Archive for the ‘Agrarpolitik’ Category

Die Linke und die Rechte – Bio oder nicht Bio?

26. Oktober 2020

NaNa und Heidi haben in der NZZ vom 23.10.20 den Kommentar von Angelika Hardegger Warum niemand Bioäpfel kaufen muss gelesen: „Die Doppelmoral der Konsumenten steht am Pranger. Bio predigen und dann doch das billigere Produkt kaufen – das sei falsch, heisst es. Über ein scheinheiliges Argument …

Einige Konsumenten kaufen aus Idealismus Bioäpfel, andere aus der Überzeugung, sie seien gesünder. Den meisten Konsumenten ergeht es allerdings wie den Bauern mit dem Schleppschlauch: Sie würden Bioäpfel kaufen, wenn die anderen es auch täten. Aber sie wissen: Solange die meisten Konsumenten die günstigeren, dutzendfach pestizidbehandelten Äpfel kaufen, ist der Nutzen für die Umwelt minimal.

Darum wird der Konsument das Umweltproblem der Landwirtschaft nicht lösen. Darum darf man es nicht auf ihn abwälzen. Nicht in einer Branche, in der so vieles vom Staat geregelt wird. Nicht in einer Branche, die vom Staat so massgeblich mitfinanziert wird.“

Lesen Sie den vollständigen Beitrag, denn er ist spannend! Nichtabonnenten müssen sich registrieren oder den Artikel über „teilen“ bei Heidi anfragen: heidismist at bluewin.ch.

NaNa liess sich für einen Cartoon inspirieren und recherchierte. Das hat sie gefunden!

Bio-Konsum der Schweizer Bevölkerung

Im Rahmen der Open Data-Übung des Instituts für Wirtschaftsinformatik und in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Landwirtschaft haben sich Anushan Nallathamby und Jan Schwob, beide Master of Science in Business Administration der Universität Bern, mit dem Biokonsum der Schweizer Bevölkerung auseinandergesetzt und mit den zur Verfügung gestellten Daten zu den Jahren 2017 bis 2019 eine Visualisierung ausgearbeitet. Übersichtlich abrufbar sind acht Produktegruppen (von Brot- und Backwaren … Milch und Milchprodukte) verknüpft mit sieben Faktoren (von Sprachgebiet … Anzahl Kinder).

Hier erfährt man z.B. über Früchte: In der Westschweiz werden mehr Bio-Früchte gegessen als in der Deutschschweiz, der Bio-Anteil ist am höchsten in Haushalten mit drei und mehr Kindern und bei über 65-Jährigen, die Unterschiede zwischen den Einkommensklassen sind klein. Rufen Sie doch einige Kombinationen ab, denn das ist aufschlussreich!

Wie die Bevölkerung ihren Bio-Konsum überschätzt

Auch Hanspeter Guggenbühl nahm den Biomarkt unter die Lupe. Am 17.2.16 schrieb er für den Infosperber: „Glaubt man Umfragen, ist der Schweizer Biomarkt riesengross. Doch die Befragten färben sich viel grüner als sie sind.“ Am höchsten ist der Bio-Anteil bei den Eiern; bei Milch, Brot, Gemüse und Früchten liegt er ebenfalls über dem Mittelwert. Deutlich unter dem Durchschnitt liegt der Bio-Anteil bei Süsswaren, Getränken, Käse und Fleisch. Beim Fleisch ist der geringe Bio-Anteil deshalb relevant, weil die Produktion von Fleisch die Umwelt besonders stark belastet.

Neues Testament der Bibel, Matthäus 6,3

Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut.

Heidi meint: „Häufig sind Produkte, die man kaufen möchte, gar nicht in Bio-Qualität erhältlich, z.B. in VOLG-Dorfläden (dem Laden der Bauern), aber auch bei COOP und Migros.“

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Lesen Sie heute die NZZamSonntag!

25. Oktober 2020
Die bedrohte Grundwasserschnecke Paladilhiopsis tschapecki freut sich über diesen Artikel in der NZZamSonntag.

