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Probleme verschieben statt lösen … nicht nur beim Palmöl

2. Februar 2019
Kuchenteig mit Schweizer Butter, Bio-Haselnüsse von Gebana, Kirschen aus dem Garten.

Kuchenteig mit Schweizer Butter, Bio-Haselnüsse von Gebana, Kirschen aus dem Garten.

Das Palmöl-Problem ist nur eines von vielen. Man schiebt es im eigenen Interesse im Kreis herum, eine Lösung ist in weiter Ferne. Heidi achtet beim einkaufen auf palmölfrei und verwendet für Gebäcke wie Zopf, Teig für Frucht- und Gemüsewähen sowie Guetzlis Schweizer Butter, dies obwohl sie weiss, dass Ölpalmen pro Fläche den höchsten Ertrag bringen. Eine gute Lösung? Eine schlechte Lösung?

Würde Heidi regelmässig solche Gebäcke essen, dann wäre auch Butter schlecht, denn das Problem für Gesundheit und Umwelt ist die Menge. Es sind die ungeheuren Mengen an Süssigkeiten und verarbeiteten Lebensmittel, die heute konsumiert werden! Wenn COOP in Zukunft Butter statt Palmöl für die Herstellung von Guetzlis verwendet, dann ist dies gut für die Bauern, denn sie produzieren zu viel Milch und subventionierte Butter wird zu Schleuderpreisen exportiert. Aber für die Umwelt sind die vielen Tiere schlecht.

Problem Stickstoffüberschüsse

Zitat aus dem Umweltbericht 2018 des Bundesrates, Seite 45: „Viele Umweltprobleme sind auf Stickstoffverbindungen zurückzuführen. Stickstoffüberschüsse belasten Böden, Gewässer, Meere und das Klima. Dies hat negative Folgen für die Biodiversität und die menschliche Gesundheit. Rund zwei Drittel des über die Luft eingetragenen Stickstoffs haben ihren Ursprung in der Landwirtschaft … Rund 70% der landwirtschaftsbedingten Ammoniakemissionen gehen auf die Rindviehhaltung zurück…“ Berichte schreiben allein genügt nicht, zum Handeln fehlt der Wille allenthalben. Und Deutschland hat diesbezüglich eine Klage der EU hängig.

Probleme ins Ausland verlagern

Anbaufläche für Ölpalmen in Indonesien zwischen 1961 und 2016: Die Grafik zeigt die Anbaufläche (in Quadratkilometern) für Ölpalmen in Indonesien von 1961 bis 2016. Die Auswertung erfolgte am 27.04.2018 mit Hilfe der Datenbank der FAO (FAOSTAT). Quelle: Faszination Regenwald.

Anbaufläche für Ölpalmen in Indonesien zwischen 1961 und 2016: Die Grafik zeigt die Anbaufläche (in Quadratkilometern) für Ölpalmen in Indonesien von 1961 bis 2016. Die Auswertung erfolgte am 27.04.2018 mit Hilfe der Datenbank der FAO (FAOSTAT). Quelle: Faszination Regenwald.

Also doch lieber Palmöl importieren und die Umwelt anderswo verschmutzen? Der Anbau von Palmöl in Indonesien und Malaysia usw. ist nur deshalb schon schwierig, weil die meisten Böden extrem flachgründig sind und daher grosse Düngermengen nötig sind. Gerne wird als Herbizid Paraquat eingesetzt. Das Mittel ist effizienter als Glyphosat, aber auch wesentlich toxischer; es darf bei uns und in vielen anderen Ländern schon lange nicht mehr eingesetzt werden. Quellen und Flüsse (Trinkwasser) werden verschmutzt, auch durch Abwasser der Palmölfabriken und Erosion, denn Urwald auf Hügeln wird abgeholzt, Strassen werden gebaut, Erosion ist vorprogrammiert.

Torfböden nutzen? Hier bestehen nicht nur dieselben Problem wie bei uns im Gemüseparadies Seeland, hinzu kommt die Luftverschmutzung durch das Abbrennen von Torf-Urwäldern, besonders wenn die Feuer ausser Kontrolle geraten, denn Torf ist auch ein Brennstoff. Torf wurde daher in der Schweiz früher abgebaut, davon zeugen noch viele Torfschober. Zudem reissen sich Konzerne das Land für den Anbau von Ölpalmen mit zweifelhaften Methoden unter den Nagel, nicht nur in Indonesien! Die Kleinbauern verschwinden nach und nach.

Also, „wo nötig“ Bio-Palmöl, wie das COOP für die Zukunft vorsieht? Aus Flächen, die vor 1994 gerodet wurden, damals als der Boom so richtig Schwung bekam. Und „wo immer möglich Bevorzugung von Kleinbauern-Kooperativen“, wie es im Projekt des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) heisst. Zurzeit gibt es weltweit insgesamt drei von Bio Suisse zertifizierte Palmölproduzenten. Diese bauen in Brasilien, Kolumbien und Madagaskar an, in Ländern also, welche noch keinen so schlechten Palmöl-Ruf haben wie Indonesien & Co., aber deswegen keinesfalls die bessere Wahl sind.

Die „COOP-Alternative“ löst aber weder das Mengen- noch das Wachstumsproblem. Diese Lösung dient in erster Linie dem Ruf des Grossverteilers bzw. dem Absatz von (billigeren) palmölhaltigen Produkten. Und wer „weiss“ schon, in welchen Produkten Palmöl „nötig“ ist.

Die Abholzung von Urwald geht aber unvermindert weiter, allen Beteuerungen zum Trotz.

