Archive for the ‘Güllen im Sommer’ Category

Rache eines Gewässerverschmutzers

1. Juni 2016
Heute war Gülletag. Es stank entsetzlich. Nach der letzten Ladung lag auch auf Heidis Weg Gülle.

Heute war Gülletag. Es stank entsetzlich. Nach der letzten Ladung lag auch auf Heidis Weg Gülle.

Bis fast zur Kantonsstrasse war der Weg mit Gülle bespritzt. Kein Unfall, keine Nachlässigkeit ...

Bis fast zur Kantonsstrasse war der Weg mit Gülle bespritzt. Kein Unfall, keine Nachlässigkeit …

Als Heidi am Fotografieren war, fuhr der Bauer zu einer anderen Wiese. Er rief ihr beim Vorbeifahren zu: "Was hast du im Sinn, du Sau-Luder?"

Als Heidi am Fotografieren war, fuhr der Bauer zu einer anderen Wiese. Er rief ihr beim Vorbeifahren zu: „Was hast du im Sinn, du Sau-Luder?“

Petrus sah dem Treiben zu und schickte Heidi einen Platzregen. Im Nu war die Gülle weg ...

Petrus sah dem Treiben zu und schickte Heidi einen Platzregen. Im Nu war die Gülle weg …

... floss über die Kantonsstrasse aus den Augen aus dem Sinn. Danke Petrus!

… floss über die Kantonsstrasse aus den Augen aus dem Sinn. Danke Petrus! Der Gewässerverschmutzer mag es nicht, wenn man ihn anzeigt.

Am Abend schenkte Petrus Heidi einen Regenbogen.

Am Abend schenkte Petrus Heidi einen Regenbogen.

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Güllen wenn’s regnet

28. Juli 2011
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Gülle fliesst im Bächlein weg; woher kommt sie?

Heidi wird in letzter Zeit oft gefragt, ob man vor oder bei Regen güllen dürfe. Diese Frage lässt sich nicht einfach mit ja oder nein beantworten.

Wenn nur wenig Regen angesagt ist und der Boden trocken, dann kann das Güllen zu diesem Zeitpunkt ein Vorteil sein, da der Boden aufnahmefähiger ist, die Gülle verdünnt wird und die Ammoniak-Emissionen geringer sind. Denn bei völlig ausgetrocknetem Boden mit tiefen Schwundrissen fliesst viel Gülle einfach weg. Zum Beispiel in Schinznach wurde das Trinkwasser verseucht, weil ein Bauer auf ausgetrockneten Boden gegüllt hatte, siehe Gülle im Trinkwasser: Kanton appelliert an Bauern, Aargauerzeitung vom 3.5.11. Übrigens: Der Kanton Aargau will die Bauern in der Beratung und Weiterbildung für das Problem sensibilisieren, der Bauernverband hingegen winkt ab, die Bauern seien genügend sensibilisiert.

Wieviel Regen aber darf es sein? Sicher kein Dauer- oder Gewitterregen. Während der letzten Regenperiode war der Boden vielerorts wassergesättigt (Wasserlachen, Bodenprobe fühlt sich nass und breiig an), trotzdem güllten zahlreiche Bauern. Meistens fliesst die Gülle ungesehen weg, in Schichten, die für die Pflanzen nicht erreichbar sind, dann ins Grundwasser oder in Quellen und Bäche, besondere Gefahr geht von drainierten und unbewachsenen Flächen aus. Oder die Gülle fliesst oberirdisch ab und gelangt so in Gewässer oder über die Strassenentwässerung in Kläranlagen, wo sie den Reinigungsprozess massiv stört.

Auch die Gefahr der Verflüchtigung ist gross, denn in wassergesättigtem, sauerstoffarmem Boden wird Lachgas gebildet, das in die Luft entweicht und zur Klimaerwärmung beiträgt. Lachgas ist pro Molekül 280 Mal klimaschädlicher als CO2, Methan und Lachgas aus der Landwirtschaft, ETH-Klimablog. Es stammt zum grössten Teil aus der Landwirtschaft, steuert 5 Prozent zum Treibhauseffekt bei und ist im Kyoto-Protokoll reglementiert. Zudem ist Lachgas heute die bedeutendste Quelle ozonschädlicher Emissionen, siehe Lachgas, Wikipedia. Besonders aus schweren, überdüngten und feuchten Böden entwicht viel Lachgas in die Luft, siehe Treibhausgas, Wikipedia.

