Archive for the ‘Wasser’ Category

Setzt! Endlich! Grenzen! Selbst Firmen wünschen sich radikalere Vorgaben

18. Juni 2018
Auch in der Schweizer Politik wird laufend GRÜN-gewaschen.

Auch in der Schweizer Politik wird laufend GRÜN-gewaschen.

Heidi hat einen Hinweis auf den folgenden Artikel der Süddeutschen Zeitung im Postfach gefunden. Danke, liebe Leserin! Er beginnt wie folgt:

  • Auf freiwilligen Verzicht zu setzen, ist naiv und fahrlässig.
  • Die Bereitschaft zu Veränderungen ist da, doch es fehlen Regeln.
  • Die Politik muss stärker eingreifen, nicht nur mit Verboten, sondern als Planer, Vermittler und Entscheider.

Wir wissen längst, dass wir über unseren Verhältnissen leben, aber die Politik, unsere BundesrätInnen und unsere Behörden tun so, als ob es ewig weitergehen könnte wie bisher. Und sie sind ausgesprochen gut im Grünwaschen. E-Autorennen mit Batterien, welche mittels Diesel aufgeladen werden, scheint sie mehr zu begeistern als der Schutz der Umwelt und unserer Gesundheit.

Zitat aus Setzt! Endlich! Grenzen: „… Für einen tief greifenden Wandel sind deutliche Signale aus Politik nötig. Doch die scheut sich, zu ordnen und zu regulieren. Sie schiebt Bürgern eine Verantwortung zu, der jeder für sich genommen nicht gerecht werden kann …

… Allzu oft drücken sich die Regierenden, allen voran die in Berlin, um diese Verantwortung. Vor allem dort, wo es weh tut, wie sich im Fall der deutschen Autoindustrie zeigt …

… Nicht wachsen, sondern Grenzen setzen und masshalten, muss daher das Motto der Zukunft lauten …

… Grundsätzlich zu niedrig kalkuliert sind auch die Preise für Lebensmittel und andere Agrarerzeugnisse. Kosten für überdüngte Böden, verschmutztes Wasser und der Verlust der Artenvielfalt bleiben unberücksichtigt … Mit den gerade vorgestellten Vorschlägen für die nächste Agrarreform verspielt die EU die grosse Chance, hier neue Anreize zu setzen. Anstatt Landwirte dafür zu belohnen, dass sie möglichst wenig Pestizide einsetzen, massvoll düngen und die Artenvielfalt fördern, soll das Geld weiterhin vor allem nach dem Giesskannenprinzip verteilt werden – von Ökoroutine kaum eine Spur.

Dabei wäre genau das dringend notwendig. Der regenerative Umgang mit Umwelt und Ressourcen muss in allen Bereichen der Wirtschaft zum Standard werden. Auch die Wissenschaft muss hier endlich ihren Beitrag leisten. Viele Ökonomen sind in alten Denkmustern gefangen. Wachstum gilt nach wie vor als Erfolgskriterium schlechthin, Umweltschutz wird dagegen als Störfaktor empfunden – geradeso, als könnten Volkswirtschaften und Firmen über unbegrenzte Ressourcen verfügen …

… Viel Zeit bleibt für diese Wende nicht mehr. „Wir steuern im Irrsinnstempo auf eine unbeherrschbare globale Situation zu“, warnt der bekannte deutsche Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber. „Wenn wir nicht radikal umsteuern, fahren wir die Zivilisation an die Wand.“ …

… All dies sind triftige Gründe, um endlich ein Wirtschaftsmodell zu etablieren, das den Planeten nicht zerstört. Nur wenn möglichst viele Menschen dieses Ziel verfolgen, kann aus gutem Willen auch eine gute Tat werden. Dafür braucht es Politiker, die rasch und beherzt entscheiden.“

Setzt! Endlich! Grenzen! Silvia Liebrich, Süddeutsche Zeitung vom 17.6.18.

