Pestizid-Abdrift auf 24 öffentliche Plätze im Südtirol

Einladung zur Pressekonferenz und Präsentation einer neuen Studie zur Pestizidbelastung auf Kinderspielplätzen von den AutorInnen Fiorella Belpoggi, Koen Hertoge, Caroline Linhart:

Mittwoch, 10. Februar 2021 um 10 – 11.15 Uhr

Sprachen Pressekonferenz: Deutsch, Englisch, Italienisch

Link zur Pressekonferenz via Zoom:
https://us02web.zoom.usj/87502309687?pwd=K010SW9XeE5HNU5RM2FoeUwyUGVJZz09

Meeting ID: 875 0230 9687
Passcode: 392630

ReferentInnen:
Englisch/Italienisch: 10.00 – 10.05h – Elisa Mussio,
PAN Europe
Deutsch: 10.05 – 10.15h – Koen Hertoge, Vorstandsmitglied PAN Europe, Brüssel/B, Zürich/CH
Deutsch: 10.15 – 10.25h – Caroline Linhart, Lead-Autorin, Biologin, Umweltepidemiologin, Ayent/CH
Italienisch: 10.25 – 10.45h – Fiorella Belpoggi, Direktorin der Abteilung Pathologie des Krebsforschungszentrums Cesare Maltoni, Ramazzini Institut, Bologna/I
Englisch: 10.45 – 10.55h – Koen Hertoge, Zusammenfassung
Deutsch/Englisch/Italienisch: 10.55 – 11.15h – Questions and answers / Fragen der Presse

Neue Studie: Öffentliche Plätze durch Pestizid-Abdrift belastet

In Südtirol wurden 32 verschiedene Agrargifte auf öffentlichen Plätzen nachgewiesen, viele davon mit hormoneller Wirkung. Internationales WissenschaftlerInnenteam sieht dringenden Handlungsbedarf.

In einer neuen wissenschaftlichen Publikation belegten Forscher aus Italien, Österreich und Deutschland eine Pestizidbelastung von 19 ausgewählten Kinderspielplätzen, vier Schulhöfen und einem Marktplatz. Gezogen und analysiert wurden die 96 Grasproben 2018 vom Südtiroler Sanitätsbetrieb, der die Standorte auswählte sowie den Zeitpunkt der Probenentnahme bestimmte. Die Autoren der Studie arbeiten unter anderem am Krebsforschungszentrum des Ramazzini Institutes in Bologna, an der Universität für Bodenkultur/Wien, sowie für das Pesticide Action Network Europe (PAN Europe).

Die Studie belegt die Abdrift von 32 Pestiziden auf öffentliche Flächen. Sie bietet eine weitere wissenschaftliche Basis, die es den Verantwortlichen ermöglicht, konkrete Lösungen zum Schutz der Bevölkerung zu finden“, sagt Hertoge. Er weist darauf hin, dass diese Studie einen elementaren Beitrag zu mehr Sachlichkeit in der Abdriftdiskussion liefert – so, wie sie auch von der Südtiroler Politik gefordert wird“.

Die ForscherInnen räumen ein, dass die gefundenen Konzentrationen durchaus niedrig sind. Allerdings zählte die überwiegende Anzahl (76 Prozent) der nachgewiesenen Stoffe zu den hormonell aktiven Substanzen, die bereits in sehr niedrigen Konzentrationen wirken und für die die klassische Dosis-Wirkungs-Beziehung nicht gilt. Diese Substanzen bringen den Hormonhaushalt von Menschen und Tieren durcheinander und werden mit einigen Krebsarten, Unfruchtbarkeit, Verhaltens- und Entwicklungsstörungen sowie mit Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes in Verbindung gebracht. Zusätzlich müssen wir davon ausgehen, dass diese Belastung bereits während der letzten Jahrzehnte aufgetreten ist“, sagt Caroline Linhart.

Die AutorInnen sehen dringenden Handlungsbedarf zur Verminderung der Pestizidabdrift. Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung sind eine verbesserte Ausbringungstechnik, strikte Beachtung der Windverhältnisse bei der Ausbringung und das Umstellen auf pestizidfreie Anbaumethoden.

Kontakt
Fiorella Belpoggi – +39 051 411 81 89 / belpoggi@ramazzini.it
Koen Hertoge – Tel. +39 345 816 0516 / koen.hertoge@gmail.co

Year-round pesticide contamination of public sites near intensively managed agricultural areas in South Tyrol. Linhart, C., Panzacchi, S., Belpoggi, F. et al. Environ Sci Eur 33, 1 (2021).

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Eine Antwort to “Pestizid-Abdrift auf 24 öffentliche Plätze im Südtirol”

  1. osmerus Says:

    Augen zu und durch! So scheint die Devise von Verursachern, Kontrollbehörden und Politik zu sein. Das gilt analog wie das nicht zur Kenntnis genommene (Zer)Stören von Biobauern-Existenzen. Alle tun so, als müsse „der Gute“ die Taten des Schädigers verantworten.
    Möge sich das ändern. Es bleibt viel zu tun.

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