Wie viel Chlorothalonil ist im Schweizer Grundwasser?

Quelle: Bundesamt für Umwelt

Quelle: Bundesamt für Umwelt

Zum Motto des diesjährigen Weltwassertags vom 22.3.22 «Grundwasser – das Unsichtbare sichtbar machen» passen Pestizid. Sie sind, genauso wie das Grundwasser, unsichtbar.

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) schreibt: „Metaboliten des Fungizids Chlorothalonil belasten das Grundwasser grossflächig mit mehr als 0.1 Mikrogramm pro Liter. In mehr als der Hälfte aller Kantone treten Metaboliten in diesen Konzentrationen auf. Betroffen ist hauptsächlich das landwirtschaftlich intensiv genutzte Mittelland.*

Es ist klar: Das Grundwasser braucht mehr Schutz vor Verunreinigungen aller Art.

Lesen Sie weiter auf der Seite des BAFU: Chlorothalonil-Metaboliten im Grundwasser

Heidis Artikel über Chlorothalonil

Quelle: Bundesamt für Umwelt

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20.3.22 HOME

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6 Antworten to “Wie viel Chlorothalonil ist im Schweizer Grundwasser?”

  1. Zilpzalp Says:

    Liebe Heidi, danke für diesen Beitrag. Wir haben vor, in eine Gemeinde zu ziehen, deren Chlorothalonil-Werte im Grundwasser offenbar überschritten und im Trinkwasser laut deren Wasserversorgung zu hoch sind. Können wir das mit zwei kleinen Kindern verantworten? Gibt es eine Anlaufstelle, die einen zu Trinkwasserfragen unabhängig und „Laien freundlich“ berät? Im Voraus vielen Dank für deine Hilfe!!

    • Heidi Says:

      Lieber Zilpzalp
      Es ist nicht ganz einfach, unabhängige Informationsstellen zu finden, die auch fachkundig sind. So sind die gut informierten Trinkwasserversorger bemüht, das Hahnenwasser nicht in Verruf zu bringen, denn es ist ökologisch sinnvoll, dieses dem Flaschenwasser vorzuziehen. Über Chlorothalonil und seine Metaboliten wurde viel geschrieben, mehr oder weniger gut. Wenn du einen Überblick haben willst, dann ist Wikipedia meist eine gute Informationsplattform, im Falle von Chlorothalonil kann ich sie durchaus empfehlen und einigermassen verständlich. Eine abschliessende Gesundheitsbetrachtung findest du wohl nirgends. Also:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Chlorthalonil
      Chlorothalonial allein, so meine ich, sollte nicht ausschlaggebend sein für den Wohnortswechsel. Gerade im landwirtschaftlich intensiv genutzten Mittelland, wo das Chlorothalonil im Grundwasser ein Problem ist, findet man meist auch hohe Nitratkonzentrationen, leider seit Jahrzehnten. Und die Mischung von Chemikalien aus Landwirtschaft und Industrie ist kaum untersucht, aber kann die Gesundheit beeinträchtigen. Das sind weiter Aspekte, die zur Entscheidung beitragen können. Wirklich sichere Angaben gibt es nicht!
      Wichtig ist, dass man bei Behörden interveniert, seien es Gemeindeverwaltungen, Kanton oder Bund. Ohne steten Druck läuft politisch wenig. So habe ich als Einzelperson ziemlich viel Schub betr. Gewässerschutz Landwirtschaft gemacht. Jedenfalls sind z.B. die illegalen Misthaufen in GR (daher der Name „Heidis Mist“) grösstenteils verschwunden, auch das Güllen im Winter. Motzen kann Wirkung entfalten, auch wenn es langsam geht!
      Wir sind heute vielen schädlichen Stoffen ausgesetzt. Es gilt, diese möglichst zu vermeiden, im Haushalt wie in der Nahrung. Also Bio Lebensmittel kaufen ist eine gute Wahl, v.a. wenn die Produkte aus der Schweiz kommen. Selber pestizidfrei anbauen noch besser oder bei Vertragslandwirtschaft teilnehmen oder einen neuen Verein gründen.
      https://www.regionalevertragslandwirtschaft.ch/verband/
      Je nach ausländischer Quelle ist man auch bei Bio nicht so sicher, was man bekommt, etwa wenn in den konventionellen Feldern nebenan mit Flugzeugen gespritzt wird.
      Auch Plastik vermeiden, so gut es eben geht.
      Wichtige Faktoren ist auch die Luftqualität und der Lärm. Diese können die Gesundheit ebenfalls beeinträchtigen. Hinzu kommt die Umgebung: Ist sie kindertauglich?
      Es sind also viele Punkte, die zur (Qual der) Wahl des Wohnortes beitragen. Also Augen und Ohren auf beim Evaluieren der Lebensqualität am neuen Wohnort!
      Viel Erfolg.
      Herzliche Grüsse
      Heidi

