Archive for the ‘Tierschutz’ Category

4 Milchviehausstellungen: 23% der untersuchten Schaukühe mit Euterödem

24. Oktober 2017
Übervolle Euter an Viehschauen? "Einzelfälle", hiess es bisher. Forschungsresultate zeigen, dass dem nicht so ist.

Übervolle Euter an Viehschauen? „Einzelfälle“, hiess es bisher. Forschungsresultate zeigen, dass dem nicht so ist.

Adrian Steiner, Leiter Nutztierklinik der Universität Bern, und sein Team untersuchten 2017 Schaukühe an vier Milchviehausstellungen: Swiss Expo,  Tier & Technik, Bruna und Swiss Red Night. Bei 72 der 321 untersuchten Kühe, d.h. 23 Prozent, wiesen sie Euterödeme nach.

Die beiden Studien haben gezeigt, dass die Untersuchung auf Euterödem per Ultraschall ein verlässliches Instrument zum Nachweis von überladenen Eutern ist. Denn je stärker das Euterödem ausgeprägt ist, desto grösser ist auch die Beeinträchtigung des Wohlbefindens der Kuh zu werten.

Zudem wurden bei 16 Prozent der untersuchten Kühe Entzündungshemmer im Blut nachgewiesen. Bei 86 Prozent der Kühe waren die Zitzen gemäss Angaben der Tierhalter mit Kollodium verklebt. Dies verhindert, dass während der Präsentation im Ring Milch aus den Zitzen tropft. Das ist erlaubt.

Heidi hat diese Meldung von einem Leser erhalten. Er schrieb: „Schrecklich solche Kühe und erstaunlich, dass die Bauernzeitung das bringt.“

Studie zur Euterfüllung bei Ausstellungskühen, Medienmitteilung der Universität Bern vom 23.10.17

Ausführlicher Bericht in der Bauernzeitung vom 23.10.17: 72 von 321 untersuchten Schaukühen mit Euterödem

Studie zur Euterfüllung, Pressemitteilung Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Rinderzüchter ASR vom 23.10.17

Kühe leiden an Viehschauen für «Schönheitsideale», SRF Kassensturz vom 26.4.16

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Viehschau: Tiere im Dauerstress

8. Oktober 2017
11 Uhr: Glücklich sehen die Tiere nicht aus an diesem fremden Ort unter Fremden ...

11 Uhr: Glücklich sehen die Tiere nicht aus an diesem fremden Ort unter Fremden …

Heidi bummelte am 7.10.17 durch Altstätten im St. Galler Rheintal. Immer lauter hörte sie muhen. Dann war klar: Viehmarkt. Hochbetrieb in der Festwirtschaft um 11 Uhr. Daneben standen Rinder, Kühe und Geissen in Reih und Glied, festgebunden an Stangen. Wie lange schon? Als sie gegen 16 Uhr vorbei kam, war Abzug. Die Tiere rannten durch die Strasse, hatten wohl nur ein Ziel: weg von hier!

... schaumiger Speichel läuft aus dem Maul ...

… schaumiger Speichel läuft aus dem Maul …

... 11 Uhr: Milch tropft aus dem Euter. Wurde die Kuh am Morgen ordentlich gemolken? Oder will der Bauer ein grosses Euter präsentieren ohne Rücksicht auf die Schmerzen, die das Tier dadurch erleidet? ...

… 11 Uhr: Milch tropft aus dem Euter. Wurde die Kuh am Morgen ordentlich gemolken? Oder will der Bauer ein grosses Euter präsentieren ohne Rücksicht auf die Schmerzen, die das Tier dadurch erleidet? …

... weitere "gut gefüllte" Euter ...

… weitere „gut gefüllte“ Euter …

... Leistungsschau auf dem Rücken der Tiere ...

… Leistungsschau auf dem Rücken der Tiere …

... um 16 Uhr sieht man, wo das Seil drückt ...

… um 16 Uhr sieht man, wo das Seil drückt …

... im Eiltempo weg vom Viehmarkt, nur weg von hier! ...

