Archive for the ‘Pflanzenschutzmittel’ Category

Gewässer: Leichenrede frei nach Kurt Marti

29. Dezember 2019
Es war einmal ein Bächlein ...

Es war einmal ein Bächlein …

NaNa:

Leichenrede frei nach Kurt Marti

Der Natur hat es ganz und gar nicht gefallen
dass dieser Bach durch Pestizide starb
erstens war er zu jung
zweitens seinen Betrachtern eine Freude
drittens Wohnraum für Tiere und Pflanzen
viertens Spielplatz für Kinder
fünftens einst erfüllt von klarem Wasser
Was soll jetzt ohne ihn werden?
Wo bleibt die Freude
der Lebensraum
der Spielplatz
das Trinkwasser?
Der Natur hat es ganz und gar nicht gefallen
dass einige von euch dachten das Vergiften habe ihr gefallen
Im Namen des Lebens: Wir protestieren gegen den Tod unseres Baches.

Bachsedimente

Biotests mit Organismen mit verschiedenen Ernährungs- und Lebensstrategien, nämlich Muschelkrebsen, Zuckmückenlarven und Fadenwürmern … «Wir waren überrascht zu sehen, dass an allen Standorten mehrere Sedimentproben für mindestens eine der getesteten Arten toxisch waren, wobei die Muschelkrebse am empfindlichsten reagierten», sagt Projektleiterin Carmen Casado-Martinez.

Quelle: Ökotoxikologische Wirkungen durch Pflanzenschutzmittel in Bachsedimenten, eawag News vom 12.12.19

Pyrethroide

Dabei hat sich gezeigt, dass durch die Pyrethroid- und Organophosphat-Insektizide ein höheres Risiko für Wirbellose ausgelöst wird als durch alle anderen gemessenen Pflanzenschutzmittel zusammen. Im Extremfall sind die Risiken bis 50fach erhöht, im Durchschnitt um den Faktor 2,5.

Quelle: Pyrethroide im Visier. eawag News vom 4.11.19

Pflanzenschutzmittel

«Bei vier von fünf Bächen würde selbst eine zehnfach extensivere Landwirtschaft im Einzugsgebiet wohl noch zu Überschreitungen der Qualitätskriterien führen», sagt Christian Stamm, «in diese Kategorie fallen rund 13’000 Kilometer Schweizer Bachläufe.»

Quelle: Zu viele Pflanzenschutzmittel in kleinen Bächen, myScience 2.4.19

Kurt Marti · Leichenreden

Man soll von Toten nichts Schlechtes sagen, heißt es. In seinen ‚Leichenreden‘ hinterfragt Kurt Marti diese Konvention und wehrt sich gegen die gängigen Abschiedsrituale, gegen die gut gemeinten Worte und tröstenden Phrasen. Er schreibt ehrlich und schonungslos über das Leben, das Sterben und den Tod, immer verbunden mit einem tiefen Verständnis für Angst, Verdrängung und Abwehr, die den Verlust eines Menschen begleiten. Martis lyrische Totenreden sind ein Klassiker der Schweizer Literatur. Seit ihrer Erstveröffentlichung haben sie nichts von ihrer Aktualität und Brillanz verloren. Selten wurde so offen über den Tod und die Trauer geschrieben.

Kurt Marti, Leichenreden. ISBN 978-3-312-00277-1, Nagel & Kimche

Der Tod und danach im Denken und Dichten von Kurt Marti, Josef Fux, Maturaarbeit Gymnasium St. Klemens Ebikon, September 2003

29.12.19 HOME

„Ich wünsche dir gute Gesundheit!“ Das verpflichtet!

23. Dezember 2019
Sprudelndes Wasser in einem Bündner Wildbach

Sprudelndes Wasser in einem Bündner Wildbach

Gesundheit ist auch politisch

In keiner Jahreszeit wünschen wir unseren Freunden, Bekannten und Kollegen häufiger gute Gesundheit als jetzt. Auch gute Vorsätze für das kommende Jahr sind häufig mit der Gesundheit verbunden: gesünder essen, mehr Bewegung usw. Doch das allein genügt nicht. Saubere Luft, unbelastetes Trinkwasser, schadstofffreie Nahrungsmittel müssen erkämpft werden, denn einfach von sich aus gibt es das nicht mehr, obwohl schon lange Forschungsresultate vorliegen, welche grossen Handlungsbedarf aufzeigen. Wir müssen die Politik aktiv auffordern (oder vielleicht eher zwingen), ihre Aufgaben zu unserem Schutze und für die Umwelt zu erfüllen.

Auf Antibiotika verzichten

Im Anschluss an den Artikel Antibiotika, kritische Antibiotika: Leserbrief von Max möchte Heidi einmal mehr auf die Forderung einer Fachkommission des Bundes von 2014 hinweisen: Antibiotika-resistente Keime sind die «grösste biologische Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung». In der Schweizer Nahrungsmittelproduktion soll daher ganz auf Antibiotika verzichtet werden, siehe Krankheitsrisiko Antibiotika, SRF 23.11.14. Dies ist eine der bisher unerfüllten Forderungen. Sie ist schon fünf Jahre alt!