  • Kolumbien: „Never mind cocain – big farming is far worse.“ sagt Liliana M. Dávalos, Assistenzprofessorin an der Stony Brook University in New York in einem Interview im New Scientist vom 8.8.15.
  • Brasiliens Amazonas: 7900 Quadratkilometer Regenwald binnen eines Jahres abgeholzt. Abholzung in einer Größenordnung, die jede Vorstellung sprengt: Regenwald auf einer Fläche von mehr als einer Million Fußballfelder wurde binnen eines Jahres im Amazonas vernichtet. Ein Grund: expandierende Landwirtschaft. Spiegel Online 24.11.18
  • Madagaskar: grösster Verlust an intakter Waldlandschaft: 18,5% von 2000 bis 2013, siehe Tabelle.
  • Gier nach Soja, Holz und Palmöl: In Brasilien, Madagaskar und Indonesien bringen vor allem der Verlust und die zunehmende Zerteilung ihrer Lebensräume die Primaten in Bedrängnis, so der Befund eines internationalen Forscherteams. Der südkoreanische Konzern Daewoo Logistics pachtet 1,3 Millionen Hektar anbaufähiges Land auf Madagaskar für einen Zeitraum von 99 Jahren, um dort Mais und Palmöl anzubauen und die Ernte nach Südkorea zu verschiffen.
  • Die Zahl der getöteten UmweltaktivistInnen war noch nie so hoch wie letztes Jahr. Stark steigt die Zahl jener, die brutal angegriffen werden, weil sie ihr Land gegen zerstörerische Landwirtschaft für den Palmölanbau verteidigen.

Allfällige gesellschaftliche Probleme von ausländischer Hilfe werden gerne ausgeklammert oder übersehen. So haben Europäer in Afrika Bauern gezeigt wie man Reis besser anbaut. Der höher Ertrag liess nicht auf sich warten und ermöglichte es einem Bauern, sich eine zweite Frau zu nehmen; die erste hatte ihm schon 13 Kinder geschenkt. Das hat Heidi kürzlich in der NZZ gelesen. Problem gelöst?

EAT-Lancet und das Pestizide-Problem

Agrarbericht 2016, Bundesamt für Landwirtschaft.

Agrarbericht 2016, Bundesamt für Landwirtschaft.

37 Experten der EAT-Lancet Commission haben drei Jahre an einer Lösung für die beste Ernährung für Gesundheit und Umwelt gearbeitet, denn „food is currently threatening both people and planet. Ähnliche Empfehlungen wurden längst schon von Greenpeace, Ernährungswissenschaftlern, Agroscope, FiBL usw. gemacht: Mehr Früchte, Gemüse, Körner, Nüsse, Knollen und sehr viel weniger Fleisch, Milchprodukte und Zucker.

Dadurch würde das Klimaproblem, das unsere ungesunde Ernährungsweise verursacht, teilweise entschärft. Was bedeuten z.B. mehr Früchte und Gemüse für die Verschmutzung der Umwelt mit Pestiziden? Mehr, mehr mehr …! Ausser wir ändern radikal die Art und Weise wie wir sie anbauen, denn beim Anbau von Früchten und Gemüsen werden heute besonders viele Pestizide eingesetzt und der Boden ist zeitweise unbewachsen, d.h. die Auswaschungs- und Abschwemmgefahr ist gross. Es genügt nicht „den Pestizideinsatz ein bisschen zu senken“ und finanzielle Anreize für die Bauern zu schaffen, wie das der Aktionsplan Pflanzenschutzmittel des Bundes vorsieht. Der Lancet-Eat-Wandel erfordert eine grundsätzliche Abkehr von der bisherigen nicht nachhaltigen Produktionsweise, wenn wir nicht zusätzliche Probleme schaffen wollen.

Auch die Gefahr der Grundwasserverschmutzung steigt wesentlich, wenn mehr Acker statt Grünland über dem Trinkwasser liegt. Ansätze für eine bessere Lebensmittelproduktion gibt es etwa im Biolandbau, der Regionalen Vertragslandwirtschaft, der Agrarforstwirtschaft, Permakultur … Echte Innovationen sind gefragt und die zwei Pestizid-Initiativen sind wichtige Treiber für Lösungen des bereits heute existierenden Verschmutzungsproblems.

Wie bringen wir das den Leuten bei?

Die täglichen Versuchungen am Eingang eines COOP-Ladens: Fleisch, "hausgemacht" verarbeitet, in viel Wegwerfplastik verpackt ...

Die täglichen Versuchungen am Eingang eines COOP-Ladens: Fleisch, „hausgemacht“ verarbeitet, in viel Wegwerfplastik verpackt …

Im EAT-Bericht heisst es, dass wir die KonsumentInnen davon überzeugen müssten, dass sie anders einkaufen und kochen, während die Bauern und Läden gesündere, nachhaltigere Lebensmittel produzieren und fördern müssten. Dass ein so radikaler Wechsel nicht von selbst kommt, wissen die Autoren des Berichts. Umwelt- und Gesundheitskosten müssten bei der Preisfestlegung berücksichtigt werden, indem man Steuern erhebe, was zu höheren Preisen führen könnte.

Schon bei Diskussionen um die Einführung einer Zucker-Steuer leuchten bei unseren PolitikerInnen und BundesrätInnen die Alarmglocken. CO2-Steuer? Ess-Steuer? Da sieht Heidi schon Wilhelm Tell ins Bundeshaus stürmen, die Armbrust geschultert, im Anhang eine Schar freiheitlicher Berater und in einigen Redaktionsstuben wären die Köpfe rot, während die Finger energisch auf die Tasten hauen, um solches zu verhindern.

In der Schweiz setzt man in solchen Fällen auf die mündigen und informierten KonsumentInnen, auch wenn dies illusorisch ist. Gerne schieben die Interessensvertreter diese Argumentation vor, obwohl sie sich in der Vergangenheit als nicht zielführend erwiesen hat. Also einzige Hoffnung: Die Vernünftigen handeln?