Gülle ist ein flüssiger Dünger: „Flüssige Dünger dürfen nur ausgebracht werden, wenn der Boden saug- und aufnahmefähig ist. Sie dürfen vor allem dann nicht ausgebracht werden, wenn der Boden wassergesättigt, gefroren, schneebedeckt oder ausgetrocknet ist“, siehe Chemikalien-Risikoreduktionsverordnung (ChemRRV), Anhang 2.6, 3.2.1 Stickstoffhaltige und Flüssige Dünger

Düngen zur richtigen Zeit, BAFU 2004

Ausführliche Informationen zur Verminderung gasförmiger Emissionen in der Tierhaltung – Ammoniak, Methangas, Lachgas (pdf), Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Heidi meint: Eine bessere Aus- und Weiterbildung wäre dringend nötig, sie sollte vor allem für nicht ausgebildete Bauern Pflicht sein.

Vielen Dank, lieber Leser, für die Fotos!

28.7.11 HOME

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… aus einem Rohr. Ein Bauer hatte, wie viele seiner Kollegen, auf wassergesättigten Boden gegüllt.

Gülle im Wasser – meistens keine Schlagzeile wert

1. Mai 2011
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Durst? Woher kommt das Wasser? Davon trinken? Vorsichtshalber lieber nicht!

Trinkwasser in Schinznach mit Gülle verseucht, so lautet der Titel einer Meldung der Aargauer Zeitung vom 30. April 2011. Die ganze Gemeinde ist betroffen. Die Feuerwehr hat im Magazin eine Notwasser-Versorgung aufgebaut. Gewässerverschmutzungen mit Gülle sind häufig, finden aber oft keine Beachtung, sind keine Meldung in den Medien wert. Urs Kunz und Mitunterzeichner verlangten vom Regierungsrat des Kantons Luzern Auskunft über den Anstieg der Gewässerverschmutzung im Kanton Luzern. Heidi hat ein paar Informationen aus der Antwort des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements vom 27. Januar 2009 herausgegriffen, vollständige Fragen und Antworten siehe Regierungsrat LU, Antwort auf Anfrage Urs Kunz und Mit. über den Anstieg der Gewässerverschmutzung im Kanton Luzern (A 369).

„Die Umweltschutzpolizei berichtet über 68 Gewässerverunreinigungen im Jahr 2008. In den letzten 20 Jahren bewegte sich die Anzahl der Verschmutzungsfälle zwischen 46 (2005) und 146 (1990)… Von den im 2008 verursachten Gewässerverschmutzungen führten 22 Fälle zu einem Fischsterben, davon erfolgte die Verschmutzung in 12 Fällen durch Jauche. Seit 1990 führten jährlich 16 Gewässerverschmutzungen zu einem Fischsterben. Eine durchschnittliche Anzahl von toten Fischen nach einer Gewässerverschmutzung liegt bei einigen Hundert Tieren…

… Ein interkantonaler Vergleich über Gewässerverschmutzungen ist nicht möglich, da keine nationale Datengrundlage vorliegt…

… Bei den Ursachen von Gewässerverschmutzungen im Jahr 2008 sind die Gülle-Unfälle an erster Stelle (33 Fälle). Industrie- und Gewebeabwasser verursachten in 11 Fällen eine Gewässerverschmutzung. Weiter führten vier Ölunfälle und 20 diverse Ursachen zu einer Gewässerverschmutzung. Die Ursachen bei den Gülle-Unfälle sind Nachlässigkeit des Landwirts (24), bauliche Mängel (5), defektes Rohrmaterial (2) und ungeeignete Boden- und Witterungsverhältnisse (2)…

… Verursacher von Gewässerverschmutzungen handeln in der Regel fahrlässig, in Einzelfällen grob fahrlässig. Bewusste, absichtlich herbeigeführte Verschmutzungen sind nicht bekannt…

… Die Thematik muss aber ständig in der Öffentlichkeit und bei den betroffenen Kreisen zur Sprache gebracht werden. Eine Wiederholung und Intensivierung der Informationskampagne ist geplant. Zusätzlich werden die Kontrollen von Einrichtungen für Hofdünger im Zusammenhang mit den Kontrollen für den ökologischen Leistungsnachweis intensiviert.“

