Archive for the ‘Pflanzenschutzmittel’ Category

In einem Bächlein helle … da schwamm einst die Forelle (2)

20. August 2017

Wasserleben: Das leise Sterben, Heidis Mist 19.8.17

In einem Bächlein helle … da schwamm einst die Forelle, Heidis Mist 29.4.17

Der Schrei von Edvard Munch, Wikipedia

20.8.17 HOME

 

Wasserleben: Das leise Sterben

19. August 2017
Roman Wiget, Wasserversorger und Präsident der internationalen <a href="http://www.awbr.org/" target="_blank" rel="noopener">Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein (AWBR)</a>, ist besorgt um das Trinkwasser ... Copyright: Pro Natura.

Roman Wiget, Wasserversorger und Präsident der internationalen Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein (AWBR), ist besorgt um das Trinkwasser … Video „Das leise Sterben“. Copyright: Pro Natura.

... und setzt sich für eine Zukunft mit sauberem Trinkwasser ein. Copyright: Pro Natura.

… und setzt sich für eine Zukunft mit sauberem Trinkwasser ein. Copyright: Pro Natura.

Markus Arn von Pro Natura zeigt im Video Das leise Sterben mit klaren Bildern und Worten die Belastung unserer Gewässer mit Pestiziden auf. Die Verschmutzung ist teilweise so hoch, dass sie für Wasseroganismen tödlich sein kann. Aber auch für die Menschen sind die Pestizide eine Gefahr. Pro Natura fordert eine deutliche Anwendungsreduktion dieser Mitteln in der Landwirtschaft.

Die Probleme sind auf dem Tisch, nun gilt es endlich zu handeln. Auch wenn man gut informiert ist, lohnt es sich, den sechsminütigen Film anzuschauen.

Pestizide in Schweizer Bächen – Video «Das leise Sterben»

Am 26./27. August 2017 entscheidet der Delegiertenrat von Pro Natura, ob die Naturschutzorganisation die folgenden Volksinitiativen unterstützen wird:

Trinkwasser-Initiative

Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Trinkwasser-Initiative

Stand der Unterschriftensammlung: 70’118 Unterschriften! Heidi gratuliert Franziska Herren und ihren MitstreiterInnen.

Greenpeace ist die erste Umweltorganisation, welche die Trinkwasser-Initiative offiziell unterstützt: „Nein, unsere Landwirtschaft ist nicht die ökologischste der Welt. Sie könnte es aber werden, denn die Voraussetzungen in der Schweiz sind ideal. Die Trinkwasser-Initiative packt den Stier an den Hörnern und verdient deshalb unsere Unterstützung.“

Die Zeit für eine echte ökologische Landwirtschaft ist reif, Philippe Schenkel, Greenpeace 18.8.17

Unterschriften für die Trinkwasser-Initiative werden auch auf der Plattform Wecollect gesammelt.

Volksinitiative für sauberes Trinkwasser – Trinkwasser ohne Pestizide und Antibiotika

Heidis Wunsch

Schauen Sie hin, wo viele wegschauen, und unterschreiben Sie die zwei Volksinitiativen!

Nachtrag vom 21.8.17

Die Umweltschutz-, Tierschutz- und Fairtrade-Organisation fair-fish hat bereits im Mai dazu aufgerufen, die beiden Initiativen zu unterstützen: Kampagne für sauberes Wasser: Meer ohne Müll. Desgleichen der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) im Juni: Pestizide: Die Fischer haben die Nase voll!

...

So weit darf es nicht kommen! Copyright: Pro Natura.

So weit darf es nicht kommen! Copyright: Pro Natura.

19.8.17 HOME

So wird aus einer mageren Alpweide eine Unkrautweide

17. August 2017
Schöne Aussicht ... und ... Bauern laden Heu um. Wer findet sie auf diesem Bild?

Schöne Aussicht … und … Bauern laden Heu um. Wer findet sie auf diesem Bild?