… im Eiltempo weg vom Viehmarkt, nur weg von hier! …

... mit flatternder Tracht und schwingender Schelle ...

… mit flatternder Tracht und schwingender Schelle …

Wahl Schöneuter-Champion an der Swiss Red Night 2017, Heidis Mist 18.9.17

Wahl Schöneuter-Champion an der Swiss Red Night 2017 (2), Heidis Mist 19.9.17

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Wahl Schöneuter-Champion an der Swiss Red Night 2017 (2)

19. September 2017

Na Na schreibt: Was mich bewegt:

  1. die offenkundige Qual der Tiere
  2. die Gefühllosigkeit der Besitzer und Moderatoren
  3. die Frauen, die bereitwillig mitmachen und da herumstehen
  4. kein/e Kantons-Veterinär/in schreitet ein

Wahl Schöneuter-Champion an der Swiss Red Night 2017, Heidis Mist vom 18.9.17.

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Wahl Schöneuter-Champion an der Swiss Red Night 2017

18. September 2017

Am 9.9.17 fand die Swiss Red Night 2017 statt. Aus der ganzen Schweiz wurden 97 Tiere für diesen Anlass nach Bern transportiert. Richter Fabrice Menoud aus Môtier war von den Tiere mehr als begeistert und ist überzeugt, dass man mit dieser Qualität auf der ganzen Welt mithalten kann.

Zitat aus der STS-Recherche «Viehausstellungen 2016»: „Die vom Schweizer Tierschutz STS in den vergangenen Monaten besuchten Viehausstellungen – Swiss Expo Lausanne, Tier & Technik St. Gallen und Expo Bulle – hinterliessen bezüglich Organisation, Durchführung, Sauberkeit und Versorgung der Tiere einen guten Eindruck.

Dennoch überwiegt ein negatives Gesamtbild. Grund dafür sind die häufig gesehenen, offensichtlich schmerzhaften Rieseneuter, welche nur mehr einen staksigen Gang der Tiere zulassen. Das ist ein klares Indiz für deutlich verlängerte Zwischenmelkzeiten bei vielen der präsentierten Kühe, was in der Tierschutzverordnung explizit verboten ist. Bei einem Grossteil der Kühe fanden sich denn auch verklebte Zitzen, um Milchfluss infolge der überdehnten Euter zu unterbinden.“

Kontrolliert wird nicht. Heidi vermutet, dass die Euter dieser Kühe mit einem Griff in die Trickkiste „grandioser“ gemacht wurden. Zucht auf Höchstleistungen ist logisch aus der Sicht von Veterinären (nicht alle sind so!), Futtermittel- und Futterzusatz-Produzenten sowie der chemischen Industrie. Diese verdienen gut an den „Wegwerfkühen“. Nicht umsonst hängen UFA-Werbetafeln gut sichtbar im Ring.

Erst kürzlich wurde von der Forschung „bewiesen“, dass die intensive Haltung besser rentiert als massvolle Weidehaltung! Gibt es keine anderen Kriterien als das Geld? Solche Tiere sind kaum mehr weidetauglich. Es ist erschreckend wie gefühlslos gewisse Leute sind. Vorbilder für Hochleistungszucht gibt es leider auch an Ausbildungsstätten, mehr davon demnächst.

Wahl zur Schöneuter-Champion, Swiss Red Night 2017. Ausschnitt aus dem Video des Schweizer Bauern.

Wahl zur Schöneuter-Champion, Swiss Red Night 2017. Ausschnitt aus dem Video des Schweizer Bauern.

Wahl zur Schöneuter-Champion, Swiss Red Night 2017, Video Schweizer Bauer.

STS-Recherche «Viehausstellungen 2016»: Von der Viehschau zur Cow-Show

Noch immer werden Kuhzitzen mit Sekundenleim verklebt, Martina Schnyder, Espresso vom 30.3.17

Macy in Love ist Grand-Champion, Schweizer Bauer vom 9.9.17

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Schweizer Kälbermärkte: Drama in drei Akten – Dritter Akt: Fehlende Vernunft im Parlament

25. Juli 2017
Mastkälber dürfen schon im Alter von 121 Tagen auf Schlachtviehmärkten verkauft werden.

Mastkälber dürfen schon im Alter von 121 Tagen auf Schlachtviehmärkten verkauft werden.

