Archive for the ‘Klima’ Category

Silofolien: wenig Recycling zur Freude der KVAs

1. März 2016
Die Silofolie besteht aus hochwertigem Polyethylen. Da sie sortenrein und in grossen Mengen gesammelt werden kann, eignen sich die Silofolie und andere Landwirtschaftsfolien sehr gut für die stoffliche Verwertung, also für das Recycling. © Walter G.

Die Silofolie besteht aus hochwertigem Polyethylen. Da sie sortenrein und in grossen Mengen gesammelt werden kann, eignen sich die Silofolie und andere Landwirtschaftsfolien sehr gut für die stoffliche Verwertung, also für das Recycling. © Walter G.

Das Potenzial der Wiederverwertung von Silofolien-Abfällen ist gross und bisher ungenutzt, werden doch nur 10% der Folien wiederverwertet. Daher war in der neuen Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA), welche am 1.1.16 in Kraft trat, ursprünglich vorgesehen, dass Landwirtschaftsfolien gesammelt und stofflich verwertet werden müssen. Dieser Artikel 21 wurde jedoch in der definitiven Version ersatzlos gestrichen. Die Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) wollen nicht auf den Brennstoff „Kunststoff“ verzichten und die Bauern haben sichtlich kein Interesse an der umweltschonenden Beseitigung der 15’000 Tonnen Folien.

Viel Palaver um Ressourcen-Effizienz in der Landwirtschaft, „nachhaltige“ Landwirtschaft und Klima, aber wertvolle Rohstoffe verpuffen ungenutzt in der Luft und produzieren erst noch 46’500 Tonnen CO2. Den Worten folgen viel zu oft keine Taten.

Klima schützen durch Silofolien-Recycling, Medieninformation der InnoRecycling AG, 8360 Eschlikon, 29.2.16. Quelle: LID.

RESI, Recycling von Silofolien

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Palmöl: Bundesrat argumentiert mit fragwürdigem RSPO-Label

5. November 2015
In Indonesien brennen die Wälder! Wo Torfwälder brennen, da verbrennt auch der Boden. Unsere Vorfahren haben Torf als Brennstoff verwendet. Copyright PanEco.

In Indonesien brennen die Wälder! Wo Torfwälder brennen, da verbrennt auch der Boden. Unsere Vorfahren haben Torf als Brennstoff verwendet. Copyright PanEco.

„Die neuste Label-Bewertung der Stiftung Pusch, des WWF und weiterer Organisationen bringt zumindest im Bereich Fisch mehr Fragen als Nutzen für die Konsument/innen“, schreibt fair-fish in der Medieninformation vom 5.11.15: Zur neusten Bewertung von Fisch-Labels. Noch wesentlich schlimmer dürfte es mit dem RSPO-Label für Palmöl stehen. RSPO will den Markt so verändern, dass weltweit nur noch „nachhaltiges Palmöl“ angebaut wird. Wer die stattliche Liste der Mitglieder sieht, neigt dazu zu glauben, dass RSPO auf dem richtigen Weg ist: 20% zertifiziertes Palmöl, 2475 Mitglieder. Und am 16. bis 19.11.15 findet der 13. Runde Tisch zu nachhaltigem Palmöl in Kuala Lumpur statt.

Gibt es nachhaltiges Palmöl?

Doch was ist „nachhaltige Produktion“ von Palmöl? Der WWF hatte den Runden Tisch initiiert, doch zufrieden ist er mit dem Resultat keineswegs, siehe Runder Tisch für Palmöl. Weil aber bisher nur die Hälfte des zertifizierten Palmöls Abnehmer findet, war es nicht möglich, die Mehrheit der Produzenten von strengeren Kriterien zu überzeugen, etwa Verbot des höchst gefährlichen Herbizids Paraquat, Umwandlung von Torfböden in Plantagen. Paraquat in den Böden und im Wasser – auch im Trinkwasser – weit weg, das schadet UNS doch nicht!