Heidi meint: „Das einzig Positive an den Helikopter-Pestizidsprühflügen ist, dass die Sesemanns jetzt ihre Ferien häufiger in Graubünden verbringen und nicht mehr ins Wallis fahren.“ Im Moment logieren sie in Maienfeld. Heidi und Peter haben die Feriengäste für einen Alpausflug abgeholt.

Heidi konnte ihnen (wie 2016) auch dieses Jahr beim Vorbeifahren mit der SBB den seit eh und je fehlenden Pufferstreifen am Malanser Mühlbach zeigen und den etwas grösser gewordenen, aber immer noch viel zu kleinen, am Kleinen Seezli.

Überraschung im Ausflugsrestaurant

Rechtzeitig für eine Verschnaufpause mit Kaffee und Gipfeli erreichten sie das Ausflugsrestaurant. Klara war begeistert von der Aussicht, machte ein paar Fotos und zeigte sie Peter.

Peter: „Interessant! Hier unten siehst du Bauern beim Umladen von Heu für die Alp, denn mit dem schweren Gefährt können sie nicht hinauffahren.“

Umladen von Heu vom grossen auf die kleinen Transporter.

Umladen von Heu vom grossen auf die kleinen Transporter.

Klara: „Heu?“

Peter: „Ja! Die Alpbesitzer sind reich und Alpkäse ist beliebt, daher haben sie eine Käserei gebaut. Doch die Qualität des Weidefutters ist schlecht, nur für Rinder knapp genügend. Daher braucht es auch gutes Futter aus dem Tal oder zugekauftes.“

Und los gehts!

Und los gehts!

Am Bergrestaurant vorbei ... Touristen fotografieren ... unzählige Samenständer von Blacken auf den Weiden ...

Am Bergrestaurant vorbei … Touristen fotografieren … unzählige Samenständer von Blacken auf den Weiden …

... Abgeladen wird bei schönstem Wetter und flatternder Fahne.

… Abgeladen wird bei schönstem Wetter und flatternder Fahne.

Fräulein Rottenmeier: „Das ist doch ein ökologischer Blödsinn! Die sollen ihren Käse unten herstellen. Nur schon die Energie, die es für den Transport braucht! Und was macht der lärmige Helikopter, der dauernd zur Bergspitze fliegt?“

Heidi: “Die Bergsteiger von heute sind anspruchsvoll, wollen essen und trinken wie im Restaurant. Diese Hütte wird zweimal jährlich versorgt. Wir haben Pech!“

Herr Sesemann: „Und was geschieht mit den zusätzlichen Nährstoffen? Werden Gülle und Mist ins Tal transportiert?“

Peter: „Nein, die Dünger bleiben oben, werden auf die kargen Flächen bzw. steinigen Stellen ausgebracht. Sehen Sie dort die Blacken! Sie sind ein Zeichen für Überdüngung; auch können mit dem Heu Unkrautsamen auf die Weiden gelangen und dort keimen. Wir werden noch mehr verunkrautete Weiden sehen.

In dieser Gegend versickert das Wasser leicht; ob die Gülle Quellen verschmutzt, das weiss ich nicht.“

Blacken wachsen auf der kargen steinigen Weide.

Blacken wachsen auf der kargen steinigen Weide.

"Unsauberes" Spritzen ganzer Flächen mit Herbizid, noch gibt es Streifen mit Brennnesseln. Dort wo Brennnesseln waren, wachsen jetzt v.a. Blacken.

„Unsauberes“ Spritzen ganzer Flächen mit Herbizid, noch gibt es Streifen mit Brennnesseln. Dort wo Brennnesseln waren, wachsen jetzt v.a. Blacken.

