Archive for the ‘Pflanzenschutzmittel’ Category

EU-Pestizidverordnung: Was Sie nicht wissen, kann Sie trotzdem verletzen

14. September 2022

Axel Mie und Christine Rudén von der Universität Stockholm nahmen die Sicherheitsbewertung von Pestiziden in der Europäischen Union (EU) unter die Lupe. Die Ergebnisse sind auch für die Schweiz relevant, denn in der Verordnung über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln (PSMV) steht, dass die Entscheide der EU berücksichtigt werden.

Die EU-Sicherheitsbewertung stützt sich in hohem Masse auf Toxizitätsstudien, die von der Industrie in Auftrag gegeben und finanziert werden. Das Herbizid Glyphosat und vier seiner Salze werden derzeit im Hinblick auf eine erneute Marktzulassung in der EU geprüft. Die von den antragstellenden Unternehmen vorgelegten Sicherheitsunterlagen enthalten keine Tierstudie zur Entwicklungsneurotoxizität, die den Testleitlinien entspricht.

Für ein fünftes Salz, das nicht im vorliegenden Antrag auf Wiederzulassung enthalten ist, wurde eine solche Entwicklungsneurotoxitätsstudie von einem der antragstellenden Unternehmen im Jahr 2001 gesponsert. Diese Studie zeigt eine Auswirkung dieser Form von Glyphosat auf eine neurologische Verhaltensfunktion, die Motorik, bei Rattennachwuchs in einer Dosis, von der bisher nicht bekannt war, dass sie schädliche Auswirkungen hat.

Entgegen den gesetzlichen Bestimmungen wurden diese Auswirkungen den Behörden in den EU-Ländern, in denen diese Form von Glyphosat zu diesem Zeitpunkt zugelassen war, offenbar nicht mitgeteilt. Diese Entwicklungsneurotoxitätsstudie könnte auch für die laufende Bewertung von Glyphosat von Bedeutung sein, wurde aber weder im aktuellen noch in früheren Anträgen auf Wiederzulassung berücksichtigt.

In ihrem Kommentar betonen Mie und Rudén, dass es in der Verantwortung der Industrie liegt, die Sicherheit ihrer Produkte zu bewerten und zu gewährleisten, wobei alle verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse berücksichtigt werden. Die Autoren argumentieren, dass die rechtliche Verpflichtung der Industrie, den EU-Behörden alle potenziell relevanten Daten vorzulegen, klar und weitreichend ist, dass diese Verpflichtung in diesem Fall jedoch nicht erfüllt wurde. Sie behaupten, dass die Behörden nicht zuverlässig ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit anstreben können, wenn ihnen potenziell relevante Daten vorenthalten werden, und schlagen vor, dass ein nachträglicher Abgleich zwischen den Listen der von den Prüflaboratorien durchgeführten Studien und den bei den Zulassungsbehörden eingereichten Studien durchgeführt werden sollte, um die Vollständigkeit der bei den Behörden eingereichten Daten zu überprüfen.

Was ist zu tun?

Die Rechtsvorschriften, so Mie und Rudén, seien klar und streng, da sie die Vorlage aller relevanten Daten in den Dossiers für Pestizide vorschreiben. Die Einhaltung dieser Anforderungen kann jedoch nicht effizient bestätigt werden. Sie sind der Meinung, dass sich dies ändern muss.

Die jüngsten EU-Transparenzvorschriften verpflichten Unternehmen und Prüflabore, die European Food Safety Authority (EFSA) über jede von ihnen in Auftrag gegebene oder durchgeführte Studie zur Unterstützung eines Antrags auf Zulassung eines Pestizids zu informieren. Sobald diese neue Regelung vollständig umgesetzt ist, können die den Behörden in künftigen Dossiers vorgelegten Studien anhand der Liste der gemeldeten Studien überprüft werden. Dadurch wird die Möglichkeit, den Behörden Tests vorzuenthalten, verringert. Dies ist ein wichtiger Schritt zu mehr Transparenz.

