Archive for the ‘Wasser’ Category

10 Jahre UNO-Menschenrecht auf Wasser

27. Juli 2020
Die Bewohner Sibiriens nennen den Baikalsee "Die Quelle der Welt", denn sie sind davon überzeugt, dass hier die Welt anfängt. Für sie ist der See auch "Das heilige Meer". 20% des globalen Süsswassers ruhen in diesem Süsswassermeer. Copyright: Maurice Haas. Dem UNESCO-Weltnaturerbe geht es aber schlecht. Klimawandel und Umweltverschmutzung setzen ihm zu. SRF berichtete am 27.7.20 über die <a href="https://www.srf.ch/play/tv/srf-news/video/misere-am-baikalsee?id=d15a53fb-51c8-457a-903b-c39f2bebe91a" target="_blank" rel="noopener">Misere am Baikalsee</a>. Es gibt kaum noch Fische. Viel Wald wurde abgeholzt, es gibt weniger Wasser.

Die Bewohner Sibiriens nennen den Baikalsee „Die Quelle der Welt“, denn sie sind davon überzeugt, dass hier die Welt anfängt. Für sie ist der See auch „Das heilige Meer“. 20% des globalen Süsswassers ruhen in diesem Süsswassermeer. Copyright: Maurice Haas. Dem UNESCO-Weltnaturerbe geht es aber schlecht. Klimawandel und Umweltverschmutzung setzen ihm zu. SRF berichtete am 27.7.20 über die Misere am Baikalsee. Es gibt kaum noch Fische. Viel Wald wurde abgeholzt, es gibt weniger Wasser.

Gastbeitrag von Ernst Bromeis

«Es ist nur ein Recht aber keine Pflicht.»

Heute vor 10 Jahren, am 28. Juli 2010: An diesem regnerischen Morgen habe ich mit meinem Freund Martin den Hallwilersee durchschwommen. Bis zum 1. August sollten noch Zugersee, Zürichsee und die 26 Kilometer im Vierwaldstättersee von Brunnen nach Luzern folgen. Lac Léman, Bodensee, Lago Maggiore, Walensee und weitere waren bereits Geschichte. Der Sommer 2010 war für mich eine schwimmerische Herausforderung, aber auch ein Appell, dass das Wasser in der Schweiz endlich ist.

Leben an den Quellen Europas

Die Schweiz ist gesegnet mit dem «Blauen Wunder». Es ist unser Glück und Privileg, dass wir an den Quellen Europas leben dürfen. Doch das Glück täuscht und die Herausforderungen werden auch für uns von Jahr zu Jahr grösser. Auftauender Permafrost, schmelzende Gletscher, stürzende Berge, Pestizide im Wasser, trockene Sommer, sinkende Grundwasserspiegel, Mikroplastik von den Bergseen bis ins Meer oder versiegelte Landschaften sind täglich in den Medien. Doch wie sich unsere Welt in der Schweiz in den nächsten Jahrzehnten auch immer ändern mag, eines ist sicher: wir werden nicht verdursten oder am kontaminierten Wasser zugrunde gehen. Und doch …

Am Abend nach dem Schwimmen im Hallwilersee erreichte mich die Nachricht, dass das Menschenrecht auf Wasser nun von der UNO anerkannt wurde. Das Menschenrecht auf Wasser, ein Recht der Menschen wie das Recht auf Bildung, Frieden oder freie Meinungsäusserung.

Kein Leben ohne Wasser

Und doch steht in meinen Augen dieses Wasser-Recht über allem. Dieses Menschenrecht ist das Fundament, die Quelle von allem. Leicht sagt es sich in unseren Breitengraden: ohne Wasser kein Leben. Wie existentieller tönt doch die Aussage: kein Leben ohne Wasser!? Erst in dieser Reihenfolge kommt das Essentielle des Wassers zur Geltung. Denn, haben die Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser, ist auch die Bildung, die freie Meinungsäusserung, der Frieden um ein Vielfaches mit grösseren Mühen und Konflikten verbunden.