In den RSPO-Richtlinien ist ein Rodungsverbot von Primärwäldern und ökologisch wertvollen Lebensräumen für Plantagen enthalten. Es gibt nur wenige absolut unberührte Primärwaldflächen in Indonesien. Der Mensch hat da und dort einen Baum gefällt … und schon ist der Urwald kein „Primärwald“ mehr im Sinne des RSPO-Labels und darf gerodet werden. Landrechte sind bisher kaum verbürgt, also gibt es Konzerne, welche den einheimischen Kleinbauern das Land wegnehmen. Die Arbeitsbedingungen sind oft prekär. Ein niederschmetternder Film von ZDF Zoom Schokolade, Shampoo, Sonnencrème – wie Alltagsprodukte den Regenwald zerstören, 2012. Seither dürfte sich die Lage nicht wesentlich geändert bzw. sogar verschlechtert haben.

Indonesien brennt!

Dass Indonesien brennt, das haben mittlerweile viele bemerkt, aber erst seit der Rauch anderswo stört. Umweltorganisationen waren bisher zurückhaltend mit Wortmeldungen. Vielleicht aus Rücksicht auf Geldgeber? In der Schweiz ansässige IndonesierInnen erhalten schon lange Meldungen über kranke oder gar gestorbene Menschen. Doch das soll BITTE nicht die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen der Schweiz mit Malaysia und Indonesien stören! Heidi verlinkt einmal mehr die Interpellation von Maya Graf vom 19.6.15. Darin verweist der Bundesrat auf das RSPO-Label. Also Ende GUT? Kaum!

Am nächsten Dienstag, 10. November 2015, findet an der ETH ein Symposium zu Palmöl statt: Debunking myths about Palmoil, eine öffentliche Debatte mit internationalen Experten. Man darf gespannt sein, ob das Problem an den Wurzeln gepackt wird. Oder ob Geld die Marschroute weiterhin bestimmt, d.h. greenwashing.

Medien schweigen … Beamte brüten über Klimawandel

Heidi verweist auf den Bericht von Georges Monbiot in the Guardian Nothing to See Here vom 30.10.15. Er beklagt, dass die Medien schweigen. Sie berichten lieber über das Kleid der Duchess of Cambridge, den neuesten Bond-Film … usw. als über die Urwaldbrände in Indonesien: „In the greatest environmental disaster of the 21st Century (so far), Indonesia has been blotted out by smoke.“

Das ist in der Schweiz nicht anders, auch in den Amtsstuben. Während unsere Beamten sich in Klimafragen schlau machen, sind die durch Urwald- und Torfboden-Brände verursachten Emissionen höher als jene der gesamten Wirtschaft der Vereinigten Staaten, siehe Indonesia’s Fire Outbreaks Producing More Daily Emissions than Entire US Economy, World Resources Institute, 16.10.15.

Was sollen wir jetzt kaufen? Vegane Margarine mit angeblich nachhaltigem Palmöl oder Schweizer Butter? Schweizer Rapsöl oder …?

Positiver Schlusspunkt: HISTORISCHER GERICHTSENTSCHEID: KAMPF GEGEN PALMÖL-KONZERN GEWONNEN, PanEco vom 15.9.15

Links

Umwelt-Frevel für neue Palmöl-Plantagen, Peter G. Achten, Infosperber, 2.10.15. „Giftiger Qualm vernebelt derzeit weite Teile Südostasiens. Die Ursache des Übels: verbotene Brandrodungen in Indonesien.“

Torfböden sind in Indonesien unter einem Moratorium seit 2011 theoretisch geschützt. Doch die Regierung genehmigte trotzdem eine Plantage auf einem der letzten Torfdome Westindonesiens. Dieser ist als Kohlenstoff- und Wasserspeicher wichtig sowie für die Biodiversität und die Existenz der lokalen Bevölkerung. Feuer in Indonesien: Kein Palmöl auf Torf! Keine Plantage für PEAK!, Rettet den Regenwald, Petition

Von Cocain, Palmöl und Raps, Heidis Mist, 23.9.15

Borneo: Palmöl und Kautschuk statt Lebensmittel, Heidis Mist, 8.7.15

bruno manser fonds, fairness im tropenwald

5.11.15 HOME

Von Cocain, Palmöl und Raps

23. September 2015
„1.000 Hektar Torfregenwald wurden hier verbrannt“, so Umwelt-Aktivist Feri Irawan im TV-Interview. „Doch noch können wir den größten Teil des Waldes retten.“ Kalimantan/Indonesien, Foto: Rettet den Regenwald e.V.