18.6.18 HOME

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Bundesrat will keinen Gegenvorschlag zur Trinkwasser-Initiative: Stellungnahme der Agrarallianz

15. Juni 2018

Bio und IP am Markt vorwärts bringen

Medienmitteilung der Agrarallianz: „Dass es keinen Gegenvorschlag zur Trinkwasser-Initiative geben wird, war nach der ernüchternden nationalrätlichen Gesamtschau-Debatte keine Überraschung mehr. Die inhaltliche Relevanz (kein einziges Umweltziel ist erreicht, Rückstände von Pestiziden in unseren Gewässern, Resistenzen, Probleme bei der Zulassung von neuen Wirkstoffen, hohe, umweltbelastende Intensität der Schweizer Landwirtschaft, v.a. durch Stickstoffüberschüsse), der nationale und internationale öffentliche Druck sowie die Konsumenten- und Marktrealitäten (die Schweizer Landwirtschaft muss glaubwürdige Mehrleistung bringen) sind weiter vorhanden.

Die Agrarallianz sieht Politik und Behörden in der Pflicht (UNO-Agenda 2030, Aktionsplan Pflanzenschutzmittel, Umweltziele Landwirtschaft, besserer Vollzug des Umweltrechts), befürchtet aber für die Agrarpolitik 2022+ Treten an Ort. Dies trotz den heute vom Bundesrat angedeuteten Massnahmen. Es fragt sich, ob Bundesrat und Bundesamt für Landwirtschaft, gemeinsam mit dem Bundesamt für Umwelt, und vielleicht auch das Parlament das Heft in die Hand nehmen und einen realistischen, marktnahen Pfad zu einer nachhaltigeren Land- und Ernährungswirtschaft aufzeigen. Oder ob sie ein korrigierendes Volks-Ja zu einer der beiden Initiativen riskieren wollen.

Die Agrarallianz erinnert daran, dass mit dem Biolandbau und der Integrierten Produktion nach IP SUISSE in der Schweiz zwei gut eingeführte Systemansätze für die Problemlösung bestehen. Fortschritte werden dann erzielt, wenn Bauern und Marktpartner zusammen mit den Konsumenten vorwärts ziehen. Es muss darum auch ein Ruck durch die Branche gehen: mehr Eigenverantwortung und weniger Umweltbelastung heisst mehr Bio und mehr IP.“

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Bundesrat ist gegen die Trinkwasser-Initiative und will keinen Gegenvorschlag

15. Juni 2018
Am 18.1.18 wurden die Unterschriftenbogen der Trinkwasser-Initiative der Bundeskanzlei übergeben. Copyright: Trinkwasser-Initiative

Am 18.1.18 wurden die Unterschriftenbogen der Trinkwasser-Initiative der Bundeskanzlei übergeben. Copyright: Trinkwasser-Initiative

Der Bundesrat spricht sich gegen die Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz» aus. Dies hat er an seiner Sitzung vom 15. Juni 2018 entschieden. Auf einen direkten und indirekten Gegenvorschlag verzichtet er. Der Bauernverband und die chemische Industrie applaudieren.

Die Kleinbauern-Vereinigung hingegen ist enttäuscht: „Die Kleinbauern-Vereinigung begrüsst die Diskussionen rund um die Trinkwasser-Initiative und ist überzeugt, dass die Schweizer Bäuerinnen und Bauern den Pestizideinsatz und den Verbrauch von importierten Futtermitteln deutlich reduzieren können. Dass der Bundesrat nun keinen griffigen Gegenvorschlag ausarbeiten will, ist eine verpasste Chance und zeugt von einer rückwärtsgewandten Agrarpolitik. Mit weiteren Alibiübungen wie dem bisherigen schwachen Aktionsplan Pflanzenschutzmittel sowie der geplanten Anhebung der Pestizidgrenzwerte in Gewässern sind keine echten Fortschritte in Sicht.“

Nun gilt es erst recht, die Trinkwasser-Initiative und die Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide zu unterstützen!

Bundesrat empfiehlt Ablehnung der «Trinkwasserinitiative» und beschliesst Massnahmen-Strategie, Medieninformation vom 15.6.18.