„Wir wissen wie wir 10 Milliarden Menschen ernähren“

World Scientists' Warning to Humanity: A Second Notice. BioScience 2017;67(12:1026-1028. Copyrigh The Author(s). Published by Oxford University Press on behalf of the American Institute of biological Sciences.

World Scientists‘ Warning to Humanity: A Second Notice. BioScience 2017;67(12:1026-1028. Copyrigh The Author(s). Published by Oxford University Press on behalf of the American Institute of biological Sciences.

Ernst Bromeis, der Wasserbotschafter, verliess 2015 nachdenklich die Expo Mailand und sagte zu seiner Familie: „Wir wissen wie wir in Zukunft 10 Milliarden Menschen ernähren werden. Wieso können wir heute nicht 7 Milliarden ernähren?“

Bevölkerungszuwachs

Heidi hat die aktuelle Weltbevölkerung am 2.2.19 um 14 Uhr nachgeschaut:
7 677 456 698 Menschen
Zuwachs 2018: 91 812 002 Menschen oder 1,22 Prozent. Gemäss Prognosen von Bevölkerungswissenschaftlern werden 2050 10 Milliarden Menschen leben, essen und sauberes Wasser trinken wollen. Der Iran ist nur ein Land, dem das Wasser ausgeht. Aber auch das weiss man schon lange!

Aktuelle Bevölkerung der Schweiz: 8 654 303 Menschen
Zuwachs Schweizer Bevölkerung 2018: 99 218 oder 1,16 %.
Prognose für 2050: 9 879 894 Menschen

Die Bevölkerung der Schweiz wuchs 2018 gleich schnell wie die Weltbevölkerung.

Heidis Fragen

Wie ernähren wir 11, 12 und mehr Milliarden Menschen? Wie wird dann unsere Erde aussehen? Wie sauber wird das Wasser sein? Werden wir noch genügend haben? Die Entscheidungsträger schlittern lieber von Krise zu Krise statt die sich abzeichnende Katastrophe zu mindern oder gar zu verhindern. Unabhängige PolitikerInnen braucht die Welt! Der Blick auf Wirtschaftswachstum und Börsenkurse reicht nicht für die Lösung der dringenden Probleme, der Verweis auf Lösungen in der Zukunft durch Innovation und Forschung auch nicht und die Hoffnung auf Künstliche Intelligenz, wo die eigene Intelligenz nicht mehr ausreicht, ist wenig realistisch. An Wunder glauben? Oder das heute Mögliche in Angriff nehmen?

Links

Coop will weniger Palmöl verwenden – und Migros? Coop will wieder Butter in seine Guetsli rühren. Und wo nötig, nur Bio-Palmöl nehmen. Migros setzt dagegen auf ein anderes Label. Isabel Strassheim, 20 minuten vom 5.7.18

Faktenblatt Kleinbauern Palmöl als Sackgasse für Kleinbauern in Malaysia und Indonesien, erarbeitet von Bruno Manser Fonds & Brot für alle im August 2018, unterstützt von zahlreichen Organisationen

Fokus auf Knospe-Palmöl im Regal und in der Forschung, FiBL, Nachricht vom 6.6.18

Borneo Road-Building Spree Among ‘World’s Scariest’ Environmental Threats, ALERT, Alliance of Leading Environmental Researchers & Thinkers, 28.1.19

Wenn der Torfwald brennt, DW vom 6.2.12

Von Cocain, Palmöl und Raps, Heidis Mist vom 23.9.15

Brasiliens Amazonas 7900 Quadratkilometer Regenwald binnen eines Jahres abgeholzt, Spiegel Online vom 24.11.18

Primates in peril: the significance of Brazil, Madagascar, Indonesia and the Democratic Republic of the Congo for global primate conservation, PeerJ – Life & Environment, 15.6.18

Halb Madagaskar zum Nulltarif! Die Presse vom 28.11.8

Deadliest year on record for land and environmental defenders, as agribusiness is shown to be the industry most linked to killings, Global Witness vom 24.7.18

Heidis Artikel über Palmöl

Umweltbericht 2018 des Bundesrates

Nitrateinträge durch Landwirtschaft weiterhin großes Problem, gemeinsame Presseinformation Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Aktion Agrar, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Deutsche Umwelthilfe, Deutscher Naturschutzring, Germanwatch, Greenpeace, GRÜNE LIGA, NABU – Naturschutzbund Deutschland und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di., 31.1.19

EAT-Lancet Commission Summary Report. This report was prepared by EAT and is an adapted summary of the Commission Food in The Anthropocene: the EAT-Lancet Commission on Healthy Diets From Sustainable Food Systems.

World Scientists’ Warning to Humanity: A Second Notice, ioScience, Volume 67, Issue 12, 1 December 2017, Pages 1026–1028

Wasserknappheit im Iran Den Ajatollahs geht das Wasser aus, SRF 10vor10 vom 1.2.19

Die hausgemachte Katastrophe. Iran geht einer Umweltkatastrophe entgegen, die das Land irreversibel verändern wird. JOURNAL21 vom 11.9.15

Weltbevölkerungsuhr

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Eine Weihnachtsgeschichte: Marco und die Schafe

24. Dezember 2018
Ein Grauwolliges Pommersches Landschaf auf der Insel Rügen, an der Ostseeküste Vorpommerns. Rügen ist die grösste Insel Deutschlands und ein beliebtes Urlaubsziel. Copyright: NDR.

Ein Grauwolliges Pommersches Landschaf auf der Insel Rügen, an der Ostseeküste Vorpommerns. Rügen ist die grösste Insel Deutschlands und ein beliebtes Urlaubsziel. Copyright: NDR.