„1.000 Hektar Torfregenwald wurden hier verbrannt“, so Umwelt-Aktivist Feri Irawan im TV-Interview. „Doch noch können wir den grössten Teil des Waldes retten.“ Kalimantan/Indonesien, Foto: Rettet den Regenwald e.V.

Kolumbien: Abholzung für das „Recht auf billige Seife“

„Never mind cocain – big farming is far worse.“ sagt Liliana M. Dávalos, Assistenzprofessorin an der Stony Brook University in New York in einem Interview im New Scientist vom 8.8.15. Sie ist in den Llanos in Kolumbien aufgewachsen, einem von Wäldern durchsetzten natürlichen Weidegebiet. „Die Llanos werden mit Lichtgeschwindigkeit in eine riesige Plantage verwandelt für – ich weiss nicht – unser Recht auf billige Seife.“ Die Abholzung für den illegalen Anbau von Coca sei um Grössenordnungen kleiner als die Zerstörung durch die boomende legale industrielle Landwirtschaft. Die Wälder in den Llianos seien grösstenteils verschwunden zugunsten des Weltmarkts: Palmöl, Soja, Zuckerrohr usw. Die Produkte liegen auch in unseren Läden.

Revision Umweltschutzgesetz: Resultat ernüchternd

Die Grünen, allen voran Maya Graf, setzten sich im Rahmen der Revision des Umweltschutzgesetzes (Gegenvorschlag zur Grünen Wirtschaft) dafür ein, dass nur Palmöl importiert werden darf, welches nach ökologischen und sozialen Mindeststandards produziert wurde. Sie versuchten bäuerliche Parlamentarier für diese Gesetzesänderung zu gewinnen. Das Resultat ist ernüchternd. Der Bauernverbandspräsident, Markus Ritter, stimmte zwar zu, doch bei der Gesamtabstimmung zur Änderung des Umweltschutzgesetzes fehlten am 14.9.15 drei Stimmen, drei bäuerliche Stimmen! Viele Bauernvertreter haben sich enthalten (BDP, CVP) oder dagegen gestimmt (alle SVP), siehe Abstimmungsliste Nationalrat. Hier das Faktenblatt Palmöl.

Maya Graf reichte am 6.5.15 ein Postulat ein für Mehr Engagement der Schweiz für den Tropenwald und am 19.6.15 eine Interpellation Palmöl. Freihandelsabkommen mit Malaysia und Indonesien. Und das sind die Forderungen der Grünen zur Umweltschutzgesetz-Revision.

Indonesien: So schlimm wie noch nie!

In Borneo ist die Lage schlimmer als man denkt, die Grundnahrungsmittel werden knapp! Auf den abgebrannten Feldern könnten Trockenreis und andere Lebensmittel angebaut werden, wenn Saatgut vorhanden wäre. Bei traditioneller Pflege der Felder würde wieder ein Sekundärwald entstehen. Der ehemals grösste zusammenhängende Regenwald wird bald gänzlich verschwunden sein. Im Gegensatz zu Sumatras Vulkan- und Schwemmböden sind die Böden auf der Insel Borneo extrem unfruchtbar. Der Dünger- und Herbizideinsatz ist gewaltig und schädigt auch die Bevölkerung, die über die Gefahren der zum Teil bei uns verbotenen Herbizide kaum Bescheid weiss. Siehe auch Borneo: Palmöl und Kautschuk statt Lebensmittel, Heidis Mist, 8.7.15.

Ein Hilferuf mit Bitte zum Unterschreiben und Weiterleiten der Petition an die indonesische Regierung von Rettet den Regenwald.

Liebe Leute

Es ist so schlimm wie noch nie…

Vor ein paar Tagen war die Luft in Medan, Nordsumatra, schlechter als in Peking!! Auch hier im Gayo-Hochland von Aceh können wir dem dichten Qualm, der das Sonnenlicht verdüstert, nicht entrinnen.