    • Zilpzalp Says:

      Liebe Heidi, vielen herzlichen Dank für die ausführliche Antwort. Diese hilft uns sehr weiter!

    • Heidi Says:

      Ich habe aufgrund neuer Informationen zu Chlorothalonil den folgenden Artikel geschrieben, den du vielleicht gelesen hast:
      Pestizide im Trinkwasser: teure Symptombekämpfung
      https://heidismist.wordpress.com/2022/03/30/pestizide-im-trinkwasser-teure-symptombekampfung/
      Darin ist ein Beitrag von SRF zum Thema verlinkt, in welchem steht: „Die Wasserversorger stehen unter Druck. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit gab ihnen zwei Jahre Zeit, um das belastete Trinkwasser wieder zu sauber zu bekommen. Die Gemeinden, die meist für die Wasserversorgung zuständig sind, müssen Lösungen finden, die auch langfristig funktionieren.“
      Auch das ist ein Hinweis für deine Standortbewertung.
      Herzliche Grüsse
      Heidi

    • zilpzalp@posteo.ch Says:

      Liebe Heidi, vielen Dank für den Hinweis. Deine beiden Beiträge über Chlorothalonil haben uns tatsächlich dazu bewogen, unsere Wohndestination nochmals zu überdenken und zu ändern. Wir bemühen uns im Alltag ein möglichst nachhaltiges Leben zu führen, uns für die Natur einzusetzen und ausschliesslich die umweltgerechte Landwirtschaft zu unterstützen. Da sind wir tatsächlich nicht bereit, die Kosten der konventionellen Landwirtschaft in Form von verschmutztem Trinkwasser zu tragen. Hoffentlich hilft der SRF-Beitrag, dass das Thema unter die Bürger kommt, denn unserer Erfahrung nach wird es in den Gemeinden ja kaum aktiv kommuniziert. Es gäbe gemäss Recherchen tatsächlich Wasserfilter, die man privat installieren kann, doch das ist nicht zielführend und ich finde es absurd, eine solche Massnahme überhaupt in Erwägung ziehen zu müssen…
      Herzliche Grüsse und vielen Dank für deine unermüdliche, wirksame Arbeit.

    • Heidi Says:

      Lieber Zilpzalp
      Es freut mich, dass du und deine Familie sich für die Natur und eine umweltfreundliche Landwirtschaft einsetzen. Ich meide das Wort „-gerecht“, denn Landwirtschaft ist immer ein Eingriff in die Umwelt und immer mit einem gewissen „Schaden“ verbunden. Aber diesen kann man klein halten.
      Auch schätze ich, dass du konsequent diesen Weg gehst, also auch betreffen Wohnort. Wo Chlorothalonil ist, da sind andere Schadstoffe auch nicht weit. Und wenn ihr das einrichten könnt, dann besser in einen Ort ziehen, wo das Trinkwasser sauber(er) ist.
      Ich finde auch, dass mehr kommuniziert werden sollte. Daher bringe ich immer wieder die gleichen Themen auf den Tisch. Das ist nicht Panikmache, sondern Notwendigkeit. Nur so wird sich etwas ändern. Und Änderungen lassen meist lange auf sich warten. Man muss hartnäckig sein.
      Ich hoffe, dass ihr eine gute Wahl treffen könnt.
      Herzliche Grüsse
      Heidi

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