Die Geschichte vom aromatischen Brot

Getreidemühle aus Österreich.

Getreidemühle aus Österreich.

Die Bäckerei im Dorf rentierte nicht mehr, denn die Konkurrenz durch die Brotfabriken der Grossverteiler war zu gross. Sie musste schliessen. Also kaufte Heidi Mehl und fing an selber Brot zu backen. Kürzlich schwärmte ein Bekannter von der eigenen Mühle. „Oh“, dachte Heidi, „eine gute Idee!“ Sie kaufte die empfohlene Mühle:

  • massives heimisches Buchenholz mit klassischer Holzverzapfung
  • Feinheit stufenlos einstellbar
  • angenehme Laufruhe
  • Mahlsteine aus Korund-Keramik
  • für Weich- und Hartgetreide sowie Gewürze, Hülsenfrüchte und Kaffee
  • fair und umweltfreundlich in Österreich hergestellt
  • 12 Jahre Garantie

Brotbacken ist einfach, besonders wenn man etwas bequem ist und Trockenhefe verwendet: Mehl mit Hefe und etwas Salz mischen, von der vielseitigen Küchenmaschine mit Wasser zu einem elastischen Teig kneten lassen, Schüssel mit nassem Tuch decken und den Teig 3/4 Stunden treiben lassen, Brot oder Brötchen formen, nochmals kurz treiben lassen und ab in den Backofen. Natürlich kann man das Brotrezept z.B. mit Kürbiskernen verändern oder mit einem Vorteig arbeiten. Brotrezepte gibt es unzählige.

Das erste Brot aus frisch gemahlenen Körnern war eine Überraschung: Es schmeckte viel aromatischer als die Brote, die Heidi früher aus gekauftem Mehl gebacken hatte. Sie überlegte: „Der Keimling ist auch drin …“ und schrieb einem ehemaligen Bäcker. Dieser wollte mit ihr telefonieren, denn das Thema könnte einen ganzen Workshop füllen, meinte er. So telefonierten sie lange. Der Keimling enthält Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Eiweiss, Fett … Fett wird schnell ranzig, also muss der Keimling in der üblichen Mühle weg, obwohl er sehr gesund und für den besseren Geschmack verantwortlich ist. Es gibt selten Mehle mit Keimlingen, diese sind hitzestabilisiert.

Während Heidi diese Geschichte aufschrieb waren Ingwer-Guetzlis im Backofen, ebenfalls mit frisch gemahlenem Mehl … auch sie munden ausgezeichnet. Keine grosse Arbeit, mit reduzierter Zuckerzugabe viel weniger süss als die industriell gefertigten und nun riecht es auch noch gut in der Küche.

In der Getreidezüchtung wird darauf geachtet, dass das Mehl viel Wasser aufnimmt, denn mit mehr billigem Wasser im Brot ist der Gewinn höher. Ab und zu so ein luftiges Brot ist eine willkommene Abwechslung. Aber sonst braucht Heidi den Müller nicht mehr, den Bäcker schon lange nur noch sporadisch. Mehl und Brot kommen sowieso meistens aus der Fabrik. Die traditionellen Müller und Bäcker sind vom Aussterben bedroht.

26.5.21 HOME

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8 Antworten to “Die Geschichte vom aromatischen Brot”

  1. P. Says:

    Guete Morge, hast Du eine Bezugsquelle für die Mühle? Handbetrieb? Und wo bekommt man die Bio-Körner her? Bioladen zu Apothekerpreisen? Merci und einen schönen Tag, P.

    • Heidi Says:

      Ich habe sie bei frohkost in Wetzikon ZH gekauft; diese (elektrische) Mühle wurde mir empfohlen von jemandem, der schon lange selber mahlt. Dort gibt es auch Handmühlen. Im Internet findest du erstaunlich viele Mühlen, auch Handmühlen. Vielleicht bekommst du sie auch in der Nähe in einem Reformhaus oder grossen Haushaltgeschäft (sofern es das noch gibt!).
      https://www.frohkost.ch/Handmuehlen
      Bei frohkost gibt es eine grosse Auswahl Körner, auch Einkorn, Emmer, Kamut. Natürlich Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Hartweizen, Buchweizen, Reis … Das neueste Brot ist eine Mischung von Einkorn, Weizen und Kürbiskerne.
      https://www.frohkost.ch/Koerner
      Billig sind die Bio-Körner nicht, aber Brot ist trotz Fabrik relativ teuer und gute Lebensmittel haben ihren Preis! Die externen Kosten der konventionellen sind nicht drin, sonst wäre der Preisunterschied viel kleiner oder gar das Verhältnis umgekehrt.
      Früher habe ich Weizenkörner in der Migros gekauft; ich weiss nicht, ob es bei den Grossverteilern das noch gibt, aber du kannst ja schauen in deinem Laden. Via Internet findest du sicher mehr. Auch die Biofarm verkauft viele verschiedene Körner.
      Bei frohkost und Biofarm bekommt man 5 kg Säcke. Das spart Verpackung.
      Herzliche Grüsse
      Heidi

  2. Michèle von STADT LAND GNUSS Says:

    Liebe Heidi, ich habe mich immer gefragt, warum es Menschen gibt, die selber mahlen. Zumal wir hier eine ausgezeichnete handwerkliche Bäckerei um die Ecke haben.
    Nun weiss ich es. Grazie!

  3. Hanspeter Reber Says:

    Habe eine „Salzburger Getreidemühle“ vor über 30 Jahren bei Somona in Dulliken gekauft. Sie funktioniert noch immer tadellos.
    Die Bio- Körner( Roggen und Urdinkel) kaufe ich je 5-Kilo beim Bauern oder der Landi Agro.
    Preis um die 3.-Fr./Kg.
    Brühteig Brote bleiben lange feucht.
    Rezepte im Internet oder entsprechende Literatur.

    • Heidi Says:

      Danke, Hanspeter, für die Ergänzung. Brühteig habe ich noch nie versucht, aber Sauerteig. Einmal habe ich selber welchen angezogen nach einem Internetvideo, aber wenn man die Temperatur nicht richtig halten kann, dann ist das Resultat nicht befriedigend. Offenbar ist es schwierig bei Bäckern Sauerteig zu bekommen. Ich nehme jetzt hier halt auch Trockensauerteig, geht auch. Mit den Körnern ist es so einfach Mischungen herzustellen. Eigentlich ist es keine grosse Arbeit, Brot herzustellen und dann weiss man was drin ist.
      Herzliche Grüsse
      Marianne

  4. Wie moderne Lebensmittel ihre Nährstoffe zurückgewinnen können | Heidis Mist Says:

    […] Die Geschichte vom aromatischen Brot. Heidis Mist 26.5.21 […]

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