Luft, Boden und Wasser schützen

Die Trinkwasserqualität ist im Allgemeinen zwar noch gut, aber das Grundwasser v.a. im Mittelland arg verschmutzt, was den Trinkwasserversorgern grosse Probleme bereitet und den Medien viel Stoff liefert. So hat die Sonntagszeitung am 22.12.19 unter dem Titel Bevölkerung zahlt für Pestizidsünden gemeldet: „Weil die Abbauprodukte von Chlorothalonil das Wasser noch bis zu 20 Jahre belasten, müssen die Gemeinden Millionen in ihre Anlagen investieren.“ Obwohl das Gewässerschutzgesetz das Verursacherprinzip für die Bezahlung von Schäden vorgibt, bezahlen immer „die anderen“.

Schlechter als uns Menschen geht es den Lebewesen in den Gewässern. Der Schweizerische Fischereiverband (SFV) schreibt in der soeben erschienenen Dezember-Nummer seiner Zeitung: „Das Bundesgericht urteilte am 12. Februar 2018, dass das Verbandsbeschwerderecht nach dem Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz auch auf Pflanzenschutzmittel-Bewilligungen anwendbar ist. Das heisst: Auch der SFV kann sich am Bewilligungsverfahren beteiligen. Dies ist sowohl eine Ehre wie auch eine Verpflichtung. Der SFV wird dieses Instrument nutzen, im Interesse eines umfassenden Schutzes der Fische, ihrer Nahrungsgrundlagen und ihrer Lebensräume.“ Heidi meint: „Das kann interessant werden, lautet doch die Gefahrenkennzeichnung im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft bei vielen Pestiziden H410 Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.“

Auch die Luft und der Boden sind keineswegs sauber und werden laufend aus vielen Quellen verschmutzt, was unserer Gesundheit direkt oder indirekt über die Nahrung oder das Wasser schaden kann. Auch Luft und Boden benötigen mehr Aufmerksamkeit.

Unsere Forderungen sind wichtig

Wenn wir gute Gesundheit wünschen, dann genügt es nicht sich zurückzulehnen und auf Massnahmen zu warten. Wir müssen selber aktiv werden und von Ämtern und Politikern fordern, dass sie das Nötige veranlassen, um die Umwelt zu schützen oder Verschmutzungen zu sanieren, und zwar auf Kosten der Verschmutzer.

Danke!

Heidi dankt allen LeserInnen für die Treue. Viele haben sie im vergangenen Jahr unterstützt, ihr Informationen und Bilder geschickt oder sie auf Fehler aufmerksam gemacht, etwa gestern als sie schrieb, dass der prophylaktische Einsatz von Antibiotika im Biolandbau per 1.1.16 verboten worden sei. Wahrscheinlich sei das schon immer so gewesen, schrieb postwendend eine Kollegin. Fehler sind ärgerlich, denn Heidi bemüht sich, Fakten auf den Tisch zu legen. Zum Glück ist ein solcher Lapsus zuvor schon lange nicht mehr vorgekommen – oder nicht gemeldet worden?

Heidi wünscht Ihren Leser und Leserinnen alles Gute im 2020, Gesundheit, frohe Stunden und viel Tatendrang!

24.12.19 HOME

Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltige Anwendung von Pflanzenschutzmittel: zahm und wenig wirksam!

17. Dezember 2019
Besonders verwerflich ist der Herbizideinsatz auf Alpen, der gang und gäb ist. Allzu oft kennen die SpritzerInnen nicht einmal die Pflanzen. Hier wurde ein Gelber Enzian bekämpft, der in einigen Kantonen geschützt ist.

Besonders verwerflich ist der Herbizideinsatz auf Alpen, der gang und gäb ist. Allzu oft kennen die SpritzerInnen nicht einmal die Pflanzen. Hier wurde ein Gelber Enzian bekämpft, der in einigen Kantonen geschützt ist.

Kommentar von Vision Landwirtschaft zu den veröffentlichten Zahlen des Bundesamts für Landwirtschaft:

„Über 50 Massnahmen beinhaltet der Aktionsplan Pflanzenschutzmittel des Bundes. Vision Landwirtschaft hat diese scharf kritisiert, da sie praktisch wirkungslos seien. Die jetzt publizierten Pestizid-Verkaufszahlen bestätigen diesen Befund. Herbizide, Fungizide und Pestizide mit besonderem Risikopotenzial haben 2018, also im ersten Jahr, in dem der Aktionsplan richtig greifen sollte, sogar wieder zugelegt.

Lediglich Glyphosat hat 2018 weiter deutlich abgenommen. Das Herbizid wurde einfach durch andere Wirkstoffe ersetzt, die gesamte Verkaufsmenge an Herbiziden stieg sogar leicht an.“

Grafik Verkaufsmengen nach Verwendungszweck

Grafik Verkaufsmengen nach Kategorien

Kritik von Greenpeace in der Bauernzeitung

Crowdfunding für Umweltschutz: Neu und Endspurt!

16. Dezember 2019
Volksinitiative "Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide". Copyright: Leben ohne Gift.

Volksinitiative „Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide“. Copyright: Leben ohne Gift.