Das Pommersche Landschaf ist 3’800 Jahre alt und vom Aussterben bedroht. Es ist genügsam und bestens an das raue Klima angepasst. Die hervorragende Wolle wollte niemand mehr kaufen. Das missfiel dem Wirtschaftsingenieur Marco Scheel, der in seiner Kindheit häufig in einem Schafstall war. Er gründete das Geschäft Nordwolle, suchte Partner und stellt jetzt aus dem Stoff seiner Träume Jacken her. Sogar die Damen der Deutschen Rudermannschaft tragen sie.

Bisher stammte der Verdienst der Schäfer v.a. aus Beiträgen für die Grünlandpflege. Die Wolle wurde vernichtet. Copyright: NDR.

Bisher stammte der Verdienst der Schäfer v.a. aus Beiträgen für die Grünlandpflege. Die Wolle wurde vernichtet. Copyright: NDR.

Marco fand eine der letzten Tuchfabriken Deutschlands, die<a href="https://www.mehler-tuchfabrik.de/das-unternehmen/historie/" target="_blank" rel="noopener"> Gebrüder Mehler GmbH</a> in Bayern, welche 1644 gegründet wurde. Zu ihr gehört auch die <a href="https://www.mehler-tuchfabrik.de/das-unternehmen/standorte/" target="_blank" rel="noopener">Spinnerei in Forst</a> im Bundesland Brandenburg. Dort wird das Garn gesponnen und das Wollvlie gefertigts, das Futter für die bergtauglichen Jacken, hergestellt. Marco ist ein wichtiger Kunde geworden; der Chef empfängt ihn jeweils persönlich. Copyright: NDR

Marco fand eine der letzten Tuchfabriken Deutschlands, die Gebrüder Mehler GmbH in Bayern, welche 1644 gegründet wurde. Zu ihr gehört auch die Spinnerei in Forst im Bundesland Brandenburg. Dort wird das Garn gesponnen und das Wollvlies gefertigt, das Futter für die leichten bergtauglichen Jacken. Marco ist ein wichtiger Kunde geworden; der Chef empfängt ihn jeweils persönlich. Copyright: NDR

In der Näherei sind alle Angestellten gelernte Näherinnen. Copyright: NDR

In der Näherei sind alle Angestellten gelernte Näherinnen. Copyright: NDR

Marcos Laden ist minimalistisch eingereichtet. Die Leute sollen kaufen, was sie brauchen und wollen. Er möchte die Kunden nicht zum Kaufen verführen. Copyright: NDR.

Marcos Laden ist minimalistisch eingereichtet. Die Leute sollen kaufen, was sie brauchen und wollen. Er möchte die Kunden nicht zum Kaufen verführen. Copyright: NDR.

So entstehen aus einem uralten Deutschen Rohstoff Jacken, die vollständig in Deutschland hergestellt sind.

Videobotschaft eines Alpinisten vom Mont Blanc: Die leichte mit Wollvlies gefütterte Jacke hat den Bergtest bestanden. Copyright: NDR.

Videobotschaft eines Alpinisten vom Mont Blanc: Die leichte mit Wollvlies gefütterte Jacke hat den Bergtest bestanden. Copyright: NDR.

Diese Geschichte hat das NDR Fernsehen erzählt. Es lohnt sich, den Film anzuschauen: 28 schöne Minuten. Lassen Sie sich von der Begeisterung des jungen Manns anstecken, geniessen Sie die Landschaft und die Musik, treffen Sie interessante Menschen!

Aus Schweizer Wolle werden in der Schweiz zwar Produkte wie Strickwolle, Bettdecken, Isolationsmaterial usw. hergestellt, aber: „Bei uns solche Artikel zu produzieren, das ist leider nicht mehr wirtschaftlich,“ antwortete man Heidi auf ihre Frage. Welche initiative Person packt die Sache in der Schweiz an? Wolljacken vollständig Made in Switzerland!

Natürlich kann man auch Marcos Jacken kaufen, im online-Shop oder auf Märkten in Deutschland.

Leserbrief vom 24.12.18. „Schöne Sache! Kleiner Hinweis: Rotauf stellt immerhin Jacken mit einer Isolationsschicht aus Bündner Wolle ganz in der Schweiz her:  ROTAUF, Flink production GmbH, Barblanstrasse 4, 7000 Chur

NaturNah: Dem Pommernschaf auf den Pelz gerückt Doku (2018)

Nordwolle-Rügen

Das Pommersche grauwollige Landschaf. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde. Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Jena, vorgelegt von Dr. phil. Nat. Ulrich Gaede, Diplomlandwirt aus Lantow, Kr. Lauenburg i.P. Leipzig 1926.

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Der Kapuziner und die Ölpalmen … und …

19. November 2018
Grossbritannien verbietet eine Werbung über palmölfreie Produkte als "zu politisch". Schauen Sie den kurzen Werbespot von Iceland Foods an! 1Minute und 32 Sekunden.

Grossbritannien verbietet eine Werbung über palmölfreie Produkte als „zu politisch“. Schauen Sie den kurzen Werbespot von Iceland Foods an! 1Minute und 32 Sekunden.

Der Kapuziner und die Ölpalmen

Seit 40 Jahren ist Jakob Willi Missionar in Indonesien. In einem Brief an die Schweizer Kapuziner schreibt er über seien Arbeit und wie die Ölpalmen-Plantagen seine Pfarrei grundlegend verändert haben. Auszug aus dem Brief:

„… Ngabang ist „Kantonshauptort“ am Landakfluss gelegen, Schul- und Handelsmetropole. Das bunt gemischte Landschaftsbild aus Wäldern, Reisfeldern und Gummiplantagen, welche noch vor 20 Jahren die Strasse ins Landesinnere bestimmte, ist eintönig geworden. Mit dem Grossaufmarsch der Ölpalmenplantagen haben die “Landschaftsgärtner” ihre Fantasie dem Profit geopfert. Für billiges Geld wechselten die Ländereien der Dorfbewohner in die Hände der Plantagenbosse. Im Gegenzug erhielten die Dörfer einen Anschluss an das Strassennetz der Ölpalmplatagen, das sich wie ein bizzarres Strickmuster über die Landschaft breitet. Die Wälder wurden grossflächig gerodet, Hügel eingeebnet und kleine Wasserläufe aufgeschüttet. Die grossflächigen Erdarbeiten erhöhten die Erderosion, was zu einer enormen – schon Jahre andauernden – Verschmutzung der Flüsse geführt hat, sodass das Flusswasser fast nicht mehr zu gebrauchen ist. Geblendet durch grosse Versprechen vom Goldsegen der Ölpalmen, steckten viele Dorfbewohner selbst Reisfelder und Gummibaumplantagen – ihre gesamte traditionelle Existenzgrundlage – bereitwillig in den Rachen der Ölpalmplantagen und hängen nun vollends am “Rockzipfel” der Ölpalmplantagen.