Darüber hinaus sollten die Verfahren dahingehend überarbeitet werden, dass alle regulatorischen Toxizitätsstudien von den Regulierungsbehörden in Auftrag gegeben werden, aber weiterhin von der Industrie finanziert werden. Ein solcher Ansatz würde die Bedenken verringern, dass wirtschaftliche Interessenkonflikte die Interpretation und Berichterstattung von Daten beeinflussen könnten, wie im vorliegenden Fall und auch beim Insektizid Chlorpyrifos. Gleichzeitig hätten die Behörden eine bessere Übersicht über die Verfügbarkeit von Daten.

Keiner dieser beiden Ansätze informiert jedoch über nicht veröffentlichte Studien, die bereits existieren. Die Autoren schlagen daher vor, die Grundsätze und Vorschriften der Guten Laborpraxis (GLP) heranzuziehen. Die GLP legt Regeln dafür fest, wie Studien geplant, durchgeführt, aufgezeichnet und kommuniziert werden, und ihre Einhaltung ist für von der Industrie in Auftrag gegebene Studien zur Sicherheit von Pestiziden, die zum Zweck einer Marktzulassung durchgeführt werden, verbindlich.

Die Mitgliedstaaten müssen regelmässige Inspektionen in Prüfeinrichtungen durchführen, die nach der GLP arbeiten. Zu den Informationen, die die Prüfeinrichtung der inspizierenden Behörde zur Verfügung stellen muss, gehört eine Liste der laufenden und abgeschlossenen Studien der Einrichtung. Mie und Rudén schlagen vor, dass solche Listen im Nachhinein zum Abgleich mit Listen von Studien verwendet werden können, die der EFSA als Teil von Pestiziddossiers vorgelegt wurden. Dieser Ansatz kann dazu beitragen zu verstehen, wie oft in Auftrag gegebene Studien, die offensichtlich für die Sicherheitsbewertung von Pestiziden relevant sind, in den bei der EFSA eingereichten Dossiers ausgelassen werden. Um die Transparenz und die Kontrolle durch Dritte weiter zu fördern, sollten diese Informationen auch öffentlich zugänglich gemacht werden.

Die GLP-Vorschriften gelten für die Sicherheitsprüfung aller chemischen Stoffe, nicht nur für Pestizide; daher könnte der vorgeschlagene Ansatz für die Gegenprüfung durchgeführter und eingereichter Studien auch in anderen Rechtsvorschriften für chemische Stoffe in der EU verwendet werden.

What you don’t know can still hurt you – underreporting in EU pesticide regulation. Environmeltal Health, Axel Mie, Christine Rudén, Stockholm University, 5.9.22

Oh du heiliger Mist!

7. September 2022
Naturschutzgebiet Ibergeregg: Heidis Misthaufenblick hat sofort weiter oben am Weg ...

Naturschutzgebiet Ibergeregg: Heidis Misthaufenblick hat sofort weiter oben am Weg …

... den Misthaufen entdeckt, an wunderschöner Aussichtslage.

… den Misthaufen entdeckt, an wunderschöner Aussichtslage.

Wieder einmal sind die geöffneten Tabs in Heidis Browser so zahlreich, dass sie fast nicht weiss wo anfangen. Eigentlich wollte sie das Drama des ausgetrockneten UNESCO-Naturerbes Coto de Doñana thematisieren und den Marche funèbre von Chopin verlinken. Seit mehr als zehn Jahren schreibt sie immer wieder über die wasserverschleissenden Erdbeeren, Himbeeren usw., bio und konventionell, die wir aus diesem Gebiet auch mitten im Winter beziehen, angeblich nachhaltig.

Am Sonntag sind Fotos von einem illegal gelagerten Misthaufen im Naturschutzgebiet Ibergeregg SZ eingetroffen und am Tag darauf ein Blog-Beitrag von Martin Sager, Direktor des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches (SVGW), mit dem Titel Heiliger Mist.

Auch wenn die Zahl der illegal gelagerten Misthaufen stark rückläufig ist, so ist es die Menge der umweltschädlichen Dünger nicht. Ammoniak-Emissionen belasten nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch den Wald, Naturschutzgebiete, naturnahe Flächen … und Stickstoff und Phosphor verschmutzen Gewässer und Grundwasser. So ist es denn an der Zeit, dieses leide Thema in den Vordergrund zu stellen. Hinzu kommen die Pestiziden und deren Metaboliten im Wasser.