Unser Grundwasser und viele Bäche sind verschmutzt mit Nitrat, Pestiziden und weiteren Stoffen, welche dort nicht hinein gehören. Auch die Bödenqualität leidet unter Überdüngung und all diesen Stoffen. Die bisherigen Anstrengungen im Gewässer- und Bodenschutz sind ungenügend, das zeigen Untersuchungen von Ämtern und Forschungsinstitutionen. Zwei Volksinitiativen wollen dies ändern. Sie haben schon viel bewirkt. Und man spricht und schreibt endlich über die Probleme, welche dringend gelöst werden müssen.

Neues Crowdfunding „Leben ohne Gift“

Soeben ist ein Crowdfunding angelaufen zur Unterstützung der Volksinitiative Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide. Sie benötigt Mittel zur Deckung der Kosten ihrer Freiwilligen, damit sie ihren Informationsauftrag bis zur Abstimmung im Jahr 2020 erfüllen kann.

Die Freiwilligen spielen eine wesentliche Rolle in der Kampagne. Je mehr sie an öffentlichen Orten in der ganzen Schweiz präsent sein werden, desto mehr haben sie die Möglichkeit, die Bevölkerung über die Wichtigkeit dieser Initiative zu informieren.

Gesucht werden in den nächsten 34 Tagen 25’000 Franken.

Hier geht’s zum Crowdfunding für die Volksinitiative Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide.

Endspurt Trinkwasserinitiative

Stand Crowdfunding für die Trinkwasserinitiative am Morgen des 16.12.19: 84’856 Franken. Gespendet wurde also fast das 2,5-fache der „gewünschten“ Summe von 35’000 Franken. Bis Freitag kann man über das Crowdfunding noch einzahlen. Später sind Beiträge weiterhin willkommen auf das Konto des Vereins. Man kann auch online spenden:

Klicken Sie hier für Crowdfunding Trinkwasserinitiative

Klicken Sie hier: Spenden für die Trinkwasserinitiative

Unser Umweltengagement ist wichtig

Wieso müssen wir uns um den Schutz unserer Lebensgrundlagen kümmern? James Hansen, Klimaforscher der ersten Stunde, Heidi und viele weiteren Leute haben die Erfahrung gemacht, dass kein Verlass ist auf diejenigen Leute, die wir dafür bezahlen, dass sie für unser Wohl sorgen.

Unglaublich: Hansen in Pontresina, aber niemand kommt, Heidis Mist 17.12.10

Chlorothalonil-Verbot: Was soll das bedeuten ….?

13. Dezember 2019
Folie von Ronald Kozel, Miriam Reinhardt BAFU, Sektion Hydrogeologie, SVGW-Fachtagung „Umgang mit nicht geregelten Fremdstoffen im Trinkwasser“ vom 9.3.12

Folie von Ronald Kozel, Miriam Reinhardt BAFU, Sektion Hydrogeologie, SVGW-Fachtagung „Umgang mit nicht geregelten Fremdstoffen im Trinkwasser“ vom 9.3.12

Die Schweiz hat Chlorothalonil per 1.1.2020 verboten. Ende gut, alles gut?

In der Medieninformation des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) vom 12.12.19 steht: „Zudem teilt das BLV die Einschätzung der EU-Kommission, dass Chlorothalonil als wahrscheinlich krebserregend eingestuft werden muss. Somit sind auch alle Grundwassermetaboliten als relevant anzusehen.“ Bisher haben BLW und BLV (Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen), nicht alle Metaboliten von Chlorothalonil als „relevant“ eingestuft, während die EU alle Metaboliten als relevant eingestuft hatte. Zum Beispiel R 471811 ist auch heute noch auf der Liste Relevanz von Pflanzenschutzmittel-Metaboliten im Grund- und Trinkwasser als „nicht relevant“ aufgeführt. Warum?

Chlorothalonil-Metabolit R 471811

Heidi hat bei der Eawag nachgeschlagen und folgenden Text gefunden: „Ins Visier der Forschenden geraten sind insbesondere Metaboliten von Chlorothalonil, einem Mittel, das gegen Pilzbefall im Getreide-, Gemüse-, Wein- und Zierpflanzenbau eingesetzt wird. Ein Chlorothalonil-Metabolit wurden in sämtlichen 31 Proben gefunden, teils in Konzentrationen bis zu 25mal über dem Anforderungswert für Pestizide im Grundwasser in der Gewässerschutzverordnung und für Trinkwasser im Lebensmittelrecht.“

Frage: Um welchen Metaboliten von Chlorothalonil handelt es sich? Die Antwort dazu findet man in der verlinkten Publikation von Karin Kiefer et al., Seite 16 unter Conclusions: „Chlorothalonil TPs were widely present in groundwater. Chlorothalonil TP R471811 was detected in all samples, even in aquifers with low anthropogenic impact. In 20 out of 31 samples, concentrations exceeded 100 ng/L. The human-toxicological risk needs to be assessed as well as the fate in drinking water treatment.“

New Relevant Pesticide Transformation Products in Groundwater Detected Using Target and Suspect Screening for Agricultural and Urban Micropollutants with LC-HRMS. Water Research, Volume 165, 15 November 2019, 114972

Nun stellt sich die Frage: Wo im Trinkwasser ist der Chlorothalonil-Metabolit R 471811 zu finden? Müssen weitere Trinkwasserfassungen geschlossen werden? Oder ist den VerfasserInnen der BLW-Medieninformation ein Fehler unterlaufen? Oder beharrt das BLW darauf, dass R 471811 für die Schweiz „nicht relevant“ ist?