Die Waldbrände im Osten und Süden der Insel gefährden nicht nur die Gesundheit der Menschen, sondern verursachen auch einen immensen wirtschaftlichen Schaden. Die Kaffeeernte hier im Hochland ist bereits verspätet, denn die Kaffeebeeren brauchen Sonnenlicht um zu reifen.

Der Präsident Indonesiens hat den Kampf gegen die Brandstifter aufgenommen. Schon über hundert Menschen sind im Gefängnis und mehrere Firmen stillgelegt. Er ist aber dringend auf ausländische Unterstützung angewiesen.

Bitte unterstützt diese Petition und verbreitet sie weiter!

Herzlichen Dank!

Heidi empfiehlt ihren LeserInnen, die Petition sofort zu unterschreiben, damit sie nicht vergessen geht!

Petition von Rettet den Regenwald an die indonesische Regierung.

Wenn Brandrodung Sport und Tourismus schädigt …

… dann ist die Umweltverschmutzung rasch einmal ein Medienthema: «Haze» bedroht Formel 1 in Singapur, NZZ vom 16.9.15. Doch, dass die lokale Bevölkerung in Indonesien extrem leidet, wird ignoriert; schliesslich dienen die Brände dem globalen Handel und somit auch uns.

Das folgende Video über die Torfbrände in Riau (Sumatra) ist zwar auf Indonesisch, die Bilder sprechen aber für sich:
Berita Terkini – Kebakaran Lahan Gambut Di Riau

Wer bei Google Kebakaran Lahan Gambut Di Riau eingibt, findet 227’000 Links und eindrückliche Bilder, z.B. Lahan yang terbakar ‚akan diambil alih‘ pemerintah, BBC 21.9.15.

Ein Leser schrieb Heidi: „Unglaublich traurig und deprimierend,  tausende von Hektaren Urwald  und Land gehen unwiederruflich verloren!!! Später in der Regenzeit dringt an diesen flachen Küsten das Wasser bei einer normalen Flut bis 100 und mehr Kilometer ins Landesinnere! Das Problem mit den gefälschten Abgastesten bei VW ist dagegen ein Klacks, nicht desto trotz auch unglaublich, was die gemacht haben.“

Rapsanbau: Die Höhen und Tiefen

„Palmöl droht Rapsöl zu verdrängen. Steigender Marktanteil, zunehmende Beliebtheit: Rapsöl ist eine Erfolgsgeschichte der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft. Freihandelsabkommen könnten nun den Import von billigerem Palmöl anheizen – und den hiesigen Rapsanbau unter Druck setzen.“ Bauernzeitung vom 14.7.15.

Der Raps war schon Anfang des 19. Jahrhunderts eine begehrte Kultur, denn sie lieferte den Brennstoff für Öllampen. Petroleum und importierte pflanzliche Öle verdrängten das einheimische Öl, so dass der Anbau bis 1870 auf bescheidene Flächen schrumpfte. Der Erste Weltkrieg brachte einen kurzen Aufschwung, der Zweite Weltkrieg einen grossen. Dank staatlicher Förderung wurde auch nach dem Krieg vermehrt Raps angebaut. (Quelle: Der landwirtschaftliche Pflanzenbau, Rudolf Koblet, 1965, Birkhäuser Verlag).

Die Züchtung von Sorten mit geringeren Anteilen an Erucasäure und Bitterstoffen ermöglichte ab den 1980er Jahren eine Ausdehnung der Rapsfläche. Heute werden acht Prozent der offenen Ackerfläche mit Raps bebaut, Bundesamt für Statistik/SBV.

Nachtrag 2.10.11: Hintergrundartikel von Peter Achten auf Infosperber: Umwelt-Frevel für neue Palmöl-Plantagen, Giftiger Qualm vernebelt derzeit weite Teile Südostasiens. Die Ursache des Übels: verbotene Brandrodungen in Indonesien. Peter Achten arbeitet seit Jahrzehnten als Journalist in China.

23.9.15 HOME

WWF-Projektwettbewerb: Wer hat eine gute Idee?

8. Mai 2013
Wie kann die Biodiversität im Siedlungsraum gefördert werden? Das ist eines der sechs Themen des Projektwettbewerbs.

