Archive for the ‘Wasser’ Category

In einem Bächlein helle … da schwamm einst die Forelle (2)

20. August 2017

Wasserleben: Das leise Sterben, Heidis Mist 19.8.17

In einem Bächlein helle … da schwamm einst die Forelle, Heidis Mist 29.4.17

Der Schrei von Edvard Munch, Wikipedia

20.8.17 HOME

 

Wasserleben: Das leise Sterben

19. August 2017
Roman Wiget, Wasserversorger und Präsident der internationalen <a href="http://www.awbr.org/" target="_blank" rel="noopener">Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein (AWBR)</a>, ist besorgt um das Trinkwasser ... Copyright: Pro Natura.

Roman Wiget, Wasserversorger und Präsident der internationalen Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein (AWBR), ist besorgt um das Trinkwasser … Video „Das leise Sterben“. Copyright: Pro Natura.

... und setzt sich für eine Zukunft mit sauberem Trinkwasser ein. Copyright: Pro Natura.

… und setzt sich für eine Zukunft mit sauberem Trinkwasser ein. Copyright: Pro Natura.

Markus Arn von Pro Natura zeigt im Video Das leise Sterben mit klaren Bildern und Worten die Belastung unserer Gewässer mit Pestiziden auf. Die Verschmutzung ist teilweise so hoch, dass sie für Wasseroganismen tödlich sein kann. Aber auch für die Menschen sind die Pestizide eine Gefahr. Pro Natura fordert eine deutliche Anwendungsreduktion dieser Mitteln in der Landwirtschaft.

Die Probleme sind auf dem Tisch, nun gilt es endlich zu handeln. Auch wenn man gut informiert ist, lohnt es sich, den sechsminütigen Film anzuschauen.

Pestizide in Schweizer Bächen – Video «Das leise Sterben»

Am 26./27. August 2017 entscheidet der Delegiertenrat von Pro Natura, ob die Naturschutzorganisation die folgenden Volksinitiativen unterstützen wird:

Trinkwasser-Initiative

Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Trinkwasser-Initiative

Stand der Unterschriftensammlung: 70’118 Unterschriften! Heidi gratuliert Franziska Herren und ihren MitstreiterInnen.

Greenpeace ist die erste Umweltorganisation, welche die Trinkwasser-Initiative offiziell unterstützt: „Nein, unsere Landwirtschaft ist nicht die ökologischste der Welt. Sie könnte es aber werden, denn die Voraussetzungen in der Schweiz sind ideal. Die Trinkwasser-Initiative packt den Stier an den Hörnern und verdient deshalb unsere Unterstützung.“

Die Zeit für eine echte ökologische Landwirtschaft ist reif, Philippe Schenkel, Greenpeace 18.8.17

Unterschriften für die Trinkwasser-Initiative werden auch auf der Plattform Wecollect gesammelt.

Volksinitiative für sauberes Trinkwasser – Trinkwasser ohne Pestizide und Antibiotika

Heidis Wunsch

Schauen Sie hin, wo viele wegschauen, und unterschreiben Sie die zwei Volksinitiativen!

Nachtrag vom 21.8.17

Die Umweltschutz-, Tierschutz- und Fairtrade-Organisation fair-fish hat bereits im Mai dazu aufgerufen, die beiden Initiativen zu unterstützen: Kampagne für sauberes Wasser: Meer ohne Müll. Desgleichen der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV): Pestizide: Die Fischer haben die Nase voll!

...

So weit darf es nicht kommen! Copyright: Pro Natura.

So weit darf es nicht kommen! Copyright: Pro Natura.

19.8.17 HOME

Immer wieder: Sauerstoffmangel im Wasser, giftige Algen, tote Fische

12. August 2017
Quelle: Agrarbericht Bundesamt für Landwirtschaft 2016

Quelle: Agrarbericht Bundesamt für Landwirtschaft 2016

Eine im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlichte Studie von Forschern amerikanischer Universitäten zeigt, dass die Verschmutzung der Gewässer mit Stickstoff aufgrund der Klimaerwärmung weiter steigen wird. In Gebieten mit zunehmendem Regen und extremem Wetter werden mehr Nährstoffe in die Flüsse geschwemmt. Diese Erkenntnis untermauere den dringenden Handlungsbedarf in der Landwirtschaft: Senken des Einsatzes von Stickstoffdüngern.