Wasserversorger kritisierten 2012 die hohen Grenzwerte für „nicht geregelte Fremdstoffe“

Unter dem Titel „Grundwasser: Gefährden neue Grenzwerte das Vorsorgeprinzip?“ berichtete Heidi am 10.3.13 über die SVGW-Fachtagung „Umgang mit nicht geregelten Fremdstoffen im Trinkwasser“ vom 9.3.12. Roman Wiget von der Seeländischen Wasserversorgung forderte daher von den involvierten Bundesämtern eine klare Bekennung zum Vorsorgeprinzip und von den Kantonen eine konsequente Umsetzung der Gewässerschutzgesetzgebung, welche ab Konzentrationen über 100 ng/L geeignete und griffige Massnahmen gegen Pflanzenschutzmittel und andere Fremdstoffe verlangt. „Auch wenn einige Pestizide und Herbizide keine direkte Gesundheitsgefährdung darstellen, sie gehören definitiv nicht ins Trinkwasser“, so auch die Haltung des Branchenverbands der Schweizerischen Trinkwasserversorger, des SVGW.

Die Folien aller Beiträge finden Sie hier: SVGW-Fachtagung „Umgang mit nicht geregelten Fremdstoffen im Trinkwasser“.

Folie von Daniel Hartmann, Sybille Kilchmann BAFU, Sektion Grundwasserschutz. Umgang mit nicht geregelten Fremdstoffen im Trinkwasser SVGW Wasserfachtagung, Olten, 9. März 2012

Folie von Daniel Hartmann, Sybille Kilchmann BAFU, Sektion Grundwasserschutz. Umgang mit nicht geregelten Fremdstoffen im Trinkwasser SVGW Wasserfachtagung, Olten, 9. März 2012

Sonderpublikation zu synthetischen Pestiziden

12. Dezember 2019
Magazin 2/2019 Bodenfruchtbarkeitsfonds, Seite 22. Copyright: Johann G. Zaller, BOKU Wien

Magazin 2/2019 Bodenfruchtbarkeitsfonds, Seite 22. Copyright: Johann G. Zaller, BOKU Wien

Magazin Bodenfruchtbarkeitsfonds 2/2019: „Niemals zuvor in der Menschheitsgeschichte wurden todbringende Substanzen in solchen Mengen weltweit auf den Böden verteilt. Die Folgen sind schwer bis überhaupt nicht abzuschätzen. Der Einsatz von synthetischen Pestiziden ist ein Thema mit vielen Unbekannten, erheblichen existenzgefährdenden Risiken und einer Menge ungeklärter Verantwortungs- und Haftungsfragen.“

Anfang 2020 wird die Bio-Stiftung Schweiz eine Sonderpublikation zu diesem Thema herausgeben. Sie möchte damit zur Bewusstseinsbildung beitragen. Dabei ist für sie wichtig, dass sehr viele Aspekte aus unterschiedlichen Perspektiven beschrieben werden, damit ein möglichst umfassender Überblick möglich wird.

In etwa dreissig Beiträgen kommen ExpertenInnen zu Wort. Sie berichten von ihren Forschungsergebnissen, von ihren Zukunftsvisionen und die Praktiker von ihren Erfahrungen mit einer landwirtschaftlichen Produktion, die ohne synthetische Pestizide auskommt.

In ihrem neuesten Magazin veröffentlichte die Stiftung vorab Auszüge aus den Beiträgen von Prof. Johann Zaller (Universität für Bodenkultur Wien), Urs Brändli (Präsident Bio Suisse), Roland Lenz (Bio-Winzer der Jahre 2015 und 2018) und Claudia Daniel (Forschungsinstitut für Biologischen Landbau FiBL Schweiz). Damit möchte die Stiftung das Interesse der LeserInnen wecken, diese aber auch dazu motivieren, die Sonderpublikation im Voraus zu bestellen.

Fazit von Prof. Johann G. Zaller, Universität für Bodenkultur Wien

Prof. Johann G. Zaller, Universität für Bodenkultur Wien

Prof. Johann G. Zaller, Universität für Bodenkultur Wien

„Zaghaft werden mittlerweile auch von der Politik die negativen Auswirkungen des Pestizideinsatzes erkannt. In zahlreichen Ländern, so auch der Schweiz, wurden Aktionspläne zur Verringerung von Pestizidrisiken verabschiedet.

Ein beliebtes Motto von Landwirtschaft und Agrochemieindustrie ist dabei immer, dass ohnehin nur «so wenig wie möglich, so viel wie nötig» an Pestiziden eingesetzt werden. Ganz ernst gemeint scheint das aber nicht zu sein, da Herbizide in der konventionellen Landwirtschaft noch immer eingesetzt werden, obwohl die biologische Landwirtschaft erfolgreich zeigt, dass es sehr wohl ohne Herbizide geht.

Fest steht, dass insgesamt noch zu wenig zum Schutz unserer Umwelt und Gesundheit vor Pestiziden getan wird. Letztendlich braucht es den politischen Willen und Mut, die Interessen und Machtbeziehungen, die die pestizidintensive Landwirtschaft fördern, kritisch zu hinterfragen …“

Unterstützen Sie die Bio-Stiftung Schweiz!

