Bergzone III: Güllen Ende November!

30. November 2017
Austrag von Gülle in hohem Bogen durch die Luft, Bergzone III, 25. November 2017. Copyright: Manu.

Austrag von Gülle in hohem Bogen durch die Luft, Bergzone III, 25. November 2017. Copyright: Manu.

Was sagen die Fachleute dazu?

Merkblatt Agridea Hofdünger – gezielt eingesetzt, Copyright Agridea.

Merkblatt Agridea Hofdünger – gezielt eingesetzt, Copyright Agridea.

Wenn zuviel Dünger im Betrieb ist, d.h. hoher Einsatz von Kraftfutter, dann legt der Bauer keinen Wert auf gezielten Einsatz der Nährstoffe. Die Umweltgefährdung interessiert ihn nicht, doch die tiefwurzelnden Unkräuter wie Blacke und Bärenklau freuen sich. Die Biodiversität leidet, Hanggrundwasser auch sowie weiter unten liegende Quellen.

Schnee liegt jetzt über der Gülle.

In der Schweiz gibt es keine Sperrfrist für Düngeraustrag im Winter, dies im Gegensatz zur EU. Die Schweizer Behörden basieren ihre Regelungen gerne auf Eigenverantwortung, was häufig nicht funktioniert. Das weiss man auch in der Bundeshauptstadt. Betroffen ist nicht in erster Linie der Bauer, sondern die Bevölkerung und die Umwelt sind es.

Nachtrag 30.11.17: Kaum veröffentlicht, melden weitere Leute Gülle-Austrag in den Bergen, sogar auf 1’800 m ü.M. ein Fass nach dem andern. An anderen Orten eine dicke Gülle-Schicht. Güllen ist ein Dauerbrenner. Frage über Frage liegt in Heidis Postfach: „Was ist denn nur los, haben die Flächenbeiträge und die Beiträge für Öko-Flachen nicht gewirkt? Muss man immer mehr Vieh halten? Wird von Bio Suisse wirklich kontrolliert? Der Markt spricht ja eigentlich voll dagegen …“

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Das Ernährungssystem muss nachhaltiger werden!

27. November 2017
Wir sollten weniger Fleisch, und zwar drastisch viel weniger Fleisch konsumieren. Vor allem von Schweinen und Hühnern, die mit Kraftfutter gefüttert werden und besonders hohe negative Umweltwirkungen haben.

Wir sollten weniger Fleisch, und zwar drastisch viel weniger Fleisch konsumieren. Vor allem von Schweinen und Hühnern, die mit Kraftfutter gefüttert werden und besonders hohe negative Umweltwirkungen haben.

Die Politik, besonders die Agrarpolitik, ist in vielen Bereichen widersprüchlich. Und die Agrarpolitik kann das Problem der mangelnden Nachhaltigkeit nicht allein lösen, auch der Konsum muss angepasst werden. Einen hervorragenden Artikel zum Thema mit Blick in die Zukunft hat Adrian Müller für den Agrarpolitik-Blog geschrieben. Er bezieht sich auf zwei kürzlich veröffentlichte Studien, eine ist von Agroscope die andere vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau. Hier geht’s zum Artikel:

Für die Schweiz oder für die ganze Welt – nachhaltige Landwirtschaft bedeutet vor allem auch nachhaltigen Konsum, Adrian Müller, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Umweltentscheidungen IED, ETH Zürich; und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL, Frick.

Beim Essen weniger Umwelt verzehren, Beatrix Mühlethaler, Infosperber vom 22.11.17
Albert Zimmermann, Thomas Nemecek, Tuija Waldvogel, Umwelt- und ressourcenschonende Ernährung: Detaillierte Analyse für die Schweiz, Agroscope Science 55, 2017, 170 S.
Der ausführliche Bericht kann heruntergeladen bzw. gelesen werden.

Muller, A., Schader, C., El-Hage Scialabba, N., Hecht, J., Isensee, A., Erb, K.-H., Smith, P., Klocke, K., Leiber, F., Stolze, M. and Niggli, U., 2017, Strategies for feeding the world more sustainably with organic agriculture, Nature Communications 8:1290 | DOI: 10.1038/s41467-017-01410-w

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Kunstlicht: Gefahr für Nachtbestäuber, Gesundheit, Vegetation, Zugvögel …

23. November 2017
Mit LED-Lämpchen ausgestattetes Kleid. Textilmuseum St. Gallen.

Mit LED-Lämpchen ausgestattetes Kleid. Textilmuseum St. Gallen.

Mangelnde Bestäubung und entsprechend geringere Erträge haben viele Ursachen. Pestizide sind eine, aber auch Lichtsmog kann sich negativ auswirken. Schöne neue LED-Welt. Alles wird beleuchtet: Fassaden, Bildschirme überall, LED-Lämpli in Bilder integriert, strahlende Kleider, aktuell Weihnachtsbeleuchtung in unzähligen Varianten.

Eine Studie zeigt, dass die Erde immer heller wird. Zwischen 2012 und 2016 nahm der beleuchtete Aussenraum um 2% pro Jahr zu. Wissenschaftler sagen, dass der Verlust an Nacht in vielen Ländern negative Konsequenzen für Flora, Fauna und das Wohlbefinden der Menschen habe. Eine Abnahme der künstlichen Beleuchtung sei nur in wenigen Ländern feststellbar, etwa Yemen und Syrien, wo Krieg herrscht.

Let the Sun go down

Quelle: Light pollution: Night being lost in many countries, Victoria Gill, BBC 22.11.17

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Jamaika im Agrarland Schleswig-Holstein.

21. November 2017

Die Wünsche von Osmerus sind auch meine Wünsche. Und statt von Verantwortung nur reden, diese auch wahrnehmen.
Die Flagge von Jamaika ist grün, gelb, schwarz.

Osmerus' Blog

Im Bund gerade gescheitert, gleichwohl überall farblich zu finden – nicht nur in Schleswig-Holstein.

Die Farben Jamaikas.

Und hier im Original.

„Grün ist Leben“ sagt die Homepage der Baumschulen.

Aus Sicht des Bodenschutzes muss ergänzt werden: Und Schwarz (von Herbst bis Frühjahr) bedeutet Missachten der Bodenfunktionen, Optimieren von Erosion.

Aus Sicht unseres Lebensraums Erde zu dieser speziellen Farbe Gelb steht die klare Erkenntnis: Solch Gelb ist der Tod – flächenhaft.

Passend zur Weihnachtszeit (ganzjährig zu fotografieren): Oh, Du giftiger Weihnachtsbaum!

Glyphosat flächig in Nadelholz.

Glyphosat-Gelb vor Laubholz.

Glyphosat-Gelb quantitativ längs jedem Grenzmeter.

Glyphosat-Gelb: Klotzen und Kleckern schliessen sich nicht aus.

Bloß die Spritze nicht beim Queren von Wegen abstellen …

Als gäbe es ausser Gift keine andere Praxis für flächenhaften Einsatz …

LandArt – Mäander „strukturiert“ auf totgespritzter Fahrstrecke.

Damit nicht nur Gelb zu sehen ist: Schwarz-Grün bei Nässe.

Und noch ein Bisschen LandArt – früher vermied man, mit ungeeignetem…

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Schweizer Bevölkerung schätzt Biodiversität zu positiv ein

16. November 2017
Quelle: <a href="https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/biodiversitaet/publikationen-studien/publikationen/biodiversitaet-schweiz-zustand-entwicklung.html" target="_blank" rel="noopener">Biodiversität in der Schweiz: Zustand und Entwicklung</a>, BAFU 2017, Seite 14. Grafik zum Vergrössern anklicken.

Quelle: Biodiversität in der Schweiz: Zustand und Entwicklung, BAFU 2017, Seite 14. Grafik zum Vergrössern anklicken.

Löwenzahn – Renaissance eines Unkrauts

Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte … Der Lenz ist da. Und kaum sind die ersten Frühlingsboten wie Schneeglöckchen oder Veilchen verblüht, spriessen auch schon Kräuter und Wildpflanzen: Bärlauch und Brennnessel schlagen aus und mancherorts leuchtet die Landschaft in diesen Tagen so gelb, als habe der liebe Gott mit dem Pinsel der Sonne geklekst. Der Löwenzahn ist jetzt Hauptdarsteller im bunten Naturschauspiel …

… Seit die Gourmetküche den gelben Alleskönner, der vom Mittelmeerraum bis ins Hochgebirge überall wächst, für sich entdeckt hat, verfeinern die gezackten Blätter mit ihrem feinen bitter-würzigen Aroma immer öfter Salatkreationen, Suppen oder auch Reisgerichte …

Heidi meint: Die Matten mögen zur Freude von SpaziergängerInnen gelb leuchten, doch dies ist ein Zeichen von Armut in der Pflanzenwelt.

Quelle: Bezirks-Amtsblatt Landquart und Prättigau/Davos, 21.4.17

Biodiversität: Wunsch und Wirklichkeit

Das „Loblied“ auf den Löwenzahn zeigt einmal mehr, dass die  Bevölkerung den Zustand der Biodiversität zu positiv einschätzt. Die Broschüre des Bundesamts für Umwelt Biodiversität in der Schweiz zeigt den Zustand und die Entwicklung der Artenvielfalt auf. Der Begriff «Biodiversität» sei in der Schweizer Bevölkerung mehrheitlich bekannt. Dies zeigt eine Umfrage im Jahr 2013. Zwei Drittel der Befragten haben den Begriff Biodiversität schon einmal gehört oder gelesen.

Die Notwendigkeit, die Biodiversität zu erhalten, sei unbestritten. Die Befragten begründen sie in erster Linie mit der «Pflicht gegenüber zukünftigen Generationen», mit der «Verbundenheit» mit der Natur, mit deren «Schönheit» und mit einer «moralischen Pflicht».

Erstaunlicherweise stufen die Schweizerinnen und Schweizer den Zustand der einheimischen Biodiversität zu positiv ein. 74 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass der Zustand der Biodiversität «eher gut» (65 Prozent) oder sogar «sehr gut» (9 Prozent) ist. Diese Einschätzung weicht erheblich vom tatsächlichen Zustand der Biodiversität ab, wie er in umfassenden Studien und im vorliegenden Bericht zum Ausdruck kommt.

Biodiversität in der Schweiz: Zustand und Entwicklung, BAFU 2017

15.11.17 HOME

Deutschland hat einen kritischen Agrarbericht

13. November 2017

Am 7.11.17 meldete das Bundesamt für Landwirtschaft, dass der Agrarbericht 2017 online sei. Werfen wir aber zuerst einen Blick über die Grenze! In Deutschland veröffentlicht das AgrarBündnis e.V. einen „kritischen Agrarbericht“. Dieser dokumentiert die ganze thematische Breite der agrarpolitischen Debatte eines Jahres vor dem Hintergrund der europäischen und weltweiten Entwicklung. Das AgrarBündnis ist ein Zusammenschluss von 25 Verbänden der bäuerlichen und ökologischen Landwirtschaft, des Umwelt- und Naturschutzes, des Tierschutzes, der Entwicklungszusammenarbeit sowie der Kirchen.

Der kritische Agrarbericht 2017 erschien am 19. Januar 2017 auch als Buch (320 Seiten, € 24,00 zzgl. Porto). Das Editorial schrieb der Wasserfachmann Klaus Lanz, International Water Affairs.

Zur Zukunft der Ressource Wasser und warum wir handeln müssen

Kaum eine Religion, kaum ein Glaubenssystem, das dem Wasser nicht eine zentrale Bedeutung beimisst. In den grossen Menschheitserzählungen der Weltentstehung ist es der kosmische Urgrund, aus dem alles hervorgeht und der schon am Beginn der Schöpfung vorhanden ist. Wasser steht auch im Mittelpunkt vieler religiöser Riten, symbolisiert Reinigung, Umkehr, Verwandlung, Erneuerung und Wiedergeburt.

Diese Haltung zum Wasser wurde im Zuge der Aufklärung und vor allem der Industrialisierung immer stärker zurückgedrängt und abgelöst durch die Vorstellung, Wasser sei primär eine physische Ressource, die es möglichst intensiv zu nutzen gelte. Der vorliegende Beitrag umreisst die verschiedenen Problemfelder der heutigen weltweiten Wasserkrise, die in der Entfremdung von Mensch und Wasser ihren Anfang genommen hat.

Die Einsicht, dass Wasser die schützenswerte Grundlage allen Lebens auf Erden ist, bleibt abstrakt und folgenlos, wenn es nicht gelingt, die existenzielle Verbundenheit mit dem Wasser wieder erfahrbar zu machen. Hierbei können wir von anderen Kulturen lernen, wie der Autor am Beispiel der Māori zeigt, die mit ihren traditionellen Sichtweisen und Werten die lokale Wasserpolitik ihres Landes massgeblich mitprägen.

Heidi empfiehlt Ihnen, liebe LeserInnen, den ganzen Artikel zu lesen:

„Ich bin der Fluss – und der Fluss ist ich“. Zur Zukunft der Ressource Wasser und warum wir handeln müssen von Klaus Lanz. Der Kritische Agrarbericht 2017

Te Awa Tupua (Whanganui River Claims Settlement) Act 2017, New Zealand Legislation, 20.3.17.
In Artikel 70 dieses Gesetzes entschuldigt sich „The Crown“ und anerkennt die untrennbare Einheit Te Awa Tupua:  The Great River flows from the mountains to the sea. I am the River and the River is me”. Mit dieser Entschuldigung und der Vereinbarung markiert „The Crown“ einen Neubeginn in der Beziehung mit den Einheimischen.

Der kritische Agrarbericht 2002 bis 2017

Der Agrarbericht 2017 ist online, Medieninformation Bundesamt für Landwirtschaft, 8.11.17

13.11.17 HOME

Insektensterben: Das Dornröschen schläft

11. November 2017
Hinweis für ausländische LeserInnen: Die Bundesrätin Doris Leuthard ist für den Umweltschutz zuständig. Sie hat Papst Franziskus in einer Privataudienz im Frühling einen Rosenstock 'Doris' geschenkt.

Hinweis für ausländische LeserInnen: Die Bundesrätin Doris Leuthard ist für den Umweltschutz zuständig. Sie hat Papst Franziskus in einer Privataudienz im Frühling einen Rosenstock ‚Doris‘ geschenkt.

Brief von NaNa:

Frankfurter Allgemeine: 75 Prozent weniger Insekten. „Wir befinden uns mitten in einem Albtraum“

… Bei Erhebungen in 63 deutschen Schutzgebieten zwischen 1989 und 2016 ist ein Rückgang von 76 Prozent (im Hochsommer bis zu 82 Prozent) der Fluginsekten-Biomasse festgestellt worden. Die Verluste betreffen offenbar die meisten Arten, von Schmetterlingen, Bienen und Wespen bis zu Motten und anderen flugfähigen Arten, die praktisch ausnahmslos als Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen oder zumindest als  Beutetiere für Vögel wichtig sind. Etwa 80 Prozent der Wildpflanzen sind abhängig von Insektenbestäubung, und 60 Prozent der Vögel in der heimischen Natur ernährt sich hauptsächlich von Insekten …

75 Prozent weniger Insekten, Joachim Müller-Jung, Frankfurter Allgemeine vom 18.10.17

Echo der Zeit: Insektenrückgang auch in der Schweiz

… Lokführer mussten früher die Scheiben nach jeder Fahrt putzen. Das ist zwar ein starkes Indiz für den Rückgang der Insekten, langjährige Datenreihen zur mengenmässigen Abnahme aller Insekten gibt es nicht in der Schweiz … Die meisten Schweizer Insektenforscher zeigen sich nicht überrascht über diesen massiven Rückgang …

Insektenrückgang auch in der Schweiz, Echo der Zeit vom 4.9.17

PPS: Insektensterben – Das Ausmass der Katastrophe wurde nun wissenschaftlich nachgewiesen

Das Papiliorama in Kerzers spricht seit Jahren immer wieder davon: die Insektenpopulationen sind in den letzten drei Jahrzehnten regelrecht zusammengebrochen. Viele von uns haben dies in den letzten Jahren schon selber beobachtet; keine um Lampen kreisende Nachtfalter mehr, keine Tagfalter mehr über den Wiesen. Ausser einigen wenigen Exemplaren der häufigsten Arten. Mit den Insekten verschwinden – wegen fehlender Nahrung – auch die Vogelpopulationen und die Amphibien. Es wird Zeit für die Schweiz, einen Paradigmenwechsel zu vollziehen und den Gebrauch von Pestiziden zu stoppen …

Insektensterben – Das Ausmass der Katastrophe wurde nun wissenschaftlich nachgewiesen, PPS vom 23.10.17

Blick: Schweizer Politiker schweigen das Problem tot

… Und die Politik? Tut nichts. Der Bundesrat missachtet gemäss Pro Natura sogar die gesetzlichen Vorgaben zum Pestizidgebrauch. Kein Politiker lehnt sich aus dem Fenster und sagt, was er sagen müsste: Es geht so keine Minute weiter, unsere Landwirtschaft vergiftet systematisch unsere Nahrungmittelgrund­lage und unser Trinkwasser. Es gibt keine Ausreden mehr: Wir müssen selber einschreiten. Und zwar dreifach: als Konsument, als Gärtner und als Bürger …

Ihr Verschwinden wäre katastrophal – Retten Sie die Insekten! Silvia Tschui, Blick vom 6.11.17

Nostalgie Duftrose 'Doris Leuthard'

Nostalgie Duftrose ‚Doris Leuthard‘

Heidis Weckruf an Bundespräsidentin Doris Leuthard

Frau Bundespräsidentin, Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, Sie, der Bundesrat und das Parlament müssen handeln, und zwar sofort und ohne Rücksicht auf das Jammern von Industrie und Bauern, denn es geht um „Zukunft“.

11.11.17 HOME

Weniger Dünger – weniger Feinstaubbelastung – weniger Tote

10. November 2017
Eine wichtige Quelle für Feinstaub: Landwirtschaftliche Ammoniakemissionen aus Düngung und Viehzucht. Quelle: Wald1siedel/Creative-Commons Lizenz.

Eine wichtige Quelle für Feinstaub: Landwirtschaftliche Ammoniakemissionen aus Düngung und Viehzucht. Quelle: Wald1siedel/Creative-Commons Lizenz.

Die Senkung landwirtschaftlicher Ammoniakemissionen kann die Sterblichkeit durch Luftverschmutzung erheblich reduzieren.

Für Feinstaub gibt es viele Quellen – nicht nur den Verkehr. Auch eine Reduktion landwirtschaftlicher Emissionen könnte die Menge an gesundheitsschädlichem Feinstaub erheblich senken, wie eine Studie von Forschern des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz zeigt.

Die Wissenschaftler berechneten, dass speziell in Europa und Nordamerika durch die Verringerung von Ammoniakemissionen (NH3) aus Düngung und Viehzucht die Konzentration an Feinstaubpartikeln in der Atmosphäre stark abnehmen würde. Wären die landwirtschaftlichen Emissionen um 50 Prozent niedriger, könnten demnach pro Jahr weltweit 250’000 Todesfälle, die auf Luftverschmutzung zurückzuführen sind, vermieden werden. Die Ergebnisse wurden in Atmospheric Chemistry and Physics, einer Zeitschrift der European Geosciences Union, veröffentlicht.

Die Schweiz ist Vize-Europameister „Ammoniakemissionen“.

Weniger Dünger reduziert die Feinstaubbelastung, Pressemitteilung MaxPlank-Institut für Chemie vom 27.10.17

Impact of agricultural emission reductions on fine-particulate
matter and public health, Atmos. Chem. Phys., 17, 12813-12826, 2017

Konstant hohe Ammoniak-Emissionen: Lieber Asche auf den sauren Waldboden statt Taten, Heidis Mist vom 19.2.17

10.11.17 HOME

Umweltverschmutzung folgt nicht der Kuznets-Kurve!

9. November 2017
Durch Umweltverschmutzung verursachte Todesfälle pro 100'000 Einwohner.

Durch Umweltverschmutzung verursachte Todesfälle pro 100’000 Einwohner.

Jahrzehntelang haben sowohl Regierungen wie auch die internationale Entwicklungsgemeinschaft die Umweltverschmutzung und ihre schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit, die Umwelt und den Planeten vernachlässigt. Eine neue Kommission von The Lancet will sich diesem dringenden Problem annehmen.

Die beträchtlichen Kosten der globalen Verschmutzung für das Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft  könnten nicht länger ignoriert werden, schreiben Pamela Das und Richard Horton im The Lancet. Neun Millionen starben 2015 an den Folgen von Umweltverschmutzung, 92% davon in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommensniveau.

Wieso wurde die Umweltverschmutzung ignoriert?

Verschiedene Faktoren haben zur Missachtung der Umweltverschmutzung beigetragen. Ein langlebiges Hindernis ist der Irrglaube, dass Verschmutzung und Krankheit der Umwelt-Kuznets-Kurve folgen. Die Lancet-Kommission verwirft diese Hypothese vehement und bezeichnet sie als fehlerhaft und veraltet.

Quelle: Die Volkswirtschaft der Schweiz, Beat Holz-Hart, Patrick Dümmler, Daniel Schmuki.

Quelle: Die Volkswirtschaft der Schweiz, Beat Holz-Hart, Patrick Dümmler, Daniel Schmuki.

Ein weiterer Grund ist, dass in vielen Ländern Umweltschutz und Gesundheitswesen in getrennten Ministerien angesiedelt sind und so umweltrelevante Krankheiten nicht gemeinsam angegangen oder allzuoft gar nicht thematisiert werden. Entsprechend gering ist auch der Stellenwert in der medizinischen Ausbildung. Die Trennung von Umweltschutz und Gesundheitwesen hätten auch die Entwicklung der Forschung über Krankheiten behindert, welche durch Umweltverschmutzung verursacht werden.

Die internationalen Entwicklungsprogramme sind der Verringerung von Armut, der Gesundheitsförderung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten gewidmet. Sie wurden nicht dafür geschaffen, die heutigen Umweltprobleme anzugehen.

Ein dauerndes Hindernis in der Bekämpfung von Umweltverschmutzungen sind die mächtigen Kapitalinteressen. Sie beeinflussen die Politik der Regierungen überproportional und hindern dadurch die Forschung über den Zusammenhang zwischen Umweltverschmutzung und Krankheiten. Diese Kreise behaupten, dass vorgeschlagene Massnahmen nicht wirksam seien und verhindern so neue Standards, Gebühren und Gesetze. Die Interessenvertreter wirken national und international.

Die Lancet-Kommission zeigt dringenden Handlungsbedarf auf.

Pollution, health, and the planet: time for decisive action. Pamela Das, Richard Horton, The Lancet vom 19.10.17

The Lancet Commission on pollution and health, The Lancet vom 19.10.17

9.11.17 HOME

Insektensterben: Der Blick ruft zum Handeln auf

7. November 2017
Eine deutsche Studie zeigt: 75 Prozent der Menge aller Insekten sind weg, im Vergleich zu 1970. 48 Prozent der Pflanzen in der Schweiz stehen auf der roten Liste, sind also vom Aussterben bedroht.

Eine deutsche Studie zeigt: 75 Prozent der Menge aller Insekten sind weg, im Vergleich zu 1970. 48 Prozent der Pflanzen in der Schweiz stehen auf der roten Liste, sind also vom Aussterben bedroht.

Während der Bundesrat und das Parlament den dringenden Handlungsbedarf in der Landwirtschaft nicht sehen wollen, läutet der Blick die Alarmglocke. Zitate aus dem Blick vom 5.11.17:

Retten Sie die Insekten!

Sterben die Insekten, bricht unsere Nahrungsmittelkette zusammen. Was Sie dagegen tun können.

Schweizer Politiker schweigen das Problem tot

Und die Politik? Tut nichts. Der Bundesrat missachtet gemäss Pro Natura sogar die gesetzlichen Vorgaben zum Pestizidgebrauch. Kein Politiker lehnt sich aus dem Fenster und sagt, was er sagen müsste: Es geht so keine Minute weiter, unsere Landwirtschaft vergiftet systematisch unsere Nahrungmittelgrund­lage und unser Trinkwasser. Es gibt keine Ausreden mehr: Wir müssen selber einschreiten. Und zwar dreifach: als Konsument, als Gärtner und als Bürger.

Auch politisch können wir Einfluss nehmen. Folgende Initiativen gilt es zu unterschreiben: Die initiative-sauberes-trinkwasser.ch will nur noch Direktzahlungen an Bauern erlauben, die keine Pestizide versprühen; und mittels der Initiative future3.ch wollen Westschweizer Forscher künstliche Pestizide in der Schweiz verbieten. Damit unsere Enkelkinder eine Chance haben.

Wann erwachen unsere Behörden aus dem umweltpolitischen Tiefschlaf?

Ihr Verschwinden wäre katastrophal – Retten Sie die Insekten! Silvia Tschui, Blick vom 5.11.17.

7.11.17 HOME


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