Zehn Jahre sind keine Zeit in der Menschheitsgeschichte. In einem grösseren Zeitbogen betrachtet, ist das Menschenrecht auf Wasser noch taufrisch. Es widerspiegelt unsere globale Zivilisation, dass das Existentielle erst seit einem Jahrzehnt für alle Menschen gelten soll. Sprich, es soll auch für die 800 Millionen Menschen gelten, die täglich um sauberes Wasser kämpfen oder für die 2’500 Millionen Menschen, die keinen Zugang zu sanitären Anlagen haben, ihr verbrauchtes Wasser richtig ableiten können.

Wo bleibt die Dringlichkeit?

Aber es liegt auch eine Tragik im Recht. Es ist nur ein Recht, aber keine Pflicht. Alle Menschen hätten zwar das Recht auf ihr Wasser, aber die Privilegierten haben nicht die Pflicht, dass die Dürstenden zu ihrem Wasser-Recht kommen. Es herrscht keine Dringlichkeit.

Wie verpflichtender ist doch die Aussage, würden wir von Menschenpflichten reden. Pflichten kann man einfordern. Muss man erfüllen. Und wenn man es nicht tut, muss man sich verantworten. «Wo kein Kläger, auch kein Richter.» Wo kein Kläger, auch kein Wasser. Die Dürstenden können noch so ihr Recht einklagen, kaum jemand wird sich um dieses Recht kümmern.

Es ist Zeit, Verantwortung zu übernehmen

Ich glaube, die Menschenpflichten würden ein neues Zeitalter einläuten. Ein Zeitalter, das Verantwortung übernimmt und von einer Menschlichkeit geprägt ist, die ihre Menschenpflichten erfüllen will. Nicht, weil sie es muss, sondern weil wir gar nicht anders können. Eine Pflicht, die unsere globale Solidarität zu allem Leben ins Zentrum stellt. Denn nur so können und dürfen wir uns Menschen nennen.

Ernst Bromeis, Wasserbotschafter und Expeditionsschwimmer

Ernst Bromeis ist u.a. «Blue Peace» Wasserbotschafter der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, DEZA. Copyright: Maurice Haas.

Ernst Bromeis ist u.a. «Blue Peace» Wasserbotschafter der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, DEZA. Copyright: Maurice Haas.

Ich bin Wasserbotschafter und Expeditionsschwimmer aus der Schweiz. Nach der Ausbildung zum Lehrer und dem Studium zum Sportlehrer und Trainer wurde ich Coach von erfolgreichen Spitzen-Triathleten. Später arbeitete ich als Eventmanager im Tourismus und als Radiojournalist.

Seit 2007 engagiere ich mich hauptberuflich als Wasserbotschafter und Grenzschwimmer für die Sensibilisierungsprojekte meiner Aktion «Das Blaue Wunder». 2008 durchschwamm ich alle 200 Seen meines Heimatkantons Graubünden und 2010 die grössten Seen jedes Schweizer Kantons. 2012 versuchte ich ein erstes Mal, den Rhein auf seiner gesamten Länge zu durchschwimmen, musste den Versuch aber wegen Krankheit abbrechen. 2014 gelang es mir als erstem Menschen, die gesamten 1247 Kilometer von der Quelle des Rheins in den Schweizer Alpen bis zur Mündung in Hoek van Holland zu schwimmen. 2015 schwamm ich von Tenero (Schweiz) zur Weltausstellung «Expo Milano» nach Mailand. 2019 begann ich die Durchquerung des Baikalsees, musste die Expedition aber aus gesundheitlichen Gründen abbrechen.