Die einzige Konstante in der Agrarpolitik sind die sich widersprechenden Ziele. Hier korrigieren, dort verteufeln. Einen Meter vorwärts, zwei nach links, drei zurück… Was wir jetzt haben ist ein riesiges Labyrinth. Darunter leiden auch die Tiere, obwohl das Tierwohl dem Schweizer Volk wichtig ist, heisst es mindestens. Zum Beispiel Kälbermärkte.

Ein Spezialist im Generieren von Ausnahmen und Vertreten von Eigeninteressen ist Nationalrat und Erich von Siebenthal (Lobbywatch.ch). Der Bergbauer versteht es, im Parlament die Stimmung des Magazins Schweizer LandLiebe aufkommen zu lassen: Zurück zur Natur; Sehnsucht nach heiler Bergwelt, die dort nie war …

Motion 14.3541 Erich von Siebenthal

Das „Problem“ beschränkt sich auf das Berner Oberland, also auf die Heimat von Erich von Siebenthal. Die Bauern wollen die Kälber schon im Alter von 121 Tagen statt erst 161 auf Schlachtviehmärkten verkaufen dürfen. Dies diene der Arbeitsteilung zwischen Berg- und Talgebiet, heisst es. Im Klartext generiert dieses System aber Importkontingente, dank derer die Bauern bessere Preise lösen.

Proviande, die Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, hat inzwischen mit dem Bauernverband und den Viehhändlern eine private Lösung gefunden, so dass die Motion eigentlich überflüssig geworden ist. Doch die Bauern trauen der Abmachung offenbar nicht und wollen eine staatliche Regelung, um allenfalls Druck ausüben zu können. Heidi hört immer wieder von den Bauern, dass es zu viele Regelungen gebe, doch sie selber wollen mehr … und das kostet in diesem Fall: 200’000 bis 300’000 Franken für die Anpassung der Tierverkehrsdatenbanken. Und das wegen 3’000 Berner Oberländer Kälbern!

Unser Parlament hat sich Zeit für eine ausführliche Debatte genommen und die leicht geänderte Motion von Siebenthal angenommen, der Ständerat am 27.9.16 mit 38:0 Stimmen, der Nationalrat am 7.3.17 mit 100:87 Stimmen. Nun werden in Zukunft wieder Mastkälber auf Schlachtviehmärkten zum Verkauf angeboten.

SAB fordert weniger Administration

Wenn es um das Wohl der Bauern geht, dann darf es nicht genug Administration und Regulierung sein, aber sonst …? Laut einer Mitteilung der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete (SAB) vom 4.7.17 hemmen administrative Lasten die Entwicklung der Berggebiete. Handlungsbedarf ortet die SAB bei der Raumplanungs- und Umweltschutz-Gesetzgebung.

Nebeneffekt: mehr Antibiotika

Auf Schlachtviehmärkten kommen gemäss neuer Regelung Mastkälber zusammen; sie können sich gegenseitig mit Krankheiten anstecken. Dann werden die Tiere zur Fortsetzung der Mast in einen anderen Bauernhof transportiert, wo sie erneut auf fremde Kälber treffen. Also werden sie meist prophylaktisch mit Antibiotika behandelt. Neu ist zwar die Regelung, dass der Bauer für diese prophylaktische Behandlung (theoretisch) den Tierarzt beiziehen muss. Das dürfte kein Problem sein, denn für den Tierarzt ist das ein Geschäft. Wenn ER oder SIE es nicht macht, dann vielleicht die Konkurrenz.

Eigentlich müsste der Antibiotika-Einsatz stark reduziert werden. Oder ist die Strategie Antibiotikaresistenzen StAR des Bundes nur eine Sternschnuppe?

Unterschied zwischen Mastrind und Mensch? Heidis Mist 8.1.17

Heidis Artikel zum Stichwort Antibiotika

Motion 14.3542 von Erich von Siebenthal, Tiere ab einem Alter von 121 Tagen an den öffentlichen Schlachtviehmärkten.