Das grosse Geld allerdings hält sich bis anhin in Grenzen. Oft reicht es gerade mal für’s Existenzminimum der Familie. Mancherorts hat sich bereits Ernüchterung eingestellt.

Nicht nur das Landschaftsbild hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Auch das Sozialgefüge der Dörfer änderte sich. Die geschlossenen Dorfgemeinschaften öffneten sich, freie Bauern wurden zu Plantagen-Lohnarbeiter umfunktioniert und mit Projektgeldern wurden Schulen und Kapellen gebaut…“

Vollständiger Brief: Der Kapuziner und die Ölpalmen, Schweizer Kapuziner.

Asimetris – eine Dokumentation über Palmöl in Indonesien

Felder und Häuser sind abgebrannt. Copyright: Asimetris.

Felder und Häuser sind abgebrannt. Copyright: Asimetris.

Zum Bild:

Frage an die Frau: „Wer war das?“

Frau: „Sie können oder wollen die Brandstifter nicht finden, aber alles hier ist abgebrannt, sogar die Felder und die Häuser.“

Frage an die Frau: „Warum verkaufen Sie ihr Land nicht?“

Frau: „Es ist das Kostbarste, was ich habe. Wenn wir mit der Palmölfirma arbeiten, müssen wir uns verschulden. Ich habe vier Söhne und für sie werde ich das Land verteidigen.“

Der indonesische Journalist Dandhy Laksono reiste durch die abgebrannten Wälder Borneos und Sumatras und stiess auf Rodungen für Palmöl-Plantagen, Landkonflikte und Korruption. Seine Recherchen ergeben, dass in erster Linie grosse Firmen vom Palmöl-Boom profitieren, der auch von der EU-Politik befeuert wird. Doch der Film macht auch Hoffnung: In Papua, Kalimantan und in Jambi auf Sumatra gibt es Menschen, welche ein Ausbreiten der Palmöl-Monokulturen aufzuhalten.

Asimetris, Film von Dandhy Laksono, 32 Minuten

Klima und Tropenwald

Zählt man Erd- und Wasserlebewesen zusammen, so steht Indonesien als artenreichstes aller Länder an der Weltspitze. Eine von drei Arten in Indonesien ist endemisch, das heißt diese Art gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. In kaum einem anderen Land gibt es so viele dieser Arten. Quelle: NABU. Copyright: bruno manser fonds.

Zählt man Erd- und Wasserlebewesen zusammen, so steht Indonesien als artenreichstes aller Länder an der Weltspitze. Eine von drei Arten in Indonesien ist endemisch, das heißt diese Art gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. In kaum einem anderen Land gibt es so viele dieser Arten. Quelle: NABU. Copyright: bruno manser fonds.

Soeben eingetroffen ist die Broschüre des bruno manser fonds „tong tana – Klima und Tropenwald“. Zitat aus einem Interview mit Peter Brang, Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL): „Es ist ein Problem, wenn die Wälder der lokalen Bevölkerung entzogen werden und dann eine industrielle Nutzung stattfindet, die zwar gewisse Arbeitsmöglichkeiten bietet, aber die Möglichkeit, direkt vom Land zu leben, einschränkt. Natürlich geht Waldverlust auch mit Verlusten an Biodiversität einher.“

tong tang – Klima und Tropenwald, bruno manser fonds, Dezember 2018, im Moment noch nicht zum Download verfügbar.

Es weihnachtet!

"Ewiger Weihnachtsbaum", zusammensteckbar und demontierbar! Mit vielen selber gegessenen, geklebten und goldig bemalten Nussschalen, geerbten Kugeln ...

„Ewiger Weihnachtsbaum“, zusammensteckbar und demontierbar! Mit vielen selber gegessenen, geklebten und goldig bemalten Nussschalen, geerbten Kugeln …

Schon seit Mitte Oktober sind die Läden voll von Weihnachtsartikeln, Schokoladeaufhänger für den Weihnachtsbaum … Verzichten Sie zugunsten Ihrer Gesundheit auf einen Grossteil dieser Versuchungen! Und freuen Sie sich auf die wenigen, die Sie kaufen. Diese sind natürlich palmölfrei und der allfällige Weihnachtsbaum? Ohne Pestizide in der Nachbarschaft gewachsen? Oder in Ihrem Vorgarten statt der modischen Steinwüste? Oder basteln Sie sich einen „ewigen Weihnachtsbaum“!

At the root of the problem: the best books about deforestation. Novelist Richard Powers, Nobel winner Wangari Maathai and Amazonian shaman Davi Kopenawa: five books about one of the most profound environmental changes of our time. „Iceland’s Christmas advert about palm oil’s links with deforestation was banned last week, because it was said that the short Greenpeace-made animation was “political”… But how else to convey the devastation caused by the conversion of rainforest to plantations to provide cheap vegetable oil? The Guardian, 17.11.18

Weitere 23 Artikel von Heidi über Palmöl

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Bern 3.11.18: Verkauf von 100% ungespritzten Hochstamm-Äpfeln

29. Oktober 2018
Ralph Hablützel ist Bio-Bauer und zuständig für das Projekt «Pestizidfreie Schweizer Landwirtschaft» bei Vision Landwirtschaft: «Aufgrund des diesjährigen Obstüberangebotes suchen wir von Vision Landwirtschaft für ungespritzte Hochstamm-Äpfel zusätzliche Abnehmer. Da kam der Öpfelchasper wie gelegen».

