Um die Zukunft der Lebensmittelsysteme tobt ein Kampf der Ideen.

Das Internationale Expertengremium für nachhaltige Lebensmittelsysteme hat die aktuell häufig zitierten Ernährungssysteme untersucht.

Das Internationale Expertengremium für nachhaltige Lebensmittelsysteme hat die aktuell häufig zitierten Ernährungssysteme untersucht.

IPES-Food ist ein unabhängiges Expertengremium, das die Debatten über den Übergang zu nachhaltigen Lebensmittelsystemen auf der ganzen Welt mitgestaltet. In der zweiten Ausgabe ihres Briefings über die Steuerung von Lebensmittelsystemen analysiert IPES-Food drei Konzepte – „Agrarökologie“, „naturbasierte Lösungen“ und „regenerative Landwirtschaft“ -, die um Aufmerksamkeit konkurrieren. Sie werden zwar oft zusammengefasst, können aber sehr unterschiedliche Dinge bedeuten.

„Naturbasierte Lösungen“ gewinnen auf internationalen Gipfeltreffen rasch an Bedeutung. Dem Konzept fehlt es jedoch an einer einheitlichen Definition und einer transformativen Vision. Und es wird oft mit riskanten, unbewiesenen Kohlenstoffkompensationsprogrammen kombiniert. Das Ergebnis ist eine Verwässerung der Transformation des Lebensmittelsystems.

„Regenerative Landwirtschaft“ ist im politischen Raum weniger präsent. Akteure des nachhaltigen Lebensmittelsystems verwenden den Begriff, um die Regeneration der natürlichen Ressourcen zu betonen. Führende Agrar- und Lebensmittelunternehmen (darunter Walmart, Pepsi und Cargill) berufen sich jedoch in einigen Fällen in ihren Nachhaltigkeitsprogrammen auf die „regenerative Landwirtschaft“, oft in Verbindung mit Kohlenstoffkompensationsprogrammen, denen die Dimension der sozialen Gerechtigkeit fehlt.

Die „Agrarökologie“, ein umfassenderer Weg zur Nachhaltigkeit des Lebensmittelsystems, ist durch integrative Governance-Prozesse klar definiert worden. Doch trotz ihrer konzeptionellen Reife wird sie bei Gipfeltreffen zu Lebensmittelsystemen, Klima und Biodiversität ausgeklammert.

IPES-Food ruft dazu auf, Lösungen abzulehnen, denen es an Definitionen mangelt, die sich Unklarheiten zunutze machen und hinter denen sich das übliche Agrobusiness verbirgt. Es reicht nicht aus, die Lebensmittelsysteme auf die globale Agenda zu setzen: Wir müssen für integrative globale Prozesse sorgen, die auf einem gemeinsamen Verständnis des Wandels der Lebensmittelsysteme und einer umfassenden (sozial und ökologisch) nachhaltigen Vision der Lebensmittelsysteme basieren.

There’s a battle of ideas over the future of food systems. IPES, International Panel of Experts on Sustainable Food Systems

Lesen Sie das ausführliche Briefing Smoke and Mirrors Oktober 2022

Hier finden den ausführlichen Bericht. Agroecology, regenerative agriculture, and nature-based solutions: Competing framings of food system sustainability in global policy and funding spaces. DS & IPES-Food, 2022.

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9.11.22 HOME

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Eine Antwort to “Um die Zukunft der Lebensmittelsysteme tobt ein Kampf der Ideen.”

  1. HUH Says:

    Salü Heidi,

    die Analyse mag stimmen.

    Aber das Prozedere ist grundfalsch, so wie auch die meist elitären Forderungen nach „Transformationen“, „Wenden“, etc..

