Keine Direktzahlungen für Bauern, die hochgiftige Pestizide einsetzen!

2005 waren in der Schweiz 70% aller Amphibienarten auf der Roten Liste – das ist doppelt so viel wie im internationalen Vergleich!

2005 waren in der Schweiz bereits 70% aller Amphibienarten auf der Roten Liste – das ist doppelt so viel wie im internationalen Vergleich!

Der Verein ohneGift hat sich beteiligt an der Vernehmlassung zum Verordnungspaket Parlamentarische Initiative 19.475 «Das Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren». Die Präsidentin des Vereins, Fausta Borsani, berichtet darüber: „Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat eine neue Vorgabe für den Pestizideinsatz durch LandwirtInnen, die Direktzahlungen beziehen, zur Diskussion gestellt. Danach sollen diese einige besonders giftige Pestizide nicht mehr verwenden dürfen. Löblich, aber leider noch mangelhaft, findet der Verein ohneGift … Die BLW-Liste ist aber unvollständig, und es dürften weiterhin Pestizide verwendet werden, die nicht einmal den heute geltenden Vorschriften entsprechen, weil sie für Fische und Wasserflöhe unzulässig giftig sind.“

Auch in Zukunft besonders stark gefährdet durch Pestizide wären weitere Wasserlebewesen, Bienen, Amphibien und sogar der Mensch. Zum Beispiel der Wirkstoff Etofenprox hat gemäss Pflanzenschutzmittelverzeichns des BLW u.a. die Gefahrenkennzeichnung „H362 Kann Säuglinge über die Muttermilch schädigen“ und die Auflage „Zum Schutz von Gewässerorganismen vor den Folgen von Drift eine unbehandelte Pufferzone von 100 m zu Oberflächengewässern einhalten“.

Heidis Frage: Pestizide verursachen einen wesentlichen Teil des Rückgangs der Artenvielfalt. Wie kommt es, dass die Landwirtschaft über Sein oder Nichtsein entscheiden darf?

Lesen Sie die fundierte Kritik am BLW-Vorschlag und die Stellungnahme des Vereins ohneGift an das BLW:

Vorschlag mangelhaft: gefährliche Gifte weiterhin erlaubt. Fausta Borsani, Präsidentin Verein ohneGift, 26.7.21

Eingabe der Stellungnahmen bis 18.8.21

Auszug aus den Unterlagen des BLW:

Die Vernehmlassung dauert bis zum 18. August 2021. Wir bitten Sie, für Ihre Rückmeldung die WordVorlage des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) zu verwenden. Sie kann auf der Homepage des BLW
https://www.blw.admin.ch/blw/de/home/politik/agrarpolitik/agrarpakete-aktuell.html

oder der Bundeskanzlei
https://www.fedlex.admin.ch/de/consultation-procedures/ongoing heruntergeladen werden.
Dies erleichtert die Auswertung der Stellungnahmen.
Die schriftlichen Stellungnahmen können dem BLW per E-Mail an
gever@blw.admin.ch zugestellt werden.
Für weitere Auskünfte können Sie sich an folgende Personen wenden:

Fabian Riesen, fabian.riesen@blw.admin.ch, 058 463 33 75
Mélina Taillard,
melina.taillard@blw.admin.ch, 058 461 19 96″

Rote Liste der gefährdeten Arten der Schweiz: Amphibien. Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2005

27.7.21 HOME

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2 Antworten to “Keine Direktzahlungen für Bauern, die hochgiftige Pestizide einsetzen!”

  1. Peter Says:

    Das Problem scheint beim BLW ganz grundlegend zu sein.
    Das Amt ist träge und hinkt mittlerweile bei vielen Projekten, Problemen usw. immer mehr hinterher.
    Egal welches Thema, man rennt gegen eine Wand bei dem Amt, wenn man auf aktuelle Entwicklungen aufmerksam macht.
    Bestes Beispiel war das Thema Chlorothalonil. Das BLW weigerte sich trotz massiver Kritik an dem Gift es zu verbieten. Dann sprach die EU sich dafür aus das ihre Mitgliedsstaaten es zu verbieten hätten.
    Dann zog das BLW kleinlaut den „Schwanz“ ein und liess das Chlorothalonil bzw. alle Produkte mit diesem Wirkstoff verbieten.
    Und anlässlich des Abstimmungskampfes für die Pestizid und die Trinkwasserinitiative hat unser Landwirtschaftsminister werbewirksam geprahlt, dass das BLW die Zulassung für Chlorothalonil beendet habe was beweise wie weitsichtig und streng das BLW handele. Das das BLW aber nur auf massiven Druck handelte wurde verschwiegen.
    Das Amt bräuchte dringend Reformen, oder eben eine neuerliche Landwirtschaftsinitiative, welche den Problemen an den Kragen geht. So eine Behörde ist letztlich eine Gefahr für Mensch und Umwelt!

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