Über Misthaufen hat Heidi schon viel geschrieben, sie sind selbstredend. Das Verschmutzungsproblem Dünger ist weiterhin ungelöst.

Hier sei nur der Lead von Sagers Blog-Beitrag veröffentlicht, den vollständigen Kurzbeitrag lesen Sie am besten bei Aqua & Gas:

„Obwohl seit 1998 mit Artikel 62a des Gewässerschutzgesetzes substanzielle Mittel in Massnahmen der Landwirtschaft zur Senkung von übermässigen Gewässerbelastungen durch Nitrat, Phosphor und Pflanzenschutzmittel fliessen, ist die Verunreinigung des Grundwassers mit Nährstoffen kaum zurückgegangen. Gleichzeitig werden alle konkreten Massnahmen, die den Einsatz von Gülle und Dünger reduzieren wollen, im Parlament torpediert.“

Heiliger Mist. Martin Sager, SVGW, Aqua & Gas

Afrikanische Bauern und Organisationen der Zivilgesellschaft gegen chemische Düngemittel

6. September 2022

Afrikanische Bauernverbände und die Zivilgesellschaft haben ein Ende der Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika (AGRA) gefordert, weil sie die Abhängigkeit des Kontinents von teuren importierten Düngemitteln und anderen Betriebsmitteln verschärft hat. Sie haben ausserdem argumentiert, dass AGRA die Widerstandsfähigkeit der einheimischen Nahrungsmittelsysteme auf dem Kontinent untergraben hat.

Unter der Koordination der Allianz für Ernährungssouveränität in Afrika (AFSA) stellten die zivilgesellschaftlichen, bäuerlichen und religiösen Gruppen fest, dass AGRA sein Hauptziel, die Einkommen und die Ernährungssicherheit von Millionen von Kleinbauern zu erhöhen, nicht erreicht hat.

In einer Erklärung im Vorfeld des jährlich stattfindenden African Green Revolution Forum (AGRF), das vom 5. bis 9. September in Kigali, Ruanda, stattfindet und bei dem Führungskräfte von Unternehmen, Regierungen und Gebern unter dem Motto „Mutiges Handeln für widerstandsfähige Nahrungsmittelsysteme“ zusammenkommen werden, argumentieren die Protestierenden, dass die 15 Jahre alte Initiative für industrielle Landwirtschaft es nicht geschafft hat, die Einkommen und die Ernährungssicherheit von Millionen von Kleinbauern zu verbessern.

Sie forderten alle Geber auf, die Finanzierung der mit AGRA präsentierten Scheinlösung einzustellen und ihre Unterstützung auf die Agrarökologie zu verlagern, die ein gesundes, nachhaltiges, widerstandsfähiges und kulturell angemessenes Ernährungssystem für Afrika darstellt.

„AGRA hat die Abhängigkeit des Kontinents von teuren importierten Inputs vertieft und die Widerstandsfähigkeit der afrikanischen Ernährungssysteme untergraben.

„Wir fordern eine entschiedene Abkehr von importierten Düngemitteln und Chemikalien auf der Basis fossiler Brennstoffe und eine Hinwendung zu einer autarken, ökologischen Landwirtschaft, die die Böden revitalisiert und die Ökosysteme schützt“, so die Teilnehmer.

Letztes Jahr wurde ein offener Brief von 35 AFSA-Mitgliedsnetzen und fünf verbündeten Organisationen initiiert, der von 174 internationalen Organisationen unterstützt wurde. Daraufhin übermittelte die AFSA ihre Forderungen in einem Schreiben an AGRA und seine Geber wie die Gates Foundation, die Rockefeller Foundation und die US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID), die jedoch alle den dringenden Aufforderungen zum Kurswechsel nicht nachkamen.

Lesen Sie den vollständigen Artikel hier: African farmers, CSOs oppose chemical fertilisers. Zambia Daily Mail Limited 29.8.22

FiBL-Alpvisite 2022 im Muotathal

11. August 2022

Heute in einer Woche, am Donnerstag, 18. August 2022, 9.00 bis 16.00 Uhr, findet auf der Alp Wasserberg im Muotathal SZ die FiBL-Alpvisite 2022 statt. Sie gibt Einblick in den Umgang mit Problempflanzen auf dem Alpbetrieb mit vier Stafeln, Sömmerung von Milchkühen, Kühen mit Käserei und Jungvieh auf den abgelegenen Weiden und den Arbeitsaufwand für den Unterhalt der Alp. Problempflanzen sind der Schwerpunkt; Biodiversität, Flora und Fauna werden einbezogen.

