Symposium in Braunschweig: Illegaler Handel mit Pflanzenschutzmitteln ist globales Problem

8. November 2018
Der Hamburger Hafen ist ein bekannter Umschlagplatz für den illegalen Handel mit Pflanzenschutzmitteln. Besonders die Transit-Kontrolle muss verschärft werden. Copyright Ludwig Tent

Der Hamburger Hafen ist ein bekannter Umschlagplatz für den illegalen Handel mit Pflanzenschutzmitteln. Besonders die Transit-Kontrolle muss verschärft werden. Copyright Ludwig Tent

Rund 14% der in der EU gehandelten Pflanzenschutzmittel sind gefälscht!

Am 6. und 7. November 2018 fand in Braunschweig ein Symposium zur Aufdeckung und Bekämpfung des illegalen Handels mit Pflanzenschutzmitteln statt. Vertreter des Schweizer Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) nahmen an dieser Veranstaltung teil, denn das BLW ist sich der Problematik des illegalen Handels mit Pflanzenschutzmitteln in Europa bewusst. Es beteiligt sich aktiv an den einschlägigen Arbeiten der OECD und Europol, um diesen Handel auf internationaler Ebene zu bekämpfen. Zudem steht das BLW in engem Kontakt mit den anderen betroffenen Bundesämtern und den Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Eine kurze Beschreibung des Problems (Videos):

Illegale Pflanzenschutzmittel – 3 Fragen an: Dr. Martin Streloke (BVL)

Illegale Pflanzenschutzmittel – 3 Fragen an: Dr. Nils Kurlemann (BVL)

Medienmitteilung des Deutschen Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) über das Symposium:

Experten diskutieren neue Strategien der Bekämpfung ­– Stärkere Kontrolle des Internethandels

Der Handel mit illegalen Pflanzenschutzmitteln ist nach Einschätzung von Europol einer der am schnellsten wachsenden Bereiche der organisierten Kriminalität in der Europäischen Union. Gefälschte oder nicht genehmigte Mittel können ein Risiko für die Gesundheit und die Umwelt darstellen und verursachen zudem grosse wirtschaftliche Schäden. Experten von Institutionen der EU, aus Behörden verschiedener EU-Mitgliedstaaten und der Bundesländer sowie der Wirtschaft über Wege, den illegalen Handel entschieden zu bekämpfen. Sie sprachen sich dabei für stärkere Kontrollen und mehr Kooperation aus. Zu dem Symposium aus der Reihe „Herausforderungen“ hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eingeladen.

Nach Schätzungen des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) waren im Jahr 2017 rund 14 Prozent der in der EU gehandelten Pflanzenschutzmittel gefälscht – dies entspricht einem Marktvolumen von rund 1,3 Milliarden Euro. Der weltweite Anteil illegaler Mittel am Gesamtmarkt für Pflanzenschutzmittel wird auf jährlich über sechs Milliarden Euro geschätzt. „Wir haben es hier mit einer Form der organisierten Kriminalität zu tun, die globale Lieferketten entwickelt hat und weltweit agiert“, umriss BVL-Präsident Helmut Tschiersky in seiner Begrüssungsrede vor rund 80 Experten aus 15 Staaten die Dimension des Problems. Statt geprüfter und von den Behörden zugelassener Substanzen, die in der vorgesehenen Anwendung sicher seien, würden gefälschte Produkte mit unbekannten Chemikalienmixturen in den Umlauf gebracht. „Niemand weiss, was darin enthalten ist, niemand hat sie getestet“, so Tschiersky.

Neu: Überwachung Internethandel

Um diesen illegalen Handel entschieden zu bekämpfen, seien ein umfassender Ansatz und  interdisziplinäre, internationale Kooperationen gefordert. Immer mehr Pflanzenschutzmittel würden im Internet gehandelt, was die Kontrolle aufgrund mangelnder Proben erschwere. Tschiersky kündigte deshalb an, das BVL werde seine Expertise bei der Überwachung des Internethandels mit Lebensmitteln in Zukunft auf den Handel mit Pflanzenschutzmitteln ausweiten. Für ein entsprechendes Projekt soll in naher Zukunft eine Vereinbarung mit den Bundesländern abgeschlossen werden. Friedel Cramer, Referatsleiter für Pflanzenschutz im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, begrüsste dieses Vorhaben und sagte hierfür die Unterstützung des Bundesministeriums zu.

Um die Überwachungsbehörden der Bundesländer bei ihrem Vorgehen gegen den illegalen Handel mit Pflanzenschutzmittel zu unterstützen, hat das BVL bereits im Jahr 2013 eine Task Force gegründet. Sie fungiert als Ansprechpartner für die zuständigen nationalen und internationalen Behörden und Institutionen, wie Nils Kurlemann, Leiter der Task Force, berichtete. Bei aktuellen Fällen arbeiten in der Task Force Fachleute aus verschiedenen Institutionen zusammen, um Informationen zu bündeln und zu vernetzen. Im BVL-Labor für Formulierungschemie werden Analysemethoden entwickelt, um verdächtige Produkte umfassender untersuchen und somit illegale Pflanzenschutzmittel identifizieren zu können. Es ist das einzige behördliche Labor in Deutschland, das Pflanzenschutzmittel-Proben auf Echtheit untersucht.

Parallelhandel bereitet grosse Probleme – Staatsanwaltschaften sind untätig

Im Rahmen der Marktkontrolle suchen die Pflanzenschutzdienste der Bundesländer aktiv nach illegalen Pflanzenschutzmitteln und verhängen Ordnungsmassnahmen, zum Beispiel Bussgelder. Seit dem Jahr 2004 hat das BVL in Folge des Missbrauchs 47 Genehmigungen für den Parallelhandel widerrufen. Dennoch bereitet gerade die Sanktionierung des illegalen Handels Probleme. Durch die Kontrollbehörden aufgedeckte Fälle würden zumeist strafrechtlich durch die Staatsanwaltschaften nicht weiter verfolgt, berichtete Kurlemann. Hier müsse sich in Zukunft etwas ändern, lautete eine Forderung.

Hoffnungen setzten die Teilnehmer des Symposiums in die neue EU-Kontrollverordnung 2017/625, die bis Ende 2019 umgesetzt werden muss. Diese sieht erstmals klare Regelungen für die Kontrolle des Handels und der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln vor. In vielen EU-Staaten wie Deutschland gibt es auch bislang schon derartige Kontrollen. Diese werden nun EU-weit harmonisiert.

Zwei Drittel der Pflanzenschutzmittel in Hamburg im Transit

Gonzalo Granado Lois von der EU-Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit berichtete, ein EU-Audit habe viele Schwachstellen bei den europaweiten Kontrollen aufgedeckt. Foto: Pflug/BVL

Gonzalo Granado Lois von der EU-Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit berichtete, ein EU-Audit habe viele Schwachstellen bei den europaweiten Kontrollen aufgedeckt. Foto: Pflug/BVL

Pflanzenschutzmittel werden global gehandelt. Dies betrifft auch die illegalen Produkte. Aufgrund des freien Warenverkehrs ist somit die Kontrolle an den Aussengrenzen der Europäischen Union von entscheidender Bedeutung. Seit dem Jahr 2009 kontrolliert der Pflanzenschutzdienst beispielsweise im Hafen Hamburg verstärkt Pflanzenschutzmittellieferungen, die auf dem Seeweg nach Europa gelangen, wie Jörg Buddemeyer von der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation berichtete. Im Jahr 2016 wurden 17’800 Tonnen an Pflanzenschutzmitteln nach Hamburg geliefert, überwiegend aus Asien. Etwa zwei Drittel der Substanzen befänden sich im Transit und würden weiter in andere EU- und Drittstaaten verschifft, beschrieb er die Herausforderungen bei der Kontrolle.

Der Hamburger Hafen steht neben einigen anderen Häfen wie Rotterdam und Antwerpen für eine effektive Kontrollstelle, bescheinigte Gonzalo Granado Lois von der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission. Ein Audit der Europäischen Kommission deckte aber auch sehr viele Schwachstellen bei den Kontrollen auf, die oftmals unzureichend und EU-weit kaum koordiniert seien. „Gerade die Kontrolle beim Transit muss verschärft werden“, forderte sein Kollege Thierry Henne von OLAF, der Antibetrugsbehörde der Europäischen Kommission.

Rasche Analysen gefragt

Ein grosses Problem bereitet der Nachweis illegaler Pflanzenschutzmittel. Am zweiten Symposiumstag beschäftigten sich die Experten deshalb mit Fragen der Analytik, etwa wie Pflanzenschutzmittel auf ihre Echtheit geprüft werden können und welche Untersuchungsmethoden hierfür in Frage kommen. Eine auf EU-Ebene eingesetzte Arbeitsgruppe Formulierungsanalytik hat in den vergangenen zwei Jahren Richtlinien für eine analytische Strategie entwickelt. Ziel ist es, bei den Probenuntersuchungen innerhalb kurzer Zeit sichere Ergebnisse zu erhalten. Der erste Entwurf wird derzeit zwischen den Experten der beteiligten EU-Mitgliedstaaten diskutiert und kommentiert.

Grosse Risiken und Schäden

Für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln gelten in der Europäischen Union einheitliche Regeln. In Deutschland ist für die Zulassung das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zuständig. In einem vereinfachten Verfahren erteilt das BVL auch Genehmigungen für Pflanzenschutzmittel, die im sogenannten Parallelhandel in Deutschland auf den Markt gebracht werden sollen. Die Genehmigung wird dann erteilt, wenn das beantragte Pflanzenschutzmittel in einem Mitgliedstaat der EU zugelassen ist und in der Zusammensetzung mit einem in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel (Referenzmittel) übereinstimmt.

Illegale Mittel umgehen diese strengen Zulassungsverfahren. Damit handelt es sich um ungeprüfte, den Behörden unbekannte Produkte, von denen erhebliche Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier und für die Umwelt ausgehen können. Auch Landwirte erleiden grosse wirtschaftliche Schäden, wenn etwa das Mittel nicht wirkt oder es nicht zulässige Rückstände in Lebensmitteln hinterlässt. Hersteller und Händler von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln werden durch den Schwarzmarkt ebenfalls wirtschaftlich geschädigt.

In der Europäischen Union werden illegale Pflanzenschutzmittel beispielsweise unter dem Deckmantel des Parallelhandels gehandelt. Dabei täuschen Parallelhändler vor, zugelassene Pflanzenschutzmittel aus anderen EU-Staaten in Verkehr zu bringen, obwohl es sich in Wirklichkeit um nachgemachte Produkte aus dubiosen Quellen handelt. In anderen Fällen werden Fälschungen zugelassener Pflanzenschutzmittel (einschliesslich ihrer Verpackungen) illegal auf den Markt gebracht. Schliesslich gelten auch Produkte, deren Zusammensetzung von der zugelassenen bzw. genehmigten Zusammensetzung erheblich abweichen, als illegale Pflanzenschutzmittel.

Weiterführende Informationen

Illegaler Handel mit Pflanzenschutzmitteln ist globales Problem, BVL, Pressemitteilung vom 8.11.18

Informationen zum Symposium: http://bvl.bund.de/symposium2018

Hamburger Hafen: Drehscheibe für gefälschte Pestizide, Heidis Mist vom 5.9.18

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Grenzwerte für Pestizid-Cocktails gefordert

6. November 2018

Blutprobe: Die Werte im Cartoon sind fiktiv. Viele Faktoren beeinflussen die Wirkung von Getränken: Grösse, Körpergewicht, Alter, Geschlecht, Essen vor dem Alkoholkonsum, verstrichene Zeit bis zur Blutprobe, Berechnungsmethode (Formel), Promillerechner, INFAR.

Blutprobe: Die Werte im Cartoon sind fiktiv. Viele Faktoren beeinflussen die Wirkung von Getränken: Grösse, Körpergewicht, Alter, Geschlecht, Essen vor dem Alkoholkonsum, verstrichene Zeit bis zur Blutprobe, Berechnungsmethode (Formel), Promillerechner, INFAR.

Sum, sum, sum … ein Summenwert für Pestizid-Cocktails liegt in der Luft.

Organisationen, Kantone, Medien und auch Heidi fordern Höchstwerte nicht nur für Einzelstoffe, sondern auch für Mischungen. Heidi meint: „Die Mischung macht das Gift.“

So etwa schreibt saldo in der neuesten Nummer „Die Wirkungen von hormonaktiven Chemikalien können sich gegenseitig verstärken – das zeigt eine neue Studie. Grenzwerte gibt es aber nur für die einzelnen Stoffe … saldo fordert schon seit Jahren Summengrenzwerte für Pestizide und hormonaktive Stoffe.“ Bereits 2011 berichtete saldo über die gleichlautende Forderung der Umweltämter der Kantone Luzern und Aargau.

Die Vernehmlassungfrist für die neuen, vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) vorgeschlagenen astronomisch hohen Anforderungswerte für Pestizide in Oberflächengewässern ist im März 2018 abgelaufen. Der Vorschlag ist bei vielen Adressaten schlecht angekommen, sogar bei Markus Ritter, dem Präsidenten des Schweizer Bauernverbands. Wie die Rundschau des Schweizer Fernsehens berichtete, ist das BAFU zurückgekrebst: Die revidierten Grenzwerte sollen 10 µg/l nicht überschreiten. Die neuen Zahlen hat das BAFU aber noch nicht veröffentlicht. Sie sind geheim – ausser man hat gute Beziehungen.

Abschiedsgeschenk von Doris Leuthard und Johann Schneider-Ammann an die Frösche

Froschkönig: „Wir wünschen uns, dass der alte allgemeine Anforderungswert für Pestizide von 0,1 µg/l beibehalten wird. Zudem soll das BAFU einen Summenwert von 0,5 µg/l (analog Trinkwasserqualität) einführen. Was, Frau Bundesrätin Leuthard, haben Pestizide in der Umwelt zu suchen, deren vorgeschlagener, „risikobasierende“ Anforderungswert unter 0,1 µg/l liegt? Sie schaden uns Wasserorganismen und auch euch Menschen. Bitte verlangen Sie von Ihrem Kollegen Johann Schneider-Ammann, dass er diese Gifte verbietet. Das ist eine bescheidene Forderung! Am liebsten hätten wir, dass er alle schädlichen Pestizide verbietet.“

Keine Grenzwerte für Chemiecocktails, Thomas Lattmann, saldo 6.11.18 (18/2018)

Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV)

Neue Pestizid-Anforderungswerte für Oberflächengewässer: Rechnen mit Heidi. Heidis Mist vom 1.3.18.

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Bern 3.11.18: Verkauf von 100% ungespritzten Hochstamm-Äpfeln

29. Oktober 2018
Ralph Hablützel ist Bio-Bauer und zuständig für das Projekt «Pestizidfreie Schweizer Landwirtschaft» bei Vision Landwirtschaft: «Aufgrund des diesjährigen Obstüberangebotes suchen wir von Vision Landwirtschaft für ungespritzte Hochstamm-Äpfel zusätzliche Abnehmer. Da kam der Öpfelchasper wie gelegen».

Ralph Hablützel ist Bio-Bauer und zuständig für das Projekt «Pestizidfreie Schweizer Landwirtschaft» bei Vision Landwirtschaft: «Aufgrund des diesjährigen Obstüberangebotes suchen wir von Vision Landwirtschaft für ungespritzte Hochstamm-Äpfel zusätzliche Abnehmer. Da kam der Öpfelchasper wie gelegen».

Die Schweiz wird dieses Jahr aufgrund des Jahrhundertsommers mit 60’000 Tonnen zusätzlichen Äpfeln überschwemmt. Mit der Aktion vom 3.11.18 in Bern wollen der Öpfelchasper und Vision Landwirtschaft die besten Hochstamm-Äpfel retten, denn es lohnt sich nicht, sie zu pflücken und zum Vermosten sind sie viel zu schade, die absolut ungespritzten tadellosen Äpfel. Der Kampagnepreis von CHF 3.20 fliesst direkt an die Bauern.

Lassen Sie sich überraschen, auch seltene Apfel-Sorten sind dabei. Das Wichtigste in Kürze:

Wann: Samstag, 3. November 2018 von 9.00 – 16.00 Uhr

Wo: Öpfelchasper, Güterstrasse 8, 3008 Bern (Warmbächli)

Äpfel: 100% ungespritzte Hochstamm-Äpfel mit Nachweis

Direktverkauf: CHF 3.20 pro Kilo, nur Barbezahlung direkt an Bauer

Verpackung: Bringen Sie die eigene Tragtasche mit, ansonsten Transport in Kiste gegen Depot möglich

Vorbestellung an Öpfelchasper: „Sei ein Superchasper und bestelle gleich kistenweise Äpfel. Zum Lagern in deinem Keller, für dich und deine Arbeitskollegen, deine Kinder und deren Schulgspänli, Verwandte und Bekannte. Wir nehmen deine Vorbestellung ab 12 Kilo Äpfel bis zum 29. Oktober 2018 entgegen“: +41 43 818 61 54, info@oepfelchasper.ch

Heidi meint: Die Bestellfrist für grosse Megen läuft zwar heute ab, aber der Öpfelchasper ist wahrscheinlich flexibel und nimmt Ihre verspätete Bestellung trotzdem an.

Öpfelchasper-Aktion in Zürich war ein grosser Erfolg

Hochstammobst-Kampagne in Zürich beim Öpfelchasper war sehr gut organisiert.

Hochstammobst-Kampagne in Zürich beim Öpfelchasper war sehr gut organisiert.

Am 27.10.18 fand eine Verkaufsaktion für Hochstammobst in Zürich statt. Die Nachfrage übertraf die kühnsten Erwartungen.

Erstmals konnte in der Schweiz gezeigt werden, dass Tafelobst nicht nur pestizidfrei auf biodiversitätsfördernden Hochstammbäumen produziert werden kann, sondern dass es sich im grösseren Stil in Top-Qualität zu sehr guten Preisen auch verkaufen lässt. Die Produzenten erhielten für ihr Obst mehr als doppelt so hohe Preise wie sonst im Handel.

Attraktives Gemüse/Früchte-Abo von Öpfelchasper

Der Öpfelchasper ist mit seinen Mitarbeitenden aktiv in Zürich, Winterthur, Basel und Bern. „Wir beliefern Stadtmenschen mit frischen Früchten und knackigem Gemüse: in Bio-Qualität, CO2-neutral und immer mit dem Velo. Für ein rundum gesundes Genusserlebnis.“ Ein Abonnement lohnt sich.

Bern: Rette ungespritzte Hochstamm-Äpfel, Öpfelchasper facebook

Informationen zur Öpfel-Aktion

Ein Hoch auf die ungespritzten Hochstammäpfel! Vision Landwirtschaft vom 8.10.18

Öpfelchasper, der BIO-Velokurier:

Aktion für die verschmähten Äpfel, Tagesanzeiger vom 26.10.18

Öpfelchasper – ein Portrait aus der Sicht einer Chasperin, Kurzvideo

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Die Malser Initiative als europäisches Beispiel

6. Oktober 2018

 

Pressemitteilung PAN-EUROPE (Brüssel) vom 2.10.18:

Am 27.9.18 fand der erste Runde Tisch «Pestizid-freie Gemeinde» im europäischen Parlament in Brüssel statt. Der italienische Europa-Abgeordnete Nicola Caputo (PD) hat gemeinsam mit dem Vorsitzenden der PEST-Committee (Ausschuss des europäischen Parlament für EU-Genehmigungsverfahren für Pestizide) Eric Andrieu (S&D Fraktion des EU-Parlamentes) die Malser Initiative «Pestizidfreie Gemeinde» nach Brüssel eingeladen.

Anhand des Beispiels aus Südtirol diskutierten europäische Bürgermeister mit den Europa-Abgeordneten über notwendige Massnahmen, die auf EU-Ebene, Mitgliedsstaatsebene und lokaler Ebene notwendig sind, um Pestizidfreie Gemeinden zu ermöglichen. Somit konnte das Beispiel Mals einen konstruktiven Beitrag zu der Arbeit des PEST-Committees liefern.

Gleichzeitig fand auch der Kick-off für die PAN-Europe-Initiative «Europäisches Netzwerk für Pestizid-freie Gemeinden» mit einem Positionspapier statt. Die Stadt Bozen hat bereits im Februar 2018 ihre Unterstützung bekräftigt und die Umwelt-Rätin Lorenzini begeisterte die Teilnehmer mit ihrem Vortrag.

Dazu Koen Hertoge, Vorstandsmitglied PAN-Europe: »Die Gemeinden, Städte und Regionen in Europa brauchen eine stabile, klare und verlässliche Gesetzgebung, damit der Einsatz von Pestiziden wesentlich reduziert bzw. verboten werden kann. Nur so kann die Gesundheit der Bevölkerung weitgehend geschützt werden. Auch hier ist die Südtiroler Politik gefordert Massnahmen zu setzen».

Der Malser Weg

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Konsumieren, konsumieren, konsumieren …

29. September 2018

Haben Sie den Blog von George Monbiot noch nicht abonniert? Höchste Zeit es zu tun! Er befasst sich mit brennenden Themen unserer Zeit. Seine Beiträge sind zwar „Bleiwüsten“, aber spannend zu lesen, fundiert und sauber recherchiert; sie werden im Guardian veröffentlicht.