Kein Gegenvorschlag zur Trinkwasser-Initiative, Mitteilung Kleinbauern-Vereinigung

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Beatrice Raas: „Nein, ich geb‘ nicht auf!“

12. Juni 2018
Die Geschichte des pestizidfreien Dorfes Mals im Südtirol begann im Coiffeur-Salon von Beatrice Raas. Copyright: Ralph Weihermann, Alexander Schiebel

Die Geschichte des pestizidfreien Dorfes Mals im Südtirol begann im Coiffeur-Salon von Beatrice Raas. Copyright: Ralph Weihermann, Alexander Schiebel

Im alten Südtiroler Dorf Mals hat Beatrice Raas zusammen mit Freundinnen den Stein für eine pestizidfreie Landwirtschaft ins Rollen gebracht. Viele unterstützen sie, u.a. auch der Apotheker Johannes Fragner-Unterpertinger. In einer Volksabstimmung stimmten 76% der Bevölkerung diesem Ziele zu.

Was bewegte die Malser, sich gegen Pestizide zu wehren? Nehmen Sie sich eine halbe Stunde Zeit, dies im folgenden Film zu erfahren: Leben ohne Ackergift – Das unbeugsame Dorf im Vinschgau. Ralph Weihermann, Alexander Schiebel, WDR 3.4.18

Es scheint, dass das Problem der Verschmutzung von Luft, Boden, Wasser und Lebensmitteln mit Pestiziden und Düngern immer häufiger diskutiert wird. Nachdenken und nach Lösungen suchen ist für unsere Zukunft wichtig. Geschrieben und geredet wird viel. Werden die Behörden und PolitikerInnen auch handeln?

SVGW fordert konkrete Massnahmen für Trinkwasserschutz

Franziska Herren hat mit der Trinkwasser-Initiative viel Bewegung in den Gewässerschutz gebracht. Sehr salopp ist man bisher mit der Ressource Wasser umgegangen, höchste Zeit, dass sich dies ändert. Copyright: SVGW.

Franziska Herren hat mit der Trinkwasser-Initiative viel Bewegung in den Gewässerschutz gebracht. Sehr salopp ist man bisher mit der Ressource Wasser umgegangen, höchste Zeit, dass sich dies ändert. Copyright: SVGW.

Analysen zum Thema «Trinkwasserschutz und Agrarpolitik 2022» standen im Mittelpunkt der Vortrags- und Podiumsveranstaltung des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfachs (SVGW) vom 7.6.18 in Solothurn. Teilnehmende waren VertreterInnen von Bundesämtern und kantonalen Institutionen, Gemeinden, Wasserversorger, Verbänden sowie Vertreter von Forschung und Wirtschaft. Im Zentrum des politischen Interesses stand der politische Umgang mit der Trinkwasser-Initiative, über die derzeit in Bundesbern beraten wird.

Lesen Sie weiter!

SVGW fordert konkrete Massnahmen für Trinkwasserschutz, Aqua & Gas, 8.6.18.

SVGW am Infoanlass zur «Trinkwasserinitiative» in Bern. Landwirtschaftlicher Klub der Bundesversammlung. Aqua & Gas, 31.5.18.

«Es braucht einen intelligenten indirekten Gegenvorschlag». Markus Küng (IWB) und Andreas Hirt (ESB), beide Mitglieder des SVGW-Vorstands, erläutern im Interview die Haltung des SVGW zur Trinkwasser-Initiative. Obwohl der SVGW die Ziele der Initiative gutheisst, schlägt er eine andere Vorgehensweise vor. Dabei wird er von den Kantonen unterstützt, wie Kurt Seiler, Amtsleiter des Interkantonalen Labors, im Interview ausführt.

Pflanzen schlauer schützen

«Rückstandfreies» Obst und Gemüse (zéro résidu de pesticides) aus Frankreich: Der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel wird immer mehr zum Marketingargument.

«Rückstandfreies» Obst und Gemüse (zéro résidu de pesticides) aus Frankreich: Der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel wird immer mehr zum Marketingargument.