Heidi: „Ja und die Unkräuter werden zum Teil grossflächig mit Herbiziden besprüht, auch Brennnesseln. Besonders von drainierten Flächen ist Abschwemmung möglich. Ob Herbizide mit dem Wasser in Quellen gelangen? Weil Tiere gerne welke Pflanzen fressen, sind diese oft bald weg. Auch Giftpflanzen werden so eher gefressen. Das kann für Tiere tödlich sein!“

Fräulein Rottenmeier: „Und die Gemsen? Fressen diese die Herbizid-Pflanzen auch?“

Peter: „Das interessiert die Älpler nicht, höchstens die Jäger und Wildhüter, aber diese merken das doch nicht!“

Was sagt das Gesetz?

Direktzahlungsverordnung

Art. 26 Grundsatz

Die Sömmerungs- und Gemeinschaftsweidebetriebe müssen sachgerecht und umweltschonend bewirtschaftet werden.

 Art. 31 Zufuhr von Futter

1 Zur Überbrückung witterungsbedingter Ausnahmesituationen dürfen höchstens 50 kg Dürrfutter oder 140 kg Silage pro Normalstoss (NST) und Sömmerungsperiode zugeführt werden.

2 Für gemolkene Kühe, Milchziegen und Milchschafe ist zusätzlich die Zufuhr von 100 kg Dürrfutter und 100 kg Kraftfutter pro NST und Sömmerungsperiode zulässig.

3 Schweinen darf Kraftfutter nur als Ergänzung der alpeigenen Milchnebenprodukte verfüttert werden.

4 Für jede Futterzufuhr sind der Zeitpunkt der Zufuhr sowie die Art, Menge und Herkunft des Futters in einem Journal festzuhalten.

Heidi meint: „Die Bewirtschaftung ist weder sachgerecht noch umweltschonend. Für die Futterzufuhr muss zwar ein Formular ausgefüllt werden, das ist in der Regel jedoch nicht kontrollierbar.“

Höhere Alpungsbeiträge schaden der Biodiversität, Heidis Mist 15.7.16

Herbizide auf Alpen, alle Artikel zum Thema

17.8.17 HOME

Herbizide auf Alpen: Wenn Blacken die Brennnessel-Lücken füllen …

9. August 2017
Brennnesseln tod gespritzt - jetzt wachsen Blacken! Copyright: Sophie T.

Brennnesseln tod gespritzt – jetzt wachsen Blacken! Copyright: Sophie T.

Sophie war überrascht, als sie kürzlich bei der Alp zum Blumentod vorbei kam: Nun wachsen Blacken auf den Flächen, wo vor der Herbizidanwendung Brennnesseln standen! Die Rinder hatten die verwelkten Pflanzen gefressen, der Boden war offen für Neues, rasch keimten in der nährstoffreichen Erde Blackensamen. Die Pflanzen werden wohl schon bald die Lücken füllen.

Ist Brennnesselnvergiften eine nachhaltige Beikrautbekämpfung? Heidi meint NEIN!

Herbizid-News: Alp zum Schmetterlingstod, Alp zum Blumentod und Alp Pardenn, Heidis Mist 16.6.17

Aufregung auf der Alp zum Blumentod, Heidis Mist 5.6.17

9.8.17 HOME

 

Pflanzenzüchtung: Dezimieren, dann wiederbeleben

29. Juli 2017
Vor dem Ersten Weltkrieg importierte die Schweiz den grössten Teil des Brotgetreides, was gegen Kriegsende zu einer eigentlichen Lebensmittelnot führte. Demzufolge legten die landwirtschaftlichen Forschungsanstalten die Prioritäten mehr und mehr auf den Ackerbau, Fragen der Tierhaltung traten in den Hintergrund. Die Züchtung gewann an Bedeutung.

Vor dem Ersten Weltkrieg importierte die Schweiz den grössten Teil des Brotgetreides, was gegen Kriegsende zu einer eigentlichen Lebensmittelnot führte. Demzufolge legten die landwirtschaftlichen Forschungsanstalten die Prioritäten mehr und mehr auf den Ackerbau, Fragen der Tierhaltung traten in den Hintergrund. Die Züchtung gewann an Bedeutung.