Eutrophication will increase during the 21st century as a result of precipitation changes, Science 28.7.17.

The Nitrogen Problem: Why Global Warming Is Making It Worse, YaleEnnvironment360, Richard Conniff, 7.8.17.

Problem fern? Und doch so nah!

Zum Beispiel in Kreuzlingen: Fischsterben im Ziegeleiweiher von Kreuzlingen. Hunderte Fische sind tot. Als Ursache wird eine Kombination von giftigen Algen und akutem Sauerstoffmangel vermutet. Die Algen produzieren ein Lebergift, welches unter bestimmten Umständen für Mensch und Tier hautreizend oder giftig wirken kann.

Hunderte Fische in Weiher bei Kreuzlingen verendet, SRF 11.8.17.

Unklares Fischsterben am 11.7.17 in einem Fischweiher des Angelsportvereins im Ortsteil Piesbach, Deutschland. Am Nachmittag entdecken Passanten hunderte toter Fische, die an der Oberfläche des Weihers in der Nähe der Prims schwimmen. Warum der Weiher in Nalbach kurz vor dem Umkippen steht, ist nicht ganz klar. Möglicherweise sind aber mit den starken Regenfällen der vergangenen Tage auch Schadstoffe in das Gewässer gelangt und haben den Prozess begünstigt.

Feuerwehr rettet tausenden Fischen das Leben, Breaking News Saarland 13.7.17

Abwarten und Tee trinken oder handeln?

Zitat aus dem Agrarbericht 2016 des Bundesamts für Landwirtschaft:
„Fazit – Das agrarpolitische Etappenziel für 2015 für die maximalen Stickstoffverluste wird kaum erreicht …

Es ist zu erwarten, dass die Agrarpolitik 2014-2017 zu tieferen Stickstoffverlusten aus der Schweizer Landwirtschaft führen wird. Dennoch sind weitere und grosse Anstrengungen im Bereich der technologischen und betrieblichen Innovation zur Steigerung der Effizienz notwendig, um die Ziele zu erreichen. Wo dies nicht ausreicht, braucht es eine Anpassung der Produktionsintensität an die Tragfähigkeit der Ökosysteme …“

Stickstoff in der Landwirtschaft, Agrarbericht 2016, Bundesamt für Landwirtschaft

12.8.17 HOME

Beschwerde: Deutschland missachtet Europäische Wasserrahmenrichtlinie

11. August 2017

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) haben Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingelegt, weil Deutschland die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) missachtet. Die Umweltverbände fordern die Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens gegen Deutschland, da die Planungen und gesetzlichen Vorgaben zum Gewässerschutz nicht ausreichten, um die EU-Vorgaben zu erfüllen. Grundlage der Beschwerde ist eine bundesweite Analyse der Umweltverbände der sogenannten WRRL-Bewirtschaftungspläne und Massnahmenprogramme.

Mangelnde Umsetzung der Zielvorgaben

„Nur acht Prozent der Gewässer in Deutschland erreichen einen guten Zustand, das ist ein Armutszeugnis nach 17 Jahren Umsetzungspraxis der europäischen Zielvorgaben. Flüssen und Auen mehr Raum geben, sie naturnah entwickeln und die Wasserqualität verbessern, das alles steht bisher, wenn überhaupt, nur auf dem Papier“, kritisierte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Im europäischen Vergleich belegt Deutschland nach Angaben der EU-Kommission bei der Erreichung der Gewässerschutzziele derzeit lediglich Platz 21 von 26.

Unklare Zuständigkeiten

In ihrer Beschwerde beanstanden die Verbände unter anderem den Zuständigkeitskonflikt zwischen Bund und Ländern an Bundeswasserstrassen. Aus den Gesetzen lasse sich derzeit nicht eindeutig ableiten, ob der Bund oder die Länder Massnahmen zur Verbesserung des Gewässerzustands umsetzen müssen.