Durchschnittlich alle elf Tage eine Gewässerverschmutzung mit Gülle im Jahre 2008 allein im Kanton Luzern. Die Dunkelziffer sei gering, meint der Regierungsrat des Kantons Luzern. Heidi glaubt das nicht, denn sie hört immer wieder von nicht angezeigten grossen Verschmutzungen, auch regelmässigen, zwar betreffen sie nicht den Kanton Luzern, aber dort dürfte es nicht anders sein. Zum Beispiel das Reinigungswasser mit Desinfektionsmittel, das von gewissen Alpkäsereien direkt in den Bach fliesst, oder das „Entsorgen“ von Gülle-Resten aus der Alp-Güllegrube ins Bächlein bei Nacht und Nebel am Ende der Saison. Je abgelegener der Ort, desto grösser ist die Versuchung zur Bequemlichkeit bzw. zu bewusst herbeigeführten Verschmutzungen, die höchstens jemand per Zufall sieht.

1.5.11  HOME

Klimaschutz in Amerika: Singing in the Rain.

27. Januar 2011
Zitronen_klein

Sind wir bald ein Land, wo die Zitronen blühn?

Während bei uns der Schweizerische Bauernverband sich gegen Umweltschutz-Vorschriften lautstark zu Wort meldet, gewinnen in Amerika diejenige die Oberhand, die den Klimawandel bestreiten. In der NZZ vom 17. Dezember 2008 war noch zu lesen: „Obama setzt klare Signale in der Klimapolitik… Der künftige Präsident Amerikas, Barack Obama, hat mit der Nominierung seines Energieministers und dreier für Klima- und Umweltpolitik zuständiger Frauen einen deutlichen Kurswechsel gegenüber der Politik der Administration Bush signalisiert.“ Zwei Jahre später, am 26. Januar 2011, tönt es nun markant anders: „Die Direktorin für Energie- und Klimafragen im Weissen Haus, Browner, tritt zurück.“ Obama muss mehr Rücksicht auf die Wirtschaftskreise nehmen im Hinblick auf die Wahlen.

Und James Hansen, der Klimaforscher? Er hat in den letzten zwei bis drei Wochen eine Lawine von Meldungen in übler Sprache erhalten: Man solle ihn hinauswerfen, deportieren, oder er sollte überfahren werden usw. Er vermutet, dass dieser plötzliche Ausbruch von Bosheit nicht zufällig ist, sondern durch einen Artikel in der Washington Times und einen Blog-Artikel ausgelöst wurde. Seine Aussagen wurden verdreht und aus dem Zusammenhang gerissen: Hier der ausführliche Text von James Hansen Singing in the Rain, auf Englisch, leider!

Unglaublich: Hansen in Pontresina, aber niemand kommt

Warum jetzt Englisch lernen?

Ammoniak-Emissionen reduzieren

27.1.11   HOME

Warum jetzt Englisch lernen?

7. Januar 2011

Climate change scientist on Copenhagen

James Hansen, Foto: Gareth Fuller/PA Wire URN:8090614

Heidi hat im Artikel „Unglaublich: Hansen in Pontresina, aber niemand kommt“ angekündigt, dass das Buch „Storms of My Grandchildren“ ins Deutsche übersetzt wird. Der Autor ist James Hansen, Direktor des NASA Goddard Institute for Space Studies, Professor an der Columbia University, New York, und Klimaforscher der ersten Stunde. Er hat über die Zukunft seiner Grosskinder nachgedacht und liefert fundierte Fakten zum Klimawandel. Heute hat Heidi ein e-mail von James Hansen erhalten (Thanks Jim!). Der Verlag sperrt sich gegen Übersetzungen, eine deutsche Version ist im Moment nicht möglich, vielleicht gibt es eine italienische. Das wäre etwas für die SüdbündnerInnen; den Bauern wird Englisch sowieso immer vertrauter mit Swissness usw. Was sicher ist: In den nächsten Tagen erscheint ein Artikel von James Hansen per Newsletter, weitere Artikel sind in Arbeit. Also höchste Zeit, seinen Newsletter zu abonnieren!

7.1.11   HOME

Unglaublich: Hansen in Pontresina, aber niemand kommt

17. Dezember 2010
JamesHansen

James Hansen mit Grosskindern, Foto veröffentlicht mit der Erlaubnis von Jim vom 7.1.11

Wer ist James Hansen? Der Entdecker des Klimawandels, siehe Wikipedia. Er war am 30.11.10 spontan nach Pontresina gekommen, um den schädlichen Einfluss von Kohlekraftwerken auf das Klima zu erklären. Christina-fuer-Nachhaltigkeit erzählt die spannende Geschichte wie es dazu gekommen ist. Grund für den Besuch: Bau eines Pumpspeicherwerks auf dem Bernina  Ein Stausee für die Zukunft, aber welche? WOZ vom 16.12.10. Vielleicht hätte man besser eine Veranstaltung für Landwirte organisiert, denn die Bündner Bauern sind an der Reduktion der Ammoniak-Emissionen interessiert, welche den Klimawandel ebenfalls fördern. Heidis Artikel Ammoniak-Emissionen reduzieren ist der meistgelesene Artikel ihres Blogs.