Wie kann die Biodiversität im Siedlungsraum gefördert werden? Das ist eines der sechs Themen des WWF-Projektwettbewerbs.

Das Innovationsteam des WWF Schweiz hat Heidi gebeten, Werbung für den soeben gestarteten Innovationswettbewerb zu machen. Gesucht werden Projektvorschläge mit einem grossen Wirkungspotential zu Themen, die für den WWF wichtig sind. Das Siegerprojekt wird vom WWF Schweiz finanziert (100’000 Franken!) und begleitet. Das sind die Themen:

  • Energieeffizienz – besonders Projekte zur Senkung des Stromverbrauchs.
  • Biodiversität im Siedlungsraum – Wie kann sie gefördert werden?
  • Milchproduktion – Ansätze, welche dazu führen, dass die Treibhausgasemissionen bei der Herstellung und beim Konsum von Milchprodukten bis 2025 um mindestens 30 Prozent zurückgehen.
  • Landwirtschaft und Biodiversität – Wie kann die Biodiversität im ländlichen Raum gefördert werden?
  • Cleantech in der Berufsbildung – Ansätze für die Umsetzung in Berufsfachschulen und Ausbildungsbetrieben.
  • Finanzwirtschaft – Welche Innovationen könnten dazu beitragen, die Finanzwirtschaft nachhaltiger zu gestalten?

Ausführliche Informationen siehe Externer Projektwettbewerb

6. Mai – 26. Mai 2013: Ideeneingabe. Drei Wochen lang können auf innovation.wwf.ch Ideen eingegeben, kommentiert und verbessert werden.
27. Mai – 2. Juni 2013: erste Abstimmung. Die Community entscheidet, welche Ideen in die zweite Runde weiterkommen. Die Jury kann eine begrenzte Zahl von Wild Cards vergeben.

Heidi wünscht Ihren LeserInnen viel Erfolg.

8.5.13 HOME

Jugendliche spielen Mozart auf Recycling-Instrumenten

30. Dezember 2012
Ein Paraguayanisches Mädchen spielt auf einem Abfall-Instrument. Bild BBC News.

Ein Paraguayanisches Mädchen spielt auf einem Abfall-Instrument. Bild BBC News.

Ein Slum in Paraguay. Die Jugendlichen haben kein Geld, um Instrumente zu kaufen, deshalb sammeln sie Abfall und bauen daraus Instrumente. Sie werden in klassischer Musik ausgebildet und zeigten jetzt auf einer Konzertreise durch Südamerika ihr Können. Inzwischen ist aus der Idee ein „Abfall-Verwertungs-Handwerk“ entstanden, das den Slum-BewohnerInnen beim Überleben hilft. Dies ist zwar weder die Lösung der globalen Probleme Armut, Wachstum und Klimawandel, aber eine schöne Geschichte.

Hören Sie den Anfang der Kleinen Nachtmusik von Mozart auf Recycling-Instrumenten und die Geschichte dazu, zwar auf Englisch, aber die Bilder sprechen für sich, Paraguayan orchestra using instruments made from rubbish, BBC News 29.12.12.

30.12.12 HOME

Werbung auf Heidis Mist

7. November 2012
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Treibhausgase, Gletscherschwund, Klimaerwärmung … „grünes“ Wirtschaftswachstum muss her, und die Bauernlobby will die Tierbeiträge im Ständerat durchbringen!

Heidi hat bisher gratis auf WordPress geblogged. Hiefür ein grosses Dankeschön! Offenbar wird jetzt Werbung in Heidis Artikel eingestreut. Das sieht sie als Herausgeberin des Blogs nicht. Nun hat ihr ein Leser geschrieben, dass auf dem Artikel Jims Klima-Würfelspiel eine Werbung von Swiss sei. Das ist ärgerlich und umso störender, als Heidi immer wieder für die Reduktion der Treibhausgas-Emissionen plädiert, kaum mehr Fleisch isst (nicht nur aus diesem Grund) und so wenig wie möglich konsumiert. Heidi wird raschmöglichst handeln: Für 30 $ gibt es einen werbefreien Blog. Der Leser hat sich bereit erklärt, diesen Einkauf in den nächsten Tagen zu tätigen, denn Heidi hat keine Kreditkarte! Nun wird sie wohl oder übel eine anschaffen müssen.