Ralph Hablützel ist Bio-Bauer und zuständig für das Projekt «Pestizidfreie Schweizer Landwirtschaft» bei Vision Landwirtschaft: «Aufgrund des diesjährigen Obstüberangebotes suchen wir von Vision Landwirtschaft für ungespritzte Hochstamm-Äpfel zusätzliche Abnehmer. Da kam der Öpfelchasper wie gelegen».

Die Schweiz wird dieses Jahr aufgrund des Jahrhundertsommers mit 60’000 Tonnen zusätzlichen Äpfeln überschwemmt. Mit der Aktion vom 3.11.18 in Bern wollen der Öpfelchasper und Vision Landwirtschaft die besten Hochstamm-Äpfel retten, denn es lohnt sich nicht, sie zu pflücken und zum Vermosten sind sie viel zu schade, die absolut ungespritzten tadellosen Äpfel. Der Kampagnepreis von CHF 3.20 fliesst direkt an die Bauern.

Lassen Sie sich überraschen, auch seltene Apfel-Sorten sind dabei. Das Wichtigste in Kürze:

Wann: Samstag, 3. November 2018 von 9.00 – 16.00 Uhr

Wo: Öpfelchasper, Güterstrasse 8, 3008 Bern (Warmbächli)

Äpfel: 100% ungespritzte Hochstamm-Äpfel mit Nachweis

Direktverkauf: CHF 3.20 pro Kilo, nur Barbezahlung direkt an Bauer

Verpackung: Bringen Sie die eigene Tragtasche mit, ansonsten Transport in Kiste gegen Depot möglich

Vorbestellung an Öpfelchasper: „Sei ein Superchasper und bestelle gleich kistenweise Äpfel. Zum Lagern in deinem Keller, für dich und deine Arbeitskollegen, deine Kinder und deren Schulgspänli, Verwandte und Bekannte. Wir nehmen deine Vorbestellung ab 12 Kilo Äpfel bis zum 29. Oktober 2018 entgegen“: +41 43 818 61 54, info@oepfelchasper.ch

Heidi meint: Die Bestellfrist für grosse Megen läuft zwar heute ab, aber der Öpfelchasper ist wahrscheinlich flexibel und nimmt Ihre verspätete Bestellung trotzdem an.

Öpfelchasper-Aktion in Zürich war ein grosser Erfolg

Hochstammobst-Kampagne in Zürich beim Öpfelchasper war sehr gut organisiert.

Hochstammobst-Kampagne in Zürich beim Öpfelchasper war sehr gut organisiert.

Am 27.10.18 fand eine Verkaufsaktion für Hochstammobst in Zürich statt. Die Nachfrage übertraf die kühnsten Erwartungen.

Erstmals konnte in der Schweiz gezeigt werden, dass Tafelobst nicht nur pestizidfrei auf biodiversitätsfördernden Hochstammbäumen produziert werden kann, sondern dass es sich im grösseren Stil in Top-Qualität zu sehr guten Preisen auch verkaufen lässt. Die Produzenten erhielten für ihr Obst mehr als doppelt so hohe Preise wie sonst im Handel.

Attraktives Gemüse/Früchte-Abo von Öpfelchasper

Der Öpfelchasper ist mit seinen Mitarbeitenden aktiv in Zürich, Winterthur, Basel und Bern. „Wir beliefern Stadtmenschen mit frischen Früchten und knackigem Gemüse: in Bio-Qualität, CO2-neutral und immer mit dem Velo. Für ein rundum gesundes Genusserlebnis.“ Ein Abonnement lohnt sich.

Bern: Rette ungespritzte Hochstamm-Äpfel, Öpfelchasper facebook

Informationen zur Öpfel-Aktion

Ein Hoch auf die ungespritzten Hochstammäpfel! Vision Landwirtschaft vom 8.10.18

Öpfelchasper, der BIO-Velokurier:

Aktion für die verschmähten Äpfel, Tagesanzeiger vom 26.10.18

Öpfelchasper – ein Portrait aus der Sicht einer Chasperin, Kurzvideo

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Graubünden: Annäherung an eine Alp

26. Juli 2018

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Wie kann man Natur im Siedlungsraum fördern?

12. Juli 2018
Am Nebelbach in Zürich wurden einheimische Stauden gepflanzt, um das Blütenangebot für Schmetterlinge, Wildbienen und weitere Insekten zu erhöhen. Für die Pflanzung wurde der Verein "Natur im Siedlungsgebiet" von zwei Freiwilligen unterstützt. Gepflanzt wurden Gilbweiderich, Blutweiderich und Gelbe Schwertlilien. Alle drei Arten blühen sehr schön. Copyright: Natur im Siedlungsraum.

Am Nebelbach in Zürich wurden einheimische Stauden gepflanzt, um das Blütenangebot für Schmetterlinge, Wildbienen und weitere Insekten zu erhöhen. Für die Pflanzung wurde der Verein „Natur im Siedlungsgebiet“ von zwei Freiwilligen unterstützt. Gepflanzt wurden Gilbweiderich, Blutweiderich und Gelbe Schwertlilien. Alle drei Arten blühen sehr schön. Copyright: Natur im Siedlungsraum.

„In der Schweiz hat die Biodiversität seit 1900 dramatisch abgenommen und der heutige Zustand ist alarmierend. Der Verlust an Biodiversität ist gefährlich, zumal er schleichend aber kontinuierlich voranschreitet“, schreibt das Bundesamt für Umwelt auf der Homepage. Der Förderverein Natur im Siedlungsgebiet in Zürich handelt. In einem grossen Areal rund um den Burghölzlipark sind bereits mehrere Projekt realisiert, andere in Arbeit und weitere geplant.

Beratung Gartenteam Botanischer Garten Zürich

Eines der bereits umgesetzten Projekte ist die Beratung des Gartenteams Botanischer Garten Zürich. Die seit Jahren aktiven Biodiversitätsförderer des Burghölzli-Gebiets wurden von Gärtnerinnen des Botanischen Garten Zürich für eine Beratung zur wildtierfreundlichen Pflege und zu Aufwertungsmöglichkeiten für verschiedene Tierarten angefragt. An einer gemeinsamen Begehung mit ihnen und dem Gartenleiter Peter Enz fand ein reger Austausch über die Möglichkeiten auf dem Gelände des Botanischen Garten statt. Auf Grund der Angaben und Anliegen der Gärtnerinnen erstellten die Angefragten ein 8-seitiges Dokument mit Hinweisen welche Tierarten wie geförderten werden können und worauf bei der Pflege geachtet werden sollte. Das Dokument stiess auf grossen Anklang und ermöglicht den Gärtnerinnen bei der täglichen Arbeit verschiedene und zum Teil im Gebiet seltene Arten zu fördern.

Freiwilligenarbeit

Am Burghölzliwaldrand wurden sehr viele Wildbienennester gefunden. Zudem gelang der Erstnachweis der Goldenen Schneckenhaus-Mauerbiene. Copyright: Natur im Siedlungsgebiet.

Am Burghölzliwaldrand wurden sehr viele Wildbienennester gefunden. Zudem gelang der Erstnachweis der Goldenen Schneckenhaus-Mauerbiene. Copyright: Natur im Siedlungsgebiet.

Die Umsetzungen von Projekten und weitere Arbeiten des Fördervereins Natur im Siedlungsraum kamen zu einem wichtigen Teil durch die Freiwilligenarbeit des Vorstands zu Stande. In der ersten Jahreshälfte 2018 wurden etwa 500 Stunden Freiwilligenarbeit im Rahmen des Vereins  geleistet. Ein Grossteil davon durch die Präsidentin Christine Dobler Gross. Ebenfalls einen wichtigen Anteil leistete das Vorstandsmitglied Arno Gross. Von Freiwilligen aus dem Quartier wurden der Verein bisher mit etwa 30 Stunden unterstützt.

Die vielfältigen Projekte

Tipps für Biodiversitätsförderung

Der Halbjahresbericht 2018 zeigt viele Möglichkeiten auf, Arten zu fördern, auch auf kleiner Fläche. Möchten Sie ein Projekt angehen? Dann lesen Sie den mit vielen Bildern versehenen Bericht. Hier finden Sie das PDF-File.

Lebensraum Burghölzli: Projekt, Massnahmen, Anpacken, Tiere und Pflanzen, Kleinstrukturen

Biodiversität: Das Wichtigste in Kürze, Bundesamt für Umwelt (BAFU), 12.4.18

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Plastik: vergleichende Anatomie …

3. Juli 2018

„… More than 8 million tonnes of plastic ends up in the world’s oceans each year, according to the UN, which has called for single-use bags to be eliminated completely by 2022.

The main way that plastic gets into the seas is via the world’s major rivers. Research suggests that 95% of plastic is transported in this way. Eight of these rivers are found in Asia. Most of the plastic comes from China, but Indonesia, the Philippines and Vietnam also rank among major polluters.

Consumer behaviour in developed countries including the UK, Europe and the US is also a major factor in pushing plastic into the world’s waters.

Last December, 193 countries committed to a UN plan to stop plastic waste entering the oceans. But the commitment is not legally binding and doesn’t have a timetable, and different countries have adopted different schemes.

Around 40 have banned single-use plastic bags, with charges or outright prohibitions in place in China, Bangladesh. and about 15 African countries.

Other nations, including the UK, are moving to ban plastic straws and cotton buds.

Und die Schweiz? Schaut zu! Schauen Sie sich mindestens das Video „Plastic pollution is killing animals in the Arctic“ im folgenden Artikel von BBC an.

Quelle: Plastic bags: Shop assistant ‚grabbed by throat‘ as Australia ban starts, BBC 1.7.18

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Setzt! Endlich! Grenzen! Selbst Firmen wünschen sich radikalere Vorgaben

18. Juni 2018
Auch in der Schweizer Politik wird laufend GRÜN-gewaschen.

Auch in der Schweizer Politik wird laufend GRÜN-gewaschen.

Heidi hat einen Hinweis auf den folgenden Artikel der Süddeutschen Zeitung im Postfach gefunden. Danke, liebe Leserin! Er beginnt wie folgt:

  • Auf freiwilligen Verzicht zu setzen, ist naiv und fahrlässig.
  • Die Bereitschaft zu Veränderungen ist da, doch es fehlen Regeln.
  • Die Politik muss stärker eingreifen, nicht nur mit Verboten, sondern als Planer, Vermittler und Entscheider.

Wir wissen längst, dass wir über unseren Verhältnissen leben, aber die Politik, unsere BundesrätInnen und unsere Behörden tun so, als ob es ewig weitergehen könnte wie bisher. Und sie sind ausgesprochen gut im Grünwaschen. E-Autorennen mit Batterien, welche mittels Diesel aufgeladen werden, scheint sie mehr zu begeistern als der Schutz der Umwelt und unserer Gesundheit.

Zitat aus Setzt! Endlich! Grenzen: „… Für einen tief greifenden Wandel sind deutliche Signale aus Politik nötig. Doch die scheut sich, zu ordnen und zu regulieren. Sie schiebt Bürgern eine Verantwortung zu, der jeder für sich genommen nicht gerecht werden kann …

… Allzu oft drücken sich die Regierenden, allen voran die in Berlin, um diese Verantwortung. Vor allem dort, wo es weh tut, wie sich im Fall der deutschen Autoindustrie zeigt …

… Nicht wachsen, sondern Grenzen setzen und masshalten, muss daher das Motto der Zukunft lauten …

… Grundsätzlich zu niedrig kalkuliert sind auch die Preise für Lebensmittel und andere Agrarerzeugnisse. Kosten für überdüngte Böden, verschmutztes Wasser und der Verlust der Artenvielfalt bleiben unberücksichtigt … Mit den gerade vorgestellten Vorschlägen für die nächste Agrarreform verspielt die EU die grosse Chance, hier neue Anreize zu setzen. Anstatt Landwirte dafür zu belohnen, dass sie möglichst wenig Pestizide einsetzen, massvoll düngen und die Artenvielfalt fördern, soll das Geld weiterhin vor allem nach dem Giesskannenprinzip verteilt werden – von Ökoroutine kaum eine Spur.

Dabei wäre genau das dringend notwendig. Der regenerative Umgang mit Umwelt und Ressourcen muss in allen Bereichen der Wirtschaft zum Standard werden. Auch die Wissenschaft muss hier endlich ihren Beitrag leisten. Viele Ökonomen sind in alten Denkmustern gefangen. Wachstum gilt nach wie vor als Erfolgskriterium schlechthin, Umweltschutz wird dagegen als Störfaktor empfunden – geradeso, als könnten Volkswirtschaften und Firmen über unbegrenzte Ressourcen verfügen …

… Viel Zeit bleibt für diese Wende nicht mehr. „Wir steuern im Irrsinnstempo auf eine unbeherrschbare globale Situation zu“, warnt der bekannte deutsche Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber. „Wenn wir nicht radikal umsteuern, fahren wir die Zivilisation an die Wand.“ …

… All dies sind triftige Gründe, um endlich ein Wirtschaftsmodell zu etablieren, das den Planeten nicht zerstört. Nur wenn möglichst viele Menschen dieses Ziel verfolgen, kann aus gutem Willen auch eine gute Tat werden. Dafür braucht es Politiker, die rasch und beherzt entscheiden.“

Setzt! Endlich! Grenzen! Silvia Liebrich, Süddeutsche Zeitung vom 17.6.18.

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Bundesrat ist gegen die Trinkwasser-Initiative und will keinen Gegenvorschlag

15. Juni 2018
Am 18.1.18 wurden die Unterschriftenbogen der Trinkwasser-Initiative der Bundeskanzlei übergeben. Copyright: Trinkwasser-Initiative

Am 18.1.18 wurden die Unterschriftenbogen der Trinkwasser-Initiative der Bundeskanzlei übergeben. Copyright: Trinkwasser-Initiative

Der Bundesrat spricht sich gegen die Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz» aus. Dies hat er an seiner Sitzung vom 15. Juni 2018 entschieden. Auf einen direkten und indirekten Gegenvorschlag verzichtet er. Der Bauernverband und die chemische Industrie applaudieren.

Die Kleinbauern-Vereinigung hingegen ist enttäuscht: „Die Kleinbauern-Vereinigung begrüsst die Diskussionen rund um die Trinkwasser-Initiative und ist überzeugt, dass die Schweizer Bäuerinnen und Bauern den Pestizideinsatz und den Verbrauch von importierten Futtermitteln deutlich reduzieren können. Dass der Bundesrat nun keinen griffigen Gegenvorschlag ausarbeiten will, ist eine verpasste Chance und zeugt von einer rückwärtsgewandten Agrarpolitik. Mit weiteren Alibiübungen wie dem bisherigen schwachen Aktionsplan Pflanzenschutzmittel sowie der geplanten Anhebung der Pestizidgrenzwerte in Gewässern sind keine echten Fortschritte in Sicht.“

Nun gilt es erst recht, die Trinkwasser-Initiative und die Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide zu unterstützen!

Bundesrat empfiehlt Ablehnung der «Trinkwasserinitiative» und beschliesst Massnahmen-Strategie, Medieninformation vom 15.6.18.

Kein Gegenvorschlag zur Trinkwasser-Initiative, Mitteilung Kleinbauern-Vereinigung

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Asia’s Environmental ‘Eden’ in Crisis

15. Juni 2018
Copyright: ALERT.

Copyright: ALERT.

Kaum ein Tag vergeht ohne Meldung über Umweltzerstörungen in grossem Ausmass. Heute der Brief von Bill (James Cook University, Australien) mit der Bitte: „Please forward this message to others who’d be interested.“ Der Notruf gilt dem Leuser Nationalpark im Norden Sumatras. Er ist der letzte Ort auf der Erde, wo Orangutans, Tiger, Elefanten und Rhinozeros immer noch zusammen leben.

Gemäss einer Studie, die soeben in ScienceDirect veröffentlicht wurde, ist dieses Ökosystem von globaler Bedeutung für Biodiversität und Ökosystemleistungen immer stärker durch Infrastrukturprojekte bedroht.  „Der einzige Weg, Leuser zu retten, ist, die dröhnenden Bulldozer zum Schweigen zu bringen,“ sagt William (Bill) F. Laurance, Prof. emeritus, Australian Laureate & Price Bernhard Chair in International Nature Conservation und Direktor Centre for Tropical Environmental and Sustainability Science, James Cook University, Australien.

Copyright: Matt Gibson.

Copyright: Matt Gibson.

Infrastructure development and contested forest governance threaten the Leuser Ecosystem, Indonesia, ScienceDirect, Elsevier, Volume 77, September 2018, Pages 298-309.

Asia’s Environmental ‘Eden’ in Crisis, Bill Laurance, ALERT vom 14.6.18.

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