Ein Trost für alle, die den Anlass verpasst haben: Hansens Buch „Storms of My Grandchildren“ wird auf Deutsch übersetzt. Hansen ist u.a. Direktor des NASA Goddard Institute for Space Studies, hat erlebt wie seine Forschung zensuriert wurde. Wieso müssen wir mehr über den Klimawandel wissen? Hansen hat die Erfahrung gemacht, dass kein Verlass ist auf diejenigen Leute, die wir dafür bezahlen, dass sie für unser Wohl sorgen. Die Regierung Obama verfüge über die besten Klimawissenschaftler Amerikas, aber was zähle sei Politik, Politik wie immer. Und dahinter steckt Geld, viel Geld – Öl-Geld, Kohle-Geld… Mühe mit Englisch? Hansen hat am 7. November 2008 unserem Bundesrat einen Brief auf Deutsch geschrieben und sich dafür eingesetzt, dass die Schweizer Energiewirtschaft auf Investitionen in ausländische Kohlenkraftwerke verzichtet, Brief an den Bundesrat. Dieser ist vermutlich sicher archiviert worden. Heidi hat sein Buch gelesen, in dem er über die Zukunft seiner Grosskinder nachdenkt und fundierte Fakten zum Klimawandel liefert, es ist das wichtigste Buch, das sie in den letzten Jahren gelesen hat und sie wünscht sich, dass es – wie Heidi von Johanna Spyri – in mehr als 50 Sprachen übersetzt wird. Leider hat Heidi vom Besuch Hansens im Bündner Land nichts gewusst.

Die Internetseite von James Hansen bei der Columbia University, New York, mit vielen Informationen, ein paar Videos. Hier kann man seinen Newsletter abonnieren.

Schweizer Klimaforschung, Nationaler Forschungsschwerpunkt (NFS Klima) des Schweizerischen Nationalfonds

17.12.10    HOME

Gülle: Wenn’s stinkt

5. September 2010

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Güllen am Dorfrand: gegenseitiges Verständnis nötig

„Jetzt güllen sie wieder!“ hörte Heidi auf dem Bahnsteig. Wann um Himmels willen sollen die Bauern die Gülle ausbringen? Kühles Wetter, keine starken Niederschläge zu befürchten – also ideales Güllewetter, meinte Heidi. Da erzählte ein älterer Herr, dass er einmal am Freitag abend vor Pfingsten den Karabiner geholt und den Nachbar bedroht habe, der mit dem Güllenfass unterwegs war.

Dieses Jahr gab es offenbar viele Reklamationen wegen Gülle-Gestank. Im Mai und Juni war es meist zu nass zum Güllen, dann wieder zu heiss, so dass oft am Abend zur Grillzeit gegüllt werden musste, um hohe Ammoniak-Emissionen zu verhindern. Die Gemeinde Grabs informiert die Bevölkerung über den Gülleaustrag und will so das gegenseitigte Verständnis und die Rücksicht fördern … und sie fordert die (einzelnen) schwarzen Schafe per Brief auf, die Gülle sorgfältiger auszubringen. Eine gute Idee findet Heidi.

Unter dem Titel „Beschwerden wegen Gerüchen – Gülle richtig ausbringen“ hat Michael Götz, Eggersriet, einen ausgezeichneten Artikel im St. Galler Bauer 28-2010 geschrieben.

5.9.10   HOME

Schleppschlauchverteiler auch in GR

12. August 2010

Gestern hat Heidi den ersten Schleppschlauchverteiler im Kanton Graubünden gesehen; bei Igis war ein Bauer mit einer solchen Vorrichtung gegen Abend am Güllen. Natürlich weiss Heidi nicht, ob es der einzige ist, der die Ammoniak-Emissionen so vermindern will, denn sie ist nicht häufig unterwegs und auch nicht im ganzen Kanton. Trotzdem sieht sie immer noch oder wieder „Hofdünger-Sünden“, etwa jener Pferdemisthaufen, der seit Jahren am gleichen Ort neben dem Auslauf liegt, von Zeit zu Zeit weggeräumt wird … und schon ist wieder neuer Mist auf der blossen Erde. Auch die unbefestigten, ungedeckten Mistlager bei Ställen stören Heidi. Sie heissen im Amts-Jargon „traditionelle Mistgruben“, wobei man vergebens die Grube sucht.

