Kanton Solothurn: Limpacher Mysterienspiele

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Zitat aus der Solothurner Zeitung vom 14.7.16: „Wasserqualität. Der Limpach – Prototyp für ein schlechtes Gewässer – Das Bundesamt für Umwelt zeigt am Beispiel des Limpachs, wo die Probleme liegen … Der Limpach ist auf weiten Strecken künstlich begradigt und sein Wasser weist grosse Mikroverunreinigungen auf. Kein guter Lebensraum für Kleintiere, Fische und Pflanzen. Sprich: Ein Negativbeispiel für viele Schweizer Gewässer.“

Das Bundesamt für Umwelt veröffentlichte am 13.7.16 den ersten Bericht über den Zustand der Schweizer Fliessgewässer. 111 Flüsse und Bäche wurden in der Untersuchung berücksichtigt. Viele Schweizer Gewässer leiden unter Mikroverunreinigungen, nicht alle, aber die meisten stammen aus der Landwirtschaft.

38 Herbizide, 22 Fungizide, 9 Insektizide …

Die Untersuchungsresultate des Limpach-Wassers: 38 Unkrautvernichtungsmittel, 22 Pilzbekämpfungsmittel und 9 verschiedene Insektenbekämpfungsstoffe. Die hohe Pestizidmenge überrasche nicht, denn 34 Prozent der Flächen neben dem Limpach werden intensiv bewirtschaftet.

Mikroverunreinigungen beeinträchtigen die Fortpflanzung von Fischen und gefährden die Artenvielfalt in den Schweizer Gewässer. «Fische reagieren empfindlich auf die Veränderung der Wasserqualität», sagte Stephan Müller, Leiter der Abteilung Wasser des Bundesamts für Umwelt (BAFU). «Nur in einem Drittel der untersuchten Gewässer ist die Wasserqualität für Fische ‹gut› oder ‹sehr gut›.»

15 Pestizide über dem Höchstwert

Fünf Jahre danach steht in der Sonntagszeitung (17.4.21): „Das Amt für Umwelt des Kantons Solothurn richtet sich in einer ungewöhnlichen Form an die Bauern der Region Limpachtal. «Wir bitten Sie, in dieser Saison beim Einsatz dieser Stoffe besondere Vorsicht walten zu lassen», fleht das Amt in einem Brief. Beigelegt ist eine Tabelle mit 15 verschiedenen Pflanzenschutzmitteln. Erhalten haben das freundliche Schreiben die Bauern aus acht Gemeinden in der Region Limpachtal.“

Das Amt für Umwelt untersucht seit einem Jahr laufend das Wasser im Limpach (auf Kosten der Steuerzahlenden!). Die Messungen 2020 zeigten im Bach einen regelrechten Pestizidcocktail. Die Konzentrationen von 15 verschiedenen Spritzmitteln lagen über dem gesetzlichen Höchstwert, im Jahr zuvor waren es 10. Acht davon werden ausschliesslich in der Landwirtschaft verwendet. Nichts deute darauf hin, dass die Bauern gegen die Pestizidvorschriften verstossen hätten. Warum der Limpach so stark belastet ist, sei ein Rätsel, heisst es.

Wer trägt die Schuld? Sie wird im Kreise herumgeboten! Die Lösung? Die Pestizide verbieten!



25.4.21 HOME

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3 Antworten to “Kanton Solothurn: Limpacher Mysterienspiele”

  1. osmerus Says:

    Nahes Thema Gülle: Hier in der Gegend, D, Schleswig-Holstein, hat auf Moränenhügel kürzlich ein Güllelager versagt. Wie auch immer, es floss – „Moränenhügel“, wie geschrieben, „berg“ab. Die Dorfstraße runter, rein in Tiefgaragen, rauf auf diverse Gärten. – Da kommentierte einer zutreffend, aber ausgesprochen unpassend „Die brauchen erstmal ein paar Jahre nicht gedüngt zu werden.“.
    Eigentlich sollte so eine Dorfstraße ja Regenwasserschächte haben, nehme ich an. Da über eine Verschmutzung des nahen Bachs mit kilometerlangem Fischsterben aber nichts zu lesen war, hat der Bach vielleicht Glück im Unglück gehabt.
    An die Grundursache des Gesamtproblems geht allerdings hier wie in CH niemand ran. Wie lange noch ? !

    • Heidi Says:

      Ja, wie lange ncoh? Die Trinkwasserinitiative könnte bei uns Änderungen bewirken, aber die Bauern und die Industrie, die alle am Überschuss verdienen, wehren sich mit Lügen, Halbwahrheit und Ablenkmanövern!

  2. Solothurn: Grünliberale glauben nicht an Zielerreichung des Aktionsplans Pflanzenschutzmittel | Heidis Mist Says:

    […] Kanton Solothurn: Limpacher Mysterienspiele. Heidis Mist vom 25.4.21 […]

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