Schweizer Kälbermärkte: Drama in drei Akten – Zweiter Akt: Bankkälber, Heidis Mist 16.5.17

Schweizer Kälbermärkte: Drama in drei Akten – Erster Akt: Tränker, Heidis Mist 10.4.17

Die SAB bekämpft die administrativen Lasten im Berggebiet, SAB-Medienmitteilung Nr. 1136 vom 4.7.17

25.7.17 HOME

Schweizer Kälbermärkte: Drama in drei Akten – Zweiter Akt: Bankkälber

16. Mai 2017
Für Kälber ist das Transportieren und Vorführen auf dem Markt stressig. Direkt in den Schlachthof oder zum Metzger ist die bessere Lösung. © Proviande

Für Kälber ist das Transportieren und Vorführen auf dem Markt stressig. Direkt in den Schlachthof oder zum Metzger ist die bessere Lösung. © Proviande

Der Bauer trennt ein schlachtreifes Kalb von seinen „Mitmastkälbern“, nimmt es aus seiner gewohnten Umgebung heraus und schubst es in einen Viehanhänger. Darin transportiert er es zum Viehmarkt, oft über grosse Strecken. Angebunden an einer Stange steht es in Reih und Glied zusammen mit ihm unbekannten künftigen Fleischstücken. Wenn das Kalb Glück hat, dann geht die stressige Reise anschliessend weiter direkt in den Schlachthof oder zum Metzger.

Mehrere Importkontingente für ein einziges Bankkalb dank Viehmärkten

Doch es gibt ein Hindernis: das Importkontingent. Ein Bankkalb generiert ein Importkontingent. Wenn das Kalb anschliessend auf einem zweiten Markt angeboten wird, oh Wunder, klingelt die Kasse erneut: ein zweites Importkontingent! So kann ein Händler mit einem einzigen Kalb mehrere Importkontingente ergattern.

Oft wird das Kalb gar nicht ersteigert, was eigentlich der Sinn solcher Märkte wäre, sondern direkt beim Bauern gekauft und nur mit einem Ziel vorgeführt: Importkontingente! Diese sind begehrt und werden gehandelt. Besonders die Grossverteiler (Bell und Micarna) sind daran interessiert.

Paolo Bianchi von der Bianchi AG nennt das System eine Black Box, und es sei korrupt. Undurchsichtig ist auch die Rolle von Proviande, welche einen Leistungsauftrag des Bundes (von uns!) hat.

Abgeschafft und wiedereingeführt

Mit der Agrarpolitik 2007 wollte man die Importkontingente abschaffen, um den Wettbewerb unter den Importeuren zu verschärfen. Der Schweizer Fleischfachverband machte diesen Entscheid aber rückgängig. Seit 2015 werden 40% der Kontingentsanteile für Fleisch von Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden nach der Zahl der geschlachteten Tiere zugeteilt.

Der Bund fördert die Viehmärkte mit z.B. 80 bis 110 Franken pro Kuh plus Transportentschädigung von 20 bis 30 Franken.

Es zeigt sich einmal mehr, dass Transparenz in der Agrarpolitik kein Thema ist. Auch Heidi hat in diesem Geschäft mehr eine Ahnung als glasklaren Durchblick. Solche Systeme ermöglichen es den Beteiligten zu profitieren, auch von Mechanismen, welche nicht würdig sind, gefördert zu werden.

Fleischmarkt: Importkontingent für Bauern, Schweizer Bauer vom 21.5.14

Schlachtviehmarkt in Bern: Das Schweigen der Rinder, Sylviane Chassot, NZZ vom 15.7.16

Nachtrag 16.5.17: Etwas präziser formuliert ein Leser das Auslösen von Importkontingenten auf Märkten: „Ein Importkontingent löst jedes Tier aus, das auf einem von der Proviande überwachten Schlachtviehmarkt verkauft wird, auch wenn es nicht geschlachtet wird! Und wenn das Tier geschlachtet wird noch einmal eines. Das gilt für alle geschlachteten Tiere auch kleine Kälber.“ Ein anderer Leser schreibt (was zutreffen dürfte), dass es nur Kontingente gibt für Tiere ab 161 kg. Es ist eben kompliziert!