„Das Kompetenzgewirr von Bund und Ländern führt dazu, dass an unseren grossen Flüssen wie Rhein, Weser oder Elbe keine Massnahmen zur Gewässerentwicklung durchgeführt werden“, kritisierte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Ein Lichtblick sei das „Bundesprogramm Blaues Band“ mit dem Rechtsänderungen einhergehen sollen, allerdings erst in einigen Jahren. „Wenn die EU jetzt nicht eingreift, wird Deutschland die europäischen Gewässerschutzziele verfehlen. Nicht nur die Natur, auch die Gesellschaft bezahlt, wenn Flüsse und Auen ihre Funktion zur Nähr- und Schadstofffilterung, zum Hochwasserschutz sowie für Freizeit und Erholung nicht mehr erfüllen können“, warnte Miller.

Kritik an Freiwilligkeit der Massnahmen

Die EU schreibt vor, dass für jedes Gewässer genau beschrieben wird, welche Probleme vorliegen und was geplant ist, um diese zu beheben. Die bundesweite Analyse der Umweltverbände ergab jedoch, dass diese Informationen in den deutschen Bewirtschaftungsplänen und Massnahmenprogrammen oft unvollständig sind. Problematisch ist zudem, dass Gewässerschutzmassnahmen auf freiwilliger Basis umgesetzt werden. Sogar die Länder selbst zweifeln diese Umsetzungsstrategie mittlerweile an.

Hohe Umsetzungsdefizite WRRL

„Die Liste der von uns dargelegten Mängel ist lang und die Defizite betreffen die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in praktisch allen Bundesländern. Deshalb ist Abhilfe nur von der EU-Kommission zu erwarten“, erklärte Rechtsanwältin Franziska Hess von der Kanzlei Baumann Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB (Würzburg/Leipzig), die die Umweltverbände in der Rechtsangelegenheit vertritt.

EU-Beschwerde von BUND und NABU (PDF)

BUND zur Wasserrahmenrichtlinie

Petition Verschärfung des Düngerechts

Bereits am 14.6.17 hatte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mit Unterstützung von 10 Umweltverbänden eine Petition an die Bundesregierung und die Europäische Kommission lanciert. Ziel dieser Aktion ist die Verschärfung des Düngerechts.

Stoppt die Gülle-Verschmutzung – Schützt unser Wasser!

11.8.17 HOME

Kommentar zum Gewässerschutzgesetz und zum Wasserbaugesetz auf Wiki

16. Juli 2017
Mit einem Klick auf das Bild gelangen Sie zum Kommentar Gewässerschutzgesetz auf Wiki. Copyright: Universität St. Gallen.

Mit einem Klick auf das Bild gelangen Sie zum Kommentar Gewässerschutzgesetz auf Wiki. Copyright: Universität St. Gallen.

Bis zum Jahr 2016 existierten keine Kommentierungen zum Gewässerschutzgesetz (GSchG) und Wasserbaugesetz (WBG). Ein Gesetzeskommentar in diesen Umweltbereichen trägt zu einem wirksamen Umweltschutz bei und unterstützt die Auslegung der Gesetzgebungen sowie ihre Entwicklung.

Der Kommentar zum Gewässerschutzgesetz und zum Wasserbaugesetz wurde von der Universität St. Gallen unter der Leitung von Prof. Hettich erarbeitet und am 31. Mai 2016 in Papierform publiziert. Danach wurde die SharePoint-Wiki erstellt, wobei der gesamte Kommentar, sortiert nach Artikel-Kommentierungen und Verzeichnissen, auf die Wiki transferiert wurde. Die SharePoint-Wiki ist mit diversen Verlinkungen ausgestattet. Änderungen sind einzig den berechtigten Personen vorbehalten, womit die wissenschaftliche Qualität stets gewährleistet ist.

Das Gesamtprojekt — Erstellung Kommentar inkl. Wiki — wurde vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) und von der Konferenz der Vorsteher der Umweltschutzämter (KVU) unterstützt.

Durch diese Wiki ist der Kommentar zum Gewässerschutzgesetz und zum Wasserbaugesetz der allgemeinen Öffentlichkeit im Sinne eines open access publishing zugänglich. Nach Ansicht der Herausgeber ist dieser freie Zugang der optimale Weg, um die Informationsversorgung von Praktikern, Forschenden und Interessenten nachhaltig zu sichern und zu verbessern.

Damit verbunden ist der Grundgedanke, dass die mit öffentlichen Geldern finanzierten Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit frei zur Verfügung stehen sollten.

Etwaige Anregungen und Bemerkungen seitens der Leserschaft werden gerne entgegengenommen.