„Wir müssen die Umwelt- und Gesundheitsrisiken von Pflanzenschutzmitteln senken. Totalverbote sind aber das falsche Mittel“, meint Robert Finger. Er plädiert für intelligenten Pflanzenschutz.

„Glyphosat, Neonikotinoide und Trinkwasserinitiative – über den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel wird derzeit intensiv diskutiert. Obwohl: Ohne Pflanzenschutz kommt unser Ernährungssystem nicht aus. Andererseits bergen gerade Pflanzenschutzmittel unbestrittene Risiken für Mensch und Umwelt.“

Diesen lesenswerten Artikel finden Sie hier: Pflanzen schlauer schützen, Robert Finger, Professor für Agrarökonomie und Agrarpolitik, ETH Zürich, Agrarökonomische Kommentare zur Schweizerischen Agrarpolitik.

12.6.18 HOME

7. Juni 2018: SVGW lädt ein zum Fachaustausch „Trinkwasserschutz und Agrarpolitik 2022“

29. Mai 2018
Unser Trinkwasser muss besser geschützt werden. Copyright: SVGW

Unser Trinkwasser muss besser geschützt werden. Copyright: SVGW

Früher hatten viele Häuser und Dörfer eine eigene Quelle. Die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen wurde intensiviert und die Bauern hielten immer mehr Tiere, weshalb Quellfassungen in tiefere Bodenschichten verlagert oder aufgegeben werden mussten. Heute beziehen wir das meiste Trinkwasser über riesige teure Infrastrukturen aus dem Grundwasser, einen Teil aus Oberflächengewässern. Doch auch hier wächst der Verschmutzungsdruck durch die Landwirtschaft und Gesellschaft, so dass Trinkwasserversorger bereits Grundwasserfassungen aufgeben oder mit Steuergeldern sanieren mussten. Zudem besteht die Gefahr der Übernutzung unserer Ressource Wasser.

Trinkwasser-Initiative: SVGW fordert Gegenvorschlag

Der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) hat Sympathien für die Ziele der Trinkwasser-Initiative. Er fordert einen pragmatischen und zielführenden indirekten Gegenvorschlag. Aus diesem Grund hat er Forderungen formuliert und einen Fachaustausch im Alten Spital Solothurn organisiert, der am Donnerstag, 7. Juni 2018 stattfindet.

Heidi meint: „Dies wird wohl ein interessanter Anlass werden, nehmen doch Referenten und Podiumsteilnehmer aus folgenden Institutionen teil: Bundesamt für Umwelt, Bundesamt für Landwirtschaft, Schweizer Bauernverband, Bio Suisse … ).“

Zusammenfassung der Forderungen des SVGW:

Die Trinkwasserressourcen müssen planerisch besser geschützt werden (RPG, GSchG, DZV)

  • Planungspflicht: Kantone und Gemeinden werden zu einer verbindlichen Planung in der Trinkwasserversorgung verpflichtet (regional/kantonal/lokal). Die bundesrechtlichen Vorgaben inkl. Schutzzonen sind innert 5 Jahren zu vollziehen.
  • Sicherung des Vollzugs und der Finanzierung: Werden geltende Anforderungswerte für das Grundwasser nicht eingehalten, müssen innert 5 Jahren rechtskräftige Zuströmbereiche ausgeschieden und geeignete Massnahmen festgelegt werden.
    Die Direktzahlungen an die Landwirte werden so angepasst, dass die Einhaltung der gewässerschutzrechtlichen Vorgaben dauerhaft gesichert ist. Zum heutigen Zeitpunkt betrifft dies insbesondere Nitrat sowie Pflanzenschutzmittel und deren Abbauprodukte.

