Fairer Preis für Wolle aus Wanderschafhaltung

Bild aus dem eindrücklichen Video (auf Bild klicken!), das Lebensweise der Schäfer und Nutzen der Wanderschafhaltung aufzeigt. Copyright: Paula & Konsorten (Paula ist das Leitschaf).

Bild aus dem eindrücklichen Video (auf Bild klicken!), das Lebensweise der Schäfer und Nutzen der Wanderschafhaltung aufzeigt. Copyright: Paula & Konsorten (Paula ist das Leitschaf).

Die Wanderschäfer Sven de Vries und Max Frankenhauser beweiden mit ihren Schafen in den Sommermonaten 140 Hektaren hauptsächlich artenreiche Wacholderheide im Südosten der Schwäbischen Alb zwischen Schelklingen und Ehingen; in den Wintermonaten ziehen sie mit der Herde durch Oberschwaben bis ins württembergische Allgäu und Ravensburg.

Die Wanderschäferei kann einen grossen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten, finanziell ist sie aber kaum existenzsichernd, weshalb viele Schäfer aufgeben. Nicht so de Vries und Frankenhauser. Sie möchten die Wolle zu einem fairen Preis verkaufen können und haben hiezu ein Crowdfunding-Projekt gemacht (beendet).

Worum geht es in diesem Projekt?

„Wir sind eine der wenigen Wanderschäfereien, die in Deutschland noch erhalten sind und 365 Tage im Jahr mit unserer Herde unterwegs. Obwohl die Wanderschäferei eine der wenigen noch wirklich artgerechten Nutztierhaltungen ist und obwohl wir mit unseren Schafen einen unschätzbaren Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in Deutschland leisten, stehen viele vor dem Aus. In den letzten 12 Jahren hat die Zahl der Schafe in Deutschland um 40 Prozent abgenommen. Es gibt weniger als 950 Berufsschäfereien und die Wanderschäferei ist fast vollständig verschwunden.

Auch unser Betrieb steht finanziell auf der Kippe. Da wir nicht auf eine Entscheidung der Politik warten können, die hiesigen Schäfereien vielleicht doch mit zusätzlichen Mitteln für ihre gesellschaftlichen Leistungen zu honorieren, müssen wir die Sache jetzt irgendwie selbst in die Hand zu nehmen.

In den letzten 2 Jahren haben wir unseren Betrieb völlig umgestellt und konzentrieren uns neben der Landschaftspflege jetzt voll auf die Selbstvermarktung. Unser Ziel ist es, eine höhere Wertschöpfung aus dem zu erzielen, was ohnehin da ist und unserer Schäferei so auch mittelfristig auf festere Beine zu stellen.

Pro Jahr fallen etwa 2 Tonnen Rohwolle bei unseren Schafen an. Bisher verdienen wir aber quasi nichts daran. Billige Wolle aus Australien, China, den Vereinigten Staaten, Neuseeland oder Südamerika dominieren den deutschen und internationalen Markt. Die liefern zwar hervorragende Qualität, aber wie werden die Schafe gehalten? Wer steht hinter dem Projekt und wie sieht es mit Umweltstandards und Transportwegen aus?

Wir möchten mit der Wolle unserer Schafe jetzt in die Selbstvermarktung gehen und damit eine nachhaltige, weitestgehend regionale und vor allem transparente Alternative schaffen.

Miteinander von Mensch, Tier und Natur

Im Grunde richtet sich unser Projekt an alle, die das Gefühl haben, es braucht ernsthafte Alternativen zur anonymen und industriellen Massenproduktion. Wie viele andere Projekte hier auf Startnext und auf anderen Plattformen auch, möchten wir Baustein einer nachhaltigeren und ökologischeren Produktionsweise sein, in der regionale Wertschöpfungsketten, soziale Aspekte und ein lebenswertes und respektvolles Miteinander von Mensch, Tier und Natur wieder eine Rolle spielen.“

Quelle: Crowdfunding-Projekt. Ein Wollprojekt aus unserer Wanderschafhaltung. Paula & Konsorten. Ein Versuch für unsere Wolle einen fairen Preis zu bekommen.

Blog von Wanderschäfer Sven de Vries

„Paulas Wolle“ ist ein Internet-Hit: Mit ihrer Schafherde sorgen Sven de Vries und Max Frankenhauser für Artenvielfalt auf der Alb – doch das Geld ist knapp. Per Crowdfunding haben sie nun ihre Fans im Netz aktiviert. Schwäbisches Tagblatt vom 22.8.20

12.10.20 HOME

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2 Antworten to “Fairer Preis für Wolle aus Wanderschafhaltung”

  1. Margrit Jung Says:

    Super Sache! In Zeiten, wo die schädlichen Plastikpartikel von Flies u. ä. in der der Umwelt weltweit in aller Mund ist. Und neuere Waschmaschinen gute Schonprogramme haben.

    • Heidi Says:

      … und ich finde Wolle immer noch das angenehmste Material. Selbstgestrickte Kleidungsstücke halten lange und man kann sie problemlos mit Restenwolle flicken, etwa Socken – da bin ich nämlich grad dran!

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