Kommentar zum Gewässerschutzgesetz und zum Wasserbaugesetz auf Wiki

Der folgende, einfach zu merkende Link führt ebenfalls zum Kommentar: www.gschg.ch

Heidis Artikel zum Kommentar

16.7.17 HOME

Symptom-Bekämpfung bringt Geld für die „Grüne“ Wirtschaft

12. Juli 2017
Klicken Sie auf das Bild: Drohnenflug über das Schloss Wyher in Ettiswil. Das Video zeigt das Ausmass der Algenplage im Schlossweiher. Luzerner Zeitung 10.7.17.

Klicken Sie auf das Bild: Drohnenflug über das Schloss Wyher in Ettiswil. Das Video zeigt das Ausmass der Algenplage im Schlossweiher. Luzerner Zeitung 10.7.17.

Wir wissen es: Rund um den Sempachersee gibt es mehr Tiere als zu Beginn der Seesanierung vor mehr als drei Jahrzehnten. Die „Lösung“ ist Abtransport von Gülle mit Steuergeldern. Wen wundert’s, dass der in der Nähe gelegene See rund um das Schloss Wyher in Ettiswil auch diesen Sommer wieder von einer Algenplage heimgesucht wird, weil der Nährstoffgehalt des Wassers zu hoch ist. Die Fische leiden an Sauerstoffmangel.

Das Willisauer Jungunternehmen Phoster darf nun den Weiher mit zwanzig schwimmenden Pflanzeninseln „retten“. Kostenpunkt 8’600 Franken. Die Entwicklung des Produkts wird aus dem Topf der Neuen Regionalpolitik mit 50’000 Franken unterstützt, und die Alternative Bank Schweiz gewährt aus dem Innovationsfonds ein eben so hohes Darlehen für die Marktbearbeitung. Das Ziel der Firma: Bis in zehn Jahren soll es in jedem fünften Teich in der Schweiz bepflanzte Schwimminseln geben.

„Mit unserer Arbeit sorgen wir dafür, dass der Begriff „Nachhaltigkeit“ nicht nur buchstabiert, sondern gelebt wird.“ heisst es auf der Homepage von Phoster?! Und wann müssen die „nachhaltigen“ Schwimminseln ersetzt werden? Wann klingelt die Kasse wieder? Denn die Nährstoffe müssten „entfernt“ werden, und zwar nachhaltig!

Diese Symptom- statt Ursachenbekämpfung ist keine Ausnahme. Davon profitieren einige wenige. Und wer zahlt? Viele! Es wäre an der Zeit, dass das Übel an der Wurzel gepackt wird, d.h. in diesem Fall Reduktion der Tierzahlen.

Flosse sollen Schlossweiher retten, Luzerner Zeitung vom 11.7.17.

Konstant hohe Ammoniak-Emissionen: Lieber Asche auf den sauren Waldboden statt Taten, Heidis Mist 19.2.17

30 Jahre Sempachersee-Sanierung, Heidis Mist 28.12.13.

Gewässerschutzprojekte: Sind sie nachhaltig? (4) TOTAL Bundesbeiträge bis Ende 2014, Heidis Mist 6.8.15.

Gewässerschutzprojekte: Sind sie nachhaltig? (3) Phosphorprojekte Sempachersee & Co., Heidis Mist 30.7.15.

12.7.17 HOME

 

Pestizid-Cartoon mit Franziska

21. Juni 2017

Pestizide sind im Moment ein Dauer-Thema in den Medien. Neue Forschungsergebnisse bestätigen die beunruhigende Verschmutzung der Gewässer und des Grundwassers, den Rückgang der Artenvielfalt. Und die zwei Volksinitiativen, welche den Pestizid-Einsatz einschränken sollen, verunsichern. Am liebsten redet man gar nicht darüber oder repetiert unermüdlich die eigenen Wünsche: „Sie haben keine Chance beim Volk.“

Doch ganz totschweigen kann man die Pestizide nicht, denn sie sind allgegenwärtig, z.B. in köstlichen Erdbeeren (Erdbeeren: Ein Pestizid kommt selten allein, saldo 20.6.17), im Trinkwasser (Achtung, Pestizide im Schweizer Trinkwasser, NZZ am Sonntag 17.6.17) usw.