Von den zahlreichen Restrukturierungen der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten war die Pflanzenzüchtung besonders stark betroffen, obwohl resistente Sorten Voraussetzung für einen umweltschonenden Anbau sind. Es fehlte den Entscheidungsträgern an Weitsicht. Nun soll die Züchtung „revitalisiert“ werden: Wer essen will, muss züchten, Interview des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes mit Eva Reinhard, stellvertretende Direktorin des Bundesamts für Landwirtschaft vom 27.7.17. Bezahlt werden solche Fehlplanungen durch die Steuerzahlenden.

Zitat aus „Schweizer Qualitätskorn fürs tägliche Brot“, AGRARForschung 10 (8): 334, 2003:
„Der Ertrag war in der Schweiz immer nur ein zweitrangiges Züchtungsziel. Auch heute noch haben Schweizer Weizensorten im internationalen Vergleich eine besonders gute Krankheitsresistenz bei gleichzeitiger besonders hoher Backqualität … Mit der Überproduktion und der zunehmenden Ökologisierung des Ackerbaus zeigen auch die benachbarten Länder ein verstärktes Interesse an den Schweizer Sorten.“

Den Sparmassnahmen war das Dinkel-Zuchtprogramm geopfert worden. Die Getreidezüchtung wurde massiv geschwächt. Wissen und internationale Beziehungen gingen dabei verloren.

Heidi hofft, dass das geplante Swiss Plant Breeding Center SPBC mit mehr Weitsicht betrieben wird als die Restrukturierungen.

29.7.17 HOME

 

Umgang mit Pestiziden … denn sie wissen nicht, was sie tun!

7. Juli 2017

In der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung steht:

2. Kapitel: Umgang mit Stoffen, Zubereitungen und Gegenständen

3. Abschnitt: Fachbewilligungen

Art. 7 Bewilligungspflichtiger Umgang mit Stoffen und Zubereitungen

1 Die folgenden Tätigkeiten dürfen beruflich oder gewerblich nur von natürlichen Personen mit einer entsprechenden Fachbewilligung oder als gleichwertig anerkannten Qualifikation oder unter Anleitung solcher Personen ausgeübt werden:

a. die Verwendung von:

  1. Pflanzenschutzmitteln,

Heidi meint: „Besonders auf Alpen scheinen viele AnwenderInnen von Pflanzenschutzmitteln keine grosse Ahnung von dem zu haben, was sie tun! Geschweige denn von Gesetzen. Sind diese Leute im Besitze einer Fachbewilligung?“

Es ist lobenswert, wenn Gemeinden Alp-Säuberungs-Aktionen durchführen wie etwa die Ortsgemeinde Flums-Grossberg. Die Bildergalerien der Bürgertage zeigen aber Erstaunliches, obwohl die Gemeinden im Kanton St. Gallen für den Vollzug verantwortlich sind.

  • Frauen in Shorts, ärmellos mit kurzen Handschuhen, spritzen in Gehrichtung. Was spritzen sie wohin? Heidi vermutet Herbizide. Was denn sonst?! Irgendwelche Kanister stehen unbeaufsichtigt am Strässchen, wo eine Herde Ziegen vorbeizieht. Was ist drin? Oder vielleicht sind sie ja leer?!
  • Rauchende Haufen zeigen, dass gerodetes Material einfach verbrannt wird. Das ist verboten!

Hier geht’s zu den Bildergalerien. Heidi kann sich vorstellen, dass diese entfernt werden, wenn die Gemeinde auf Fachwissen und Gesetze stösst. Sie hat die Files daher gespeichert!

Arbeitseinsatz des FC Flums auf der Alp: Die Fussballer spritzen ohne Handschuhe Herbizide. Ihr Alpeinsatz wurde von der Gemeinde mit einem Zustupf in die Vereinskasse belohnt.