Das grosse Medienecho, welches meine Expeditionen als Schwimmer haben, setze ich dafür ein, die Menschen für Themen rund um das Wasser zu sensibilisieren. Als Referent trete ich an Konferenzen, bei Unternehmensanlässen sowie an Universitäten und Schulen auf. Ich bin Initiant der UNO-Weltwasserwoche in Scuol/CH und Ideenvater des Projekts eines Weltwasserzentrums «Pol des Wasser – Pol des Lebens» in meinem Heimatkanton Graubünden.

Ich bin verheiratet mit der Theologin Cornelia Camichel Bromeis und Vater von drei Kindern. Ich lebe mit meiner Familie in Davos.

Neue Internetseite „Das blaue Wunder“

Ernst Bromeis-Camichel hat seine Internetseite „Das blaue Wunder“ neu gestaltet. Heidi hat einen Blick hineingeworfen:

Willkommen
in der Welt
des blauen Wunders

Die Menschen für das Thema Wasser zu sensibilisieren ist mein Lebensziel. Darum engagiere ich mich mit Leidenschaft und möchte auch anderen Mut machen, sich für unsere Umwelt stark zu machen. Denn wenn wir es nicht tun, wer sonst?

Nicht zu übersehen ist der Link zu den fünf Voraussetzungen die es braucht, um eine Wasserbotschafterin oder ein Wasserbotschafter zu sein:

www.dasblauewunder.ch

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„I’m a living example of what this virus can do and how it is serious“

27. Juli 2020

Das Corona-Virus ist nicht mein Kernthema, obwohl die Wirkung über den zusätzlichen Abfall durch Fun am Wasser und Abfall ins Wasser auch eins sein könnte: z.B. Corona-Krise und der Plastikmüll und Corona-Müll landet im Meer.

Betroffen bin ich (und sind wir alle) von der Verharmlosung und der Nichtbeachtung von Abstandsregeln und anderen Sicherheitsmassnahmen vieler Mitbewohner dieses Planeten. Auch viele Medien berichten alles, was sich so zu Corona einfach „einsammeln“ lässt. Klare kurze auf Tatsachen basierende Meldungen sind heute möglich, aber selten, und gehen bei all dem Corona-Medien-Müll unter. Die Ernsthaftigkeit der Krankheit wird breit nicht realisiert oder gar verleugnet.

BBC berichtet immer wieder über schwere Fälle, auch von jungen Erkrankten, und man kann erfahren, dass es nicht einfach eine andere Grippe ist, sondern dass die Krankheit viele Organe befallen kann mit Langzeitwirkung. Hier ein aktuell kommuniziertes Beispiel:

BBC: Ein schottischer Pilot, der mehr als zwei Monate an einem Beatmungsgerät in Vietnam verbracht hat, hat die Briten davor gewarnt, „in Bezug auf das Coronavirus nachlässig zu sein“, auch wenn die Massnahmen gelockert wurden.

Stephen Cameron, 42, aus Motherwell, war der kränkste Patient Vietnams und wurde landesweit als Patient 91 bekannt. Er verbrachte 10 Wochen im Koma. „Ich bin ein lebendes Beispiel dafür, was dieses Virus anrichten kann und wie ernst es ist“, sagte er der BBC von seinem Krankenhausbett in Wishaw aus.

Seine Ärzte sagen, dass Stephen Cameron nun „ein langer Weg“ zur Genesung bevorsteht. Er selbst meint: „Ich glaube nicht, dass der Nationale Gesundheitsdienst (NHS) es verkraften könnte, wenn es eine Welle von erkrankten Menschen gäbe, die das Mass an Pflege und Lebenserhaltung benötigen, das ich brauche.“

Coronavirus: Vietnam coma pilot warns people ’not to be blasé‘. BBC vom 27.7.20

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Abfall: Ferienpost zum Nachdenken

24. Juli 2020
Copyright: F. Tanner

Copyright: F. Tanner

Copyright: M. Baumann

Copyright: M. Baumann

Danke für die Ferienfotos. Heidi meint: „Zum Nachdenken!“.