Bio-Stiftung Schweiz: „Hilfreich wäre auch, wenn Sie gleich mehrere Ausgaben bestellen und sie später an Freunde, Bekannte, Kunden oder Mitarbeiter verschenken würden. Denn dadurch können Sie das Projekt unterstützen, mit ermöglichen und zu seiner Finanzierung und Verbreitung beitragen. Auch Spenden, Schenkungen und Legate für unsere Aktivitäten für fruchtbare Böden und eine pestizidfreie Welt sind herzlich willkommen, darauf sind wir als operative Initiativstiftung angewiesen, da wir nicht mit einem grösseren Vermögen ausgestattet sind. Die Transformation der weltweiten Ernährungssysteme hin zu einer Ökologischen Landwirtschaft lässt sich nur mit vereinten Kräften schaffen.“

Bestellung ab Dezember 2019 an info@bio-stiftung.ch.

Johann G. Zaller ist Professor für Ökologie an der Universität für Bodenkultur Wien und Verfasser des Buches Unser täglich Gift.

Magazin 2/2019, Bodenfruchtbarkeitsfonds c/o Bio-Stiftung Schweiz

Bodenfruchtbarkeitsfonds

Bio-Stiftung Schweiz

Hamburger Hafen: Drehscheibe für gefälschte Pestizide, Heidis Mist 5.9.18

Bauern verhindern Trinkwasserschutz: 20-Jahr-Jubiläum

29. November 2019
Nur in der Grundwasserschutzzone S1 dürfen keine Pestizide eingesetzt werden. Diese misst lediglich 10 m.

Nur in der Grundwasserschutzzone S1 dürfen keine Pestizide eingesetzt werden. Diese misst lediglich 10 m.

In den Jahren 1988/89 wurden über 17’000 Grundwasserproben auf 80 chemisch-synthetische Pflanzenschutz(PSM)-Wirkstoffe untersucht. In mehr als einem Drittel fand man PSM-Wirkstoffe. Bei einigen Wirkstoffen und Abbauprodukten überschritten die Werte den Anforderungswert für Grundwasser und den Toleranzwert für Trinkwasser.

Kurierend bzw. im Sinne des Vorsorgeprinzips gemäss Gewässerschutzgesetz wurde 1999 ein Verbot für den Einsatz von Gülle und Pestiziden in der Grundwasserschutzzone S2 erlassen. Diese Bestimmung hatte zum Zweck, für die Landwirtschaft gleichwertige Nutzungsbeschränkungen in der Zone S2 zu erlassen, wie sie für andere Akteure wie Bauwirtschaft und Gewerbe in dieser Zone gelten.

Konnte sich die Landwirtschaft mit dem Gülleverbot abfinden, so widersetzte sie sich dem Verbot der Anwendung von Pestiziden vehement.

Bauernprotest verhindert PSM-Verbot in der Grundwasserschutzzone S2

Aufgrund des Widerstands der Landwirtschaft setzte der Bundesrat das Anwendungsverbot von Pestiziden in der Grundwasserschutzzone S2 bis Ende 2000 aus. Er beauftragte das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL/heute BAFU) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) bis dann alle in der Schweiz zugelassenen Wirkstoffe im Hinblick auf ihre Mobilität und Abbaubarkeit sowie auf deren Anwendbarkeit in der Zone S2 zu bewerten. Daraus dürfte, so vermutet Heidi, die ominöse Liste Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel in der Grundwasserschutzzonen S2 bzw. S2 und Sh des BLW entstanden sein. Vor sieben Jahren waren es elf Wirkstoffe, heute sind es 26, also mehr als das Doppelte.

Ein allgemeines Verbot in der S2 gibt es bis heute nicht, obwohl ein solches 2001 nach der gründlichen Bewertung erneut als zweckmässig erachtete wurde.

Die „Erlaubnis“, Pestizide in der Grundwasserschutzzone S2 einzusetzen, ist eigentlich ein Verstoss gegen das Gewässerschutzgesetz. Von verschiedenen Seiten wird ein Verbot beharrlich gefordert, u.a. von den betroffenen Trinkwasserversorgern.

Verbot nötig und verhältnismässig

Vieles was heute rund um Pestizide und deren Zulassung heftig diskutiert wird, ist in der Publikation Keine Pflanzenschutzmittel im Trinkwasser, gwa 12/2001, Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfachs bereits zu finden. Die darin enthaltenen Informationen zeigen, dass ein allgemeines Verbot von PSM in der Grundwasserschutzzone S2 nötig und auch verhältnismässig ist.

Zitate aus der Publikation gwa 12/2001:

  • Die Zone S2 umgibt die Trinkwasserfassungen als entscheidende Sicherheitszone: Die menschlichen Aktivitäten sind hier stark eingeschränkt. Innerhalb dieser Zone benötigt das versickernde Wasser weniger als zehn Tage, um zur Trinkwasserfassung zu gelangen.
  • Das Ausbringen von Gülle etwa kann zu mikrobiellen Belastungen führen. Nitratbelastungen sind vorwiegend auf Hof- und andere Dünger zurückzuführen.
  • Entgegen der landläufigen Vorstellung versickert Niederschlagswasser – und mit ihm die Verunreinigungen – im Boden nicht ausschliesslich gleichmässig und kontinuierlich, sondern gelangt teilweise über Makroporen wie Wurzel- und Wurmgänge oder Trockenrisse direkt ins Grundwasser. Dabei werden Schmutzstoffe weder vom Boden zurückgehalten, noch reicht die Zeit für einen chemischen oder biologischen Abbau aus. Ob Gülle, Dünger oder PSM – ein erheblicher Teil der ausgebrachten Stoffe kann auf diese Weise direkt ins Grundwasser gelangen.
  • Die Grundwasseranalysen 1988/89 zeigten: Bei einigen Wirkstoffen beziehungsweise Abbauprodukten überschritten die gemessenen Werte die Anforderungen für Grundwasser (0,1 μg/l) bzw. den schweizerischen Trinkwassertoleranzwert (0,1 μg/l).
  • Tatsächlich weisen jedoch verschiedene Wirkstoffe bereits in dieser Konzentration eine toxische Wirkung auf. Für solche Stoffe müssen die Anforderungen noch strenger angesetzt werden. Bei der Festlegung solcher Werte wird der Wirkstoff allerdings isoliert betrachtet. Notwendig wäre eine Gesamtbetrachtung, bei welcher additive und synergistische Effekte mit anderen Wirkstoffen sowie Additiven, Düngersubstanzen, Lösungsmitteln und Schwermetallen berücksichtigt würden.
  • Nur knapp ein Drittel der in der Schweiz zugelassenen Wirkstoffe kann überhaupt routinemässig analysiert werden. Selbst davon sind die wenigsten in systematische Überwachungsprogramme aufgenommen.
  • Schliesslich beeinträchtigen PSM die biochemischen Prozesse im Untergrund und verändern damit unter anderem die Selbstreinigungskapazität des Grundwassers.
  • Die betroffenen Flächen (Zonen S2) machen maximal ein halbes Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche des Kantons Bern aus.
  • Die Beurteilung und Bewertung der Pflanzenschutzwirkstoffe erfolgte aufgrund von Informationen, die zu jedem Wirkstoff in einer Datenbank erfasst und in Form eines Fact-Sheets dargestellt wurden. Als Basis dienten Literaturrecherchen sowie Angaben des BLW. Erstaunlicherweise waren vom zuständigen Bundesamt nur gerade zu einem Viertel aller Wirkstoffe entsprechende Angaben erhältlich.
  • PSM gehören nicht ins Grundwasser.
  • Wenn ein Wirkstoff wiederholt im Grundwasser nachgewiesen wurde, zeigt die Praxis, dass er einerseits mobil ist und andererseits nicht genügend schnell abgebaut wird und deshalb ins Trinkwasser gelangen kann. Die Anwendung in unmittelbarer Nähe einer Trinkwasserfassung ist somit äusserst fragwürdig. Wurde nach dem Wirkstoff jedoch gar nie gesucht, kann nicht ausgeschlossen werden, dass er bei der Anwendung in der Zone S2 in eine Fassung gelangen kann, und wird daher als sehr problematisch angesehen.
  • An die Zulassung von Wirkstoffen ist die Anforderung zu stellen, dass sie routinemässig nachgewiesen und so in generellen Überwachungsprogrammen erfasst werden können. Ist dies nicht der Fall, sollte ein Wirkstoff grundsätzlich nicht zugelassen, sicher aber nicht in unmittelbarer Nähe von Trinkwasserfassungen eingesetzt werden.
  • Für jeden Wirkstoff müssen die Abbauprodukte (Metaboliten) bekannt und ebenfalls routinemässig analysierbar sein. Die Abbauprodukte dürfen zudem auf keinen Fall problematischer sein als der ursprüngliche Wirkstoff.
  • Erkenntnisse zum Gefährdungspotenzial von PSM könnten auch aus den Angaben zu den tatsächlich eingesetzten Mengen an Wirkstoffen gewonnen werden. Wirkstoff- und standortspezifische Angaben dazu sind aber für die Schweiz weder von den beteiligten Branchen (Industrie oder Handel) noch von den zuständigen Behörden in Erfahrung zu bringen. Zumindest bei den Landwirtschaftsbehörden müssten diese Informationen vorhanden sein, verlangen doch die Vorschriften zum ökologischen Leistungsnachweis eine exakte Buchhaltung über die eingesetzten Wirkstoffe. Die fehlende Kenntnis über die Einsatzmengen und -orte der einzelnen Wirkstoffe erschwert oder verunmöglicht gar die gezielte und effiziente Überwachung von PSM im Grundwasser.
  • Für 162 von 352 bewerteten und in der Schweiz zugelassenen PSM ist die Datenlage derart lückenhaft, dass eine abschliessende Beurteilung nicht möglich ist. Noch mehr, nämlich 184 Stoffe, sind auf Grund der Gesamtbewertung für eine Anwendung in der Zone S2 nicht geeignet.
  • Bei der Informationsbeschaffung hat sich gezeigt, dass für zahlreiche organisch-synthetische Wirkstoffe grundlegende Daten zu deren Eigenschaften und dem Umweltverhalten fehlen oder nicht zugänglich sind. Informationen über das Umweltverhalten, welche im Rahmen der Zulassungsbewilligung oder bei der Neubeurteilung der einzelnen Wirkstoffe zusammengestellt, aktualisiert und validiert werden, müssten jedoch allgemein zugänglich sein. Ist dies nicht der Fall oder sind die notwendigen Informationen zu den Umwelteigenschaften gar nicht vorhanden, müssten Wirkstoffe vom Markt genommen werden.
  • Das Totalverbot für den Einsatz von PSM in der Zone S2, ursprünglich als pragmatischer Ansatz gewählt, erweist sich auf Grund der detaillierten Bewertung nach wie vor als zweckmässig und, angesichts der limitierten betroffenen landwirtschaftlichen Nutzfläche, auch als verhältnismässig. Dies gilt umsomehr, als die Landwirtschaftspolitik Instrumente anbietet, welche gewährleisten, dass diese wenigen Flächen auch ohne den Einsatz biozider Mittel wirtschaftlich genutzt werden können.
  • Die Qualitätssicherung des Lebensmittels Trinkwasser erfordert eine stetige Überwachung. Eine wichtige Voraussetzung, dass diese Überwachung effizient und zielgerichtet erfolgen kann, ist die Kenntnis der im Zuströmbereich einer Trinkwasserfassung tatsächlich eingesetzten Wirkstoffe. Aufgrund der Buchführung im Zusammenhang mit dem ökologischen Leistungsnachweis könnten diese Informationen ohne grossen Aufwand erschlossen werden. Die Resultate aus der Überwachung von Grund- und Trinkwasserqualität sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse müssen in der Praxis des Gewässerschutzes in Zukunft unbedingt besser berücksichtigt werden. Dies erfordert auch eine periodische Neubeurteilung der Wirkstoffe.

