Archive for the ‘Tierschutz’ Category

Der Alpöhi auf Weltreise

8. Mai 2022
Quelle: Migros Woche 3.5.-9.5.2022

Quelle: Migros Woche 3.5.-9.5.2022

Der Alpöhi sitzt still am Küchentisch und blättert nachdenklich in der Migros Woche 3.5.-9.5.2022. Das ist das Aktionsheftli des Grossverteilers. Nach einer Weile schüttelt er den Kopf und sagt zu Heidi, die gerade das Mittagsgeschirr abwäscht.

Alpöhi: „Das ist schon verrückt. Da werden Lebensmittel von weither zu uns transportiert. Frische Birnen aus Südafrika. Forelle heissen sie, dabei schadet der Transport, vermutlich per Schiff, dem Meerwasser und den Meerbewohnern! Hit: 2 Mangos aus Peru für 3.40 Franken. Stell dir das einmal vor! Die gekochten Bio-Crevetten werden in Ecuador gezüchtet. Zucht-Lachs kommt aus Norwegen und Kabeljaurückenfilets aus Wildfang im Nordostatlantik.

Neu sind Grill mi Crevetten Greek Style; sie werden in Vietnam gezüchtet. Ebenfalls neu sind Grill Mi Butterfly Crevetten Mango-Chili und Grill Mi Sardinen ganz, MSC, beide in Alu-Schalen. Die ersten beiden Grill Mi sind übrigens mit dem asc-Label ausgezeichnet. MSC, asc, was heisst das?“

Heidi: „Mit den Labels ist es so eine Sache, soll ich jedes Mal eine Recherche starten? Sind sie wirklich vertrauenswürdig?
Du gibst mir viele Tipps zum Kochen. Wo soll ich anfangen? Meinst du, dass es in meinem Kochbuch Rezepte hat?“

Alpöhi: „Wenn du keine findest, dann kannst du ja im Internet nachschauen. Da gibt es alles, nur werde ich diese Lebensmittel nicht essen und du ja auch nicht!“

Heidi: „Hast du etwas aus Brasilien. Ich habe gerade gelesen, dass sie dort wie verrückt Urwald abholzen.“

Alpöhi: „Wart mal! Hier sind zwei Seiten Fleisch. Da, 40% Don Pollo Poulet-Nuggets mit Fleisch aus Brasilien, produziert nach Schweizer Tierschutzvorschriften, Duo-Pack 2 x 500 g elf Franken statt 18.40.“

Heidi: „HaHa!!! Kommen die Poulets von Migros nicht mehr aus dem Osten? Dort haben sie es schon einmal mit den Schweizer Tierschutzvorschriften versucht. Einer, der es wissen muss, sagte mir damals, dass es schwierig sei, aber jene, die dann den Sinn begriffen hätten, die würde das mit Freude machen, aber eben, längst nicht alle. Ich habe ihn zudem gefragt, ob man auch die Schweizer Umweltvorschriften verlangen könnte. „Das kannst du vergessen“, antwortete er. Wer kontrolliert das?“

Heidi: „Das musst du nicht mich fragen! Und was gibt’s zum Trinken?“

Alpöhi: „Auf der Frontseite 44% auf Coca-Cola Classic, Light oder Zero, 6 x 1,5 Liter.“

Heidi: „Du weisst doch, dass ich kein Coca trinke!“

Alpöhi: „Dann halt 40% auf 7up Regular oder Free, 6 x 1,5 Liter oder 33% auf Evian.“

Heidi: „Das war ja auch eine blöde Frage von mir, wo wir doch hier sauberes Hahnenwasser vom Berg haben. Bei dieser Kälte mag ich sowieso lieber unseren Kräutertee. Bald gibt’s wieder frische Kräuter.“

Alpöhi: „Weisst du, Heidi, wenn ich das so durchblättere, am Schluss noch die Wochenend Knaller sehe, dann vergeht mir eigentlich der Appetit und das Einkaufen.“

Heidi: „Wieso hast du denn noch das Migros Magazin abonniert? Wir kaufen ja höchst selten etwas in der Migros.“

Alpöhi: „Ich löse eben gerne die Rätsel, die drin sind.“

Heidi: „Ich schenke dir zum Geburtstag ein Rätselbuch.“

Abholzung im Amazonas: Rekord nach Rekord trotz Regenzeit! Heidis Mist 7.5.22

Fangfrisch vom Rheinufer: Crevetten lassen sich nicht nur in Vietnam züchten. NZZ 25.12.20

Frühling ??????? ??????? ??????? ??????? ??????? ??????? ??????? ??????? ??????? ??

Dear Scientist and Friend in Kyiv. The time of fruit tree blossom is always a highlight in the gardening year. The bees did not fly in large numbers because a cold wind often blew. I wish you peace. Heidi

Dear Scientist and Friend in Kyiv. The time of fruit tree blossom is always a highlight in the gardening year. The bees did not fly in large numbers because a cold wind often blew. I wish you peace. Heidi

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Unerwünschte Kälber: Wann werden wir endlich lernen (3)

25. April 2022
Ein Kalb auf einer Bergwiese.

Ein Kalb auf einer Bergwiese.

Die Bauernzeitung berichtete am 22.4.22 unter dem Titel Kälbergesundheit «Die tiefen Preise rotten die bäuerliche Kälbermast aus»:

„Seit vergangenem Oktober ist der Kälbergesundheitsdienst (KGD) unter dem Flügel der Rindergesundheit Schweiz (RGS). Den Delegierten wurde an deren Versammlung erklärt, wie es mit dem bisher staatlich unterstützten Verein KGD nun weiter gehen soll.“ Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) oder im Klartext wir Steuerzahlende haben vier Jahre lang den KGD finanziell unterstützt.

Im Editorial des Geschäftsberichts 2021 wird die Frage gestellt, ob der KGD ausreichend erfolgreich gewesen sei mit seinem Anspruch, Konzepte für Vorbeugungsmassnahmen zu entwickeln, diese in der Praxis zu etablieren und so den Einsatz von Antibiotika nachhaltig zu reduzieren. Die Antwort könne nur lauten, dass der KGD zwar mehrere sinnvolle Ansätze mit erheblichem Einsatz erarbeitet und protegiert hätte, dass sie aber als Tiergesundheitsdienst nicht in Jahrzehnten zementierte Spielregeln der verschiedenen Akteure der Branche drastisch ändern könnten – auch wenn das durchaus opportun erscheine.