Ein neues Zauberwort ist „Kreislaufwirtschaft“. Dabei wird verschwiegen, dass vieles gar nicht sinnvoll recycliert werden kann, z.B. beim Plastik ist das wegen der vielen verschiedenen Stoffe und Zusätze schwierig. Auch sonst sind zahlreiche unterschiedliche Rohstoffe zu Produkten vereint. Längst nicht alles lässt sich mit vernünftigem Aufwand trennen. Recyclieren braucht zudem Transport und auch sonst reichlich Energie.

Vermeiden ist besser als recyclieren.

Abfälle gefährden Grundwasser, Flüsse und Seen. Heidis Mist vom 18.4.15

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„Wir stehen zusammen, oder wir fallen auseinander“

19. Juli 2020
Im Rahmen der «Agenda 2030» hat die UNO im Jahr 2015 für eine nachhaltige Entwicklung 17 Ziele verabschiedet. Sie richten sich an alle: Staaten, die Privatwirtschaft und die Zivilgesellschaft. Ziel 6: Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen. Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten. Dieses Ziel ist nicht einmal in der Schweiz erreicht, bei weitem nicht!

Im Rahmen der «Agenda 2030» hat die UNO im Jahr 2015 für eine nachhaltige Entwicklung 17 Ziele verabschiedet. Sie richten sich an alle: Staaten, die Privatwirtschaft und die Zivilgesellschaft. Ziel 6: Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen. Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten. Dieses Ziel ist nicht einmal in der Schweiz erreicht, bei weitem nicht!

UNO-Generalsekretär António Guterres überbringt eine eindringliche Botschaft zum Mandela-Tag: „Ungleichheit bestimmt unsere Zeit.“

Globale Risiken, die jahrzehntelang ignoriert worden seien – insbesondere unzureichende Gesundheitssysteme, Lücken im Sozialschutz, strukturelle Ungleichheiten, Umweltzerstörung und die Klimakrise – seien aufgedeckt worden, sagte er. Die Schwächsten leiden am meisten: Menschen, die in Armut leben, ältere Menschen sowie Menschen mit Behinderungen und Vorerkrankungen

Guterres: „Während wir alle auf demselben Meer treiben, ist es klar, dass einige in Superyachten sitzen, während andere sich an den treibenden Trümmern festhalten.“

Die Welt, so schloss er, stehe an einem Scheideweg, und es sei an der Zeit, dass die führenden Politiker entscheiden, welchen Weg sie einschlagen wollen. Die von Guterres vorgestellte Wahl besteht zwischen „Chaos, Spaltung und Ungleichheit“ oder darin, das Unrecht der Vergangenheit zu berichtigen und gemeinsam vorwärts zu gehen, zum Wohle aller.

‘Inequality defines our time’: UN chief delivers hard-hitting Mandela day message. UN-News vom 18.7.20

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Indonesien: Feuer und Wasser!

7. Juli 2020
Jahr für Jahr brennen in der Trockenzeit unzählige urwaldzerstörende Feuer, deren Rauch für die Bevökerung weit herum gesundheitsschädigend sind.

Jahr für Jahr brennen in der Trockenzeit unzählige urwaldzerstörende Feuer, deren Rauch für die Bevökerung weit herum gesundheitsschädigend sind.

Die Papageien wissen es: Die Schweiz bezieht nur NACHHALTIGES Palmöl aus Indonesien. Heidis LeserInnen kennen „andere Fakten“, etwa Klimaveränderung durch Abholzung von Urwald und Anbau von Ölpalmen, gestörter Wasserhaushalt, verschmutztes Wasser, Überschwemmungen, Korruption, Landraub, Kinderarbeit, Erosion usw.

Überschwemmungen nehmen zu

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen unterstützte eine von Borneo Futures durchgeführte Studie mit dem Titel Forests, Floods, People and Wildlife on Borneo. Diese Studie zeigte, dass die durch Überschwemmungen in Kalimantan verursachten Probleme viel grösser sind als bisher erkannt, dass die Überschwemmungsrisiken durch die Änderung der Landnutzung und die Verstädterung (klimarelevant) verschärft wurden und dass dringende und vorausschauende Massnahmen erforderlich sind, um diese Probleme anzugehen.