Derweil versucht der Bauernverband im Ständerat mit einem neuem Vorschlag das Herzstück der Agrarreform zu ändern, die Tierbeiträge, wie die NZZ am 6.11.12 meldete. Das wäre schlecht für die Umwelt, besonders im Berggebiet, wo Kontrolle noch weniger funktioniert und auch schwieriger ist, wie der nächste Artikel zeigen wird. Und die Suisse-Bilanz? Viel Papier, wenig Wirkung zur Steuerung der Tierbestände … davon ein anderes Mal. Heidi ruft ihre LeserInnen dazu auf, den Ständeräten sofort eine Mail zu schicken und gegen die Tierbeiträge zu protestieren, hier sind die Mitglieder.

7.11.12 HOME

Mais, das Bundesblümchen

25. Juli 2012
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Unsere Irrweg-Agrarpolitik fördert den Maisanbau, Milch- und Fleischüberschüsse, den Klimawandel, das Vogelsterben …

Immer wieder schreibt Heidi, dass in Bern mit unseren Steuergeldern grösstenteils die Milch- und Fleischproduktion unterstützt wird. Wer den Agrarbericht des Bundesamts für Landwirtschaft liest, der/die weiss, dass wegen der verfehlten Politik immer mehr Viehfutter auf den Fruchtfolgeflächen angebaut wird. Mais braucht viel Dünger und Unkrautvertilgungsmittel, gefährdet Boden und Gewässer. Die Viehwirtschaft fördert den Klimawandel; und viel Fleisch und viele Milchprodukte auf dem Speisezettel ist ungesund. Viel wird darüber geschrieben, nützen tut’s wenig. Am Montag titelte die NZZ Vom Wert des Strohs. Nun also haben wir noch den Strohmangel für die tierfreundliche Tierhaltung! Wird Nationalrat und Bergbauer Erich von Siebenthal demnächst Strohsubventionen für die Bergbauern fordern und/oder Lockerung des Tierschutzes? Eingekauft wird vorwiegend in Deutschland und Frankreich, wo Vorernte-Spritzungen mit Glyphosat zur Abreifebeschleunigung und Unkrautbekämpfung eingesetzt wird. Ein paar Links zum Thema, eingeflüstert z.T. von Osmerus und Grünwolf:

Glyphosat: Spritzen schmerzt Bäcker; Experten warnen vor einem Pflanzenschutzmittel, das in Mehlen auftaucht; Allgemeine BäckerZeitung online

Monsanto: Studien widerlegen Unbedenklichkeit von Roundup, Video, Kontraste

Monsanto in deutschen Behörden, Bayerisches Fernsehen. Auch in der Schweiz ist die Gentech-Industrie-Lobby stark.

Monsanto – Mit Giften und Genen, Image & Compagnie – Arte France

Gesundheitliche Vor- und Nachteile einer vegetarischen Ernähung, Expertenbericht der Eidg. Ernährungskommission für das Bundesamt für Gesundheit vom 31.5.7; Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus

Die Zahl der Feldvögel hat sich halbiert, Spiegel online Wissenschaft

Soja und Mais knistern in der Hitze, Zeit online Umwelt

Reform der Agrarpolitik: Das Lobbying des Bauernverbandes bringt die Bauern um Einkommen und Wertschöpfung, Vision Landwirtschaft

Bio-Fachhandel in Deutschland wächst seit Jahren: 2011 erstmals ein Jahresvolumen von mehr als zwei Milliarden Euro, organic news community

25.7.12 HOME

Euklid, Häkeln und allgemeine Relativitätstheorie

18. Juli 2012
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Gehäkelte Korallen im Museum: Aus der Idee zweier amerikanischen Schwestern entstand eine weltweite Bewegung zur Rettung unseres Planeten. (Foto: Pickled Hedgehog Dilemma)