Der Wanderweg auf den Alpen Novai, Garfiun und Pardenn war mit Glyphosat behandelt worden. Gemäss Auskunft der Verantwortlichen der Gemeinde Klosters kennt man den Namen des Mittels nicht. Man beziehe es jeweils von der Gärtnerei, chemisch dürfe man ja nicht mehr. Heidi hat nachgefragt. Die Gemeinde bezieht NUR Glyphosat von besagter Gärtnerei. Glyphosat auf einem Wanderweg in einer Weide mit Kühen, gespritzt von der für den Vollzug verantwortlichen Behörde!!! (Neue Alp-Attraktion: Herbizid-Trail, Heidis Mist 11.6.17).

Wenn es um Pestizid-Informationen geht, dann ist der Tresor der Bewilligungsbehörde des Bundesamts für Landwirtschaft verriegelt. Darf das sein? Oder ist diese Behörde wegen Interessenkonflikte am falschen Ort angesiedelt? „JA, sie ist“, meint Heidi.

Machen Sie’s doch wie die Fischer, unterschreiben Sie beide Volksinitiativen! Die Links finden Sie auf Heidis Mist in der rechten Spalte unter „Aktuell“.

Pestizide im Wasser: Behörden nehmen hohes Risiko in Kauf, SRF Kassensturz 13.6.17.

Pestizide: Kassensturz schweigt Initiative tot, Tobias Tscherrig, Infosperber 18.6.17.

21.6.17 HOME

Wägitaler Aa: Restwasser saniert – aber wie!

17. Juni 2017

Stand Restwasser 2016: Ein Viertel der Wasserfassungen noch immer nicht saniert, Medieninformation des Bundesamts für Umwelt (BAFU) vom 30.5.17: „Gemäss Gewässerschutzgesetz hätten die Kantone bis Ende 2012 alle Restwasserstrecken unterhalb von Wasserentnahmen, die vor 1992 bewilligt wurden, sanieren müssen. Lediglich sieben Kantone haben bis heute die gesetzlichen Vorgaben aus dem Jahr 1992 vollständig umgesetzt. Im Interesse der Fliessgewässer und der davon abhängenden Lebensräume und -gemeinschaften fordert der Bund die zuständigen Behörden erneut auf, die Sanierungen möglichst rasch abzuschliessen.“

Gemäss Faktenblatt Stand der Restwassersanierung Ende 2016 ist im Kanton Schwyz nur noch eine Sanierung ausstehend. Heidi hat beim BAFU nachgefragt, ob dies die Wägitaler Aa sei. Nein! Gemäss Stellungnahme des Amts für Wasserbau SZ ist noch die Restwassersanierungsmassnahme an den Muotakraftwerke ausstehend. Wie kann dies sein, wo doch Heidi immer wieder NULL Restwasser in der Wägitaler Aa sieht? Der Grund ist: Geld!

Antwort des Amts für Wasserbau SZ: „Die Restwassersanierung an den Fassungen der AG Kraftwerk Wägital (AKW) wurden bereits im Jahr 2007 abgeschlossen. Als Sanierungsmassnahme wurde eine Dotierung von maximal 500’000 m3 Wasser pro Jahr unterhalb den Staumauern Wägital und Rempen bei Trockenheit oder zu hohen Wassertemperaturen auf Verlangen der Fischereiverwaltung verfügt. Auf eine kontinuierliche Restwasserabgabe wurde verzichtet.

Für die Beurteilung der einzelnen Sanierungsvorschläge in Bezug auf die Frage des wirtschaftlich tragbaren Mindererlöses hat man sich damals am Wert von 2% orientiert. D. h. es wurde bei einem Mindererlös von grösser als 2% von einem entschädigungsbegründeten Eingriff ausgegangen. Die ökologisch notwendige kontinuierliche Dotierwassermenge bei AKW hätte eine Produktionsverminderung von ca. 4% resp. einen Anteil an den Gestehungskosten von ca. 7% zur Folge gehabt.“

Der Kanton SZ hat die Mündung der Wägitaler Aa, das Lachner Aahorn, mit Steuergeldern revitalisiert. Dieser „Erfolg“ wurde nach 11 Monaten Bauzeit gefeiert. Aber Restwasser fliesst nicht immer. Muss nicht immer fliessen. Da staunt Heidi einmal mehr. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen.