Die bedrohte Grundwasserschnecke Paladilhiopsis tschapecki freut sich über diesen Artikel in der NZZamSonntag.

Heidi empfiehlt Ihnen folgenden Artikel in der NZZamSonntag vom 25.10.20. Er ist auch für NichtabonnentInnen verfügbar. Danke NZZamSonntag und Gastautor Kurt Seiler, Kantonschemiker von Schaffhausen, Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden.

Chlorothalonil hat das Schweizer Trinkwasser auf Jahre hinaus grossflächig verunreinigt. Und unser Grundwasser leidet an zu hoher Nitratbelastung. Die Politik muss handeln.

Chlorothalonil: Leserbrief von Paladilhiopsis tschapecki, Heidis Mist vom

Nachtrag vom 26.10.20: Heidi hat übersehen, dass sie beim Schreiben des Artikels als Abonnentin bei der NZZ eingeloggt war und somit auch die NZZ am Sonntag lesen konnte. Sie müssen sich registrieren, um den Artikel zu lesen oder, wenn Sie das nicht wollen, schicken Sie Heidi ein Mail; sie wird Ihnen dann den Link zum Artikel mit „teilen“ per Mail zustellen oder Sie abonnieren einfach die NZZ!
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Bundesratsslogan: «Man darf jetzt nicht in Hysterie verfallen!»

17. Oktober 2020

Bundesrat Ueli Maurer kritisiert Corona-Alarmismus: «Man darf jetzt nicht in Hysterie verfallen!», Luzerner Zeitung vom 17.10.20:

Die Schweiz müsse lernen, mit dem Coronavirus umzugehen, sagt Bundesrat Ueli Maurer (69). Er plädiert für eine «faktenbasierte Analyse», wendet sich gegen Angstmacherei und pauschale Verschärfungen.

Labortest Schutzmasken im Härtetest: Die meisten filtern ungenügend. Das Labor Testex hat Masken unter die Lupe genommen. Keine der Stoffmasken und nur ein Teil der Hygienemasken besteht. SRF Kassensturz vom 13.10.20

Schutz aus Stoff Erste Schweizer Masken-Norm kommt 2021. Zurzeit erarbeitet ein Expertengremium von Maskenherstellern und Labors eine erste Norm für Stoffmasken. SRF vom 16.10.20

Nofallmedizin fordert vom Bund unverzügliche Massnahmen

Drei Organisationen der Notfall- und Rettungsmedizin fordern von Bund und Kantonen «koordinierte und unverzügliche Massnahmen zur Eindämmung der zweiten Welle». Die Verzögerung sei aus notfallmedizinischer Sicht «absolut unverständlich».

Die Schweizerische Gesellschaft für Notfall- und Rettungsmedizin (SGNOR), die Notfallpflege Schweiz und die Vereinigung Rettungssanitäter Schweiz (VRS) beobachteten «mit grösster Sorge die unkoordinierten und teils zögerlichen Bemühungen der Politik und deren Berater zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie in der Schweiz», heisst es in einer Mitteilung der drei Organisationen.

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Schutz vor Pestiziden bis zur Unkenntlichkeit verwässert: Jetzt braucht es ein Ja zur Trinkwasserinitiative

15. Oktober 2020
Grünliberale sagen JA zur Trinkwasserinitiative.

Grünliberale sagen JA zur Trinkwasserinitiative.

Medienmitteilung grünliberale vom 14.10.20:

Das Schweizer Trink- und Grundwasser ist stark mit Pestiziden belastet. Viele Gewässer und Böden sind zudem überdüngt. Die Folgen sind irreversible Schäden am Ökosystem wie Artenstreben und eine Vergiftung unseres Trinkwassers. Zum Schutz von Biodiversität und Gesundheit braucht es dringend Gegensteuer. Bundesrat und Parlament betreiben seit Jahren ein Trauerspiel. Das neuste Kapitel: Die Wirtschaftskommission des Nationalrats hat der Gesetzesrevision zum Gewässerschutz die letzten Zähne gezogen. Ein Ja zur liberal formulierten Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung» im kommenden Jahr wird somit zwingend.