Zwillingsschwestern in Los Angeles waren besorgt über den Klimawandel. Ein potentielles Unglück könnte der Verlust vieler Korallenriffe sein, heute sind es bereits 10%. Korallenriffe machen zwar nur 0,25% der Ozeane aus, dort lebt aber ein Viertel der Meereslebewesen. Mathematiker entwickelten 1997 eine Häkel-Technik, welche perfekt geeignet ist, um Korallen wiederzugeben: das hyperbolische Häkeln. Die Schwestern Wertheim in LA entdeckten diese Technik und begannen zu häkeln, stellten die Objekte in Museen aus, das Handwerk wurde zu einer Bewegung, auf der ganzen Welt entstehend Gruppen, deren Mitglieder Korallen und Meerestiere häkeln.

Heidi hat diese Informationen auf einen WordPress-Blog gefunden, Pickled Hedgehog Dilemma: Crocheting to Change the Planet, auf Englisch. Ein Besuch lohnt sich, denn dort sind viele schöne Bilder zu sehen, und es gibt einen Link auf TED Talk, wo Margaret Wertheim ihr Projekt vorstellte: The beautiful math of coral (and crochet). Heidi hat ihren LeserInnen schon lange empfohlen, Englisch zu lernen, um James Hansens Buch über Klimawandel, Zensur und Lobbying Storms of my Grandchildren zu lesen.

Nachtrag 10.7.12: pickledtoo regt an, dass Leute mit Tatkraft (das dürften beim Häkeln v.a. Frauen sein).

Heidi’s Google-Suche „korallenriff häkeln anleitung“ hat viele Links auf den Bildschirm gezaubert, auch einen Beitrag der Schweizer Illustrierten vom 7.3.12: Korallen häkeln.

18.7.12 HOME

Strassen, Häuser, Infrastrukturen bis auf den Berg

6. Juni 2012
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Verbauung zum Schutz vor Hochwasser in Klosters GR

Mit folgenden Worten lädt das Tiefbauamt Graubünden Interessierte zum Lesen des Strassenprogramms 2013-2016 ein: „Für die flächendeckende Erschliessung und damit für die Sicherstellung einer dezentralen Besiedlung sind die Strassen in Graubünden von zentraler Bedeutung. Die Substanzerhaltung und der bedürfnisgerechte Aus- und Neubau des grossen Strassennetzes in unserem Gebirgskanton stellen eine kostenintensive Daueraufgabe dar…“ Kosten: 175 Millionen Franken pro Jahr; vermutlich sind hier die Beiträge von Bund und Gemeinden nicht inbegriffen.

In Zeiten des grenzenlosen „grünen“ Wachstums und der dauernd drohenden Krisen wagt niemand zu fragen wie sinnvoll das ist. Nur schon der Transport von Vieh, Futter und Material auf Maiensässe und Alpen erfordert bessere Strassen. Und die Sehenswürdigkeiten? Alle müssen mit Blick auf die Gerechtigkeit car- und rollstuhlgängig gemacht werden; nicht jede/jeder kann sich ein starkmotoriges geländegängiges Auto leisten. Damit Tourismus und Baugewerbe weiter wachsen, ist das Erschliessen neuer Bauplätze für Wohnen und Industrie von zentraler Bedeutung und dient der dezentralen Besiedlung. Besonders die Bauern berufen sich auf Artikel 104c des Landwirtschaftsartikels der Bundesverfassung und sind stolz darauf, dass sie einen wesentlichen Beitrag zu diesem echt schweizerischen Ziel leisten. Heidi beurteilt dieses Ziel als nicht mehr zeitgemäss und möchte auch Artikel 104c mit Blick in die Zukunft streichen, sie hat ihre Zweifel schon in der 1.-August-Rede geäussert.

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2005 schwemmte das Hochwasser in Klosters die Abfalldeponie aus früheren Jahrzehnten weg, jahrelang wanderten die TouristInnen über Schutt, noch heute zeugen Einzelstücke von dieser Katastrophe. Der reissende Schraubach schwemmte die alte Abfalldeponie der Gemeinde Schiers weg, die direkt neben dem Wildbach lag; in einem Bericht des Bündner Forstdienst ist beschönigend von einer Bauschuttdeponie die Rede.