Es wird immer wärmer. Schnee und Eis für Wasser im Sommer werden rar. Regen ist „unzuverlässig“: Manchmal zu viel, dann wieder lange Trockenperioden. Wie wird sich dies auf das Restwasser auswirken? Je weniger Wasser in einem Gewässer fliesst, desto höher Schadstoffkonzentrationen.

Der Druck auf die Gewässer steigt. Vergoldung – Geld vor Wasserleben.

Wägitaler Aa: Wo bleibt das Restwasser? Heidis Mist 22.6.14.

Wägitaler Aa: Wo bleibt das Restwasser? (2) Heidis Mist 12.4.17.

Ökostrom aus den letzten Bergbächen? Heidis Mist 12.5.11.

17.6.17 HOME

In einem Bächlein helle … da schwamm einst die Forelle

29. April 2017

Im Bundesamt für Umwelt wird fleissig gesammelt und publiziert: Daten über den Zustand der Umwelt. Oft erschreckende.

53% der Gefässpflanzen im Lebensraum der offenen Gewässer und Quellen stehen auf der roten Liste. Bei den Pflanzen der Uferzone sind es gar 65%. „Die Quellen gelten als gesamtschweizerisch gefährdet und die Schweiz als „Wasserschloss Europas“ hat für sie eine grosse internationale Verantwortung … Noch immer leiden viele Gewässer unter den Folgen von Eutrophierung, die heute grösstenteils aus der angrenzenden Landwirtschaft stammt. Hier sind jeweils angemessene Pufferflächen zu fordern.“ Rote Liste Gefässpflanzen, Gefährdete Arten der Schweiz, Bundesamt für Umwelt BAFU 2016.

Die Eawag forschte im Auftrag des BAFU und präsentierte am 4. April 2017 die Ergebnisse einer Studie zu fünf Schweizer Bächen: „In keinem Fall wurden die gesetzlichen Anforderungen an die Wasserqualität eingehalten. Selbst Stoffkonzentrationen, die für Gewässerorganismen als akut toxisch gelten, wurden überschritten. Biologische Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Lebensgemeinschaften unter den Stoffgemischen leiden.“ Anhaltend hohe Pestizidbelastung in kleinen Bächen, Eawag.

Den Wasserpflanzen und -tieren geht es miserabel

Und was macht das zuständige Bundesamt BAFU? Es lockert per 1. Mai 2017 den Schutz der Gewässer erneut. Ist doch logisch – oder? Die Kantone müssen dann für „sehr kleine Gewässer“ keinen Gewässerraum mehr ausscheiden. Die Definition von „sehr kleinen Gewässern“ wird den Kantonen, wohl im Sinne der Rechtssicherheit und -gleichheit (!!!), überlassen. Für den Innerschweizer Bauernbund sind Bäche bis 2 m Breite „sehr klein“, also 80% der Fliessgewässer.

Der Gewässerraum wurde erst mit der Revision der Gewässerschutzverordnung (GSchV) von 2011 eingeführt. Damit die Pufferstreifen für Dünger und Pflanzenschutzmittel besser in den Gewässerraum passen, wurde dann auf Druck der Bauern auch die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung geändert: Messung der Pufferstreifen ab Uferlinie statt – wie international üblich – ab Böschungsoberkante. Wo auf den Gewässerraum verzichtet wird, ist die Verschmutzungsgefahr in Zukunft besonders gross.

Für die zuständige Sektionschefin Susanne Haertel „fallen die Lockerungen aber kaum ins Gewicht“, wie sie gegenüber dem Tages-Anzeiger sagte. Genauso tönte es aus den Amtsstuben anlässlich der Einführung der Messmethode ab Uferlinie. Mag sein, dass Susanne Haertel insofern recht hat, als die Pufferstreifen sowieso von vielen Bauern nicht eingehalten werden.

Widerspruch zur Vernehmlassung GSchV

Auszug aus dem erläuternden Bericht zur Vernehmlassung GSchV: „Der Verzicht der Ausscheidung des Gewässerraumes bei sehr kleinen Gewässern zu Gunsten der Landwirtschaft geht zu Lasten der Umwelt. Der Schutz dieser Gewässer ist zwar wie bisher über die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) und die Direktzahlungsverordnung (DZV) geregelt. Aufgrund der neuen Messweise ab Uferlinie statt wie bisher ab Böschungsoberkante sind die Gewässer jedoch künftig schlechter geschützt.“

Fazit von Heidi: Es wird viel geforscht, debattiert, geschrieben, abgewedelt und gelogen. Doch die Probleme werden nicht gelöst. Der Wille fehlt!