Bürgertag 2009 auf der Alp Palmüöl, Flums: Jung und Alt arbeiten zusammen am Bürgertag. „… Ebenfalls zum ersten Mal dabei war der im letzten Jahr eingebürgerte Hugo Reichlin. Obwohl er bereits über 80 Jahre ist, hatte er grosse Freude beim Spritzen des Unkrauts und wollte nicht mehr aufhören. „

7.7.17 HOME

Herbizid gegen Farne auf der Alp Novai: zweifelhafte Wirkung!

4. Juli 2017

 

Alp Novai: Farne wurden auch direkt am Bach mit Herbizid bespritzt, was gemäss Chemikalien-Risikoreduktionsverordnung klar verboten ist. Herbizid-Wirkung: Foto vom 11. Juni 2017.

Alp Novai: Farne wurden auch direkt am Bach mit Herbizid bespritzt, was gemäss Chemikalien-Risikoreduktionsverordnung klar verboten ist. Herbizid-Wirkung: Foto vom 11. Juni 2017.

Die gleichen Farne direkt am Bach: Dreizehn Tagen später sind sie schon wieder grün, wachsen üppig weiter! Der Herbizid-Einsatz ist nicht nachhaltig, "nur" eine Umweltverschmutzung.

Die gleichen Farne direkt am Bach: Dreizehn Tagen später sind sie schon wieder grün, wachsen üppig weiter! Der Herbizid-Einsatz ist nicht nachhaltig, „nur“ eine Umweltverschmutzung.

4.7.17 HOME

Glyphosat beeinflusst die Qualität von Trauben

30. Juni 2017

Erstmals wurde nachgewiesen, dass sich der Einsatz von Glyphosat bei der Unkrautvertilgung in Rebanlagen auf die Qualität des Traubensaftes und auf die Mostfermentation auswirkt. Forscher der Freien Universität Bozen – die Professoren Stefano Cesco (Dekan Fakultät für Naturwissenschaften und Technik), Tanja Mimmo und Matteo Scampicchio – haben Proben von Gewürztraminer-Trauben untersucht. Diese stammten von Reben, in deren Reihen das Unkraut mit Glyphosat bekämpft worden war. Analysiert wurden die Zusammensetzung der Trauben und deren Fermentationsfähigkeit.

Verminderte Fermentationsfähigkeit des Mosts

Der Test wurde mit einem Mikrokalorimeter, durchgeführt. Mit ihm konnten indirekte Auswirkungen von Glyphosat auf den Fermentationsprozess der Trauben nachgewiesen und gezeigt werden, dass die Ausbringung dieses Unkrautvertilgungsmittel die bei der Fermentation (also bei der Transformation von Aminosäuren und Zucker in den Trauben) erzeugte Hitze vermindert.

Die Testergebnisse zeigen zum ersten Mal, dass der Einsatz von Glyphosat zur Unkrautkontrolle in Rebanlagen Einfluss auf die Qualität der Traube haben und die Fermentationseigenschaften ernsthaft verändern kann. Von der Behandlung betroffen sind vor allem die Aminosäuren und der Zucker in den Trauben.

Veränderte Zusammensetzung des Traubensaftes

Diese Erkenntnis ist sehr wichtig, weil der Gehalt an Aminosäuren eine entscheidende Rolle bei der Ausbildung des für Wein typischen Aromas spielt. Dank der isothermen Mikrokalorimetrie und der Beobachtung der Fermentation des Traubensaftes konnten die Forscher der Freien Universität Bozen erstmals nachweisen, dass die beschriebene Veränderung der Zusammensetzung des Traubensaftes zu einer verminderten Fermentationsfähigkeit des Mostes führt.

Übertragung Pflanze-Boden-Pflanze?