Die Studien zeigten, dass die Überschwemmungen in weiten Teilen Borneos sowohl an Häufigkeit als auch an Schwere zunahmen, da die Wälder in den Wassereinzugsgebieten und Flussläufen nicht geschützt wurden. Zwischen 2010 und 2013 waren in Kalimantan bis zu 1,5 Millionen Menschen und 360’000 Häuser von Überschwemmungen betroffen, das sind mehr als 10 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Zunahme der Überschwemmungshäufigkeit konzentrierte sich vor allem auf Gebiete mit hoher Bevölkerungsdichte und zunehmender landwirtschaftlicher Entwicklung, was darauf hindeutet, dass die künftigen wirtschaftlichen Auswirkungen der Überschwemmungen noch grösser sein könnten. Das stimmt mit den Aufzeichnungen der malaysischen Regierung überein, die schätzt, dass jährlich 4,82 Millionen Menschen (22 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes) von Überschwemmungen betroffen sind, die jedes Jahr Schäden in Höhe von 250 Millionen Dollar verursachen.

Die Daten weisen nachdrücklich darauf hin, dass die Zunahme der Überschwemmungen höchstwahrscheinlich in Gebieten stattfanden, in denen eine umfangreichere Entwaldung für den Anbau von Ölpalmen oder eine schwere Degradierung durch Abholzung und Brände stattgefunden hatte.

Borneo Futures – Science for Change: Überschwemmungen

Forests, Floods, People and Wildlife on Borneo, United Nations Environment Program, Nairobi, Kenya

700 Waldbrände: Ausnahmezustand in der drittgrössten Provinz

Reuters berichtete am 1.7.20: Angesichts von mehr als 700 anhaltenden Waldbränden verhängt die drittgrösste Provinz Indonesiens den Ausnahmezustand. Gleichzeitig wird der Waldschutz zurückgefahren.

Die drittgrösste Provinz Indonesiens rief am Mittwoch den Notstand aus, nachdem sie mehr als 700 Brände identifiziert hatte. Die südostasiatische Nation bereitet sich auf ihre jährliche Feuersaison vor.

Die Erklärung erfolgt zu einem Zeitpunkt, da Indonesien den Schutz für einige der wichtigsten Tropenwälder der Welt zurückschraubt. Das Team, das Brände identifiziert und bei deren Löschung hilft, hat aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus eine Halbierung seines Budgets erlebt, teilte ein Beamter des Umweltministeriums im vergangenen Monat gegenüber Reuters mit.

Die Provinz Zentralkalimantan teilte mit, dass der Ausnahmezustand bis zum 28.9.20 andauern wird. Der Ausnahmezustand befindet sich in der ersten „Alarmstufe“, was verstärkte Patrouillen und frühzeitige Löschmassnahmen erfordert. „Die Bemühungen zur Eindämmung der Waldbrände sind im Gange, da in fast allen Regionen in Zentralkalimantan im Juli die Trockenzeit begonnen hat“, sagte Alpius Patanan, ein Beamter der Katastrophenschutzbehörde der Provinz.

Kiki Taufik, Leiterin der Greenpeace-Waldkampagne in Indonesien, sagte, die Haushaltskürzungen könnten zu gefährlicheren Bränden führen, die die Gemeinden allein bekämpfen müssten. „Die Brandherde könnten potenziell grösser sein und sich auf entlegene Torfgebiete ausbreiten, insbesondere in den Gebieten, welche ab 2019 abbrannten und noch nicht wiederhergestellt sind“, sagte Taufik. „Und der Dunst könnte potenziell dicker oder ähnlich wie im letzten Jahr sein“, so Taufik.