Fremdstoffeinträge sind zu reduzieren, insbesondere sind die Vorgaben an den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu verschärfen (GSchG, GSchV, PSMV)

  • Keine Pflanzenschutzmittel in Schutzzonen: Im Sinne der Vorsorge wird der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in den Schutzzonen verboten. Davon ausgenommen sind die für „Bio“ zugelassenen Pflanzenschutzmittel.
  • Keine Fremdstoff im Zuströmbereich: Werden kritische Fremdstoffe in Fassungen in einem Gehalt von mehr als 0,1 µg/l pro Einzelstoff bzw. mehr als 0,5 µg/l pro Stoffgemisch festgestellt, ist deren Einsatz im Zuströmbereich zu verbieten.
  • Saubere Gewässer: Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird im Einzugsgebiet verboten, wenn deren Konzentration in Oberflächengewässern über den SVGW-Forderungen liegt (0,1 µg/l für Einzelsubstanzen resp. 0,5 µg/l für Summe der Pflanzenschutzmittel und Abbauprodukte).

Indirekter Gegenvorschlag Trinkwasser-Initiative

Der SVGW betont die Notwendigkeit von Massnahmen für die Stärkung des Trinkwasserschutzes und steht als Partner zur Ausarbeitung und Unterstützung eines substantiellen indirekten Gegenvorschlages zur Verfügung.

Hier finden Sie das Programm des SVGW-Fachaustausches „Trinkwasserschutz und Agrarpolitik 2022“

„Trinkwasserinitiative“: SVGW fordert pragmatischen und zielführenden indirekten Gegenvorschlag, Positionspapier vom 20.3.18

29.5.18 HOME

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8 Jahre Heidis Mist – Graubünden ignoriert weiterhin Bundesrecht

15. Mai 2018
Was liegt denn da ...

Was liegt denn da …

... seit Monaten zum Teil in der Uferzone der Landquart in Malans ...

… seit Monaten zum Teil in der Uferzone der Landquart in Malans …

... Mist!

… Mist!

120 m langer Miststock Ende Februar 2010

120 m langer Miststock Ende Februar 2010

Angefangen hat Heidis Mist am 15.5.10 mit den über 20 riesigen Misthaufen, die rund um Maienfeld, der Heimat von Heidi, auf zwei Quadratkilometer Fläche monatelang über dem Grundwasser lagen: Vom Stall direkt aufs Feld. Das Amt für Natur und Umwelt (ANU) Graubünden sah keinen Handlungsbedarf, denn das entspricht der kantonalen Weisung über Gewässerschutz in der Landwirtschaft vom 1.10.03. Danach darf Mist bis ein Jahr lang ungedeckt in Eigenverantwortung des Landwirts im Feld liegen.

Kritik aus Bern

Die Zwischenlagerung von Mist auf dem Feld (Lagerung ausserhalb des befestigten Mistlagers) ist wegen der generellen Gefahr einer Gewässerverunreinigung durch Abschwemmung oder Versickerung grundsätzlich nicht erlaubt (Gewässerschutzgesetz Art. 3, Art. 6 usw.). Für Ausnahmen gibt es klare Regeln, siehe Mist-Zwischenlager auf dem Feld.

  • Anfang Juli 2010 beanstandete das Bundesamt für Umwelt (BAFU) verschiedene Punkte der Bündner Weisung über Gewässerschutz in der Landwirtschaft sowie einige Punkte des Merkblatts „Güllen in Notfällen“.
  • Das Amt für Landwirtschaft und Geoinformation (ALG) und das ANU stellten in der Folge die Überarbeitung der Weisung im Laufe des Sommers 2010 in Aussicht.
  • Doch es geschah nichts bzw. das Merkblatt „Güllen in Notfällen“ nahmen die Ämter, entgegen der Empfehlung des BAFU, einfach vom Netz.
  • Das BAFU setzte später dem ALG eine Frist für die Überarbeitung der Weisung bis 30.9.15.
  • Nun sind fast acht Jahre vergangen und noch immer präsentieren ALG und ANU den Bündner Bauern die unveränderte Weisung über Gewässerschutz in der Landwirtschaft aus dem Jahre 2003! Diese entspricht weder Schweizer Recht noch EU-Recht. Viele Misthaufen im Kanton Graubünden liegen daher illegal irgendwo auf Wiesen, abgeernteten Feldern, über dem Grundwasser usw. Und Bauernhöfe ohne korrektes oder gar ohne Mistlager sind anzutreffen. Manche Mistlager auf Erde werden vor der Kontrolle noch rasch behelfsmässig gedeckt. Wo kein Kläger, da kein Richter!