Kursleiter ist der erfahrene Fachmann Franz Josef Steiner vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL).

Im Trailer zum künftigen Film äussert sich die Älplerin klipp und klar zum Herbizideinsatz auf Alpen: „Für mich got eifach nöd zäme, wenn du wotsch Alpchäs mache und dä för so guet und gsund apriesisch und denn gosch go sprütze. Das got für mich überhaupt nöd zäme und das wär jetzt öb biologisch oder nöd…“

Trailer Alpvisite, sehr eindrücklich!

Hier finden Sie alle Informationen zum Anlass, inkl. Link zum Anmeldeformular FiBL- Alpvisite 2022 im Muotathal

Das Programm ist vielversprechend!

Das Programm ist vielversprechend!

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Abkochen und Blumenschmuck nützen nichts gegen Pestizide im Trinkwasser

8. August 2022
Brunnen gibt es in den Schweizer Dörfern viele, nur ist das Wasser, das aus ihren Röhren fliesst, längst nicht mehr überall sauber.

Brunnen gibt es in den Schweizer Dörfern viele, nur ist das Wasser, das aus ihren Röhren fliesst, längst nicht mehr überall sauber.

Wir wissen es: In intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten ist das Trinkwasser nicht sauber. Besonders Nitrat, Pflanzenschutzmittel und deren Abbauprodukte bereiten den Trinkwasserversorgern Sorge. Metaboliten des Fungizids Chlorothalonil belasten das Grundwasser grossflächig mit mehr als 0,1 Mikrogramm pro Liter. In mehr als der Hälfte aller Kantone treten Metaboliten in diesen Konzentrationen auf. Das Bundesamt für Umwelt schreibt auf seiner Homepage: „Da sich Grundwasser relativ langsam erneuert und die Metaboliten von Chlorothalonil ausgesprochen langlebig sind, ist davon auszugehen, dass diese Verunreinigungen die Grundwasser-Qualität noch während Jahren in grösserem Ausmass beeinträchtigen werden.“

Was tun die Trinkwasserversorger? Viele warten. Worauf? Auf den Gerichtsentscheid. Wie es halt so läuft, die Verursacherin des Übels, die Syngenta, klagte gegen das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Die Richter brüten noch über dem Aktenberg, werden darüber entscheiden, ob die Metaboliten von Chlorothalonil „relevant“ sind oder nicht. Je nach dem ist ein Höchstwert einzuhalten oder nicht. Ein Entscheid wird im Herbst oder spätestens Ende 2022 erwartet. Und die Bauern? Sie pochen darauf, dass sie das heute verbotene Chlorothalonil korrekt gespritzt hatten.

Die Seeländische Wasserversorgung (SWG) in Worben hat eine Pilotanlage zur Umkehrosmose installiert und beabsichtigt, eine 1,7 Mio. Franken teure Anlage zur Filtrierung des Trinkwassers in der Fassung Worben zu installieren. Die Konzentrationen der Chlorthalonil-Metaboliten nach der Filtrierung sind alle unterhalb der Bestimmungsgrenze.

Ein Pestizid löst das andere ab in der Geschichte der Pestizide. Überraschungen folgen mit Verzug.

Chlorothalonil-Metaboliten im Grundwasser. Bundesamt für Umwelt (BAFU)

21.4324 Interpellation, Nadine Masshardt: Gelten für Chlorothalonil-Metaboliten keine Höchstwerte mehr?

Chlorothalonil, Wikipedia

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Spar, Greenpeace und 86% der Österreicher fordern generelles Glyphosatverbot

2. August 2022

Glyphosat ist das weltweit am stärksten verbreitete Unkrautvernichtungsmittel und gilt als wahrscheinlich krebserregend. Wie kürzlich bekannt wurde, plant die Europäische Kommission eine weitere Zulassung des Pestizids bis Ende 2023 ohne weiteres Verfahren. Greenpeace und SPAR kritisieren dies scharf. Beide setzen sich seit Jahren aktiv gegen Glyphosat ein – sei es im Rahmen von Kampagnen oder im eigenen Geschäftsbereich.