Nachdem die Reben selbst nicht direkt in Kontakt mit dem Herbizid gekommen sind, zeigen die Ergebnisse aus agronomischer Sicht zudem die Möglichkeit auf, dass die chemische Verbindung als solche oder in Form von Abbauprodukten (Metaboliten) vom Unkraut (target) auf die Rebe (non target) übertragen wird. Anzunehmen ist ein Übertragungsprozess Pflanze-Boden-Pflanze mit Auswirkungen auf die Qualität der Ernte.

Heidi ist gespannt auf weitere Forschungsprojekte auf diesem Gebiet. Die Wirkung auf das Bodenleben ist kaum erforscht. Es könnten auch Mechanismen im Boden sein, die sich auf die Zusammensetzung des Traubensafts auswirken.

Weitere Informationen, Material und Methoden: Glyphosat – Indirekte Auswirkungen von Glyphosat auf die Mostfermentation, Freie Universität Bozen.

Glyphosat mit Folgen, Tageszeitung, 26.6.17.

Herbizid-Trail auch zur Bündner Alp Spärra

25. Juni 2017
Herbizid bis an den Verstanclabach auf der Alp Spärra 1586 m ü.M.

Herbizid bis an den Verstanclabach auf der Alp Spärra 1586 m ü.M.

Doch nicht so schnell! Steigen wir von der Alp Garfiun auf zur Alp Spärra ...

Doch nicht so schnell! Steigen wir von der Alp Garfiun auf zur Alp Spärra …

... entlang der Verstancla ...

… entlang der Verstancla …

... dem Herbizid-Trail folgend ...

… dem Herbizid-Trail folgend …

... in die Höhe ...

… in die Höhe …

... der Weg wird breiter, auch ohne Wegmarke eindeutig signalisiert ...

… der Weg wird breiter, auch ohne Wegmarke eindeutig signalisiert …

... klar, Blacken müssen auch weg!

… klar, Blacken müssen auch weg!

... viele helle Flecken, auch im Hintergrund ...

… viele helle Flecken, auch im Hintergrund …

... helle Flecken ...

… helle Flecken …

... abgestorbene Pflanzen auch neben dem breiten Weg ...

… abgestorbene Pflanzen auch neben dem breiten Weg …

... abrupter Wechsel von gelb zu dunkelgrün und wieder zu gelb ...

… abrupter Wechsel von gelb zu dunkelgrün und wieder zu gelb …

Da schickt man den Hund wohl besser neben den Weg, wo möglich, oder in die Weide. Heidi nimmt an, dass auch hier die Gemeinde Klosters den Weg mit Glyphosat behandelt hat, wie sie das auf den Wegen zur Bio-Knospe-Alp Pardenn und zu den Alpen Garfiun und Novai getan hat.

Neue Alp-Attraktion: Herbizid-Trail, Heidis Mist 11.6.17.

25.6.17 HOME

Auch die Landi kauft gerne ennet der Grenze ein!

23. Juni 2017
Die Landi importiert aus Deutschland Holzwolle der Firma Heumüller, Geiselwind.

Die Landi importiert aus Deutschland Holzwolle der Firma Heumüller, Geiselwind.

Die Bauern beklagen sich über KonsumentInnen, welche Fleisch, Milchprodukte … ennet der Grenze billig einkaufen und auch über das Wachstum der Waldfläche (an dem sie massgeblich beteiligt sind). Doch ihre Organisation, die Landi, kauft z.B. billige Holzwolle in Deutschland ein. Weil Heidi dringend Unterlagsmaterial für die Erdbeeren benötigte, kaufte sie das Produkt trotzdem. Die negative Überraschung war aber gross.

Die Holzwolle hat keinen „Griff“, das war der erste Eindruck. Eine Internet-Recherche ergab, dass die altbewährte Wolle, welche früher in der Landi erhältlich war, von Jumbo und weiteren Geschäften angeboten wird. Heidi kaufte bei Jumbo ein Paket Schweizer Holzwolle der Firma Lindner Suisse in Wattwil und verglich sie mit der Landi-Holzwolle der deutschen Firma Heumüller in Geiselwind.