Verantwortung Gewässerschutz beim Landwirtschaftsamt

Der Kanton Graubünden hat die Verantwortung für den Gewässerschutz in der Landwirtschaft dem Landwirtschaftsamt übertragen. Dieser Interessenskonflikt hat Konsequenzen für die Umwelt. Werden von Bauern begangene Umweltdelikte angezeigt, dann landen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit für immer in Schubladen, sogar bei der Staatsanwaltschaft. Man habe dafür keine Ressourcen, heisst es beim ALG. Bussen/Strafen sind so klein, dass sie keine Lehre für die Delinquenten sind. In Graubünden sind zudem die Direktzahlungen so hoch, dass Bussen/Strafen vernachlässigbar sind. Wo bleibt der Rechtsstaat?

Scharfe Gesetzte, milde Strafen

Das Problem der milden Strafen im Umweltrecht hat das BAFU u.a. im ersten Heft 2018 die umwelt thematisiert: Tatort Umwelt – Wie die Polizei ermittelt, und wo es schärfere Gesetze braucht. Magazin «die umwelt» 1/2018 – Tatort Umwelt, Bundesamt für Umwelt.

Misthaufen im Feld 2009 – 2017, Link zu den Artikeln von Heidi über Misthaufen im Feld.

Misthaufen unübersehbar!

Die sieben Fotos ohne Datum in diesem Beitrag stammen alle vom 13.5.18. Es sind nur Beispiele! Weitere Misthaufen liegen ein bisschen überall im Kanton verstreut, für ALLE und jedes Amt, auch das zuständige, sichtbar.

Noch ein Malanser ...

Noch ein Malanser …

... liegt schon seit Monaten am Wanderweg.

… liegt schon seit Monaten am Wanderweg.

Ein weiterer Malanser Misthaufen neben der Strasse Malans-Landquart.

Ein weiterer Malanser Misthaufen neben der Strasse Malans-Landquart.

Ein ähnliches Bild in Malans ...

Ein ähnliches Bild in Malans …

... wie an Pfingsten 2010.

… wie an Pfingsten 2010.

15.5.18 HOME

Von Freiwilligkeit, Eigenkontrolle und einer Bürgerinitiative

12. Mai 2018
Schon seit Jahren warten die 30.000 Bewohnerinnen und Bewohner, darunter auch Selina und ihre Schwester Sophie (siehe Foto), darauf, dass endlich eine Leitung gebaut wird, die sicheresCopyright: foodwatch

Copyright: foodwatch

Viele Massnahmen in der Landwirtschaftspolitik basieren auf Freiwilligkeit und Eigenkontrolle. Allzu oft funktioniert das nicht, wie ein aktuelles Beispiel aus Deutschland zeigt. Der Landkreis Oldenburg müsste mehr als 6’500 Hektar grösser sein, damit die Böden nicht überdüngt werden. Angesichts des seit Jahren bestehenden Problems stellt die Kreisverwaltung fest, dass Freiwilligkeit und Eigenkontrolle der Bauern nicht funktionieren, und fordert mehr staatliche Überwachung ein.

BürgerInnen und foodwatch erfolgreich für sicheres Wasser

Sicheres Wasser, das sollte in Deutschland eine Selbstverständlichkeit sein, ist es aber nicht überall. In Sangerhausen z.B., einer kleinen Stadt im Harz, ist das Trinkwasser stark mit Uran, Nitrat und Sulfat belastet, eine Gefahr vor allem für Säuglinge und Kleinkinder. Schon seit Jahren warten die 30’000 BewohnerInnen, darunter auch Selina und ihre Schwester Sophie (siehe Foto), darauf, dass endlich eine Leitung gebaut wird, die sicheres Trinkwasser aus einem nahegelegenen Stausee pumpt.

