Archive for the ‘Nährstoffe’ Category

Naturschutzgebiet Bichwil – Skandal ohne Ende?

28. November 2019
Liebe Heidi Wir haben nichts zu fressen, wir werden zertrampelt. Wie können wir überleben, unserem Nachwuchs eine Zukunft bieten? Dein verzweifelter Froschkönig, Sprecher der Amphibien im Naturschutzgebiet von regionaler Bedeutung. Foto 22.4.19

Liebe Heidi Wir haben nichts zu fressen, wir werden zertrampelt. Wie können wir überleben, unserem Nachwuchs eine Zukunft bieten? Dein verzweifelter Froschkönig, Sprecher der Amphibien im Naturschutzgebiet von regionaler Bedeutung. Foto 22.4.19

Die Chegelwi(e)s in Bichwil ist ein Amphibienschutzgebiet von regionaler Bedeutung. Trotzdem weiden dort seit Jahren Alpakas. Der Alpakazüchter Adrian Brändle lagert zudem im ebenen Teil allerlei Unrat und Holz. Ein Grossteil des Bodens ist unbewachsen.

Die zuständige Gemeinde Oberuzwil hat, gemäss gut informierter Fachperson, noch keine Massnahmen getroffen, um die Zerstörung zu stoppen und das Naturschutzgebiet wiederherzustellen. Dies obwohl sie seit Jahren informiert ist, und zwar von verschiedenen Seiten.

Selbst die Rechtsverweigerungsbeschwerde des WWF hat noch keine Besserung gebracht.

Unrat und Weide bedrohen ein Naturschutzgebiet, Heidis Mist vom 3.5.19

Das BLV will nichts mit Bichwil zu tun haben! Heidis Mist vom 5.5.19

Der Fall Bichwil: Wenn Richter den Vollzug verhindern, Heidis Mist vom 15.5.19

Der Fall Bichwil: WWF reicht Rechtsverweigerungsbeschwerde ein, Heidis Mist vom 1.7.19

Der Fall Bichwil: Ein Skandal! Heidis Mist vom 26.9.19

Der Fall Bichwil: Ein Skandal! (2) Neues Wappen Oberuzwil, Heidis Mist vom 1.10.19

Viele Düngersäcke auf drei Alpen

25. September 2019
2 x 21 Säcke mit Dünger vor einem Alpstall. Copyright: Janik

2 x 21 Säcke mit Dünger vor einem Alpstall. Copyright: Janik

Das schöne Wetter nutzte Janik für Wanderungen. Gerne verpflegt er sich in Berggasthäusern und redet mit Einheimischen. Was er vor einem Alpstall sah, das erstaunte ihn sehr: Dünger – so viele Düngersäcke! Er rechnete. 1 Palett à 21 Säcke à 50 kg = 1050 kg, also mehr als 2 Tonnen Dünger. Und die Weiden, so meint Janik, sahen fett aus.

Hier die Beschreibung des Inhalts. Copyright: Janik.

Hier die Beschreibung des Inhalts. Copyright: Janik.

Janik kam später bei zwei Alpen der Oberallmeindkorporation (OAK) Schwyz vorbei. Auch dort standen Palette mit Düngersäcken.

Zur OAK gehören 8’000 Hektaren produktives Alpgebiet mit
156 Alpeinheiten. Das Weidegebiet erstreckt sich von 800 bis 2’200 m ü.M. Die OAK besteht seit 1114. Ihr Slogan: „regional verankert – dem Fortschritt und der Tradition verpflichtet“. Die OAK gibt den Alpbewirtschaftern auch Herbizide ab. Fortschritt!?

Palett mit Düngersäcken auf einer Alp der OAK. Copyright: Janik.

Palett mit Düngersäcken auf einer Alp der OAK. Copyright: Janik.

Blick auf eine verunkrautete Weide dieser Alp. Copyright: Janik.

Blick auf eine verunkrautete Weide dieser Alp. Copyright: Janik.

Janik sagte zum Geissenpeter: „Es ist wirklich bedenklich, auf der einen Seite spritzen sie Herbizide, auf der anderen Seite bringen sie Dünger aus und fördern damit wieder Problempflanzen. Ja wo sind wir denn?

Zitate aus dem Agrarbericht 2018:

Nachhaltige Nutzung im Sömmerungsgebiet

Alpweiden sollen nachhaltig bewirtschaftet werden; dieses Prinzip wird folgendermassen konkretisiert:

  • Die Sömmerungsbetriebe müssen sachgerecht und umweltschonend bewirtschaftet werden, ohne zu intensive oder zu extensive Nutzung. Naturschutzflächen sind vorschriftsgemäss zu bewirtschaften.
  • Die Düngung der Weideflächen erfolgt grundsätzlich mit alpeigenem Dünger (Mist, Gülle). Stickstoffhaltige Mineraldünger und alpfremde flüssige Dünger dürfen nicht verwendet werden. Für die Zufuhr von anderen Düngern (z. B. Phosphor oder Kalk) ist eine Bewilligung notwendig.
  • Die Tiere werden mit alpeigenem Gras gefüttert. Zur Überbrückung witterungsbedingter Ausnahmesituationen sowie für Milchtiere ist eine begrenzte Futterzufuhr möglich.
  • Die Weiden sind vor Verbuschung und Vergandung zu schützen. Problempflanzen sind zu bekämpfen. Ein Leitfaden für die Beurteilung der Flächen ist auf der Internetseite der Agridea abrufbar.

Beschriftung Düngersäcke. Copyright: Janik

Heidis Fazit: Nachhaltigkeit ist vielerorts nur ein Wort und Ausnahmebewilligungen sind immer wieder die Regel bzw. ein gerne genutztes Schlupfloch. Oder wird gar ohne Bewilligung gedüngt? Das wusste Janik nicht.

Agrarbericht 2018, Sömmerungsbetriebe, Bundesamt für Landwirtschaft (Achtung: Oft ändern beim BLW die Links in kurzer Zeit … also in einem solchen Fall eine Suchmaschine benutzen!)

Verbuschung und Problempflanzen im Sömmerungsgebiet – Leitfaden für Kontrollierende, agridea

Link zu Heidis zahlreichen Artikeln über Herbizide auf Alpen

25.9.19 HOME

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