Seit Jahren wird die zu hohe Belastung unseres Grund- und Trinkwassers mit Pestiziden und Stickstoffüberschüssen immer wieder belegt. Beispielsweise mit der im April 2017 erschienenen Studie der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag). Schweizer Kleingewässer weisen eine Vielzahl von Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden in zu hohen Konzentrationen auf.

Trotz diesem eindeutigen Handlungsbedarf hat die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK-N) die Massnahmen dagegen (19.475 Pa.Iv. WAK-SR) nicht verbessert, sondern im Gegenteil weiter verwässert. Weder sollen konkrete Ziele gegen die Überdüngung im Gesetz verankert werden noch die Branche die Pflicht genommen werden. Auch bei den Pestiziden wurde eine entscheidende Schwächung beschlossen, welche ähnliche Schadensfälle wie jüngst mit Chlorothalonil weiter zulässt. Dem Gesetzesprojekt wurden dadurch noch die letzten Zähne gezogen, ein Ja zur Trinkwasserinitiative ist somit zwingend.

Medienmitteilung der Umweltorganisationen 14.10.20

Sauberes Trinkwasser hat für die Kommission des Nationalrats keine Priorität

Aller alarmierenden Befunde aus der Wissenschaft zum Trotz: Eine Mehrheit der Wirtschaftskommission des Nationalrats will das Trinkwasser nicht wirksamer vor Pestiziden und Nährstoffen schützen.

Trinkwasserinitiative (TWI)

Hier geht’s zur Homepage!

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In der Schweiz gelten strengere Richtlinien! Wirklich? Das Alp-Kuh-Wunder Bella (2)

9. Oktober 2020

Im Jahre 2001: Die Bio-Milchkühe Luna und Viola auf einer konventionellen Alp.

Im Jahre 2001: Die Bio-Milchkühe Luna und Viola auf einer konventionellen Alp.

Anno 2001 lebte die Milchkuh Luna auf dem Betrieb des Bio-Bauern Meier. Sie ist die Ur-Ur-Grossmutter von Bella, dem Alp-Kuh-Wunder. Es herrschte damals grosse Aufregung in der Bio- und Alpszene, denn das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hatte die Bioverordnung in Anlehnung an das EU-Gesetz geändert. Was dann folgte, das erzählte Luna ihrer Tochter Viola. Weil die Geschichte für Violas Nachkommen von grosser Bedeutung ist, wurde sie von Generation zu Generation weitervermittelt.

  • Das damalige Problem: Der Bio-Status geht bei der Sömmerung auf konventionellen Alpen verloren.
  • Die vorübergehende Lösung: Der Bio-Status bleibt auf konventionellen Alpen erhalten.
  • Und die Versprechung des BLW: Das BLW wird sich dafür einzusetzen, dass es künftig nur noch Bio-Alpen gibt.

Luna zu Viola: „Die neue Regelung schreibt vor, dass unser Biostatus verloren geht, wenn wir länger als 30 Tage auf einem Nichtbiobetrieb sind. Nach der Alpabfahrt müssen wir also wieder auf Bio umgestellt werden.

Bio Suisse schlug vor, dass vertraglich mit den Alpmeistern zu vereinbaren sei, dass keine Dünger und Pflanzenbekämpfungsmittel eingesetzt werden, welche im Biolandbau verboten sind.

Das Herbizidverbot gegen Blacken wollten die Glarner Biobauern nicht akzeptieren und legten Rekurs gegen diese Weisung ein, denn sie befürchteten, dass die konventionellen Alpbewirtschafter nicht auf chemische Blackenbekämpfung verzichten wollten, und es dadurch an Alpplätzen für Bio-Tiere mangeln würde. Dadurch würde die Bestossungszahl kleiner, was ein Verlust für die Alpwirtschaft wäre. Und schliesslich würde dadurch der Konflikt zwischen Bio und Konventionell wieder geschürt.