Altbewährte Holzwolle der Schweizer Firma Lindner Suisse in Wattwil.

Altbewährte Holzwolle der Schweizer Firma Lindner Suisse in Wattwil.

Miserable Qualität der Importware

Beim Unterlegen von Erdbeeren, Zucchetti usw. ist es wichtig, dass die Früchte gut gestützt werden, Abstand vom Boden haben und schnell abtrocknen nach einem Regen, damit sie gesund bleiben. Volumen, Fadenlänge und Stabilität der Holzwolle sind daher wichtige Qualitätskriterien.

  • Auf den ersten Blick abschreckend: Preis der Schweizer Holzwolle pro Kilogramm 2,5-mal so hoch wie jener der Import-Ware;
  • aber das Volumen der Holzwolle aus dem Toggenburg ist pro Kilogramm doppelt so gross, d.h. sie ist eigentlich nur unwesentlich teurer.
  • Die Heumüller-Holzwolle besteht zu 80 Prozent aus kurzen bis sehr kurzen Fäden, während der Anteil an kurzen Fäden bei der Lindner-Holzwolle nur knapp 10 Prozent beträgt, zudem sind die langen Fäden wesentlich länger.
  • Die Schweizer Holzwolle leistet Widerstand gegen Druck (hat Griff), die ausländische fühlt sich lumpig bzw. weich an.
  • Heidi sah mehrmals Schnecken über die Heumüller-Holzwolle kriechen, nicht aber über jene von Lindner, wobei die Stichprobe zu klein ist für eine sichere Aussage.
  • Die Transportdistanz der importierten Holzwolle (Luftlinie) beträgt das Sechsfache jener der Schweizer Ware, entsprechend grösser ist auch die Umweltbelastung.

Heidis Fazit: Die billige von der Landi importierte Ware schützt die Früchte nicht ausreichend. Es lohnt sich auf jeden Fall, die – bezogen auf das Volumen – nur leicht teurere Schweizer Holzwolle zu kaufen.

100 g Holzwolle soeben aus der Verpackung gezogen. Links Lindner-, rechts Heumüller-Holzwolle.

100 g Holzwolle soeben aus der Verpackung gezogen. Links Lindner-, rechts Heumüller-Holzwolle.

Wie wird die Lindner-Holzwolle hergestellt?

Die Firma Lindner Suisse stellt die Holzwolle aus verschiedenen ausgewählten Holzarten her. Das Holz ist zu 100 Prozent gesundes Schweizer Durchforstungsholz. Eine spezielle Messerstellung an der Schnittmaschine sorgt dafür, dass die Holzwolle scharfe Kanten hat, denn das mögen die Schnecken nicht. Die Rezeptur ist seit Jahrzehnten dieselbe. Die Kunden – auch Heidi – sind zufrieden.

Holzwolle – ein vielseitiger und natürlicher Holzwerkstoff: „Lose, ungebundene Holzwolle ist ein vielseitig einsetzbarer, hochwertiger Holzwerkstoff. Lange vernachlässigt, findet er heute wieder auf den Markt zurück. Ein Schweizer Unternehmen produziert rund 180 verschiedene Sorten und entwickelt neue Anwendungen – auch für Buchenholz interessant.“, Waldwissen 19.6.14, in Zusammenarbeit mit Wald und Holz.

Holzwolle aus der Manufaktur: „Im Plastic-Zeitalter sind viele Anwendungen von Holzwolle vergessen gegangen. Beim letzten Produzenten der gekräuselten Holzspäne werden sie wiederentdeckt: für den Stall, den Steilhang, den Weinberg. Mit viel Handarbeit entsteht im Toggenburg ein Qualitätsprodukt, das immer noch Zukunft hat.“ SRF, Einstein, 14.11.13.

 

Schnecke auf weicher Import-Holzwolle.

Schnecke auf weicher Import-Holzwolle.

23.6.17 HOME


%d Bloggern gefällt das: