Archive for the ‘Pflanzenschutzmittel’ Category

Auch die Landi kauft gerne ennet der Grenze ein!

23. Juni 2017
Die Landi importiert aus Deutschland Holzwolle der Firma Heumüller, Geiselwind.

Die Landi importiert aus Deutschland Holzwolle der Firma Heumüller, Geiselwind.

Die Bauern beklagen sich über KonsumentInnen, welche Fleisch, Milchprodukte … ennet der Grenze billig einkaufen und auch über das Wachstum der Waldfläche (an dem sie massgeblich beteiligt sind). Doch ihre Organisation, die Landi, kauft z.B. billige Holzwolle in Deutschland ein. Weil Heidi dringend Unterlagsmaterial für die Erdbeeren benötigte, kaufte sie das Produkt trotzdem. Die negative Überraschung war aber gross.

Die Holzwolle hat keinen „Griff“, das war der erste Eindruck. Eine Internet-Recherche ergab, dass die altbewährte Wolle, welche früher in der Landi erhältlich war, von Jumbo und weiteren Geschäften angeboten wird. Heidi kaufte bei Jumbo ein Paket Schweizer Holzwolle der Firma Lindner Suisse in Wattwil und verglich sie mit der Landi-Holzwolle der deutschen Firma Heumüller in Geiselwind.

Altbewährte Holzwolle der Schweizer Firma Lindner Suisse in Wattwil.

Altbewährte Holzwolle der Schweizer Firma Lindner Suisse in Wattwil.

Miserable Qualität der Importware

Beim Unterlegen von Erdbeeren, Zucchetti usw. ist es wichtig, dass die Früchte gut gestützt werden, Abstand vom Boden haben und schnell abtrocknen nach einem Regen, damit sie gesund bleiben. Volumen, Fadenlänge und Stabilität der Holzwolle sind daher wichtige Qualitätskriterien.

  • Auf den ersten Blick abschreckend: Preis der Schweizer Holzwolle pro Kilogramm 2,5-mal so hoch wie jener der Import-Ware;
  • aber das Volumen der Holzwolle aus dem Toggenburg ist pro Kilogramm doppelt so gross, d.h. sie ist eigentlich nur unwesentlich teurer.
  • Die Heumüller-Holzwolle besteht zu 80 Prozent aus kurzen bis sehr kurzen Fäden, während der Anteil an kurzen Fäden bei der Lindner-Holzwolle nur knapp 10 Prozent beträgt, zudem sind die langen Fäden wesentlich länger.
  • Die Schweizer Holzwolle leistet Widerstand gegen Druck (hat Griff), die ausländische fühlt sich lumpig bzw. weich an.
  • Heidi sah mehrmals Schnecken über die Heumüller-Holzwolle kriechen, nicht aber über jene von Lindner, wobei die Stichprobe zu klein ist für eine sichere Aussage.
  • Die Transportdistanz der importierten Holzwolle (Luftlinie) beträgt das Sechsfache jener der Schweizer Ware, entsprechend grösser ist auch die Umweltbelastung.

Heidis Fazit: Die billige von der Landi importierte Ware schützt die Früchte nicht ausreichend. Es lohnt sich auf jeden Fall, die – bezogen auf das Volumen – nur leicht teurere Schweizer Holzwolle zu kaufen.

100 g Holzwolle soeben aus der Verpackung gezogen. Links Lindner-, rechts Heumüller-Holzwolle.

100 g Holzwolle soeben aus der Verpackung gezogen. Links Lindner-, rechts Heumüller-Holzwolle.

Wie wird die Lindner-Holzwolle hergestellt?

Die Firma Lindner Suisse stellt die Holzwolle aus verschiedenen ausgewählten Holzarten her. Das Holz ist zu 100 Prozent gesundes Schweizer Durchforstungsholz. Eine spezielle Messerstellung an der Schnittmaschine sorgt dafür, dass die Holzwolle scharfe Kanten hat, denn das mögen die Schnecken nicht. Die Rezeptur ist seit Jahrzehnten dieselbe. Die Kunden – auch Heidi – sind zufrieden.

Schnecke auf weicher Import-Holzwolle.

Schnecke auf weicher Import-Holzwolle.

23.6.17 HOME

Pestizid-Cartoon mit Franziska

21. Juni 2017

Pestizide sind im Moment ein Dauer-Thema in den Medien. Neue Forschungsergebnisse bestätigen die beunruhigende Verschmutzung der Gewässer und des Grundwassers, den Rückgang der Artenvielfalt. Und die zwei Volksinitiativen, welche den Pestizid-Einsatz einschränken sollen, verunsichern. Am liebsten redet man gar nicht darüber oder repetiert unermüdlich die eigenen Wünsche: „Sie haben keine Chance beim Volk.“

Doch ganz totschweigen kann man die Pestizide nicht, denn sie sind allgegenwärtig, z.B. in köstlichen Erdbeeren (Erdbeeren: Ein Pestizid kommt selten allein, saldo 20.6.17), im Trinkwasser (Achtung, Pestizide im Schweizer Trinkwasser, NZZ am Sonntag 17.6.17) usw.

Der Wanderweg auf den Alpen Novai, Garfiun und Pardenn war mit Glyphosat behandelt worden. Gemäss Auskunft der Verantwortlichen der Gemeinde Klosters kennt man den Namen des Mittels nicht. Man beziehe es jeweils von der Gärtnerei, chemisch dürfe man ja nicht mehr. Heidi hat nachgefragt. Die Gemeinde bezieht NUR Glyphosat von besagter Gärtnerei. Glyphosat auf einem Wanderweg in einer Weide mit Kühen, gespritzt von der für den Vollzug verantwortlichen Behörde!!! (Neue Alp-Attraktion: Herbizid-Trail, Heidis Mist 11.6.17).

Wenn es um Pestizid-Informationen geht, dann ist der Tresor der Bewilligungsbehörde des Bundesamts für Landwirtschaft verriegelt. Darf das sein? Oder ist diese Behörde wegen Interessenkonflikte am falschen Ort angesiedelt? „JA, sie ist“, meint Heidi.

Machen Sie’s doch wie die Fischer, unterschreiben Sie beide Volksinitiativen! Die Links finden Sie auf Heidis Mist in der rechten Spalte unter „Aktuell“.

Pestizide im Wasser: Behörden nehmen hohes Risiko in Kauf, SRF Kassensturz 13.6.17.

Pestizide: Kassensturz schweigt Initiative tot, Tobias Tscherrig, Infosperber 18.6.17.

21.6.17 HOME

Herbizid-News: Alp zum Schmetterlingstod, Alp zum Blumentod und Alp Pardenn

16. Juni 2017

Alp zum Schmetterlingstod

Diesen Raupen werden sich bald zu Schmetterlingen wandeln, sofern ihnen das Futter nicht durch einen Herbizid-Einsatz entzogen wird. Auf der Alp zum Schmetterlingstod hat Ruedi eine kleine Restfläche mit Brennesseln gefunden, voller Raupen. Wird sie der Älpler noch entdecken und mit der Spritze kommen? Copyright Ruedi K.

Diesen Raupen werden sich bald zu Schmetterlingen wandeln, sofern ihnen das Futter nicht durch einen Herbizid-Einsatz entzogen wird. Auf der Alp zum Schmetterlingstod hat Ruedi eine kleine Restfläche mit Brennesseln gefunden, voller Raupen. Wird sie der Älpler noch entdecken und mit der Spritze kommen? Copyright Ruedi K.

So sehen die übrigen Brennesseln aus. Die Raupen sind heruntergefallen. Copyright: Ruedi K.

So sehen die übrigen Brennesseln im Moment aus. Die Raupen sind heruntergefallen. Copyright: Ruedi K.

Alp Pardenn

Kühe auf dem Weg zur Alp Pardenn. Ein kleiner Ausschnitt aus einem grossen Bild, daher unscharf.

Kühe auf dem Weg zur Alp Pardenn. Ein kleiner Ausschnitt aus einem grossen Bild, daher unscharf.

Heidi hat die Fotos des Herbizid-Einsatzes der Gemeinde Klosters auf den Alpwegen nochmals gesichtet und auf einem Bild die Kühe gefunden, welche auf dem mit Herbizid behandelten Weg standen. Gespritzt wurde ein paar Tage zuvor. Ob die Tiere auch während des Spritzens in dieser Weide waren? Die vorgeschriebene Wartefrist für Kühe, die Milch geben, beträgt 3 Wochen, für die übrigen 2 Wochen. Vorschriften werden gerne ignoriert, denn Kontrollen sind nicht zu befürchten.

Neue Alp-Attraktion: Herbizid-Trail, Heidis Mist 11.6.17

Alp zum Blumentod

Mit Herbizid behandelter Weg auf der Alp zum Blumentod ... mit Herbizid-Einsatz auf Blacke. Copyright: Sophie T.

Mit Herbizid behandelter Weg auf der Alp zum Blumentod … mit Herbizid-Einsatz auf Blacke. Copyright: Sophie T.

Sophie hat Heidis Artikel Neue Alp-Attraktion: Herbizid-Trail gelesen. „Blöd,“ dachte sie „ich habe den Weg nicht fotografiert!“ Sie war nochmals auf der Alp zum Blumentod und hat das nachgeholt. Sophie ging auch dorthin, wo das Rind Herbizid-behandelte Brennnesseln frass: Die Stelle ist radibutz kahlgefressen. Die Tiere fressen eben gerne angewelkte oder getrocknete Brennnesseln.

Aufregung auf der Alp zum Blumentod, Heidis Mist 5.6.17.

Die mit Herbizid behandelten Brennesseln hat das Rind gefressen. Copyright: Sophie T.

Die mit Herbizid behandelten Brennesseln hat das Rind gefressen. Copyright: Sophie T.

Tote Brennesseln auf der Alp zum Blumentod. Copyright: Sophie T.

Tote Brennesseln auf der Alp zum Blumentod. Copyright: Sophie T.

 16.6.17 HOME

Herbizid-Einsatz am Bach auf der Alp Garfiun

14. Juni 2017
Nur ein bisschen Herbizid am Wasser vor dem Restaurant Alp Garfiun ... macht doch nichts! Es ist aber klar verboten gemäss Chemikalien-Risikoreduktionsverordnung.

Nur ein bisschen Herbizid am Wasser vor dem Restaurant Alp Garfiun … macht doch nichts! Es ist aber klar verboten gemäss Chemikalien-Risikoreduktionsverordnung.

Und noch ein bisschen Herbizid ...

Und noch ein bisschen Herbizid …

... und noch ein kleiner Fleck tot gespritzt.

… und noch ein kleiner Fleck tot gespritzt.

Die Natur als reines Produktionsmittel. Respektlos! Dafür Alpspektakel …

Heidis Empfehlung

Pestizide im Wasser: Behörden nehmen hohes Risiko in Kauf, SRF, Kassensturz 13.6.17.

14.6.17 HOME

 

Pestizide: Die Fischer haben die Nase voll!

13. Juni 2017
Vertreter der Kantonalverbände an der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Fischerei-Verbandes SFV. Copyright: SFV.

Vertreter der Kantonalverbände an der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Fischerei-Verbandes SFV. Copyright: SFV.

Der Schweizerische Fischerei-Verband SFV will nicht länger akzeptieren, dass ein unglaublicher Cocktail von Pestiziden und Herbiziden Bäche, Flüsse und Seen vergiften und das Trinkwasser gefährden. Die Delegiertenversammlung des SFV in Altendorf SZ verabschiedete eine Resolution mit klaren Forderungen: endlich Kontrollen durch die Behörden und Unterstützung der Unterschriftensammlung der Anti-Pestizid-Volksinitiativen. 

«Seit Jahren kritisieren wir die Belastung des Lebensraums im und am Wasser durch Herbizide und Pestizide», sagte Roberto Zanetti, Zentralpräsident des Schweizerischen Fischerei-Verbandes und Solothurner Ständerat. «Aber nichts geschieht, einfach nichts.» Dabei seien die gesetzlichen Grundlagen klar. Es gebe genau definierte Sicherheitsabstände, die beim Austragen von Pestiziden und Herbiziden eingehalten werden müssten.

Behörden: Kontrollieren – aber subito!

Die Fischer haben die Nase voll. Deshalb verabschiedete die Delegiertenversammlung eine Resolution. Darin werden die Behörden des Bundes und der Kantone aufgefordert, die Einhaltung der Abstandsvorschriften zu kontrollieren und zu sanktionieren. «Grosse Teile der Landwirtschaft kümmern sich einen Deut um die Abstandsvorschriften», heisst es in der Resolution. Das habe man seit Jahren tatenlos hingenommen. Das Bundesamt für Landwirtschaft und die kantonalen Landwirtschaftsämter werden vom SFV darum aufgefordert endlich zu tun, was ihr gesetzlicher Auftrag ist: «Kontrollieren und sanktionieren – und zwar subito».

Volkinitiativen unterstützen

Die Fischer haben die Nase vom bisherigen Larifari definitiv voll – und verlangen eine Korrektur in der Landwirtschaftspolitik. Wörtlich heisst es in der Resolution: «Die Schweizer Landwirtschaft kann nicht auf der einen Seite Milliarden an öffentlichen Geldern kassieren und auf der anderen Seite die Umwelt systematisch kaputt machen und damit Mensch und Tier gefährden.»  Der Schweizerische Fischerei-Verband unterstützt deshalb die Unterschriftensammlung der zwei laufenden Volksinitiativen, die eine Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik ohne schädliche Pestizide und Herbizide fordern.

Pestizide, die Fischer haben die Nase voll! Schweizerischer Fischerei-Verband, 12.6.17.

Eidgenössische Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Eidgenössische Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und  den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz»

13.6.17 HOME

Überlebenskampf der Farne auf der Alp Novai

13. Juni 2017
Dürre Farne direkt am Wasser. Was bedeutet das?

Dürre Farne direkt am Wasser. Was bedeutet das?

Links und rechts des Wander-/Bikewegs zur Alp Novai braune Farnpflanzen. Bekämpfung mit Herbizid. Damit die neuen begehrten Alpungsbeiträge nicht gekürzt werden, müssen die "Unkräuter" bekämpft werden.

Links und rechts des Wander-/Bikewegs zur Alp Novai braune Farnpflanzen. Bekämpfung mit Herbizid. Damit die neuen begehrten Alpungsbeiträge nicht gekürzt werden, müssen die „Unkräuter“ bekämpft werden.

 

... am Wasser. Ist ja nur ein bisschen, wird grad verdünnt! Trotzdem gilt: Das ist gemäss Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung klar verboten.

… am Wasser. Ist ja nur ein bisschen, wird grad verdünnt! Trotzdem gilt: Das ist gemäss Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung klar verboten.

Die unteren Farnteile sind grün. Bei diesen Pflanzen ist die Wirkung besonders schlecht. Die aktuelle Bekämpfung kann das Wachstum nur verlangsamen, nicht aber die Pflanzen eliminieren!

Die unteren Farnteile sind grün. Bei diesen Pflanzen ist die Wirkung besonders schlecht. Die aktuelle Bekämpfung kann das Wachstum nur verlangsamen, nicht aber die Pflanzen eliminieren!

Blick von der Alp Garfiun: mit Herbizid behandelte Farne und unbehandelte. Hier oben wurde schon lange keine Weidepflege mehr gemacht.

Blick von der Alp Garfiun: mit Herbizid behandelte Farne und unbehandelte. Hier oben wurde schon lange keine Weidepflege mehr gemacht.

13.6.17 HOME

Neue Alp-Attraktion: Herbizid-Trail

11. Juni 2017
Blick auf das Restaurant Alp Garfiun.

Blick auf das Restaurant Alp Garfiun.

Es waren einmal ein kleiner Pfad und ein grösserer Pfad und eine Alpstrasse. Nun ist daraus ein Herbizid-Trail geworden. Regionale Entwicklung ist das Zauberwort der Landwirte und Touristiker. Oberhalb Klosters im Prättigau GR haben sie gut zusammengearbeitet. Zu den Alpen Novai, Garfiun und Pardenn führt jetzt ein Herbizid-Trail. Ob man die chinesischen Touristen anlocken möchte? Der Weg zur Alp Novai ist nicht nur breit geworden, sondern … das ist ein anderes Thema … demnächst auf Heidis Mist.

Blick auf die Alp Pardenn.

Blick auf die Alp Pardenn.

Herbizid bis zum Wassergraben.

Herbizid bis zum Wassergraben.

Wegverzweigung.

Wegverzweigung.

Wieder Herbizid bis zum Wassergraben.

Wieder Herbizid bis zum Wassergraben.

Herbizid-Trails kreuzen sich.

Herbizid-Trails kreuzen sich.

Blick zurück!

Blick zurück!

Herbizid auf der Alpstrasse.

Herbizid auf der Alpstrasse.

Herbizid ...

Herbizid …

Auf der anderen Talseite: Der Herbizid-Trail zur Alp Novai.

Auf der anderen Talseite: Der Herbizid-Trail zur Alp Novai.

Der Weg zur Alp Novai ist breiter geworden. Herbizid hilft!

Der Weg zur Alp Novai ist breiter geworden. Herbizid hilft!

Alp-Novai-Herbizid-Trail ...

Alp-Novai-Herbizid-Trail …

Alp-Novai-Herbizid-Trail ...

Alp-Novai-Herbizid-Trail …

Weiter auf dem Herbizid-Trail zur Alp Novai.

Weiter auf dem Herbizid-Trail zur Alp Novai.

11.6.17 HOME

Helikoptersprühflüge: Behörden verharmlosen (2)

10. Juni 2017

Mehrere Pflanzenschutzmittel (PSM) mit dem Wirkstoff Folpet sind für Luftapplikation zugelassen. Bei fast allen darf die Distanz zu Wohnhäusern gemäss neuer Regelung für Sprühflüge halbiert werden, d.h. nur 30 m statt 60 m. Im Rahmen der Vernehmlassung für Pflanzenschutzmittel-Sprühflüge präsentierte das Bundesamt für Umwelt (BAFU) zwei Listen. In einer sind jene PSM aufgeführt, bei denen die Distanz auf 30 m verkleinert werden darf, die zweite enthält jene PSM, bei denen die Distanz nicht verringert werden darf.

Nach der Veröffentlichung der Vollzugshilfe für das Ausbringen aus der Luft von Pflanzenschutzmitteln, Biozidprodukten und Düngern stellte Heidi der zuständigen Mitarbeiterin des BAFU, Magali Lebrun, folgende Frage: „Wo findet man die aktuelle Liste des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) für verkleinerte Abstandsvorschriften zu Gebäuden, öffentliche Arealen und privaten Wohnzonen?“ Da die Antwort bis heute nicht eingetroffen ist und Heidi die Liste wieder nicht gefunden hat, läuft zur Zeit eine neue Anfrage.

Hier die Liste, welche das BLV für die Vernehmlassung erstellt hatte: Liste der für 30 m bzw. 60 m zugelassenen PSM. Heidi konsultierte vor einem Jahr das Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft und stellte fest, dass zahlreiche weitere Mittel für die Luftapplikation zugelassen sind, diese aber nicht auf der Liste des BLV figurieren. Für diese gelte 60 m, so Magali Lebrun auf Anfrage (Mail an Heidi vom 19.4.16):
„L’OSAV (BLV) a fait une évaluation des produits en terme de risque pour l’homme et a proposé une réduction de la distance de sécurité à 30m pour certains d’entre eux. En d’autres termes, les produits qui n’ont pas été évalués sont automatiquement associés à une distance de 60m.
En revanche, je ne peux pas vous dire comment l’OSAV a évalué ces produits, ni pourquoi certains n’ont pas été évalués, mais pour nous cela ne change pas grand-chose puisque la distance de sécurité de base pour les maisons est 60m.“

Beim BAFU hat man also keine Ahnung wie das BLV die Mittel evaluiert hat und wieso es nicht alle prüfte.

Für die reduzierte Distanz zu Wohnzonen (30 m) zugelassenen sind die folgenden Produkte mit dem Wirkstoff Folpet. Heidi hat ein paar Spezifikationen aus dem Pflanzenschutzmittelverzeichnis kopiert. Auszug aus dem Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft, Stand 10.6.17:

Folpet Burri

  • R 20 Gesundheitsschädlich beim Einatmen.
  • R 36 Reizt die Augen.
  • R 40 Verdacht auf krebserzeugende Wirkung.
  • R 43 Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich.
  • R 50 Sehr giftig für Wasserorganismen.
  • S 02 Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
  • S 13 Von Nahrungsmitteln, Getränken und Futtermitteln fernhalten.
  • S 22 Staub nicht einatmen.
  • S 24/25 Berührung mit den Augen und der Haut vermeiden.

Folpet 80 WDG

  • H317 Kann allergische Hautreaktionen verursachen.
  • H319 Verursacht schwere Augenreizung.
  • H351 Kann vermutlich Krebs erzeugen.
  • H410 Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.

Folpet 80 WG

  • H317 Kann allergische Hautreaktionen verursachen.
  • H319 Verursacht schwere Augenreizung.
  • H332 Gesundheitsschädlich bei Einatmen.
  • H334 Kann bei Einatmen Allergie, asthmaartige Symptome oder Atembeschwerden verursachen.
  • H351 Kann vermutlich Krebs erzeugen.
  • H400 Sehr giftig für Wasserorganismen.

Folpet DG

  • R 20 Gesundheitsschädlich beim Einatmen.
  • R 40 Verdacht auf krebserzeugende Wirkung.
  • R 43 Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich.
  • R 50 Sehr giftig für Wasserorganismen.
  • S 02 Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
  • S 13 Von Nahrungsmitteln, Getränken und Futtermitteln fernhalten.
  • S 20/21 Bei der Arbeit nicht essen, trinken oder rauchen.
  • S 24 Berührung mit der Haut vermeiden.

Folpet fluid

  • R 20 Gesundheitsschädlich beim Einatmen.
  • R 36 Reizt die Augen.
  • R 40 Verdacht auf krebserzeugende Wirkung.
  • R 43 Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich.
  • R 50 Sehr giftig für Wasserorganismen.
  • S 02 Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
  • S 13 Von Nahrungsmitteln, Getränken und Futtermitteln fernhalten.
  • S 24/25 Berührung mit den Augen und der Haut vermeiden.
  • S 29 Nicht in die Kanalisation gelangen lassen.

Folpet WP

  • R 20 Gesundheitsschädlich beim Einatmen.
  • R 36 Reizt die Augen.
  • R 40 Verdacht auf krebserzeugende Wirkung.
  • R 43 Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich.
  • R 50 Sehr giftig für Wasserorganismen.
  • S 02 Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
  • S 13 Von Nahrungsmitteln, Getränken und Futtermitteln fernhalten.
  • S 22 Staub nicht einatmen.
  • S 24 Berührung mit der Haut vermeiden.
  • S 26 Bei Berührung mit den Augen sofort gründlich mit Wasser abspülen und Arzt konsultieren.

Das BLV/Über uns: „Hauptaufgabe des BLV ist es, die Gesundheit und das Wohlbefinden von Mensch und Tier aktiv zu fördern. Die Hauptpfeiler dafür sind beim Menschen Lebensmittelsicherheit und gesunde Ernährung und beim Tier Tierschutz und Tiergesundheit.

Hält das BLV was es den Steuerzahlenden verspricht?

Heidis Artikel über Helikoptersprühflüge

10.6.17 HOME

Helikoptersprühflüge: Behörden verharmlosen

9. Juni 2017

 

Ein Leser-Kommentar (Bauernsohn): „Der Artikel des Bundesamts für Umwelt in der neuesten Ausgabe von umwelt betreffend „Präzisionsarbeit am Boden und in der Luft“ ist eine unglaubliche Verharmlosung, aber (Zitat aus Artikel umwelt) „Das Ausbringen aus der Luft erleichtert das Leben der Landwirte enorm“.

Vorschau: Heidi hat einen weiteren Cartoon zum Thema erhalten.

Sprühflüge: Präzisionsarbeit am Boden und in der Luft, umwelt 31.5.17

9.6.17 HOME

Aufregung auf der Alp zum Blumentod

5. Juni 2017
Ein Rind frisst Brennnesseln, die erst kürzlich mit Herbizid bespritzt worden waren. Copyright: Sophie T.

Ein Rind frisst Brennnesseln, die erst kürzlich mit Herbizid bespritzt worden waren. Copyright: Sophie T.

Heidis Telefon klingelte. Kaum hatte sie den Hörer in der Hand, legte Sophie am anderen Ende los, offensichtlich wütend:

Sophie: „Heidi, ich bin auf der Alp zum Blumentod. Soeben habe ich dir ein Foto geschickt. Schau dir das einmal an! Ein Rind frisst Brennnesseln, welche noch vor wenigen Tagen grün waren. Sie wurden inzwischen mit Herbizid bespritzt, auch blühende Pflanzen sind unter den Opfern. Darf man das? Brennnesseln sind doch gesund, und man sieht ja, dass die Tiere sie gern fressen, sogar mit Herbizid drauf!“

Heidi: „Auf der Alp zum Blumentod hat der Täter die Wartefrist nicht eingehalten. Sie beträgt für Tiere, welche keine Milch geben, zwei Wochen, für Milchkühe drei Wochen. Wenn das Herbizid den Wirkstoff Asulam enthält, dann darf es zudem nicht auf blühende Pflanzen ausgebracht werden.

Der Alpöhi sammelt Brennnesseln separat und lagert sie gut zugänglich auf dem Heustock damit er sie rasch zur Hand hat, wenn ein Tier kränkelt.

Erkläre bitte dem Bauern, dass seine Herbizid-Behandlung gegen die Vorschriften verstösst und du so etwas in Zukunft anzeigen wirst.“

Wo niemand hinschaut …

Asulam, Pflanzenschutzmittelverzeichnis Bundesamt für Landwirtschaft.
Asulamrückstände in Löwenzahnblüten, AGRARForschung 12 (6): 248-253, 2005.

Höhere Alpungsbeiträge schaden der Biodiversität, Heidis Mist 15.7.16

HERBI Käse von der Alp „Zum Blumentod“, Heidis Mist 20.10.16

Alpkäse – Naturprodukt ohne Wenn und Aber? Heidis Mist 19.7.15

Alpkäse – Naturprodukt ohne Wenn und Aber? (2) Heidis Mist 21.7.15

Alpkäse – Naturprodukt ohne Wenn und Aber? (Leserbriefe) Heidis Mist 15.8.15

5.6.17 HOME


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