Neue und alte Strassen, Häuser, Trinkwasser, Abwasser, kurz alles muss gesichert werden, und zwar wiederum mit dem Bau und Unterhalt von Infrastrukturen: Lawinen- und Bachverbauungen, Tunnels und Netze. Das kostet immer mehr Geld, besonders im Berggebiet. Aber auch die Gefahren nehmen zu. Permafrost schmilzt und lässt Felsen herunterpurzeln, intensiver Regen bringt Hänge ins Rutschen und unterspült Strassen. Hangrutsche verschütten Häuser. Solche Ereignisse mobilisieren BundesrätInnen, die Bestürzung und Beileid über die Medien verbreiten. Klimaerwärmung bedroht auch den Verkehr, Schweizer Fernsehen 6.6.12. Gestern ist ein Fels auf die SBB-Gotthardlinie (Meldung NZZ vom 6.6.12) gestürzt, nicht dort, wo man einen Felssturz erwartet hat, 60 m daneben, die Sicherheitsmassnahme hat nichts genützt. So wird mit und ohne Steuergelder fleissig gebaut, dann geschützt, die „Katastrophe“ schlägt anderswo zu … „Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand“, flüstert eine Hexe in Theodor Fontanes Gedicht Die Brück’am Tay.

6.6.12 HOME

Jetzt Himbeeren kaufen?

7. März 2012
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Heidi freut sich auf den Sommer und die Himbeeren, die er bringen wird. Wer jetzt diese "süssen" Früchte kauft, schadet der Umwelt.

Beim Eingang des COOP-Ladens, wo alle vorbei müssen, hat Heidi heute Himbeeren und Erdbeeren gesehen und sich darüber geärgert. Zuhause lag eine passende Medien-Information des Bundesamts für Umwelt (BAFU) in der Mail-Box: Neue Ausstellung „Erdbeeren im Winter – ein Klimamärchen“. Diese Wanderausstellung ist ein Werk von BAFU, Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und gastiert bis  12. August 2012 im Naturhistorischen Museum in Bern. Die Läden werden immer grösser, immer mehr Transport- und Kühlketten-intensive Produkte verlocken die KundInnen zum umweltschädigenden Einkaufen.

Soeben hat Heidi ein Mail von Jim Hansen, dem Klimaforscher der ersten Stunde erhalten (Warum jetzt Englisch lernen?). Er fasst im TED Talk das Problem Klimawandel ausgezeichnet zusammen: Video James Hansen: Why I must speak out about climate change. Bald stellt Jim auf dem Internet eine Powerpoint-Dokumentation zur Verfügung, siehe James Hansen, Columbia University, New York.

In der Westschweiz gibt es eine kämpferische Frau, die gegen diesen Unsinn Unterschriften sammelt: Ras la fraise! Mit News auf Twitter und Facebook. Oder auf Deutsch Solche Erdbeeren sind wir satt! Bis heute haben 30045 ihre Petition unterschrieben, auch Heidi. Und Sie?

Nachtrag 23.3.12: Heute und morgen veranstaltet die Plattform für eine sozial nachhaltige Landwirtschaft landesweite Aktionen vor den Supermärkten Immer wieder Erdbeeren! Im Flyer heisste es: „…Spanien hat eine Arbeitslosenquote von 21,52%, aber die Erdbeerernte ist nicht ein attraktiver Sektor für die einheimischen ArbeiterInnen. Es ist einfacher, marokkanische oder osteuropäische Arbeitskräfte zu importieren und dies mit der Komplizität der Regierungen. Frauen, die zu Hause Kinder haben, werden bevorzugt, weil sie sicherlich nach der Ernte zu ihren Kindern zurückkehren wollen… Wir essen Saisonobst und -gemüse aus lokaler Produktion…“ Diese Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, für alle Personen welche in der Nahrungsmittelkette arbeiten, vom Felde des Produzenten bis hin zum Teller des Konsumenten, ausgeglichene Arbeitsbedingungen zu erzielen. Sie wird von Stadt und Kanton Genf unterstützt. Heidi hat im Artikel SUISSE GARANTIE ohne Ausländer? auf das Problem in der Schweiz hingewiesen.

7.3.12 HOME


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