schon, mit ‚zero waste‘, hygienisch und gesund. Wohl mit Aflatoxinen? Vorindustrielle 40 Jahre Lebenserwartung? Aber das ist ein anderes Thema.

    Ich habe nichts gegen eine Family Landwirtschaft, aber solange wir Milliarden Menschen täglich ‚füttern‘ müssen (noch ein anderes Thema: wieviel Menschen dürfen es sein, auf dieser Erde?), brauchen wir industrielle Landwirtschaft und effizienten Massenhandel- und Logistik in Dimensionen, die sich viele unserer Mitmenschen, besonders in reicher, urbaner Umgebung, einfach nicht vorstellen können.

    Herzliche Grüsse

    Max

    PS etwas beruflich vorbelastet, auch Umwelt- und Agrarservices, Ausland, alle Kontinente.

    • Heidi Says:

      Lieber Max
      Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Ich masse mir nicht an, hier im Detail mitreden zu könne. Doch ist es auch so, dass zwei Drittel der Nahrung von Kleinbauern produziert werden, dass die industrielle Produktion sehr viel zerstört: Boden, Artenvielfalt, hohe Umweltkosten, so etwa die Güllenseen in den USA, hohe Logistikkosten, welche nie wirklich eingerechnet werden. Wir sind privilegiert, können bei Missernten auf dem Weltmarkt einkaufen. Wie lange wir dies tatsächlich noch können bei diesem Wachstum an Menschen, an Luxus auch beim Essen, an Landbedarf für Villen, Golfplätze usw.? Wie viel kann Urban Farming beitragen? Was sicher zu überdenken ist, das ist die grosse Umweltzerstörung durch Transport, den globalen Handel von allem und jedem, gerade auch von Lebensmitteln, durch verschleppen von Krankheiten und Schädlingen. Solche Verluste werden kaum eingerechnet. Und es macht keinen Sinn, dieselben Produkte von A nach B um die Welt zu transportieren und desgleichen von B nach A.
      Was sicher ist: Wir müssen uns auf mehr Genügsamkeit, homemade und Flexibilität einstellen. Und noch etwas: Obwohl man die Sklavenhaltung längst abgeschafft hat, arbeiten gerade in der Landwirtschaft viele Leute unter sklavereiähnlichen Bedingungen. Nur 50% Selbstversorgungsgrad ist, weil wir sooooo viel Fleisch und Milch produzieren, z.T. auch für den Export.
      Herzliche Grüsse
      Heidi
      P.S. Der Film „The Empire of Red Gold“ zeigt wie globales Geschäft läuft und hier z.B. afrikanischen Bauern die Existenz wegnimmt, sie ihre lokal produzierten Tomaten nicht mehr verkaufen können.
      https://umweltberatung-luzern.ch/veranstaltungen/filme-fuer-die-erde-empire-red-gold
      So läuft es eben bei den Grossen häufig. Deshalb ein JA zur Konzernverantwortungsinitiative!

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