Indonesien ist der weltweit grösste Produzent von Palmöl, und jedes Jahr werden Brände mit Brandrodungen in Verbindung gebracht, mit denen Flächen für den Palmölanbau gerodet werden. Die Brände des letzten Jahres waren besonders verheerend: 1,6 Millionen Hektar Wald und Torf brannten ab. Ein Grossteil des Palmöls wird im waldreichen Kalimantan, auch bekannt als das indonesische Borneo, sowie auf der Insel Sumatra angebaut.

Umweltschützer sagen, dass die indonesische Palmölindustrie einer der Hauptverantwortlichen für die Entwaldung ist, die auch die Lebensräume gefährdeter Arten wie der Sumatra-Tiger und der Borneo-Orang-Utan schädigt.

Quelle: Indonesian province declares state of emergency over forest fires, Bericht von Stanley Widianto und Kate Lamb; Bearbeitung von Edwina Gibbs, Reuters vom 1.7.20.

Heidis 35 Artikel über Palmöl

7.7.20 HOME

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Trinkwasserinitiative: Ökobilanzen sind auch als Waffen beliebt

3. Juli 2020

Mit den Ökobilanzen oder Lebenszyklusanalysen ist es so eine Sache, je nach Auftraggeber und Ziel kommt für fast dasselbe Untersuchungsobjekt ein ganz anderes Resultat aus der Box. Diese Art von Forschung lebt stark von den Faktoren, welche man einbezieht oder eben nicht. Viele Annahmen werden in ein Modell gefüttert, Annahmen, welche richtig oder falsch sein können.

Fazit der Agroscope-Studie

Agroscope, die landwirtschaftliche Forschungsanstalt des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) liess zum zweiten Mal eine Studie über die Auswirkungen der Trinkwasserinitiative erstellen. Resultat: „Die Studie hat gezeigt, dass die Massnahmen der Trinkwasserinitiative die Belastung von Gewässern in der Schweiz mit Pestiziden und Nährstoffen reduzieren und die Biodiversität im Inland leicht verbessern können. Im Gegensatz dazu nimmt die Umweltbelastung im Ausland stark zu, verursacht durch steigende Nahrungsmittelimporte. Die Verbesserung der Wasserqualität in der Schweiz muss also mit teilweise deutlichen TradeOffs in den Herkunftsländern der Importe erkauft werden. Die TWI-Massnahme «Pestizidverzicht» allein hätte weniger starke Trade-Offs; diese werden vor allem durch die Massnahme des reduzierten resp. extensivierten Tierbestandes verursacht.“

Agroscope publiziert Studie zu Umweltfolgen der Trinkwasserinitiative, Medieninformation Agroscope vom 3.7.20

Vision Landwirtschaft: Mit Tricks zum gewünschten Resultat

Bereits die erste Agroscope-Studie wurde analysiert und kritisiert. Vision Landwirtschaft hat nun auch die zweite Studie unter die Lupe genommen und viele Mängel gefunden, welche die Trinkwasserinitiative in ein schlechtes Licht rücken.

Vision Landwirtschaft: „Punktgenau zu den Verhandlungen der WAK-Ständerat zur Trinkwasserinitiative (TWI) veröffentlichte die Forschungsanstalt Agroscope heute ihre zweite Analyse zu den Auswirkungen der Trinkwasserinitiative.

Doch nicht nur mit ihrem exakten Timing macht Agroscope Politik. Auch der Inhalt ist mehr Politik als Wissenschaft. Die Studie bestätigt zwar eine Vorläuferstudie, die bereits feststellte: Eine Annahme der Trinkwasserinitiative würde in der Schweiz den Pestizideinsatz um zwei Drittel verringern und die Wasser- und Umweltqualität entsprechend massiv verbessern.