Für die Schweizer Flüsschen sieht die Zukunft düster aus. Den Kleingewässern geht es schlecht. Trotzdem wird ihr Schutz per Anfang Mai noch zusätzlich aufgeweicht. Fabian Renz, Bundeshausredaktor, Tages-Anzeiger vom 26.4.17.

Änderung der Gewässerschutzverordnung per 1.5.17.

Weitere Verwässerung des Gewässerschutzes verhindern! Heidis Mist vom 27.7.16.

Der Acker rückt näher an den Bach, Heidis Mist 29.5.13

Mit dem Wasser macht man keine Kompromisse!, Heidis Mist 11.6.13

„Harmonisierte“ Pufferstreifen an Gewässern, Heidis Mist 25.5.14

Weniger Schutz für unsere Bäche, Susanne Hagen, fair-fish vom 29.4.17

Die Forelle, Franz Schubert, Dietrich Fischer-Dieskau/Bariton,
Gerald Moore/Klavier; Text auf Wikipedia.

29.4.17 HOME

40 Marathons in 40 Tagen auf 6 Kontinenten für Wasser

27. April 2017
Tweet von Mina Guli vom 27.4.17: "Afternoon PT session with the Queen's Guards at Windsor Castle. What an unforgettable experience! #Run4Water" Copyright: Kelvin Trautman.

Tweet von Mina Guli vom 27.4.17: „Afternoon PT session with the Queen’s Guards at Windsor Castle. What an unforgettable experience! #Run4Water“ Copyright: Kelvin Trautman.

Die 46-jährige australische Geschäftsfrau und Athletin Mina Guli will eine einfache Botschaft verbreiten: Viele Länder verbrauchen Wasser schneller als es die Natur nachliefern kann. Sie möchte eine Welt, auf welcher genügend Wasser da ist für alle und für immer.

Mina Guli rennt für das globale Ziel 6 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung: Sauberes Wasser und Sanitärversorgung für alle. Am Weltwassertag 2017 startete sie in Nordamerika am Colorado ihren #run4water. Weiter ging’s entlang der Flüsse Amazonas, Murray Darling, Yangtze und Nil. Seit dem 24.4.17 läuft Mina Guli an der Themse. 1’449 km hat sie bereits zurückgelegt, noch sind 239 km zu bewältigen.

Thirst ist eine Organisation, welche das Sparen von Wasser durch Schulung junger Leute fördert. Gegründet wurde sie von Mina Guli am Weltwassertag 2012 mit zwei Workshops für je Tausend Studenten. Sie ist CEO dieser Gruppe, welche mit ihrem Programm bereits mehr als 40’000 Kinder in chinesischen Schulen und Universitäten erreicht hat sowie 300’000 Jugendliche an Veranstaltungen. Thirst hat 120 Studenten-Klubs in 12 Provinzen Chinas.

Zahlreich sind die Auszeichnungen, die Mina Guli erhalten hat, u.a. 2010 am World Economic Forum in Davos: Young Global Leader. Auch als Läuferin hat sie viel erreicht, etwa den Marathon Des Sables absolviert; das war 2013, siehe Video. Oder 2016 lief sie in sieben Wochen durch Wüsten auf sieben Kontinenten.

Auf ihrem #run4water trägt Mina Guli eine grosse Fahne mit und forderte Leute auf zu unterschreiben, dies als Zeichen für ihr Engagements im Hinblick auf das Globale Ziel 6 der UN, das 2030 erreicht sein soll. Auch Sie, liebe Leserin, lieber Leser, können unterschreiben und sich engagieren. Hier geht’s zum Online-Formular. Die Fahne und das Online-Formular mit den Unterschriften werden nach dem Lauf in New York dem UN Hauptquartier übergeben.

Homepage Mina Guli

The woman running 40 marathons in 40 days, BBC Australia, 27.4.17

School kids in Sao Paulo

27.4.17 HOME


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