SPAR hat etwa die Lieferant:innen der SPAR-Marken aus dem In- und Ausland angewiesen auf Glyphosat zu verzichten. In einer aktuellen Meinungsumfrage wurden 800 Österreicher:innen zu ihrer Einstellung zu Glyphosat befragt[1] :

  • 86 Prozent der Befragten sind – unabhängig von ihrer politischen Einstellung – für ein generelles Glyphosatverbot in Österreich und der Europäischen Union.
  • 85 Prozent der Befragten fordern von der österreichischen Bundesregierung ein stärkeres Engagement gegen Glyphosat auf europäischer Ebene.

Lesen Sie auf dem FRUCHTPORTAL weiter: Spar und Greenpeace sowie 86 Prozent der Österreicher fordern generelles Glyphosatverbot 1.8.22

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Heidis Beitrag zum 1. August 2022

1. August 2022
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Wachstum, Konsum, Verkehr, Abfall, Klimaerwärmung …

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Bauer fotografiert Herbizid-Alpweide mit Tieren

31. Juli 2022
Mit Herbizid behandelter Weisser Germer.

Mit Herbizid behandelter Weisser Germer.

Bauer X schickte Heidi Fotos zum Veröffentlichen – unbedingt ohne Name! Es hat ihm nicht gefallen, was er auf der Alp Y gesehen hat.

Rinder und Mutterkühe fressen auf einer Weide in welcher Pflanzen, auch der giftige Weisse Germer, mit Herbizid todgespritzt worden waren. Erfahrenes Grossvieh kann den Weissen Germer als Giftpflanze identifizieren, Kälber können das aber nicht. Wird eine Giftpflanze mit Herbizid vernichtet, dann können alle Tiere, auch Wildtiere, die Giftpflanzen nicht mehr als solche erkennen. Daher ist in der EU, nicht aber in der Schweiz, vorgeschrieben, dass solche Pflanzen abgeführt werden müssen. Der Germer wächst im nächsten Jahr fröhlich weiter … auch das Spritzen geht weiter!

Bauer X gefällt zudem nicht, dass Bio-Tiere in einer mit Herbizid behandelten Alpweide grasen dürfen. Auch dies ist in der EU verboten. Er betont aber, dass nicht alles in der EU besser sei!

Nicht bekannt ist, ob die Wartefrist nach dem Spritzen eingehalten wurde: drei Wochen für Kühe, die Milch produzieren, zwei Wochen für die übrigen.

Heidis weitere Artikel über Herbizide auf Alpweiden

In dieser Mutterkuh-Alpweide wurden Pflanzen mit Herbiziden behandelt.

In dieser Mutterkuh-Alpweide wurden Pflanzen mit Herbizid behandelt.

Eine Distel wurde todgespritzt.

Eine Distel wurde todgespritzt.

Ein Rind auf einer Herbizid-Alpweide.

Ein Rind auf einer Herbizid-Alpweide.

Herbizid-Flecken auf Alpweide

Herbizid-Flecken auf Alpweide

Herbizid gegen den Weissen Germer

Herbizid gegen den Weissen Germer

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Hohe Krankheitslast und Kosten durch PFAS

29. Juli 2022

Am 21.3.22 schrieb der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) im Rahmen des Weltwassertags 2022: „Grundwasser – ein unsichtbarer Schatz … Zunehmend Sorge bereiten die so genannten Per- und Polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS). Diese PFAS sind in Outdoor- und Arbeitskleidung, Papier und Pizzakartons, Teppichen, Schmiermitteln, sowie Baustoffe und Löschschäumen enthalten. PFAS sind kaum abbaubar und manche gefährden die Gesundheit.“