Heidi ergänzt: „Ein Bauer, der das Fleisch seiner Tiere selber vermarktet, erhält ebenfalls (lukrative) Importkontingente, die er verkaufen kann.

Dass die Importkontingente begehrt sind, zeigt auch Folgendes: „Auf Märkten werden Ausmastkühe bis zu einem Franken je Kilo lebend übersteigert. Auch mit der Absicht ein Importkontingent zu lösen.“ Osterhasen statt Schweinefleisch, Hans Rüssli, Schweizer Bauer 7.4.17.

16.5.17 HOME

Unterschied zwischen Mastrind und Mensch?

8. Januar 2017

antibiotika_tier_menschk

Vielleicht denken Sie: „Welch blöde Frage!“ Doch wenn es um den Einsatz von Antibiotika geht, dann macht sie Sinn. Das Lebensziel von Mastrindern ist der Tod. Nach etwa 15 Monaten werden sie geschlachtet. Das Leben von Weiderindern dauert ein paar Monate länger, also sagen wir grosszügig, dass diese Tiere nach 1,5 Jahren tot sind, und das Fleisch auf „unserem“ Teller liegt.

Die Lebenserwartung eines frisch geborenen Menschen beträgt heute 83 Jahre. Das Lebensziel ist Leben in all seinen Facetten. Die Lebenszeit von Menschen ist also 55-mal länger als jene eines Mastrinds. Soll man durch den Einsatz von Antibiotika, besonders Reserve-Antibiotika, Menschenleben gefährden? Und ihre Lebensqualität und das -ziel? Oder besser schleunigst Haltungsformen ändern und mindestens die Reserve-Antibiotika in der Tiermedizin verbieten?

Nationale Antibiotika-Strategie erst am Anfang

Wenn es um so wichtige Themen wie die Reduktion des Antibiotika-Einsatzes geht, dann pressiert es dem Bundesrat nicht. Sofort handelt er aber etwa, wenn an einem gottverlassenen Ort oder in irgendeiner S-Bahn kein Handy-Empfang besteht. Der Schlussbericht des Nationalen Forschungsprogramms Nr. 49 Antibiotika-Resistenz liegt jetzt schon seit zehn Jahren vor. Eine Nationale Antibiotika-Strategie wurde erst am 18.11.15 der Öffentlichkeit vorgestellt. Beim Handeln ist man ganz am Anfang.

Die Behörden sammeln z.B. Daten, um herauszufinden wo und wofür Antibiotika in der Tiermedizin eingesetzt werden. Jeder Bauer könne dann sehen, wo er im Vergleich zum (zu hohen!) Durchschnitt stehe. Hoffnung auf Eigenverantwortung? Ein schöner Schritt wäre schon gemacht, wenn die Behörden beim Vollzug des Tierschutzgesetztes besser hinschauten, meint Heidi. Das wäre der Gesundheit zahlreicher Nutztiere förderlich.

Antibiotika-Strategie von Bauern …

Es gibt aber auch Bauern, die schon längst eine Antibiotika-Strategie in der Rindviehmast umsetzen: Abtränken der Tiere auf dem Geburtshof! Heidi kennt einen Bündner Bauern, der nur abgetränkte Tiere kauft. Diese Strategie wird auch im Projekt Schwere Ochsen des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) verfolgt. Dadurch wird der Krankheitsdruck gesenkt.

Max über Antibiotika

Max hat einen Kommentar zu Heidis Artikel Milchqualität und Rohmilchkäse haben ihren Antibiotika-Preis geschrieben. Weil er es auf den Punkt bringt – Le voilà!