Mit der neuen Studie will Agroscope nun aber herausgefunden haben, dass die Trinkwasserinitiative letztlich eben doch schlecht für die Umwelt sei. Grund: die Schweiz müsste aufgrund verringerter Erträge mehr Nahrungsmittel importieren. Und jede aus dem Ausland importierte Kalorie sei massiv umweltschädlicher als die in der Schweiz produzierten Lebensmittel.

Um diese abenteuerliche Aussage zu belegen – mit der Agroscope im übrigen zahlreichen anderen Studien widerspricht – legt die Forschungsanstalt der Modellierung geradezu haarsträubende Annahmen zugrunde.“

Lesen Sie weiter: Wenn eine Forschungsanstalt Politik macht: Vision Landwirtschaft distanziert sich von Agroscope-Studie zur Trinkwasserinitiative, Vision Landwirtschaft vom 3.7.20

Fachleute und WissenschaftlerInnen unterstützen die Trinkwasserinitiative

4aqua - Die Stimme des Wassers

4aqua – Die Stimme des Wassers

4aqua: „Wir sind Fachleute und WissenschaftlerInnen, die tagtäglich die Belastung unserer Trinkwasserressourcen und Gewässer zu sehen und spüren bekommen. Den durch Pestizide und andere Schadstoffe verursachten dringenden Handlungsbedarf können wir aus erster Hand bestätigen. Deshalb haben wir uns zusammengeschlossen. Damit unser Wasser eine faktenbasierte, politische Stimme und einen wirksamen Schutz erhält.“

Wir unterstützen die Trinkwasserinitiative, weil… Lesen Sie hier weiter.

4aqua – die Stimme des Wassers

Wenn Fachleute laut werden müssen: 4aqua fordert griffigeren Schutz der Schweizer Gewässer und Trinkwasserressourcen. Medienmitteilung vom 30.6.20

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Gewässerschutz: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

14. Juni 2020
Setzen wir uns ein für genügend sauberes Wasser! Foto: Die Landquart beim Bahnhof Landquart am 15.1.20.

Setzen wir uns ein für genügend sauberes Wasser! Foto: Die Landquart beim Bahnhof Landquart am 15.1.20.

Zitat aus New Scientist, 30.5.20, The leader, A new, better normal?

„… Aber Covid-19 hat uns einen Einblick in eine Welt gegeben, in der Systeme zerrissen und Lebensweisen radikal verändert werden können, wenn der politische Wille dazu vorhanden ist.

Viele Umweltschützer wagen nun zu hoffen, dass dieser Blick auf schnelles und radikales globales Handeln ein Katalysator für dringend notwendige Veränderungen sein könnte. Wie uns Petteri Taalas (Wikipedia), Leiter der Weltorganisation für Meteorologie, diese Woche mitteilt, könnte dieser Notfall wirklich ein Wendepunkt in unserer Einstellung gegenüber dem sich abzeichnenden klimatischen Notstand sein – wenn wir uns dafür entscheiden, ihn herbeizuführen.“

Heidi meint: Auch der Schutz der Gewässer und der Vollzug von Umweltgesetzen ist möglich, wenn der politische Wille da ist. Wozu haben wir Gesetze, wenn sie doch nicht eingehalten werden? Worauf warten die Behörden? Wasser ist Leben!

14.6.20 HOME

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Heidis Frage am Montag

30. März 2020

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Liszt, Ernst Bromeis, Heidi und der Walensee …

26. März 2020
Der Wasserbotschafter Ernst Bromeis auf seiner Exkursision Schweiz 2010, Etappe Walensee 17.7.10. Copyright: Das blaue Wunder.

Der Wasserbotschafter Ernst Bromeis auf seiner Exkursision Schweiz 2010, Etappe Walensee 17.7.10. Copyright: Das blaue Wunder.

Das Wetter weckt Reisegelüste. Ausflüge sind jetzt aber nicht möglich, denn alle reden von der Corona-Welle, die kommt bzw. da ist. Der Walensee ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Taucher. Schon Franz Liszt hatte ihn Mitte des 19. Jahrhunderts besucht. Heidi nimmt Sie, liebe Leser und Leserinnen, mit an den Walensee!