Interpellation im Kanton Solothurn

Bereits am 8.3.22 hatte Marlene Fischer im Kanton Solothurn eine Interpellation zu den Per- und Polyfluorierte Alkylsubstanzen eingereicht: „… Das Auftreten von PFAS im Grundwasser der Schweiz wurde im Rahmen einer Pilotstudie der Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA (2007-2008) analysiert. An 21 der 49 beprobten Messstellen wurden PFAS nachgewiesen. Die betroffenen Grundwassermessstellen lagen oft in der Nähe von Flüssen – denn PFAS können durch die üblichen Abwasserreinigungsverfahren nicht abgebaut werden, gelangen via Kläranlage in Flüsse und schliesslich ins Grundwasser. Jedoch gibt es Möglichkeiten, PFAS durch Aktivkohlefilterung grösstenteils aus dem Abwasser zu entfernen.“

Aus der Stellungnahme des Regierungsrates: „… Das Beispiel der hier genannten PFAS unterstreicht die grundsätzliche Bedeutung langlebiger Mikroverunreinigungen für die Sicherung der Wasserversorgung. Die Chemisierung unserer Umwelt gepaart mit der grossen Vielzahl verschiedener Substanzen, die in unsere Umwelt und speziell den Wasserkreislauf gelangen, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Einzelsubstanzen oder deren Kombinationen neu beurteilt werden und Risiken für die menschliche Gesundheit plötzlich nicht mehr auszuschliessen sind …“

Interpellation im Nationalrat

Auch im Nationalrat waren die PFAS kürzlich ein Thema: 21.3873 Interpellation von Ursula Schneider Schüttel vom 17.6.21: Welche in der Schweiz zugelassenen Wirkstoffe und Abbauprodukte gelten als „forever-chemicals“? „… Die Umweltorganisation „ohneGift“ hat an mehreren Standorten in der Schweiz die Konzentration von Trifluoracetat (TFA) im Seewasser und im daraus gewonnenen Trinkwasser gemessen. Wie gefährlich das „forever-chemical“ ist – es baut sich weder in der Umwelt, noch in Lebewesen ab -, ob es krebserregend ist oder wie es mit anderen chemischen Rückständen reagiert (Cocktail-Effekt), ist weitgehend unklar …“

In seiner Antwort schreibt der Bundesrat u.a. „Der Begriff „forever chemicals“ wird umgangssprachlich für per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) verwendet, zu welchen auch das Trifluoracetat (TFA) zählt … Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) stuft TFA als einen sogenannten toxikologisch nicht-relevanten Metaboliten (Abbauprodukt) von Pflanzenschutzmitteln (PSM) ein … Aufgrund der Ergebnisse der Risikobeurteilung bei der Zulassung von PSM erwartet das BLW keine Konzentrationen von TFA über 10 Mikrogramm pro Liter im Grund- oder Trinkwasser. Das Auftreten von TFA als Abbauprodukt schliesst also eine Zulassung nicht generell aus …“

Studie zur Krankheitslast und den Kosten von PFAS

Ein Forscherteam des Department of Pediatrics, NYU Grossman School of Medicine, New York, USA hat die Krankheitslast und der Kosten der Exposition gegenüber Per- und Polyfluoralkylsubstanzen in den Vereinigten Staaten untersucht und kommt zu folgendem Ergebnis:

„In der vorliegenden Studie werden die jährliche Krankheitslast und die damit verbundenen sozialen Kosten der gegenwärtigen jährlichen Exposition gegenüber langkettigen PFAS mit mindestens 5,52 Milliarden Dollar beziffert, wobei unsere Sensitivitätsanalysen sogar bis zu 62,6 Milliarden Dollar ergeben. Regulierungsmassnahmen zur Begrenzung der laufenden Verwendung von PFAS und zur Sanierung kontaminierter Wasservorräte können erhebliche wirtschaftliche Vorteile bringen.“

Im Weiteren schreiben Vladislav Obsekov et al.: „Immer mehr Beweise bestätigen den Beitrag von Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) zur Krankheitslast und Behinderung über die gesamte Lebensspanne. Angesichts der Tatsache, dass politische Entscheidungsträger die hohen Kosten für die Sanierung und den Ersatz von PFAS durch sicherere Alternativen in Verbraucherprodukten als Hindernisse für die Bewältigung nachteiliger gesundheitlicher Folgen im Zusammenhang mit PFAS-Belastungen anführen, ist es wichtig, die Kosten der Untätigkeit zu dokumentieren, selbst wenn Unsicherheiten bestehen. Daher haben wir die Krankheitslast und die damit verbundenen wirtschaftlichen Kosten aufgrund von PFAS-Altlasten in den USA im Jahr 2018 quantifiziert.