Bäuerliche Traditionen sind schwierig zu ändern, das weiss Heidi, denn es fehlt oft der Wille. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg! Viel schneller geht es jeweils, wenn neue Direktzahlungsgelder gesprochen werden.

Tiefe Preise rotten die Kälbermast aus?

Locker wird gesagt, dass tiefe Preise die bäuerliche Kälbermast ausrotten würden. Dies umsomehr als hohe Investitionen auf die Kälbermäster zukommen wie Lüftungsschläuche, kleinere Gruppen und mehr Tränkeautomaten. Dafür hat der KGD-Geschäftsführer Martin Kaske aber eine Lösung, nämlich vermehrt politisch aktiv zu sein, was bedeutet, so meint Heidi, Bundesgelder generieren.

Und mit den tiefen Preisen lässt sich die Kälbermast auch nicht „aktiv“, wie es heisst, ausrotten, denn was geschieht dann mit den mageren männlichen Nachkommen der auf Hochleistungen gezüchteten Milchkühe? Noch mehr von ihnen einfach vernachlässigen und sterben lassen ist wohl keine Lösung. Der Wille scheint nicht da zu sein, auf Zweinutzungsrassen umzusteigen und Rindfleisch statt Kalbfleisch zu produzieren, was wesentlich ressourcenschonender wäre. Einige Wurstkälber für die OLMA-Bratwürste könnte man immer noch halten. Und die Fleischkühe (Mutterkühe) würden dann im Laufe der Jahre automatisch „ausgerottet“.

Antibiotikaeinsatz senken

Der KGD wurde gegründet weil der Antibiotikaeinsatz in der Kälbermast besonders hoch ist. Nicht alle Tierärzte haben Freude, wenn dieser Verdienst kleiner wird.

Zur Senkung des Antibiotikaverbrauchs in der Nutztierhaltung wurde im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Antimikrobielle Resistenz» (NFP 72) und weiteren Projekten, z.B. der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern, geforscht. Im Vergleich zum etablierten Standard des Labels IP-SUISSE liess sich der Antibiotikaeinsatz in der Kälbermast auf Versuchsbetrieben massiv reduzieren, das Tierwohl dabei verbessern, und die Wirtschaftlichkeit auf vergleichbarem Niveau halten.

Jahrzehntelang künstlich krank gehalte Kälber

Die Kälbermast wurde durch einen geschäftstüchtigen Metzger erfunden. Jahrzehntelang ernährten die Bauern die Kälber absichtlich so, dass sie krank waren, blutarm waren. Das war die traditionelle Kälbermast der – ach so tierliebenden – Bauern. Das weisse Kalbfleisch hatte seinen Laden- und Leidenspreis. Es brauchte einen enormen Aufwand, um dies abzuschwächen.

Noch heute dürfen die Kälber nicht auf die Weide, dort nach Lust und Laune Gras fressen, herumspringen und dabei gesünder bleiben. Ums Himmels willen, wenn das Fleisch dann rot wäre!

Kälbergesundheit – «Die tiefen Preise rotten die bäuerliche Kälbermast aus». Bauernzeitung 22.4.22

Antibiotika: Die Reduktion sorgt in der Kälbermast für halbierten Umsatz bei Tierärzten. Bauernzeitung 29.7.20

Kälbermast: Es geht mit weniger Antibiotika. Universität Bern 8.4.21

Unerwünschte Kälber: Wann werden wir endlich lernen (2). Heidis Mist 16.3.22

Unerwünschte Kälber: Wann werden wir endlich lernen? Heidis Mist 28.10.16

Burger, Hans (1944-). Archiv für Agrargeschichte

Bioweiderind: Produzentinnen und Produzenten gesucht. 23.2.22

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Der Osterhase war da!

17. April 2022
Diese Ostereier kann man öffnen und Jahr für Jahr neu füllen!

Diese Ostereier kann man öffnen und Jahr für Jahr neu füllen!

Früher als die Leute wenig Geld hatten, waren die Schoki-Hasen viel kleiner, die Osternestli auch, die Eier wurden kunstvoll mit Kräutern umwickelt und dann mit Zwiebelschale zusammen gekocht. Jedes Ei ein Unikat! Einmal war in Heidis Nest ein Metall-Ei, das man öffnen konnte. Darin waren kleine Zuckereili. Diese Eier füllte die Mutter Jahr für Jahr mit den heissbegehrten Zuckereilis.

Die Eier stammten vom Bauern nebenan, der einen grossen Hühnerhof mit einer überschaubaren Zahl von Hühnern betrieb. Damals ass man hier noch keine Poulets. Die Eiproduzentinnen lebten einige Jahre lang. Wenn ein Huhn schon alt war und nur noch wenige Eier legte, dann nahm die Bäuerin das Beil zur Hand, und das Leghennen-Leben nahm ein schnelles Ende auf dem Scheitertotz. Es waren langlebige Hühner. Was damals mit den männlichen Bibelis geschah, das weiss Heidi nicht.

Die wenigen Eier, die Heidi heute kauft, stammen von Zweinutzungsrassen, d.h. die männlichen Bibelis werden zu Poulets, die weiblichen zu Leghennen. In den letzten Jahrzehnten wurde getrennt auf Ei oder auf Poulet gezüchtet – mit jämmerlichem Ergebnis für die Tiere. Die Biolandbau-Leute sind auch in diese Sackgasse geraten, wollen das aber raschmöglichst ändern. Solche Veränderungen brauchen viele Anpassungen und passieren meist nicht von einem Tag auf den andern. Aber freuen wir uns auf die tierfreundlichen Bio-Zweinutzungsrassen. Wir werden nachfragen, ob die Versprechungen umgesetzt werden. Gerne sind wir bereit, dafür mehr zu bezahlen … oder?!!!!

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Fehlgeleitete Tierproduktion: Das (wahre) Märchen vom Metzger und seinen Kälbern

17. August 2021
Kälber auf der Weide

Kälber auf der Weide

Eine alte Weisheit: “Wo die Sonne nicht hinkommt, kommt der Tierarzt hin!”

Diese Weisheit bläute Professor Hans Heusser den angehenden Agronomen der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) von 1957 bis 1988 ein. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts rühmten Bauern und Wissenschaftler Sonne+Auslauf. Der erste Chef des Schweizer Bauernverbands (SBV), Professor Ernst Laur, war in den 1920/30er Jahren gar ein richtiger Kämpfer für Sonne, freie Bewegung in Auslauf und auf der Weide! Unvorstellbar, dass seine Nachfolger, ob Melchior Ehrler oder Hansjörg Walter, sich je so geoutet hätten; Tierwohl- und Tiergesundheitsverbesserungen mussten zumeist gegen den SBV und seine Exponenten durchgesetzt werden. Hansuli Huber vom Schweizer Tierschutz (heute pensioniert) war ein unermüdlicher Kämpfer für mehr Tierwohl.

Weisses Kalbfleisch wird lanciert

Zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg kamen einige Leute zu Geld und so sagte sich ein Metzger: „Ich könnte mehr Rendite aus dem Rindfleisch holen, wenn ich eine Spezialität anbieten würde.“ So setzte er sich, vermutlich noch etwas blutverschmiert vom letzten Töten einer Kuh, auf einen Hocker und überlegte. Zartes weisses Fleisch von einem Kälbchen könnte ich sicher teurer verkaufen und damit eine bessere Marge erzielen. Er bat einen Bauern um Hilfe. Dieser witterte ebenfalls mehr Gewinn. Der Bauer hatte eine Idee: „Ich füttere den Kälbchen nur noch Milch, kein Gras, dann ist vielleicht auch ihr Fleisch weiss statt rot und wir können das als Spezialität teuer verkaufen. Gesagt, getan!

Rasch gab es Nachahmer, auch in der Schweiz. Das Geschäft mit dem weissen Kalbfleisch funktionierte wunderbar. Man wusste, dass die Kälbchen eigentlich krank waren, an Blutarmut litten. Sie waren – und sind es teilweise heute noch – in dunklen Verschlägen untergebracht. Lange störte das niemanden. Immer lauter wurden aber Stimmen, die das schlecht fanden, denn die Kälbchen waren nicht nur krank, sie benötigten auch Antibiotika. Oft werden viele Kälber gemeinsam auf spezialisierten Betrieben gemästet. Weil die Tiere aus verschiedenen Bauernhöfen stammen, ist die Keimvielfalt gross und entsprechend auch die Krankheitsgefahr.

Immer noch werden viele Kälber auf Kälbermärkte gekarrt, wo sie sich ebenfalls mit Krankheitserregern ansteckten können. Hauptziel der Kälbermärkte ist nicht unbedingt das Verkaufen, denn oft sind die Tiere schon vorher verkauft, sondern das Generieren von Importkontingenten, einem ausgesprochen undurchsichtigen, aber offenbar lukrativen Geschäft.

Rosarotes Kalbfleisch wird erkämpft

Die Farbe muss stimmen!

Die Farbe muss stimmen! Copyright: Martin Scheeder, Hochschule für Agrar-, Forst- und
Lebensmittelwissenschaften der BFH/SUISAG

Vor etwa zehn Jahren wurde heftig um die Farbe des „optimalen“ Kalbfleisches gestritten, denn Hansuli Huber, damals noch beim Schweizer Tierschutz (STS), und Peter Zbinden, Beamter beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), und nicht nur sie, fanden die blutarmen, krankheitsanfälligen, Antibiotika-fressenden Kälber gar nicht toll. Sie erkämpften das heute rosarote Kalbfleisch gegen viele Widerstände der Fleischproduktions-, Verarbeitungs- und Verkaufsindustrie. Es wurde ein strenges Klassifiziersystem geschaffen. Noch heute laufen Bauern Gefahr, beim Metzger Abzüge erdulden zu müssen, wenn das Kalbfleisch in den Augen des Metzgers zu rot ist. Die Farbe ist also wichtig, nicht in erster Linie der Geschmack oder die Gesundheit der Kälber!

Von Bruder-Kälbchen und Mutterkühen

Seit den frühen Siebzigerjahren wird in der Schweiz Mutterkuhhaltung für die Fleischproduktion praktiziert. Der Verein Mutterkuh Schweiz zählt heute knapp 6’000 Mitglieder, die zusammen über 100’000 Mutterkühe halten. Ihr Anteil am Rindviehbestand beträgt 15 Prozent. Ein starker Förderer dieser Haltungsform war der frühere Direkter des BLW, Hans Burger, der selbst einen Mutterkuhbetrieb besass. Er propagierte Mutterkühe für das Berggebiet und intensive Milchproduktion im Talgebiet. Heute sind beide Produktionsformen in Berg und Tal zu finden. Mutterkühe weiden auf besten Fruchtfolgeflächen, die eigentlich besser für den Acker- und Gemüsebau genutzt würden.

Die Mutterkühe sind auf Fleischproduktion gezüchtet, die Milchkühe auf Milchproduktion. Das ist schlecht für die Milchkuhkälbchen, die nicht zur Aufzucht benötigt werden. Sie sind eigentlich überflüssig, setzen schlecht Fleisch an und sind daher nicht besonders zum Mästen geeignet. Tierschützer klagen, dass es Bauern gibt, die daher die Kälbchen vernachlässigen, so dass sie bald einmal im Schlachthof landen. Etwa in Australien ist dies eher die Norm, denn die Ausnahme. Während das Töten der männlichen Kücken der Eierproduktionsrassen bei den Hühnern längst ein Medienthema ist, sind die „Mutterkuhkälbchen“ Jööööh, während die überflüssigen Milchkuhkälbchen der knochigen Mütter zwar oft dennoch gemästet werden, die Masteffizienz aber nicht optimal (unökologisch) ist und die Kälbchen Antibiotika benötigen. In der Regel werden ihnen Antibiotika prophylaktisch verabreicht.

Auseinanderdriftende Züchtung

Diese Hochleistungskühe bringen eine hohe Milchleistung.

Diese Hochleistungskühe bringen eine hohe Milchleistung.

Die Schweizer Milchviehzüchtung ist auf Höchstleistungen ausgerichtet, orientiert sich an den Superleistungen internationaler Züchtungserfolge. Nicht so die Graslandforschung. Sie fördert Wiesenbestände, die es ermöglichen, viel Milch und Fleisch aus Gras, Klee und Kräutern zu produzieren. Die beiden Forschungsrichtungen passen also nicht zusammen. Zum Glück gibt es Bauern, welche dem Grünland und Berggebiet angepasste Kühe die bessere Lösung finden.

Kalbfleisch: rosarot ohne Antibiotika. Heidis Mist vom 9.4.12

Schweizer Kälbermärkte: Drama in drei Akten – Erster Akt: Tränker. Heidis Mist vom 10.4.17

Schweizer Kälbermärkte: Drama in drei Akten – Zweiter Akt: Bankkälber. Heidis Mist vom 16.5.17

Schweizer Kälbermärkte: Drama in drei Akten – Dritter Akt: Fehlende Vernunft im Parlament. Heidis Mist vom 25.7.17

Swiss Quality Veal

Tarifblatt Micarna

Qualitätsaspekte von Kalbfleisch, Martin Scheeder, Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften der BFH / SUISAG

Wenn schon Milch, dann CH-Milch! Heidis Mist vom 1.2.13

17.8.21 HOME

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Gipfelkonferenz der Tiere zur Preis-Anstiegs-Angstmacherei der Bauern

5. Juni 2021

Diese Tiere haben an der Preis-Gipfel-Konferenz teilgenommen.

Diese Tiere haben an der Preis-Gipfel-Konferenz teilgenommen.

Die Grundwasserschnecke Paladilhiopsis tschapecki hat auf Anregung des Vertreters der Bachflohkrebse, Walter der Kühne, eine Gipfelkonferenz einberufen, denn Walter findet das Gerede rund um angeblich drastisch steigende Preise im Falle der Annahme der beiden Volkswohlinitiativen (Pestizidinitiative und Trinkwasserinitiative) als reine Angstmacherei. Er kann das nicht nachvollziehen.

Am 4.6.21 eröffnete die Grundwasserschnecke Pala die Grosse die Gipfelkonferenz mit ein paar Entschuldigungen:

  • Walter der Kühne ist leider verhindert teilzunehmen, da der Termin mit einem Massenbegräbnis zusammenfällt.
  • Biene Maja die Fleissige muss bei der Pflege ihrer kranken StockbewohnerInnen helfen, lässt aber Folgendes ausrichten: Sie findet ein 2x NEIN zu den Agrarinitiativen gar nicht so schlecht, dann würde langfristig der Homus sapiens aussterben, wo doch jetzt schon die Spermienqualität schlecht ist und Krankheiten wie Parkinson ein pandemisches Ausmass erreicht haben. Die Wildbienen würden überleben und dann auch das jetzt industriell bewirtschaftete Landwirtschaftsland wieder besiedeln. Wieso eigentlich solle sie, die Biene Maja, Zuchtprodukt der Menschen, derart schuften? Den Honig stehlen dann die Menschen und setzen ihr Zuckerwasser vor. Auch die Zuckerrübenproduktion mit ihrem höchst tödlichen Pestizid Movento SC, das in „Notzulassung vorübergehend“ bewilligt wurde, hätte dann ein Ende. Allgemein könnte sich die Natur rasch vom Menschen erholen.
  • Storch Adebar kommt aus Rücksicht auf den Froschkönig nicht, denn dieser hat Angst, gefressen zu werden, wenn ihm Adebar zu nahe kommt.
  • Regenwurm Guy Bodenlüfter ist, wie ihr alle wisst, gerade in Bern am Demonstrieren. Er hat seinem Namensvetter gesagt, dass es allen Bodenlebewesen total verschissen geht. Einige Arten, die seine Forschungsanstalt noch nicht einmal kennt, sind ausgestorben. Das Bodenleben ist eben komplexer als sich das ein Mensch, besonders ein Politiker, vorstellen kann.
  • Der Distelfink zum Birnbaum ist stark beansprucht mit der Futtersuche für seine Jungen, wurden doch die Wiesen erst gerade grossflächig für Siloballen gemäht und sein Futter luftdicht verpackt und somit unter dem Plastik nicht für ihn zugänglich.“

Pala die Grosse kann immerhin acht Teilnehmende begrüssen: „Herzlich willkommen an der ersten Gipfel-Konferenz. Ich finde es wichtig, dass ihr alle zu dieser Teil-Kampagnen-Lügerei Stellung nehmen könnt. Nun, was meint ihr zum Thema Preis-Anstiegs-Angstmacherei?

Als erste meldete sich die Vertreterin der Spinnen, Agathe Silberfaden, zu Wort: „Ich verstehe nicht, dass dauernd von einem drohenden Preisanstieg geredet wird. Die Schweiz nimmt weltweit den 2. Platz beim Bruttoinlandprodukt ein, kaufkraftbereinigt den 6. Platz. Da ist doch genug Geld vorhanden, selbst wenn sich die Preise verdoppeln würden – wie das die Bauern behaupten!“

„Ja, und die SchweizerInnen müssen nur knapp 7 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben, verdienen aber das 1,3-fache der Deutschen, die mit 11 Prozent Lebensmittelkosten rechnen müssen. In der Schweiz sind nicht die Lebensmittelpreise ein Problem,“ fügte der Vertreter der Amphibien, Udo Grünzaun, hinzu.

Schwebfliege Aschi Gelb-Fan: „Ich habe vor einigen Jahren einen französischen Forscher des Nationalen Forschungsinstituts INRA getroffen, der sich fragte, ob uns Pestizide mehr kosten als sie nützen.

Erst kürzlich habe ich von einem Wissenschaftler der Uni Augsburg gelesen, dass die externen Kosten für Bio-Produkte viel kleiner sind als jene für konventionelle und dass die externen Kosten für tierische Produkte besonders hoch sind, wobei die Pestizide, die uns Fröschen so schaden, nicht berücksichtigt sind,“ sagte der Froschkönig, „wenn man alles berücksichtigen würde, wären Bio-Produkte sogar wesentlich billiger.“

Grundwasserschnecke Pala die Grosse:Dass die Konsumentenpreise bei Trinkwasserinitiative-gerechter Produktion zumindest nicht steigen dürften, zeigt Grossbäcker Fredy Hiestand, bekannt als Gipfelikönig der Schweiz. Er verwendet für seine Backwaren seit 2019 ausschliesslich pestizidfreies Getreide.“

Die Schlange Ada Ringel:Generell hängen die Lebensmittelpreise nur in beschränktem Mass von den Produzentenpreisen ab. So klagt die Bauernschaft immer wieder, selbst wenn sie ihre Produkte gratis abgeben würden, würden die KonsumentInnen davon gar nicht profitieren. Also ich verstehe das Geschrei der Bauern und Bäuerinnen nicht. Zudem klagen sie selber ja dauernd über die zu tiefen Preise. Erst kürzlich habe ich gelesen, dass die Grossverteiler hohe Margen auf Label-Produkten wie Bio rechnen und damit Billigware quersubventionieren. Das finde ich bedenklich. Und wie sie die KonsumentInnen beim Tierwohl hintergehen, hat erst gerade der Kassensturz SRF für Poulet aufgedeckt. Die KonsumentInnen zahlen Steuern für Besonders tierfreundliche Ställe (BTS), aber die Mastviecher können sich kaum mehr bewegen wegen der schweren Brust, Einzelne verdursten sogar, da sie nicht einmal den Weg zur Tränke zurücklegen können. Und – wer ist schuld? die KonsumentInnen, die angeblich solches Qualfleisch wollen!“

„Ich meine,“ meldet sich Kurt Schön-Flimmer, der Vertreter der Schmetterlinge, zu Wort „die Preise werden sogar sinken, wenn konsequent biologische Produkte gefördert und auch Forschung, Bildung und Beratung auf Bio-Landbau oder ähnliche Produktionsformen ausgerichtet werden.“

Fritz Frisch, der Fischvertreter: „Selbst wenn die Preise etwas steigen würden, dann könnten sich fast alle in der Schweiz Lebenden diese Nahrungsmittel leisten. Die Armen unterstützen wir sowieso mit Sozialhilfe. Teuer sind v.a. die Mieten und Versicherungen, auch das Autofahren … Ich habe gelesen, dass Arme oft gesünder essen, da sie sich keine verarbeiteten Nahrungsmittel leisten können.“

Grundwasserschnecke Pala die Grosse:Lavendelsaugerin Emmy Flatter, du hast noch nichts gesagt. Was meinst du, werden die Preise im Laufe der Umsetzung der Agrarinitiativen in den nächsten acht bis zehn Jahren steigen?“

Emmy Flatter: „Ich sehe viele Tote, Kranke, Verkrüppelte. Ich finde es echt beschämend, dass die Menschen über Leichen gehen. Die Bauern und die Industrie wollen das Gift nicht lassen und sie werden von der Politik erst noch unterstützt. Es fehlt an Weitsicht und Einsicht, dass sie, die Menschen, ohne lebendige Umwelt auch einmal jämmerlich krepieren werden.“

Fritz Frisch: „Sie reden immer nur vom Preis. Viele Kosten fallen nur wegen der Pestizide und der hohen Tierbestände an: All die Untersuchungen, die Forschung, die Zulassung, die BeamtInnen usw. Und niemand redet vom prophylaktischen Antibiotikaeinsatz bei Tieren. Die resistenten Keime kommen mit Gülle und Mist auf die Wiesen und Felder sowie ins Wasser und schädigen das Boden- und Wasserleben. Dass diese Keime auch Menschen töten können, das ist mir eigentlich Wurst, denn sie sind ja an diesem Drama schuld. Überhaupt, wegen dieser vielen Scheisse sind schon viele Fische gestorben.“

Grundwasserschnecke Pala die Grosse: „Auch bei uns im Grundwasser sieht es nicht gut aus. Tierchen aller Art sterben. Dass die Menschen Trinkwasser mit Nitrat und Pestiziden drin saufen müssen, das ist mir eigentlich auch egal, aber dass viele von uns sterben, das berührt mich.

Ihr könnt mir auch später noch wichtige Infos melden und, je nach Entwicklung der Lage, werde ich eine 2. Konferenz einberufen.

Ich wünsche euch eine gute Heimreise, meidet bitte Obstgärten, Weinberge und Äcker – so gut es halt geht! Auf Widersehn, liebe Leidensgenossinnen und -genossen.“

Chlorothalonil: Leserbrief von Paladilhiopsis tschapecki. Heidis Mist vom 5.11.19

5.6.21 HOME

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Fleischkonsum: Sprache und Wirklichkeit

15. März 2021

Das schweizerische Kompetenzzentrum für Nachhaltige Entwicklung (CDE), Universität Bern, hat untersucht wie sich „Fleisch“ in der Sprache auf unseren Fleischkonsum auswirkt.

Als Folge der Pandemie erreichten Fleischprodukte im Jahr 2020 einen neuen Umsatzrekord von über fünf Milliarden Franken, vermeldete das Bundesamt für Landwirtschaft. Dass so viel Fleisch verzehrt wird, habe jedoch nicht nur mit Covid-19 und günstigen Fleischpreisen zu tun. Der Fleischkonsum sei tief in unserer Sprache verankert. Manche Ausdrücke und Wendungen fördern das Fleischessen oder verdecken die Probleme um den Fleischkonsum. Zu diesem Schluss kommt Hugo Caviola, assoziierter Wissenschaftler in einer Studie am CDE.

Gaby Allheilig serviert uns in einer schön bebilderten und leicht verständlichen Präsentation Wörter, die auf Nutztieren und Fleisch basieren, nennt Alternativen. Sie erklärt Zusammenhänge und zeigt Probleme rund um die Fleischproduktion und den -konsum auf, z.B. „Mit seinem Landanspruch, aber auch durch den Ausstoss von Methan und Lachgas, trägt der Fleischkonsum in der westlichen Ernährungsweise wesentlich zur Schädigung des Weltklimas bei. Auch Böden, Biodiversität und Wasserressourcen leiden unter der intensiven Tierhaltung.“ Ergänzt werden Text und Fotos mit Illustrationen von Julia Weiss.

Oft verwenden wir „Fleischwörter“ wohl mehr oder weniger bewusst. Dass die „Fleischsprache“ uns trotzdem beeinflusst, leuchtet ein, das lehrt uns das PR-Wissen.

Das Projekt «Sprachkompass Ernährung»

Der «Sprachkompass Ernährung» ist eine Orientierungshilfe die aufzeigt, wie Sprache unsere Wahrnehmung von Ernährung prägt und unser Denken und Handeln anleitet – und welche sprachlichen Ausdrucksformen einen massvollen (suffizienten) Umgang mit Ernährung behindern bzw. welche ihn fördern können. Das Projekt basiert auf dem Konzept der Suffizienz, einem Verständnis von Wohlstand und Lebensqualität, das andere Werte als Konsum in den Vordergrund rückt. Es wird von der Stiftung Mercator Schweiz unterstützt.

Sprachkompass Ernährung

Die Macht der Sprache. Video 28:19. Bayrischer Rundfunk vom 9.9.20

15.3.21 HOME

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TIR empfiehlt die Ablehnung des Freihandelsabkommens mit Indonesien (CEPA)

20. Februar 2021

Schon seit dem 11.2.21 liegt die Medieninformation von Tier im Recht (TIR) in Heidis Postfach, höchste Zeit, auch diese Stellungnahme zu veröffentlichen. Fast scheint es Heidi, dass die TierschützerInnen aktiver sind als die MenschenschützerInnen.

Am 7. März 2021 stimmt die Schweizer Bevölkerung über das Wirtschaftspartnerschafsabkommen (Comprehensive Economic Partnership Agreement, CEPA) zwischen den EFTA-Staaten und Indonesien ab. Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) empfiehlt, ein Nein in die Urne zu legen.

Das Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und Indonesien bezweckt unter anderem die Liberalisierung des Warenverkehrs zwischen den Vertragsstaaten, etwa durch den Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf Palmöl gelegt. Damit Indonesien von einer Zollkonzession auf Palmöl beim Export in die Schweiz profitieren kann, müssen gewisse Nachhaltigkeitsbedingungen erfüllt sein. Der Importeur muss dabei nachweisen, dass die im Vertrag definierten Nachhaltigkeitskriterien erfüllt sind, wofür der Bundesrat die Stützung auf ausgewählte Zertifizierungssysteme zulässt.

Die Problematik des Palmölanbaus in Bezug auf Waldrodungen und der damit einhergehenden Zerstörung der Lebensräume vieler Tiere ist weitgehend bekannt, weshalb die Aufnahme von Nachhaltigkeitskriterien in ein solches Handelsabkommen grundsätzlich zu begrüssen ist. Die RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil), eines der Zertifizierungssysteme, durch das die Nachhaltigkeit von aus Indonesien importiertem Palmöl sichergestellt werden soll, steht aber immer wieder für eine unwirksame Durchsetzung ihrer Kriterien in der Kritik, wie etwa die Non-Profit-Organisation Pro Wildlife berichtet. Ohne eine genauere Untersuchung oder unabhängige Kontrollen besteht somit die Gefahr, dass die bisherigen, in keiner Weise nachhaltigen Geschäftspraktiken weitergeführt und problematisch erzeugte Waren künftig unter dem Denkmantel der Nachhaltigkeit zollvergünstigt in die Schweiz importiert werden. Dieses sogenannte Greenwashing verhindert eine weitergehende Diskussion über den effektiven Zustand und Schutz des Regenwalds und die verheerenden Auswirkungen auf die Tierwelt und die Artenvielfalt.

Weiter sind von den Zollerleichterungen auch Waren tierischen Ursprungs umfasst.

So könnte etwa der Handel mit umstrittenem Schlangen- und Waranenleder aus Indonesien für die hiesige Uhren- und Luxusgüterindustrie von den Erleichterungen profitieren und dadurch einen Aufschwung erleben. In Indonesien entstanden im Jahr 2010 schockierende Aufnahmen zum Umgang mit Schlangen und Echsen, die im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt wurden. In den Videoaufnahmen zu sehen waren etwa Warane mit zusammengeschnürten Beinen, die während Tagen in aufeinandergestapelten Plastiksäcken verharren mussten, und Schlangen, die am Kiefer aufgehängt und ihre Körper zur besseren Ablösung der Haut mit Wasser gefüllt wurden. Die Veröffentlichung des Bildmaterials führte zu heftigen Reaktionen seitens Medien, Tierschutzorganisationen und Bevölkerung. In der Folge wurde im Parlament ein Vorstoss für ein Importverbot von Reptilienhäuten aus tierquälerischer Produktion eingereicht, der letztlich äusserst knapp in der zweiten Kammer scheiterte. Zwar löste dies Bemühungen seitens der Branche und weiterer Akteure aus, Richtlinien und Empfehlungen für die Tötung von Reptilien zu erarbeiten, jedoch sind diese unverbindlich und damit rechtlich nicht erzwingbar. Ob sich die Lage seit der Veröffentlichung der Aufnahmen aufgrund der freiwilligen Empfehlungen verbessert hat, ist mangels Überprüfungsmöglichkeit höchst unklar. Produkte aus tierquälerischer Erzeugung sollen nicht noch zusätzlich mit Handelserleichterungen gefördert werden.

Aus den oben genannten Gründen empfiehlt die TIR, das Freihandelsabkommen mit Indonesien abzulehnen. Waren, die auf Kosten von Tieren und deren Umwelt oder auf quälerische Weise produziert wurden, sollen nicht von Zollerleichterungen beim Import in die Schweiz profitieren können.

TIR empfiehlt die Ablehnung des Freihandelsabkommens mit Indonesien (CEPA). Medieninformation Tier im Recht (TIR) vom 11.2.21


Referendum Stop Palmöl!

Heidis weitere 68 Artikel über Palmöl

Leserbrief: Froschschenkel-Import aus Indonesien

1. Februar 2021

Clara: "Ein Schnappschuss aus meiner Froschzucht, mit der ich jahrelang jedes Jahr hunderte von Fröschen gezüchtet habe." Copyright: Clara

Clara: „Ein Schnappschuss aus meiner Froschzucht, mit der ich jahrelang jedes Jahr hunderte von Fröschen gezüchtet habe.“ Copyright: Clara

Briefwechsel von Heidi mit Clara

Liebe Heidi

Ich denke, die Artikel, die du verschickst, sind in der Regel gut belegt. Aber das mit den Froschschenkeln kommt mir denn doch etwas unwahrscheinlich vor. Es kann ja sein, dass auch gutmeinende Menschen sich hin und wieder täuschen. Wo sollen die Froschschenkel denn in der Schweiz verkauft werden????

Du musst nicht reagieren auf diesen meinen Zweifel, einfach eine Rückmeldung.

Herzlicher Gruss Clara*

 

Liebe Clara

Weil es auch mir etwas gschmuch war bei der Zahl des Schweizer Tierschutzes (STS), habe ich zwei Ergänzungen im Artikel gemacht.

Text: Gemäss einer Interpellation von Maya Graf vom 11.12.09 werden jährlich 150 Tonnen Froschschenkel in die Schweiz importiert, was 7,5 bis 10 Millionen Tieren pro Jahr entspricht!

Links: Froschschenkel. Eine Delikatesse mit vielen Fragezeichen. 09.4290 Interpellation vom 11.12.09 von Maya Graf, Nationalrätin Grüne Partei der Schweiz

Auf die Frage wo sie konsumiert werden, da habe ich keine Antwort bzw. z.B. hier zwei zufällig gefundene Links.

30 bis 40 Froschschenkel aus Vietnam (1 kg) kosten 16.90 Franken, d.h. 50 Rappen pro Stück:
https://thiriet.ch/fisch-krustentiere-froschschenkel-b4c519l2.html

Froschschenkel aus Indonesien, Preis für „Gold Frog“ auf Anfrage:
https://www.stutzer.ch/de-catalog-food_tiefkuehl-weichtiere-froschschenkel___schnecken

Quelle umweltnetz-schweiz.ch: „Der globale Froschmarkt hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt. Während ab den 1950er-Jahren zuerst Indien und Bangladesch für rund 30 Jahre Marktführer waren, ist seit bald 30 Jahren Indonesien der weltgrösste Exporteur. Diese Situation entstand durch das Verbot des Handels im Jahre 1987 in Indien. Die Gründe dafür: Bedenken bezüglich der unmenschlichen Tötung der Frösche und dem Verlust der natürlichen Kontrolle von Schädlingen in der Landwirtschaft. Gleichzeitig wurden mehrere Froscharten als gefährdet eingestuft. Indonesien führt pro Jahr ungefähr 4’000 Tonnen Froschschenkel aus; dies entspricht 150 Millionen Tieren.“

Hier noch mehr Zahlen:

Frösche aus der Türkei sorgen in der Schweiz für Geschrei. umweltnetz-schweiz.ch vom 30.1.15

Froschschenkel in TV-Sendung polarisieren: Die SRF-Sendung «Mini Beiz, dini Beiz» gastierte am Freitag in Uri im «Bären» Andermatt. Dort gab es Froschschenkel – was nicht ohne Reaktionen blieb. 20minuten vom 26-1-15

Du siehst also, das beschäftigt nicht nur dich und mich. Nun wünsche ich dir trotzdem einen guten Schlaf!

Herzliche Grüsse

Heidi

 

Liebe Heidi

Da werde ich ja immer mehr zur Pessimistin.

Zwar ein kleiner Teil des Naturschutzes, aber das ganze Drumherum ist zum Kotzen. Und so scheusslich wird ja auch bei viel grösseren Themen argumentiert.

Die Antwort auf die Interpellation Graf schreit ja zum Himmel. Alles ist normal: Frösche als notwendige Lebensmittel, Lebendtransport gemäss Vorschrift in Ordnung.

Nicht vorstellbar diese Tiere tagelang unter solchen Bedingungen unterwegs!!! Und dann der wichtige Aspekt in deinem Artikel, dass Frösche ja als natürliche notwendige Pestizide gebraucht werden können. Alles unvorstellbarer Horror! Man tötet die Frösche und ersetzt sie durch chemische Pestizide. An diesem unscheinbaren Detail, das ganze komplexe Horrorszenarium, das überall auch im grössten Rahmen läuft!!

Und dann die Inserate der Verteiler!! Froschschenkel mit Yoga – Schnitt……
usw. usw. usw.

Woher nimmst du die Kraft, angesichts all dieses hoffnungslos scheinenden Elends ……??

Ja, da kannst du mir wirklich wünschen, dass ich trotzdem noch einigermassen gut schlafe.

Herzlicher Gruss

Clara

*Clara ist Akademikerin im Ruhestand

Schweiz/Indonesien: Von Gold, Massakern und Froschschenkeln, Heidis Mist vom 30.1.21

Heidis 51 Artikel über Palmöl

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Fairer Preis für Wolle aus Wanderschafhaltung

12. Oktober 2020

Bild aus dem eindrücklichen Video (auf Bild klicken!), das Lebensweise der Schäfer und Nutzen der Wanderschafhaltung aufzeigt. Copyright: Paula & Konsorten (Paula ist das Leitschaf).

Bild aus dem eindrücklichen Video (auf Bild klicken!), das Lebensweise der Schäfer und Nutzen der Wanderschafhaltung aufzeigt. Copyright: Paula & Konsorten (Paula ist das Leitschaf).

Die Wanderschäfer Sven de Vries und Max Frankenhauser beweiden mit ihren Schafen in den Sommermonaten 140 Hektaren hauptsächlich artenreiche Wacholderheide im Südosten der Schwäbischen Alb zwischen Schelklingen und Ehingen; in den Wintermonaten ziehen sie mit der Herde durch Oberschwaben bis ins württembergische Allgäu und Ravensburg.

Die Wanderschäferei kann einen grossen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten, finanziell ist sie aber kaum existenzsichernd, weshalb viele Schäfer aufgeben. Nicht so de Vries und Frankenhauser. Sie möchten die Wolle zu einem fairen Preis verkaufen können und haben hiezu ein Crowdfunding-Projekt gemacht (beendet).

Worum geht es in diesem Projekt?

„Wir sind eine der wenigen Wanderschäfereien, die in Deutschland noch erhalten sind und 365 Tage im Jahr mit unserer Herde unterwegs. Obwohl die Wanderschäferei eine der wenigen noch wirklich artgerechten Nutztierhaltungen ist und obwohl wir mit unseren Schafen einen unschätzbaren Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in Deutschland leisten, stehen viele vor dem Aus. In den letzten 12 Jahren hat die Zahl der Schafe in Deutschland um 40 Prozent abgenommen. Es gibt weniger als 950 Berufsschäfereien und die Wanderschäferei ist fast vollständig verschwunden.

Auch unser Betrieb steht finanziell auf der Kippe. Da wir nicht auf eine Entscheidung der Politik warten können, die hiesigen Schäfereien vielleicht doch mit zusätzlichen Mitteln für ihre gesellschaftlichen Leistungen zu honorieren, müssen wir die Sache jetzt irgendwie selbst in die Hand zu nehmen.

In den letzten 2 Jahren haben wir unseren Betrieb völlig umgestellt und konzentrieren uns neben der Landschaftspflege jetzt voll auf die Selbstvermarktung. Unser Ziel ist es, eine höhere Wertschöpfung aus dem zu erzielen, was ohnehin da ist und unserer Schäferei so auch mittelfristig auf festere Beine zu stellen.

Pro Jahr fallen etwa 2 Tonnen Rohwolle bei unseren Schafen an. Bisher verdienen wir aber quasi nichts daran. Billige Wolle aus Australien, China, den Vereinigten Staaten, Neuseeland oder Südamerika dominieren den deutschen und internationalen Markt. Die liefern zwar hervorragende Qualität, aber wie werden die Schafe gehalten? Wer steht hinter dem Projekt und wie sieht es mit Umweltstandards und Transportwegen aus?