    Falsch zumindest für demokratische, „freie“ Gesellschaften. Es ist derselbe zapfengout Wein in den immerselben Schläuchen: Wir sollen die Verlautbarungen/Forderungen/Meinungen von Experten, Wissenschaftler, Politikern, etc. befolgen, weil die angeblich den Durchblick haben was für uns, die Welt, die Natur, etc. das Richtige ist. Ungeachtet der Tatsachen, dass a) es mindestens so fehlbare und unwissende Leute sind wie wir selbst; einfach mit einer -für die, die deren Suppe auslöffeln müssen- Selbstüberschätzung ausgerüstet und b) sie mit sehr vielen Dingen/Meinungen völlig verkehrt lagen.

    Dieser top down Ansatz ist mit meinem Bild (natürlich eine Idealvorstellung, im Bewusstsein, dass es immer nur ansatzweise funktioniert und immer auch mal schiefgehen kann) des mündigen, eigenverantwortlichen Menschen nicht vereinbar und steht im krassen Gegensatz zu den Grundbedingungen einer freiheitlichen Demokratie. Zudem wird völlig missachtet, wie gesellschaftliche Prozesse verlaufen und dass Menschen -sofern man sie lässt und ermutigt- von sich aus sich verbinden, um für sie wichtiges zu lösen, zu unterstützen, zu betreiben; z.B. einen blog zu betreiben. Das war schon so bevor es Staaten/Nationen gab. Nicht ohne Grund haben die kommun. Diktaturen sofort alle diese Prozesse/Bestrebungen, ob Vereine, Interessengemeinschaften, etc. sofort verboten. Alles sollte von ihren „Eliten“/vom Staat kommen, der richtigen Gesinnung entsprechen, etc..

    Natürlich braucht es Gesetze, Vorschriften und dann auch Kontrollen und Sanktionen. Aber Wenden/Transformationen zu verordnen, bedeutet ein ineffizientes, fehleranfälliges System aufzubauen mit vielen murrenden, die Faust im Sack ballenden, entmündigten Bürgern, sodass das Scheitern vorprogrammiert ist. Wenden/Transformationen entsprechen revolutionären Prozessen, die selten gut gingen. Hingegen sind die Erfolgschancen von Reform-Prozessen i.d.R. besser, brauchen aber Zeit und Flexibilität. Man hat das gut gesehen beim Nutztierschutz. Das TSCHG/dieTSCHV haben mit Ausnahme einiger weniger grosser Würfe (Käfigbatterieverbot; Verbot schmerzhafte Eingriffe; etc.) wenig für eine flächendeckend tierfreundliche Haltung gebracht. Was es brachte, war die Kombination von steter Konsumenteninfo, um Nachfrage und Preisakzeptanz für tierfreundliche Produkte zu schaffen, Labelprogrammen/Angehen Detaillisten, Gastro, etc. , dass sie auf tierfreundlichere Herkünfte umstellen sowie BTS/RAUS, welche zusammen mit Labelprämien den Mehraufwand/höhere Prod.kosten +/- abdecken konnten (wären heute nicht die übertriebenen Margen von COOP/MGB).

    Alles steht und fällt mit dem Mitmachen der Konsumenten. Doch da will sich fast niemand (mehr) engagieren. In obrigkeitsgläubigen Ländern wie D sowieso nicht. In der CH konnten wir von 1985 bis so 2010 viel bewegen, auch weil SKS und andere oft mitzogen. Ich habe in der Agrarallianz immer+immer wieder dafür geworben, Konzepte vorgelegt, doch man wollte nicht. Heute ist mir schon klar weshalb: A) Inkompetenz, B) NGOs meinen, nur mit dem Teufel an die Wand malen könnten sie Spenden generieren, C) die Riesenliebe an Vorschriften/Gesetzen herumzuschräubeln, denn das kriegt man intellektuell auf die Reihe und ist nicht komplex wie Konsumentenverhalten, Marktmechanismen, etc.; D) keine Ahnung wie es am komplexen Markt zugeht und kaum Kontakte zu Marktakteuren, weder zu Bauern noch zu Verarbeitern, Detaillisten, Gastronomen, etc.. Man hat es sich in seiner NGO-Blase gemütlich eingerichtet.

    Beste Grüsse

    Hansuli Huber

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