Wir nutzten systematische Übersichten und verwendeten, wann immer möglich, meta-analytische Inputs, identifizierten zuvor veröffentlichte Expositions-Wirkungs-Beziehungen und berechneten die PFOA- und PFOS-bedingten Zunahmen bei 13 Erkrankungen. Diese Zuwächse wurden dann auf Zensusdaten angewandt, um die gesamten jährlichen PFOA- und PFOS-zuordenbaren Krankheitsfälle zu bestimmen, aus denen wir die wirtschaftlichen Kosten aufgrund von medizinischer Versorgung und Produktivitätsverlusten unter Verwendung zuvor veröffentlichter Daten zu den Krankheitskosten berechneten.

Obwohl weitere Arbeiten erforderlich sind, um die Wahrscheinlichkeit eines ursächlichen Zusammenhangs zu bewerten und die Auswirkungen der breiteren Kategorie von PFAS mit grösserer Sicherheit festzustellen, bestätigen die Ergebnisse erneut, dass Massnahmen des öffentlichen Gesundheitswesens und der Politik nach wie vor erforderlich sind, um die Exposition gegenüber PFOA und PFOS und ihre endokrinschädigenden Auswirkungen zu verringern.

Diese Studie zeigt die grossen potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen der Untätigkeit der Behörden.“

Obsekov, V., Kahn, L.G. & Trasande, L. Leveraging Systematic Reviews to Explore Disease Burden and Costs of Per- and Polyfluoroalkyl Substance Exposures in the United States. Expo Health (2022).

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Der verzweifelte Kampf für den Absatz von Pestiziden

22. Juli 2022
Das Fungizid Valbon ist auch zugelassen für nichtberufliche Verwendung in Chicorée, Endivien, Kopfsalat, Lattich, Knoblauch, Schalotten, Zwiegeln und Kartoffeln.

Das Fungizid Valbon ist auch zugelassen für nichtberufliche Verwendung in Chicorée, Endivien, Kopfsalat (Anzucht von Jungpflanzen), Lattich, Knoblauch, Schalotten, Zwiebeln und Kartoffeln (Wartefrist 3 Wochen, Frühkartoffeln 2 Wochen/Frage: Ist in der kühleren Jahreszeit die Abbauzeit kürzer????!!!).

Onkel Kurt hatte eine Lehre als Wagner (auch Stellmacherei genannt) absolviert. Doch immer weniger war sein Handwerk gefragt: er musste sich eine andere Stelle suchen. Frohen Mutes machte er sich in Genf auf die Suche. Tüchtige Leute waren gefragt, so fand er einen Job als Ausläufer und Mann für Alles bei einer Bank. Die Arbeit gefiel ihm, und er blieb bis zur Pensionierung der Firma treu, inzwischen ist er gestorben.

Schwieriger ist es wohl für die Giftmischer. Sie vergoldeten die Chemikalienlager, die nach dem 2. Weltkrieg übrig blieben, forschten unentwegt weiter und fanden viele neuen Herbizide, Insektizide, Fungizide … mit zum Teil verheerender Wirkung auf die Umwelt, auf die Insekten, Vögel, Gesundheit usw. Ein Teil der Bauern liegt ihnen treu zu Füssen und sorgt weiterhin für Absatz und Gewinn, ein anderer Teil versucht es, mit Blick in die Zukunft, ohne diese synthetischen Pestizide. Auch Regierungen, Politiker und einfache Leute haben gemerkt, dass es so nicht weitergehen kann. Was tun?

Die grossen Giftmischer versuchen mit allen Mitteln weiterhin Wachstum zu generieren. Sie probieren alle möglichen Mittel aus, um die Leute bei der Stange zu halten, mit mässigem Erfolg. Besondere Anstrengungen machen sie in armen Ländern, wo noch zu wenig Wissen über die Wirkung ihrer Gifte vorhanden ist. Doch nicht überall sind sie willkommen. Dies zeigen viele Berichte. Heidi verlinkt hier drei, welche in der letzten Woche erschienen sind:

Diese Liste liesse sich beliebig weiterführen!

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22.7.22 HOME

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