Gemeinsam mit einer Initiative von BürgerInnen aus Sangerhausen machte foodwatch Druck beim lokalen Wasserverband. Der Protest hatte Erfolg: Die Bauarbeiten für die Trinkwasserleitung haben begonnen, schon Ende September soll endlich sicheres Wasser fliessen!

Das Beispiel zeigt: Wir BürgerInnen können etwas bewegen, wenn wir uns zusammenschliessen und gemeinsam protestieren.

Zu viel Gülle und Mist auf zu wenig Flächen, kreiszeitung 30.4.18.

Uran im Wasser – das geht gar nicht! foodwatch 11.5.18.

foodwatch fordert sauberes Trinkwasser für Sangerhausen, foodwatch 27.12.16.

12.5.18 HOME

Wie findet man das beste Wasser der Welt?

2. Mai 2018
Toiletten Europaallee Zürich

Toiletten Europaallee Zürich

Gerade hat Siegfried Gendries den interessanten Artikel Wie findet man das beste Wasser der Welt? veröffentlicht.

„Wer als Reisender auf Flaschenwasser verzichten und lieber Wasser aus der Leitung trinken will, der wird sich dafür interessieren, wie gut und geniessbar die Erfrischung aus dem Hahn ist. Um das zu erfahren, kann man aufwendig recherchieren oder diesen Beitrag lesen.

Deutsches Wasser nur Mittelmass

Das Business Magazin „Insider Monkey“ kürt für seine reisenden Leser regelmässig die besten Leitungswasser der Welt. Als digitale Quelle für diese Information nutzt die Redaktion Soziale Medien wie Reddit, Lonely Planet und Instagram. Aktueller Spitzenreiter ist das Leitungswasser aus Island. Wie kommen die Isländer zu dieser Ehre? Das Votum kommt von den Isländern selbst und von Reisenden, die das Wasser als das reinste und am besten schmeckende Wasser der Welt bezeichnen …“

Lesen Sie weiter: Wie findet man das beste Wasser der Welt? Siegfried Gendries, Lebensraum Wasser – Der Wasser-Blog

Heidi wollte wissen wie die Schweiz eingestuft wird. Sie hat in den Seiten von Insider Monkey geblättert … und siehe da:

3. Switzerland

„Since placing in the Alpine mountainous landscape, it is not a surprise that Switzerland has one of the purest and best tasting tap water in the world. And also, being one of the wealthiest countries in the world, all the standards and procedures concerning tap water quality are being followed. Tap water in Switzerland comes from lakes, springs, and groundwater.“

In der Beurteilung durch Expat Focus steht, dass das Hahnenwasser in der ganzen Schweiz sicher sei und strikten Qualitätsstandards unterliege.

Die Unterschiede sind jedoch riesig, z.B. zwischen Waldquelle und Grundwasser im Ackerbaugebiet. Der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) führt eine Datenbank mit den Untersuchungsergebnissen von Gemeinden. Der Eintrag ist gratis und freiwillig. Auf dieser Plattform „Trinkwasser“ finden Sie zudem (fast) alle Antworten auf Fragen zum Trinkwasser.

Kennen Sie die Qualität Ihres (Schweizer) Trinkwassers? SVGW „natürlich Trinkwasser“

2.5.18 HOME

U.S. Government Global Water Strategy

5. April 2018
Renaturiertes Bächlein im St. Galler Rheintal.

Renaturiertes Bächlein im St. Galler Rheintal.

„Water may be the most important issue we face for the next generation“
Donald J. Trump, President of the United States.

 THE WATER CHALLENGE:

„… Finally, the United States benefits directly from engaging on international water issues. U.S. technologies, experience, and best practices are in high demand, which presents an opportunity for the U.S. private sector. The global water and wastewater market currently exceeds $700 billion annually and is growing. Demonstrating U.S. approaches and technologies globally can increase U.S. exports and jobs. Work on water globally gives us access to knowledge and expertise that can help us address water related challenges at home…“

Quelle: U.S. Government Global Water Strategy, 2017

Heidi: „Gibt es noch Fragen?“

5.4.18 HOME

Bio-Mineralwasser: Geschäft mit der Wasserverschmutzung

27. März 2018

Qualitätsgemeinschaft Bio Mineralwasser Siegel

Der Bundesverband Naturkost und Naturwaren (BNN) und die Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser haben eine gegenseitige Förder-Mitgliedschaft vereinbart.