Wir möchten mit der Wolle unserer Schafe jetzt in die Selbstvermarktung gehen und damit eine nachhaltige, weitestgehend regionale und vor allem transparente Alternative schaffen.

Miteinander von Mensch, Tier und Natur

Im Grunde richtet sich unser Projekt an alle, die das Gefühl haben, es braucht ernsthafte Alternativen zur anonymen und industriellen Massenproduktion. Wie viele andere Projekte hier auf Startnext und auf anderen Plattformen auch, möchten wir Baustein einer nachhaltigeren und ökologischeren Produktionsweise sein, in der regionale Wertschöpfungsketten, soziale Aspekte und ein lebenswertes und respektvolles Miteinander von Mensch, Tier und Natur wieder eine Rolle spielen.“

Quelle: Crowdfunding-Projekt. Ein Wollprojekt aus unserer Wanderschafhaltung. Paula & Konsorten. Ein Versuch für unsere Wolle einen fairen Preis zu bekommen.

Blog von Wanderschäfer Sven de Vries

„Paulas Wolle“ ist ein Internet-Hit: Mit ihrer Schafherde sorgen Sven de Vries und Max Frankenhauser für Artenvielfalt auf der Alb – doch das Geld ist knapp. Per Crowdfunding haben sie nun ihre Fans im Netz aktiviert. Schwäbisches Tagblatt vom 22.8.20

12.10.20 HOME

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Das Parlament liebt die Bauern, die Bauern lieben die Tiere

14. Juni 2019

NaNa. Das Verkleben von Zitzen an Viehschauen ist weiterhin erlaubt, denn der Nationalrat hat am 5.6.19 die Motion Kälin mit 91 zu 76 Stimmen bei 11 Enthaltungen abgelehnt. Irène Kälin wollte mit ihrem Vorstoss dieser für die Kühe qualvollen Unsitte ein Ende bereiten. Eine MitteRechts-Mehrheit stimmte dagegen.

Lesen Sie doch die Debatte! In den Gegenvoten (alles SVP-Herren) herrschen die Wörter „ich“ und „wir“ (Bauern) vor, nicht etwa das Wort „Kuh“ oder „Tierwohl“ oder „Tierschutz“. Und Kälin wurde mehrmals persönlich angegriffen und gemassregelt. Sehr sachlich, meine Herren!!! Aber es meldete sich auch keine Frau, hatten wohl alle nie gestillt??

Es verschliessen die Augen:
Die ZüchterInnen
Die KuhhalterInnen
Die VeterinärInnen
Die KonsumentInnen

Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsberatung empfiehlt:
Täglich 3 Portionen Milch bzw. Milchprodukte.
Von der Qualität kein Wort. Prost!

STS-Report zu Viehausstellungen

Kein Kommentar nötig! Copyright: Schweizer Tierschutz STS

Kein Kommentar nötig! Copyright: Schweizer Tierschutz STS

Heidi ergänzt: Der Schweizer Tierschutz STS hat am 4.6.19 einmal mehr auf die miserablen Zustände an Viehschauen hingewiesen:

Die Veranstalter der Expo Bulle, Holstein Switzerland und swissherdbook, schreiben (Zitat Pressedossier): «Alle Augen werden wiederum auf den nationalen Holstein- und Red Holsteinwettbewerb gerichtet sein. Mit einer Priorität: dem Tierwohl.» Fachleute des Schweizer Tierschutz (STS) hatten Gelegenheit, sich am Ort ein Bild zu machen – und wurden mehrheitlich enttäuscht. Das Leid der vorgeführten und prämierten Kühe scheint im Hinblick auf die öffentliche Auslobung der «erfolgreichen» Züchter und Aussteller unverändert unbedeutend.

Wieder wurden an der Expo Bulle 2019 Kuhzitzen mit Collodium tropfdicht verklebt. Ebenso wenig haben sich die Praktiken beim Fitting (Zurechtmachen) geändert. Während die Tiere für das Styling im Fixierstand angebunden sind, werden durchblutungsfördende Salben und Emulsionen auf die glattrasierten Euter aufgetragen.

Euter-Ödeme

Die Anstrengungen zur Überprüfung möglicher Euterödeme (Ultraschalluntersuchungen) reichen aus Tierschutzsicht nicht aus. Wurde «nur» ein leichtes Ödem diagnostiziert, erhielten die Tiere in Bulle, trotz nachweislicher Belastung durch die überladenen Euter, keine sofortige Entlastung und wurden weiter in den Wettkampf gezogen. Erst bei weit fortgeschrittener Belastung wurden die vorgesehenen Massnahmen für die betroffenen Tiere (komplettes Ausmelken) wie auch die Sanktionierung der Aussteller (Wettbewerbsausschluss) umgesetzt. Ein solches Vorgehen macht den Tierschutz zur Farce und stellt den grenzenlosen Ehrgeiz der Züchter und Aussteller über das Tierwohl.

Der Schweizer Tierschutz STS unterstützt die Forderung nach einem expliziten Zitzenverklebeverbot an Ausstellungen (Motion 18.3990 «Zitzenverschliessverbot an Viehschauen»). Zudem sind Zwischenmelkzeiten von maximal 12 Stunden festzulegen, innerhalb derer die Kühe zwingend zum Melken gebracht werden müssen.

Stress, Schmerz, Lärm, Medikamente, Klebstoffe, Sprays, Gels und Lacke gehören definitiv nicht ins natürliche Umfeld von Milchkühen – auch nicht ausnahmsweise an Ausstellungen.

Motion 18.3990, Kälin Irène. Zitzenverschliessverbot an Viehschauen

Nationalrat widerspricht Bundesrat – Zitzen dürfen weiter verklebt werden, Blick vom 5.6.19

Viehausstellungen: Nichts Neues in Bulle, Schweizer Tierschutz STS, Medienmitteilung vom 4.6.19

STS-Forderungen zu Viehausstellungen

4 Milchviehausstellungen: 23% der untersuchten Schaukühe mit Euterödem, Heidis Mist vom 24.10.17

Viehschau: Tiere im Dauerstress, Heidis Mist vom 8.10.17

Wahl Schöneuter-Champion an der Swiss Red Night 2017, Heidis Mist vom

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