In den vergangenen 20 Jahren hat sich wenig grundsätzlich verändert. Und noch immer gibt es einen starken Widerstand gegen wirksame Massnahmen zum Schutze des Grund- und Trinkwassers. Es ist das Verdienst der zwei Pestizid-Volksinitiativen, dass die Fakten endlich auf den Tisch kommen und die Misstände breit diskutiert werden.

Aus den Erfahrungen lernen!

Schon zu häufig stuften die Behörden Pestizide falsch ein, kamen negative Auswirkungen erst nach Jahren oder gar Jahrzehnten zum Vorschein. Die Verschmutzung des Grundwassers mit PSM war auch z.B. 2006 gross, siehe nachfolgend Graphik.

 

Heidi meint: 20 Jahre Missachtung des Vorsorgeprinzips sind genug! Ein allgemeines Pestizidverbot für die Grundwasserschutzzone S2 ist überfällig, und zwar sofort, denn die Pestizidinitiativen sehen eine lange Übergangsfrist vor.

 

Bundesrat gewichtet Freiheit der Bauern höher als Trinkwasserqualität, Heidis Mist 6.2.13

Keine Pflanzenschutzmittel im Trinkwasser, gwa 12/2001, Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfachs

SVGW fordert Verbot von Pestiziden in der Grundwasserschutzzone S2, Heidis Mist 29.5.14

Keine Pestizide in der Grundwasserschutzzone S2, Heidis Mist 7.4.15

Pestizidfreier Alp-Christbaum

24. November 2019
Bauer Fritz schneidet Christbäume auf seiner Alp. Copyright: Bauer Fritz.

Bauer Fritz schneidet Christbäume auf seiner Alp. Copyright: Bauer Fritz.

Jammern über Herbizide in Christbaumkulturen? Jammern über das Waldwachstum in den Bergen? Nein! Bauer Fritz hat jetzt Arbeit auf der Alp bevor der Schnee definitiv kommt: Christbäume schneiden. Das macht ihm Spass!

Zeihen: Die ersten Christbäume sind verkauft – die Nordmanntanne ist beliebt, die Blautanne zu stachelig, Aargauer Zeitung 21.11.19

24.11.19 HOME

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Thiacloprid: Schläft die Schweiz? Oder will sie nicht?

18. November 2019
Thiacloprid schädigt die Bienen.

Thiacloprid schädigt die Bienen.

Wer im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) blättert, dem stehen bisweilen die Haare zu Berge ob all der schädlichen Wirkungen von Pestiziden, welche hier aufgeführt werden. Hinzu kommt, dass sicher nicht alle negativen Folgen der Anwendung bekannt sind, v.a. die Wechselwirkungen zwischen Pestiziden sind vielfältig und liegen im Dunkeln. Und viele Produkte werden gegen viele Schädlinge eingesetzt, sind also breit wirksam. Kein Wunder, dass auch zahlreiche Nicht-Schädlinge getroffen werden und unsere Gesundheit leiden kann.

Schweiz: Pestizid-Zulassung zeitlich unbeschränkt

Zu den besonders tödlichen Stoffen gehört das Neonicotinoid Thiacloprid. Fausta Borsani vom Verein ohneGift hat dieses Pestizid unter die Lupe genommen. Sie weist in ihrem aufschlussreichen Artikel auch darauf hin, dass in der Schweiz, im Gegensatz zur EU, Pestizide zeitlich unbeschränkt zugelassen werden. In der EU müssen sie wenigstens alle 10 Jahre neu beurteilt werden. Diesen Vorwurf weist das BLW jeweils zurück mit Verweis auf die Gezielte Überprüfung (GÜ): „Mit dem Programm zur gezielten Überprüfung von Pflanzenschutzmitteln sollen die Anwendungsvorschriften von bereits bewilligten Mitteln vor dem Hintergrund neuer risikorelevanter wissenschaftlicher Erkenntnisse aktualisiert werden.“ Heidi hat z.B. über die Anpassungen 2016 berichtet: 88 neue Vorschriften bzw. Verbote! Sie zitiert dazu wieder einmal Walter Haefeker, Präsident der European Professional Beekepers Association: «Ein zugelassenes Pflanzenschutzmittel ist daher ein Wirkstoff dessen negative Wirkstoffe lediglich NOCH nicht verstanden wurden.»