Roswitha Weber, Vorstandsvorsitzende des BNN: „Die Qualitätsgemeinschaft und das von ihr getragene Siegel übertragen konsequent die Bio-Idee auf das wichtigste Grundnahrungsmittel überhaupt. Natürliches, unbelastetes Wasser ist nicht nur für uns und die eigene Gesunderhaltung unverzichtbar, sondern natürlich auch für Mutter Erde. Bio-Mineralwasser steht für kontrollierte Wasserqualität, für die Bewahrung der letzten wirklich reinen Quellen und damit den Schutz unserer Umwelt an sich. Themen, die gerade in Zeiten von Glyphosat und Co. zunehmend Bedeutung erlangen und für die wir uns als BNN und Branche selbstverständlich einsetzen müssen.“

36 Prozent des Grundwassers mit Pestiziden belastet

Weitere Kooperationspartner der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser sind die Bioverbände Bioland, Demeter, Naturland und Biokreis. Hintergrund für das Engagement der Qualitätsgemeinschaft und ihrer Unterstützer ist die alarmierende Lage des Wassers in Deutschland: Pestizide und ihre Abbauprodukte, Nitrat sowie Rückstände von Industriechemikalien und Medikamenten belasten laut Umweltbundesamt bereits 36 Prozent des Grundwassers, aus denen das Leitungswasser gewonnen wird. Und auch in den tieferen Wasserschichten, aus denen das Mineralwasser stammt, deuten sich bereits erste Probleme mit diesen Stoffen an.

Dem setzt die Qualitätsgemeinschaft ihr Bio-Mineralwasser-Siegel entgegen. Es soll Verbrauchern beste Wasserqualität durch zeitgemässe, wissenschaftlich fundierte Grenzwertsetzung und konsequente Überwachung der Quellen garantieren. Gleichzeitig verpflichtet es die Bio-Mineralwasser-Brunnen, in ihrer Region Wasserschutz zu betreiben.

Alternative für die Schweiz

Heidi meint: „Unterstützen Sie alle Organisationen und Personen, welche sich für sauberes Wasser einsetzen, damit sich die Fische, Krebslein, Wasserpflanzen … in den Bächlein und Flüssen wohl fühlen und wir aus Gewässern, Quellen und dem Grundwasser sauberes Trinkwasser entnehmen können.“ Im Moment sind v.a. Umweltorganisationen, die Trinkwasserversorger, die Fischer und Privatpersonen für dieses Ziel im Einsatz.

Unterschreiben sie die Initiative Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide, Stand Unterschriftensammlung am 6.3.18 war 95’414. Hier finden Sie den Unterschriftenbogen.

Trinken Sie Hahnenwasser – der Umwelt zuliebe!

NZZ-Inserat. Bild: Schtifti Foundation

Gorilla, eine Initiative der Schtifti Foundation, Gesundheitsförderung von Jungen für Junge. 2018 ist ein besonderes Jahr für die Schtifti Foundation, denn sie feiert das 15-jährige Bestehen. Am Benefizanlass, der 2018 am 5. Juli stattfindet, wird das gebührend gefeiert. Wie gewohnt im Bernhard-Theater in Zürich.

Und: Schenken Sie eine Gorilla-Wasserflasche! Gorilla-Shop. Oder ein anderes Gorilla-Produkt.

Greenpeace hat heute auf die Unterschriftensammlung von WeCollect aufmerksam gemacht. Auch hier kann man die Volksinitiative Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide unterschreiben und spenden.

BNN arbeitet mit Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser zusammen, Bio-markt.Info vom 26.3.18

Gemeinsam für das Wasser: BNN und Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser arbeiten zusammen. Bundesverband Naturkost Naturwaren vom 13.3.18

www.gorilla.ch: Trink Wasser! Heidis Mist vom 8.10.14

27.3.18 HOME


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