12.8.10   HOME

Wenn Gülle schäumt

5. August 2010
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Nach dem Güllen bis ans Bächlein schwimmen die Äpfel im Schaum

Eigentlich dürfte man Dünger nicht bis an oberirdische Gewässer oder Hecken ausbringen. Ein Abstand von drei Metern ist vorgeschrieben. Häufig werden Gülle und Mist bis unmittelbar an Hecken und Bäche ausgebracht. Kein Wunder, dass sich im Wasser Schaum bildet und die Algen gut wachsen. 5.8.10  HOME

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Gülle bis an Hecke

 
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Silvester 2010: frisch gemistet bis an Hecke oberhalb Maienfeld

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Hier wurde bis ans Bächlein gemistet.

Ammoniak-Emissionen reduzieren

24. Juli 2010
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Güllesilo in Furna-Station

Bei hohen Temperaturen ist das Ausbringen von Gülle mit beträchtlichen Ammoniak-Emissionen verbunden. Im Rahmen des Ressourcen-Projekts zur Verminderung der Ammoniak-Emissionen wird auch im Kanton Graubünden der Einsatz von Schleppschlauchverteilern propagiert.  Im Frühling 2010 fand eine Informationsveranstaltung am Plantahof statt: Schleppschläuche am Plantahof. Es gibt seit mindestens sechs Jahren hangtaugliche Modelle. Bisher habe ich im Kanton Graubünden noch keinen Schleppschlauchverteiler in Aktion gesehen. Die Zeitschrift Agrartechnik hat 2006 über den Einsatz im Berggebiet berichtet, der kostengünstig und rationell sein kann, wenn Betriebe zusammenarbeiten. Berggebiet: Landwirte setzen auf den Schleppschlauchverteiler. Im Rheintal und in den Bergen, wo der Wind oft stark bläst, würde diese Technik die Emissionen stark senken.

Seit den 1980er Jahren werden oberirdische Güllesilos gebaut. Sie sind oft nicht gedeckt und geben bis 90 Prozent mehr gesundheits- und umweltschädigendes Ammoniak an die Umwelt ab als traditionelle Güllegruben. Im Fürstentum Liechtenstein und in einigen Kantonen ist das Abdecken Pflicht, im Kanton Graubünden nicht. Das Bundesamt für Umwelt hat bereits 2003 den Kantonen empfohlen, dass Jauchegruben zu überdecken seien. In seiner Antwort auf eine Interpellation hat der Bundesrat 2004 darauf hingewiesen, dass die Gefahr von Gasunfällen bei korrektem Vorgehen ausgeschlossen werden kann.

Wie kann der Bauer oder die Bäuerin die Emissionen senken? Antwort auf viele Ammoniak-Fragen findet man im Faktenblatt der Konferenz der Vorsteher der Umweltschutzamtsstellen der Schweiz (KVU) vom 25.6.2004: Ammoniak-Emissionen aus Hofdüngern und ihre Minderung.

Wenn Bauern im Winter güllen, unter dem Vorwand, Ammoniak-Emissionen zu vermeiden, dann haben sie nichts von Umweltschutz verstanden, denn der Stickstoff wird dadurch im Boden und Wasser ein Problem statt in der Luft, und die Gefahr der Gewässerverschmutzung ist gross. Die Ammoniak-Emissionen können z.B. nach dem Güllen vor einem Kälteeinbruch sogar höher sein als bei günstiger Witterung, siehe Stickstoffe im Visier, Lebensministerium Österreich. In Deutschland, Österreich und dem Fürstentum Liechtenstein  ist das Güllen im Winter verboten, und die Lagerkapazität muss für 6 Monate reichen.

Luftreinhaltevorschriften: Landwirtschaft und Empfehlungen zur Minderung der Ammoniak-Emissionen (Bundesamt für Umwelt BAFU)

Umweltzustand Luft Indikator Ammoniak-Emissionen BAFU

Kanton Graubünden: Projekt zur Verminderung der Ammoniak-Emissionen in der Landwirtschaft genehmigt, Regierungsmitteilung vom 9. Dezenber 2010

24.7.10   HOME


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