Barbara Sulzer sagte, dass ein Abspritzen der Blacke ohne grundlegende Änderung der Bewirtschaftung gar nichts nützt, womit sie natürlich recht hat. Sie fand es auch schade, dass die Alpen dadurch in biokonforme und konventionelle unterteilt würden. Die Alp ist für sie ein Gebiet mit speziellem Naturcharakter. Sulzer vertrat die Meinung, man müsse bestrebt sein, die Alpen als „Naturreservat“ zu bewahren und sie konsequenterweise biologisch bewirtschaften. Das naturnahe Image der Schweizer Alpwirtschaft sei ausserdem sehr wichtig für die Vermarktung und den Tourismus.

Die Glarner Biobauern forderten vom BLW ein generelles Herbizidverbot auf Alpen in der Schweiz, verankert in der Sömmerungsbeitragsverordnung. Der Mehraufwand für mechanische Unkrautbekämpfung solle durch höhere Direktzahlungen abgegolten werden. Bis eine solche Änderung realisiert sei, sollten wir, die Tiere von Biobetrieben, uneingeschränkt auf konventionellen Alpen gesömmert werden können.

Weisst du Viola, die Bauern erreichen fast immer, was sie wollen. Das BLW stieg auf die Forderung der Glarner Biobauern ein, hob die geplanten Einschränkungen zur Sömmerung von Bio-Kühen auf konventionellen Alpen auf. Alles solle vorläufig beim alten bleiben.

Längerfristig will das BLW jedoch den Gedanken, Alpen ganz biologisch zu bewirtschaften, das heisst, auch auf Herbizide zu verzichten, zusammen mit dem Schweizer Alpwirtschaftlichen Verband (SAV) weiterverfolgen.“ Der Tradition entsprechend, hat Fiona, die Enkelin von Viola, diese Geschichte ihrer Tochter Bella erzählt.

Bella, die Ur-Ur-Enkelin von Luna meint: „Offensichtlich hat das BLW das Versprechen „Bio-Alp“ vergessen. Wir müssen das laut nach Bern muhen!“

Quelle: zalp, Zeitung der Älplerinnen und Älpler, Nr. 12 Sommer 2001, Seite 26, Sind die Alpen Gift für die Biokuh? Barbara Sulzer.

Heidis 35 Artikel über Herbizide auf Alpen

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Was bin ich? Das heitere Bio-Raten

8. Oktober 2020

 

NaNa: *Was bin ich?*, das heitere Beruferaten, war eine Quizsendung, die von 1955 bis 1958 und von 1961 bis 1989 vom Ersten Deutschen Fernsehen bzw. Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt wurde. Moderator der 337 Folgen war Robert Lembke.

In der Schweiz gelten strengere Richtlinien! Wirklich? Das Alp-Kuh-Wunder Bella, Heidis Mist vom 7.10.20

Heidis 34 Artikel über Herbizide auf Alpen

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In der Schweiz gelten strengere Richtlinien! Wirklich? Das Alp-Kuh-Wunder Bella

7. Oktober 2020

Die Bio-Milchkuh Bella auf einer konventionellen Alp.

Die Bio-Milchkuh Bella auf einer konventionellen Alp.

Bella ist eine Bio-Milchkuh. Den grössten Teil des Jahres lebt sie im Tal in einem Bio-Knospe-Betrieb. Weil es nur wenige Bio-zertifizierte Alpen gibt, verbringt sie den Sommer auf einer Alp zusammen mit Stella, ihrer Freundin aus einem konventionellen Betrieb.

Aus der Milch von Bella, Stella und ihren KollegInnen aus verschiedenartigen Betrieben bereiten die ÄlplerInnen konventionellen Alpkäse. Wenn Stella zurück auf dem Heimbetrieb ist, gibt sie weiterhin konventionelle Milch, nicht so Bella: Ab dem ersten Tag ist ihre Milch „Bio“. Oh Wunder!