Antibiotika im Tierstall – ein Risiko für den Menschen
Sendung SRF 15.11.16 https://goo.gl/I5R8ko

Der Antibiotika-Verbrauch bei Tieren nimmt seit Jahren ab. Einzige Ausnahme: Reserve-Antibiotika, die Spitäler benötigen sie, wenn alle anderen Medikamente versagen. Dadurch können für Menschen gefährliche Resistenzen entstehen. Die radikale Forderung: ein Verbot der Notfall-Präparate in der Tiermast.

« Wenn wir diese Medikamente in der Tiermast schon einsetzen, können sie bei unseren Patienten nicht mehr eingesetzt werden. »

Andreas Widmer
Spitalhygieniker Universitätsspital Basel

Tierärztin Corinne Bähler ist gegen ein Verbot von kritischen Antibiotika… « Aus Sicht der Tiere und der Veterinärmedizin möchte ich sicher nicht, dass man diese Medikamente nicht mehr für Tiere brauchen darf.»

Webpage Corinne Bähler https://goo.gl/ZtOIao

„…Mit ihrem Partner zusammen bewirtschaftet sie einen Pachtbetrieb mit 250 Munis für die Rindfleischproduktion. Das Wohlbefinden der Tiere und deren Bedürfnisse während ihres relativ kurzen Lebens stehen an erster Stelle…“

Fazit: (Kurzes) Schlachtviehleben an erster Stelle, vor Menschenleben? Ist das die menschenverachtende Horrorwelt dieses Vorstandsmitglieds der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte? Mir fehlen die Worte.

Heidi bekam einen Wutanfall als sie die Aussage von Corinne Bähler in der Kassensturz-Sendung hörte – damals als ihr ein ebenfalls Entsetzter den Link geschickt hatte! Danke, Max, dass du mich daran erinnert hast.

Heidis Artikel zum Stichwort Antibiotika

8.1.17 HOME

Unerwünschte Kälber: Wann werden wir endlich lernen?

28. Oktober 2016
Dieses Kälbchen wurde im Bündnerland geboren, dann verkauft. Es lebte kurze Zeit an zwei verschiedenen Orten. Im Alter von nur 50 Tagen wurde es vorzeitig im Schlachthof Zürich gemetzget.

Dieses Kälbchen wurde im Bündnerland geboren, dann verkauft. Es lebte kurze Zeit an zwei verschiedenen Orten. Im Alter von nur 50 Tagen wurde es vorzeitig im Schlachthof Zürich gemetzget.

Die Geschichte wiederholt sich immer wieder. Der Unterschied ist klein, z.B. Kälber statt Küken. Langsam wissen es wenigstens viele KonsumentInnen: 2,5 Milliarden männliche Küken werden weltweit jährlich zerschreddert oder vergast weil sie keine Eier legen und nicht zur Mast taugen (Eintagsküken, Wikipedia). Aber die Kälber von Hochleistungsmilchkühen?

Auch in der Rindviehzucht wird grösstenteils getrennt gezüchtet, d.h. auf Fleisch- oder Milchproduktion. Die Leistungssteigerung ist bei den Milchkühen augenfällig: riesige Euter, kaum weidetauglich, kraftfutterfressend, kurzlebig. Eine Milchmaschine, welche als Aballprodukt ein Kalb gebärt. Immer häufiger werden Kälber kurz nach der Geburt geschlachtet, getötet oder einfach vernachlässigt, so dass sie bald sterben. In der Schweiz sollen es 10’000 Kälber pro Jahr sein. Der Bundesrat sieht keinen Handlungsbedarf.

Derweil stehen KonsumentInnen am Weidezaun und bestaunen die herzigen Mutterkuhkälber, z.B. gestern: „Sieh, es ist so klein wie ein Schaf – Jööööö!“ Mutterkühe? Eigentlich Fleischkühe!

Heidis Frage: Wie viel Zeit wird noch verstreichen bis die KonsumentInnen Steuergelder für solche Irrwege verweigern, wo doch die Behörden nichts unternehmen?

Männliche Kälber: kaum auf der Welt, werden sie getötet, Aargauer Zeitung 26.2.15

Milchproduktion und Tierschutz, Schweizer Tierschutz STS

Kälberhaltung, Schweizer Tierschutz STS

28.10.16 HOME


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