Klimabelletristik regt zum Handeln an

Bill McGuire with Skyseed

Während sich die Klimakrise verschärft, regen „Cli-Fi“-Bücher zum Handeln an, indem sie düstere, nur allzu mögliche Zukünfte zeigen, sagt der Klimaforscher Bill McGuire.

„WISSENSCHAFTLICHE Abhandlungen, auch wenn sie noch so gut geschrieben sind, haben selten das emotionale Gewicht einer guten Geschichte. Geschichten waren in der Geschichte der Menschheit das wichtigste Mittel zur Vermittlung von Wissen und Warnungen. Selbst in der heutigen datenreichen Welt haben sie eine emotionale Kraft, die durch keine noch so grose Menge an Grafiken, Diagrammen oder Zahlen ersetzt werden kann.

Als Vulkanologe und Klimaforscher habe ich mehr als 30 Jahre damit verbracht, über die katastrophale Zukunft zu berichten, die uns bevorsteht, wenn wir keine Massnahmen gegen den Klimawandel ergreifen. Aber erst als ich 2020 meinen ersten Roman, Skyseed, veröffentlichte, erkannte ich die Macht der Erzählung, um die Dringlichkeit der Situation zu vermitteln.

Der Einsatz von Erzählungen als Mittel, um zum Handeln gegen den Klimawandel anzuregen, wird immer häufiger genutzt, und die rasch wachsende Zahl von Werken zu diesem Thema wird inzwischen als eigene Literaturgattung anerkannt.“

Heidis Frage: „Gibt es auch Bücher in deutscher Sprahe?“

Climate fiction has come of age – and these fabulous books show why. Bill McGuire, New Scientist 2.2.22

12.2.22 HOME

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9 Antworten to “Klimabelletristik regt zum Handeln an”

  1. Siegfried Gendries Says:

    Wichtiger Hinweis! Die Wirkung von Romanen bei der public awareness dürften noch Spielfilme übertreffen. Was beim Lesen von Büchern an Vorstellungskraft fehlen wird, dürften Spielfilme übertreffen. Die Frage nur, ob die Effekte auch nachhaltiges Handeln auslösen…

    • Heidi Says:

      Leider bleibt die Frage nach der Wirkung?! Heute morgen habe ich einer Gruppe junger Leute im Zug zugehört. Sie haben alle von Büchern, die sie gerade lesen gesprochen, von Ausleihe in der Bibliothek … Das war erfreulich. Es gibt sie noch, die lesende Jugend.

  2. Willi Herrmann Says:

    Schönen guten Samstag Heidi
    Unsere Weltwirtschaft funktioniert nach dem Gemeinlast- statt Verursacher-Prinzip.
    Ich habe Ernst U. von Weizäcker’s Erdpolitik und Stephan Schmidheini‘ Kurswechsel gelesen und mein Buch Wir gestalten unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder geschrieben, das ich demnächst neu auflegen werde.
    Schon Prof. Binswanger, Uni St. Gallen, hat qualitatives statt quantitatives Wachstum und Öko-Bilanz (Natur nutzen, wie die indigenden Völker, aber nicht übernutzen oder gar zerstören!
    Beste Wünsche für ein frohes, schönes, erholsames Wochenende und sonniige Grüsse aus Seewis Dorf
    Willi Herrmann

    • Heidi Says:

      Danke für diese Informationen. Schon viele habe einen „Kurswechsel“ gefordert, aber zu wenige hören zu, wollen zuhören oder gar handeln! Bin gespannt auf DEIN Buch. Steter Tropfen …
      Herzliche Grüsse nach Seewis
      Heidi

  3. Michèle von STADT LAND GNUSS Says:

    Liebe Heidi, die Romane von Maja Lunde erzählen sehr rührende Geschichten, wie sie sich in den nächsten Jahren zutragen könnten. „Die Geschichte der Bienen“ vereint drei Handlungsstränge im jetzt, in der Vergangenheit und der Zukunft. „Die Geschichte des Wassers“ von Flüchtlingsströmen innerhalb Europas aufgrund extremer Trockenheit. „Die letzten ihrer Art“ erzählt von der Auswilderung der letzten Nachkommen des Przewalski Pferdes. Alle sehr zu empfehlen.

    • Heidi Says:

      Liebe Michèle
      Vielen Dank für deinen Kommentar zu den Büchern von Maja Lunde. Ich habe das einfach im Internet gefunden und etwas über Lunde und ihre Bücher recherchiert. Aufgrund der Berichte kam ich zum Schluss, dass es gute interessante Bücher sein müssen, denn selber habe ich sie (noch) nicht gelesen.

      Przewalski Pferde oder „Thaki“ wurden von einem Schweizer Ehepaar gefördert und in der mongolischen Steppe ausgewildert. In der Thaki-Post Nr. 16 vom Dezember 2021 steht ein Nachruf: Dr. h.c. Dorothee Stamm (7.11.1929 – 5.9.2021) „Ein Traum geht in Erfüllung“, schrieb Dorothee Stamm in ihren Erinnerungen. Ihr Traum ist auch unserer: das Urwildpferd in freier Wildbahn wiederauferstehen zu lassen. Nach dem frühen Tod ihres Ehemanns Werner Stamm verfolgte sie ihre gemeinsame Vision mit grosser Energie und Eigenständigkeit gegenüber anderen Organisationen und Personen. In den Anfangsjahren des Wiederansiedlungsprojekts in der Great Gobi B war sie zusammen mit Christian Oswald und Jean-Pierre Siegfried die treibende Kraft. Die Beteiligung der Werner Stamm-Stiftung am Projekt war entscheidend und verhalf ihm zum Durchbruch.
      Przewalski Pferde gibt es auch im Wildpark Sihlwald, also muss man nicht in die Mongolei reisen, um sie zu sehen.
      Hier gibt’s Infos:
      https://docplayer.org/39403432-Um-ein-haar-ausgerottet-wieder-daheim-in-der-wildnis-noch-nicht-ueber-den-berg.html
      Sonntagsgrüsse
      Heidi

  4. Christoph+Meier Says:

    Die Triologie zu Umweltproblemen von Maja Lunde „Die Geschichte der Bienen“, „Die Geschichte des Wassers“ und „Die Letzten ihrer Art“, die eng mit dem Klimawandel verknüpft sind, gibt es auch in deutscher Übersetzung.

  5. Klima: Die Hängebrücke – eine Abendteuergeschichte | Heidis Mist Says:

    […] 12.2.22 schrieb Heidi den Beitrag Klimabelletristik regt zum Handeln an. Nicht schlecht staunte sie, als sie kürzlich einen Umschlag aus dem Briefkasten nahm, der zwei […]

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