Wasser ist endlich

Im Juli 2010 durchschwamm der Wasserbotschafter Ernst Bromeis den jeweils grössten See der Schweizer Kantone. Die Reise führte u.a. durch den Lac Léman, Lac de Neuchâtel, Lagio Maggiore, Lej da Segl, Vierwaldstättersee (an der Tellskapelle vorbei), Zürichsee, Bodensee, Walensee oder Zugersee. Das bedeutete 300 km schwimmen.

Die Botschaft, welche Bromeis mit dieser Expedition vermittelte, war „Wasser ist endlich“. Wasser ist auch in einem wassergese(e)gneten Land wie der Schweiz eine limitierte Ressource und steht uns nicht „à discrétion“ zur Verfügung. Bromeis vertritt die Überzeugung, dass auch der vermeintliche Überfluss nur durch richtiges Einteilen und Verteilen nachhaltig verwaltet werden kann. Zehn Jahre sind seither vergangen und die Botschaft ist heute noch wichtiger als damals – nur, wird sie auch gehört von jenen, die handeln müssten?

Am 17.7.10 durchschwamm Ernst Bromeis den Walensee. Bromeis: „Der Walensee verlangte mir alles ab und ist bisher nach dem Lac Leman der fordernste See. Die Wellen haben mich aus dem Konzept gebracht und klatschten mir ins Gesicht.“ Dank der Unterstützung seiner Freunde durchstand er aber diesen Tag gut.

Das blaue Wunder – Schweiz 2010

Der Walensee, der Alles fordert. Das blaue Wunder vom 17.7.10

Fotos von Heidi

Blick vom linken Seeufer aus auf den Walensee und die steilen Felswände.

Blick vom linken Seeufer aus auf den Walensee und die steilen Felswände.

Ufer mit Schwanenfamilie im Sommer.

Ufer mit Schwanenfamilie im Sommer.

Frühling: Auf dem Wanderweg bei Betlis, rechte Seeseite des Walensees.

Frühling: Auf dem Wanderweg bei Betlis, rechte Seeseite des Walensees.

Au lac de Wallenstadt

Walensee-Musik von Franz Liszt (1811-1886):

Franz Liszt. Années de Pèlerinage, Première année: Suisse, S160 No. 2. Au lac de Wallenstadt, gespielt von Nelson Freire

Franz Liszt. Années de Pèlerinage, Première année: Suisse, S160 No. 2. Au lac de Wallenstadt, gespielt von Muza Rubackyte

Franz Liszt. Années de Pèlerinage, Première année: Suisse, S160 No. 2. Au lac de Wallenstadt, gespielt von Lazar Berman

Weitere Interpretationen von Au lac de Wallenstadt

Die Wasserbotschafter. Heidis Artikel über Ernst Bromeis

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Rätsel: Woher kommt das Abwasser? (2)

26. Februar 2020
Was fliesst aus diesem Rohr? Copyright: A. Freitag.

Was fliesst aus diesem Rohr? Copyright: A. Freitag.

Das Rätsel ist gelöst! Die Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil hat sofort gehandelt. Mittels Einsatz von eingefärbtem Wasser konnte festgestellt werden, dass das verschmutzte Abwasser aus einer WC-Anlage im Untergeschoss eines Gebäudes stammte und schliesslich aus dem Zementrohr neben dem Fussweg zur Laufenstrasse trat. Wahrscheinlich wurden aus Versehen ein Zulauf zum Pumpwerk verschlossen als gleichzeitig der Notüberlauf zugemauert wurde. Die WC-Anlage wurde sofort geschlossen. Mittels Kanalkamera wird nun der Abzweiger Richtung Fussweg geortet und ebenfalls zugemauert.

Rätsel: Woher kommt das Abwasser? Heidis Mist 14.2.20

26.2.20 HOME

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