Irreführung der Verbraucher durch Bayer

Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland kritisierte 2014 die Verbraucherinformationen des Herstellers über die Bienenungefährlichkeit von Mitteln mit diesem Wirkstoff. Bayer erwirkte daraufhin eine einstweilige Verfügung, die den BUND zwang, bestimmte Seiten aus dem Internet zu entfernen. Am 11. März 2015 entschied das Landgericht Düsseldorf, der BUND dürfe weiterhin behaupten, dass zwei von Bayer hergestellte Pestizidprodukte für Bienen gefährlich seien und es sich bei dem darauf abgebildeten Logo mit dem Aufdruck „nicht bienengefährlich“ um eine Irreführung von Verbrauchern handele. Quelle: Wikipedia.

EU verbietet Thiacloprid

Fausta Borsani schreibt: „Thiacloprid ist nun in der EU bald verboten: Die Mitgliedsstaaten beschlossen im Oktober 2019 auf Vorschlag der EU-Kommission, die bis April 2020 geltende Genehmigung nicht zu verlängern. Thiacloprid ist damit der vierte Wirkstoff aus der Gruppe der Neonicotinoide, der EU-weit vom Markt verschwindet.“

… die Schweiz?

Unter dem Titel „Die Schweiz schläft“ beschreibt Borsani die Situation in der Schweiz. Heidi meint: „Die Schweiz schläft nicht, „das Volk“ ist pestizid-hellwach, nur die Behörden wollen nicht!“

Lesen Sie den vollständigen Artikel:

EU verbietet das Neonicotinoid «Thiacloprid» – und die Schweiz? Fausta Borsani, ohneGift 17.11.19

Heidis Link-Listen

Heidi hat endlich ihre Linklisten bereinigt. Besonders bei den Behörden gibt es immer wieder Änderungen. Etwa der Bundesgerichtsentscheid betr. Güllen im Winter wurde verschoben.

Neu aufgenommen hat Heidi unter Blogroll (Seiten, die sie regelmässig liest) Gegengift und ohneGift. Weiterhin unterwegs für eine umweltschonende Landwirtschaft sind Franziska Herren & Co. sowie die Leute von Leben ohne Gift. Die Links zu den zwei Pestizid-Volksinitiativen finden Sie weiterhin unter „Aktuell“.

EU verbietet das Neonicotinoid «Thiacloprid» – und die Schweiz? ohneGift 17.11.19

Brüssel: Neonikotinoid Thiacloprid wird ab Mai 2020 verboten. Topagrar 28.10.19

Pestizid Thiacloprid schädigt Föten. Deutschland will Verbot. taz 23.5.19

GÜ – Neue Anwendungsvorschriften für 88 Pflanzenschutzmittel. Heidis Mist 3.2.16

Heidis alte Forderung wird neu von Kantonschemikern unterstützt

17. November 2019

„Einige Spritzmittel sind für die Umwelt besonders gefährlich. Der Bund möchte deren Grenzwert senken. Experten sind für komplette Verbote.“ steht in der Sonntagszeitung von heute 17.11.19. Dasselbe hat Heidi schon vor 1 Jahr, 8 Monaten und 16 Tagen gefordert! Und noch mehr …

Zu den neuen Anforderungswerten für Oberflächengewässer (Gewässerschutzverordnung GSchV) gab’s das folgende Bild:

Heidi findet ihren Vorschlag vom 1.3.18 immer noch gut, nämlich:

Das Vorsorgeprinzip muss hochgehalten und das Ziel der GSchV respektiert werden. Weil Oberflächengewässer Menschen und Tieren als Trinkwasserquelle dienen, zur Bewässerung von Kulturpflanzen verwendet werden und sie das Grundwasser speisen, soll für alle Pestizide der allgemeine Anforderungswert von 0,1 µg/l gelten. Zusätzlich ist ein Summenwert von 0,5 µg/l einzuführen. Höchst schädliche Pestizide wie Chlorpyrifos und Cypermethrin sind aus dem Verkehr zu nehmen statt neue Anforderungswerte von 0,0044 bzw. 0,00044 µg/l festzuschreiben, denn – so meint Heidi – sie bewirken kaum etwas.

Unglaublich wie viel über Pestizide mit Steuergeldern geforscht wird. Basis der in der Vernehmlassung GSchV vorgeschlagenen Werte sind riesige Datensammlungen mit bis zu 70 Seiten Tabellen, Einschätzungen, Literaturhinweisen usw.

Heidi meint: Besser würde man dieses Geld in die Forschung für umweltschonenden Anbau investieren.

Mehr dazu:

Neue Pestizid-Anforderungswerte für Oberflächengewässer: Rechnen mit Heidi, Heidis Mist 1.3.18

Kantonschemiker fordern Verbot gefährlicher Pestizide, Sonntagszeitung 16.11.19


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