Max und Moritz, zwei Söhne von Bella, grasten im Sommer ebenfalls auf einer konventionellen Alp. Moritz, der Ungeschickte, verletzte sich eine Woche vor Alpabfahrt am Klauen. Weil Moritz gesund und sowieso praktisch schlachtreif war, stellte der Tierarzt ein Zeugnis aus, womit Moritz in den nächsten Schlachthof gebracht werden konnte. Der Bio-Bauer Meier erhielt aber für das Fleisch nur den tieferen Preis für „konventionelles“ Fleisch ausbezahlt.

Zwei Tage nach Alpabfahrt führte Meier den schlachtreifen Max zum Viehanhänger und fuhr mit ihm zum Metzger. Sonderegger zahlte ihm den höheren Preis für Bio-Fleisch und freute sich auf die entsprechend höhere Marge, die er beim Bio-Fleisch erwirtschaftet. Seine umweltbewusste Kundschaft bevorzugt das Bio-Fleisch.

Gemäss Bio-Verordnung Art. 15b behalten Bio-Tiere ihren Status, wenn die Sömmerung auf Betrieben erfolgt, welche die Anforderungen nach den Artikeln 26 bis 34 der Direktzahlungsverordnung einhalten.

Es gibt weder beim Bundesamt für Landwirtschaft, noch bei Bio Suisse und bio.inspecta eine Liste der Bio-Alpen. Daher kann es aufwändig sein herauszufinden, ob ein Alpkäse, der als „Bio“ angeboten wird, auch tatsächlich „Bio“ ist.

Alpbewirtschaftung gemäss Direktzahlungsverordnung:
„sachgerecht und umweltschonend“

So steht es in der Direktzahlungsverordnung:

Art. 26 Grundsatz

Die Sömmerungs- und Gemeinschaftsweidebetriebe müssen sachgerecht und umweltschonend bewirtschaftet werden.

Heidi hat schon mehrmals darauf aufmerksam gemacht, dass „umweltschonend“ beim Bundesamt für Landwirtschaft heisst: Es darf nach Art. 30 gedüngt und gemäss Art. 31 Futter zugeführt werden. Auch sind Pestizide erlaubt; Herbizide werden oft eingesetzt, da die Unkräuter für den abzugsfreien Bezug der neuen Sömmerungsbeiträge bekämpft werden müssen, die Vorgaben sind in Art. 32 zu finden.

Wesentlich strengere Richtlinien in der EU

VERORDNUNG (EG) Nr. 889/2008 DER KOMMISSION vom 5. September 2008
mit Durchführungsvorschriften zur Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen hinsichtlich der ökologischen/biologischen Produktion, Kennzeichnung und Kontrolle

Artikel 17
Gleichzeitige Haltung ökologischer/biologischer und nichtökologischer/nichtbiologischer Tiere

(3) Ökologische/biologische Tiere können auf Gemeinschaftsflächen gehalten werden, sofern

a) die Flächen zumindest in den letzten drei Jahren nicht mit Erzeugnissen behandelt wurden, die für die ökologische/biologische Produktion nicht zugelassen sind;

b) nichtökologische/nichtbiologische Tiere, die die betreffenden Flächen nutzen, aus einem Haltungssystem stammen, das den Systemen gemäß Artikel 36 der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 oder Artikel 22 der Verordnung (EG) Nr. 1257/1999 gleichwertig ist;

c) die Erzeugnisse der ökologischen/biologischen Tiere nicht als ökologische/biologische Erzeugnisse angesehen werden, solange die betreffenden Tiere auf diesen Flächen gehalten werden, es sei denn, es kann eine adäquate Trennung dieser Tiere von den nichtökologischen/nichtbiologischen Tieren nachgewiesen werden.

(5) Unternehmer führen Buch über die Anwendung der
Vorschriften dieses Artikels.

Almbewirtschaftung in Österreich

„Die Almbewirtschaftung erfolgt über weite Bereiche ökologisch, die Richtlinien sind sehr streng. Die Futterbasis muss aus Gräsern und Kräutern der Almweiden bestehen. Getreide und almfremdes Heu darf nur in geringem Masse verfüttert werden. Auch dürfen auf Almen in Österreich generell keine Herbizide oder Insektizide ausgebracht, keine Gülle oder Jauche vom Tal auf die Alm gebracht werden. Auch Kunstdünger ist auf der Alm verboten, hier gilt die Bio-Richtlinie.“ Quelle: Vielfalt in absoluten Höhenlagen, Kurier vom 21.9.15.

Heidi meint: „Der Vergleich mit der EU zeigt, dass in der EU eine Übergangsfrist von konventioneller zu ökologischer/biologischer Produktion für Gemeinschaftsflächen von drei Jahren gefordert wird – in der Schweiz hingegen beträgt sie NULL.

Es wäre wohl an der Zeit, die Alpen wirklich umweltschonend und naturnah zu bewirtschaften! Biodiversität ist in aller Munde, aber es fehlen griffige Massnahmen.

Heidis 33 Artikel über Herbizide auf Alpen

7.10.20 HOME

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Farm Aid: „Industrielle Landwirtschaft – ein gescheitertes System“

1. Oktober 2020

<a href="https://www.farmaid.org/blog/farmer-heroes/craig-watts/" target="_blank" rel="noopener">Craig Watts</a>, früherer Geflügelhalter in North Carolina USA, Whistleblower: "Man muss die Bauern aus dieser Falle herausholen ..." Ratschlägen für alle, die Huhn essen: "Sie treffen dreimal täglich die Wahl, welche Art von Mahlzeit Sie essen wollen. Die Verbraucher können einen Unterschied machen, und sie tun es auch. Öffentlicher Druck wird dieses System verändern. Die Landwirte und die Regierung werden nicht in der Lage sein, die Veränderungen allein durchzuführen. Die einzige Möglichkeit besteht darin, dass die Öffentlichkeit Druck ausübt".

Craig Watts, früherer Geflügelhalter in North Carolina USA, Whistleblower: „Man muss die Bauern aus dieser Falle herausholen …“ Ratschlägen für alle, die Huhn essen: „Sie treffen dreimal täglich die Wahl, welche Art von Mahlzeit Sie essen wollen. Die Verbraucher können einen Unterschied machen, und sie tun es auch. Öffentlicher Druck wird dieses System verändern. Die Landwirte und die Regierung werden nicht in der Lage sein, die Veränderungen allein durchzuführen. Die einzige Möglichkeit besteht darin, dass die Öffentlichkeit Druck ausübt“.

Farm Aid USA setzt sich das ganze Jahr über für die bäuerlichen Familienbetriebe ein. Farm Aid über die Industrielle Landwirtschaft:

„Als Nation sind wir abhängig geworden von einem Ernährungssystem voller versteckter Kosten und falscher Versprechungen.

Das industrielle Ernährungssystem, in das der Löwenanteil der öffentlichen und privaten Investitionen fliesst, konzentriert sich auf den Ertrag von nur einer Handvoll Feldfrüchte und Tiere und berücksichtigt die vielen Kosten für Umwelt und öffentliche Gesundheit nicht, welche von einer zunehmend globalen und industriellen Nahrungsmittelversorgung verursacht werden. Diese Kosten sprechen für die Ineffizienz eines Ernährungssystems, das durch Expansion, Konzernkonsolidierung und das Streben nach Gewinnmaximierung angetrieben wird, was im Allgemeinen auf Kosten der bäuerlichen Familienbetriebe, der Lebensmittelqualität, der Umweltgesundheit und des Wohlergehens der Gesellschaft geht.

Die industrielle Landwirtschaft dient weder den bäuerlichen Familienbetrieben, noch unserer Wirtschaft oder dem Wohl der Allgemeinheit. Stattdessen sehen wir nach wie vor die negativen Auswirkungen einer unkontrollierten Marktmacht und den Verlust von Familienbauern und -bäuerinnen. Angesichts steigender Produktionskosten, der Umweltzerstörung, des Klimawandels und der Verschärfung ernährungsbedingter Gesundheitskrisen beginnt das industrielle Ernährungssystem unter seinem eigenen Gewicht zusammenzubrechen.“

Farm Aid: Industrial Agriculture – A failing system

Farm Aid Festival: Unterstützung für bäuerliche Familienbetriebe in den USA. Heidis Mist vom 28.9.20

30.9.20 HOME

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Farm Aid Festival: Unterstützung für bäuerliche Familienbetriebe in den USA

28. September 2020

Jedes Jahr veranstalten die Farm Aid-Vorstandsmitglieder ein Festival; es sind dies

Diese Musiker bringen viele KünstlerInnen, Bauern und Bäuerinnen sowie Fans für eine Mission zusammen: Unterstützung von bäuerlichen Familienbetrieben, damit diese auf ihrem Land bleiben können. Das Festival soll zudem die Menschen mit der Herkunft unserer Nahrung in Berührung bringen.

Willie Nelson am Farm Aid 2020 On the Road

Willie Nelson am Farm Aid 2020 On the Road

Neil Young

Neil Young

Seit 1985 hat Farm Aid 60 Millionen Dollar gesammelt und damit bäuerlichen Familienbetrieben geholfen. Gleichzeitig inspiriert Farm Aid Millionen von Menschen zur Teilnahme an der Bewegung für gute Lebensmittel.

Farm Aid ist bekannt für das jährliche Musik-, Lebensmittel- und Landwirtschaftsfestival, aber die Leute von Farm Aid arbeiten das ganze Jahr über daran, ein landwirtschaftliches System aufzubauen, das Familienbetriebe, gutes Essen, Boden und Wasser sowie starke Gemeinschaften fördert. Sie engagieren sich für eine faire Landwirtschaftspolitik. (Our mission since 1985.)

ls Reaktion auf die Pandemie hat diese Bäuerin mehr Mais für die lokale Bevölkerung angebaut.

Als Reaktion auf die Pandemie hat diese Bäuerin mehr Mais für die lokale Bevölkerung angebaut.

Farm Aid fördert die Verbindungen zwischen Bauern und KonsumentInnen durch die Schaffung und Stärkung lokaler und regionaler Märkte und bringt die Produkte in die Stadt, in Lebensmittelgeschäfte, Restaurants, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen. An allen Veranstaltungen werden Lebensmittel aus Familienbetrieben angeboten. (Promoting Family Farm Food)

Norah Jones, US-amerikanische Soul- und Jazz-Sängerin, Pianistin, Songwriterin, Schauspielerin und mehrfache Grammy-Preisträgerin

Norah Jones, US-amerikanische Soul- und Jazz-Sängerin, Pianistin, Songwriterin, Schauspielerin und mehrfache Grammy-Preisträgerin

Farm Aid feierte sein 35-Jahr-Jubiläum mit einem virtuellen Festival zu Hause. Am 26.9.20 fand „Farm Aid 2020 On the Road“ mit mehr als 20 KünstlerInnen statt. Im Film mit viel Musik kommen zwischendurch Bauern und Bäuerinnen zu Wort.

Jon Batiste führt durch das Video Farm Aid 2020 On the Road. Er ist US-amerikanischer Musiker.

Jon Batiste führt durch das Video Farm Aid 2020 On the Road. Er ist US-amerikanischer Musiker.

Der Verkauf während der Pandemie muss neu organisiert werden.

Der Verkauf während der Pandemie muss neu organisiert werden.

Farm Aid 2020 On the Road.

Farm Aid 2020 On the Road.

Farm Aid 2020 On the Road, Video 3:24:12

Farm Aid, Wikipedia

28.9.20 HOME

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Konzernverantwortungsinitiative: Zensur bei der Bauernzeitung online?

26. September 2020

Die Landwirtschaftskammer (Laka), das Parlament des Schweizer Bauernverbands, hat die Ablehnung der Konzernverantwortungsinitiative mit 62:3 Stimmen beschlossen. Ein Antrag auf den Parolen-Verzicht wurde abgelehnt. Die Laka entschied sich für eine Parole, und zwar mit 55 Ja, 13 Nein und 7 Enthaltungen.

Bauernzeitung: zensurierter online-Bericht

Am 21.9.20 schrieb der Chefredaktor der Bauernzeitung, Adrian Krebs:

Die Landwirtschaftskammer, das Parlament des Schweizer Bauernverbands, hat mit klarer Mehrheit die Ablehnung der Konzernverantwortungs-Initiative beschlossen. Die Bio Suisse und der SBLV hatten erfolglos für einen Verzicht auf eine Parole votiert.

… Bio Suisse befürchtet Glaubwürdigkeits-Verlust

Zuvor hatte Bio Suisse-Präsident Urs Brändli einen Antrag gestellt, man möge auf eine Parole verzichten. Der Bio Suisse-Vorstand habe ein einstimmiges Ja beschlossen und er könne nicht nachvollziehen, dass man mit einem Nein die Glaubwürdigkeit der Landwirtschaft auf das Spiel setzen wolle.

Brändli verwies auch auf die Parallelen der KVI zu den regelmässigen Forderungen des SBV bezüglich der Nachhaltigkeits-Standards von Lebensmittel-Importen. Der Antrag von Bio Suisse fand Unterstützung bei Jeannette Zürcher-Egloff, Vizepräsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV). Sie verwies auf ähnliche Vorhaben, bei denen die Laka wegen mangelnder Betroffenheit auf eine Parole verzichtet.“

Am 23.9.20 um 22:28 Uhr wurde der Artikel aktualisiert. Geändert wurde der Lead, der ganze oben zitierte Text wurde gelöscht, ebenfalls die Resultate der Abstimmung zum Parolenverzicht.

Der Lead heisst neu:

„Die Landwirtschaftskammer, das Parlament des Schweizer Bauernverbands, hat mit klarer Mehrheit die Ablehnung der Konzernverantwortungs-Initiative beschlossen. Ein Antrag auf Parolenverzicht scheiterte klar.“

Der Kuhhandel zwischen Markus Ritter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbands (SBV) und Ruedi Noser, Economiesuisse-naher FDP Ständerat des Kantons Zürich kam längst nicht überall gut an. Er lautet: Agrarreform stoppen gegen ein NEIN der Bauern zur Konzernverantwortungsinitiative.

Heidi meint: Geb ich dir, so gibst du mir! Sachliches Abwägen scheint keine Stärke dieser Politiker zu sein!

Klarstellung von Adrian Krebs, Chefredaktor Bauernzeitung 5.10.20

Die Landwirtschaftskammer (Laka) ist halböffentlich, es sind jeweils die ChefredaktorInnen von Agri, Schweizer Bauer und BauernZeitung (oder eine Stellvertretung) eingeladen. Die Handhabung ist in Absprache mit dem SBV, dass nur über Entscheide, nicht aber über individuelle Voten geschrieben werden sollte, um die Laka als geschützten Rahmen für offene Diskussionen nicht zu gefährden, was durchaus Sinn macht. Im Weiteren ist vereinbart, dass wenn Themen aufkommen, die der Nachrecherche bedürfen, dies jederzeit möglich ist. Ich finde es auch aus Fairnessgründen wichtig, dass sich alle an die vereinbarten Spielregeln halten und habe deshalb kein Problem, etwas zurückzunehmen, wenn mir diese Regeln aufgrund des journalistischen Temperaments wieder mal ein bisschen in den Hintergrund gerückt sind. Deshalb ist es falsch, hier von Zensur sprechen.

Bauernverbands-Parlament empfiehlt die Nein-Parole zur Konzernverantwortungs-Initiative. Bauernzeitung vom 21./23.9.20

Ständeratskommission: „Versenkt zynischer Deal zwischen Bauernverband und Economiesuisse die Agrarreform 22+?“. Vision Landwirtschaft vom 21.8.20

Markus Ritter agiert skrupellos. Kleinbauern-Vereinigung, 24.8.20

Agrarreform: Bio-Verbände wussten nichts vom Wirtschafts-Deal. Nau.ch 25.8.20

Empörend, unverständlich und gefährlich. Beschämender Deal gegen Agrarreform und Konzernverantwortung. Brot für Alle

26.9.20 HOME

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