In seinem Beitrag vom 5.9.18 schreibt George Monbiot, dass das Problem nicht einfach nur Plastik sei, sondern das Konsumverhalten allgemein. Im August 2018 wurde von Starbucks und Costa gefordert, dass sie die Plastikkaffeebecher durch solche aus Maisstärke ersetzen sollten. Die 60’000 Unterstützer dieser Lösung auf Twitter fragten sich nicht, wieviel Fläche für Nahrungsproduktion durch den Anbau von Mais verloren ginge, wieviel Dünger und Pestizide eingesetzt würden. Sie stellten auch nicht die Frage nach der Bodenerosion.

Man sage uns, dass wir alle etwas tun könnten. Aber das genüge nicht.

George Monbiot: „Die Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, sind struktureller Natur: ein politisches System, das von kommerziellen Interessen erfasst wird, und ein Wirtschaftssystem, das nach endlosem Wachstum strebt …

… Einweg-Kaffeetassen aus neuen Materialien sind nicht nur keine Lösung. Sie sind eine Verewigung des Problems. Den Planeten zu verteidigen bedeutet, die Welt zu verändern.“

Lesen Sie doch den ganzen Beitrag:

Plastic Soup, The problem is not plastic. It is consumerism. By George Monbiot, published in the Guardian 5th September 2018.

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Nach der Ernte: Blick auf tote Kulturpflanzen und Technik

23. September 2018
Im Hintergrund: frisch gespritzte Streifen, Im Vordergrund: abgestorbene Pflanzen.

Im Hintergrund: frisch gespritzte Streifen, Im Vordergrund: abgestorbene Pflanzen.

Schwarze Folie und mit Herbizid bespritzte Pflanzen.

Schwarze Folie und mit Herbizid bespritzte Pflanzen.

Tote Pflanzen auf mit Folie bedecktem Damm.

Tote Pflanzen auf mit Folie bedecktem Damm.

Die obere Folie ist weg. Plastikschläuche kommen zum Vorschein.

Die obere Folie ist weg. Plastikschläuche kommen zum Vorschein.

Kulturtechnik.

Kulturtechnik.

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Wasser des Lebens – Skulptur für den Bundesplatz?

21. September 2018

 

Wasser des Lebens, Cristallina Marmor 2007-08, Werner Rüefli, Jedlitschka Gallery, Zürich.

Wasser des Lebens, Cristallina Marmor 2007-08, Werner Rüefli, Jedlitschka Gallery, Zürich.

Von Zeit zu Zeit kommt Heidi am „Wasser des Lebens“ vorbei, einer Marmor-Skulptur von Werner Rüefli. Sie steht vor der Jedlitschka Gallery in Zürich. Der Preis sei nicht verhandelbar, heisst es. Auch die Qualität des Wassers ist nicht verhandelbar! Eigentlich müsste man „Wasser des Lebens“ als Mahnmal auf den Bundesplatz in Bern stellen, denn ohne Wasser kein Leben.

Werner Rüefli, Olten

Jedlitschka Gallery, Zürich

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Lebensmittelpreise: Einstellungssache

18. September 2018

Noch nie zuvor haben die Nahrungsmittel das Haushaltsbudget so wenig belastet.

«Ich stelle immer wieder fest, dass die öffentliche Meinung ganz klar in Richtung Nachhaltigkeit tendiert. Alle wollen möglichst Bio, fair produziert und, und, und… Aber wenn es drauf ankommt, vor dem Regal, entscheiden sich viele immer noch für das günstigere Produkt. Hier besteht eine Diskrepanz zwischen den moralischen Ansprüchen und dem schlussendlichen Einkaufverhalten», Martin Jucker (Jucker Farm).

Fair Food – zu welchem Preis? Jucker Farm

Fair-Food-Initiative

Fair Food und Ernährungssouveränität – zwei Landwirtschaftsinitiativen vor der Abstimmung, Vision Landwirtschaft vom 31.8.18

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Alpabzug, trockenheitsgeschädigte Wellen-Maisfelder und Gülle

15. September 2018
Der letzte Teil des Alpabzugs führt entlang einer Nationalstrasse ...

Der letzte Teil des Alpabzugs führt entlang einer Nationalstrasse …

... und der Bahnlinie. Alpabzug 15.9.18.

… und der Bahnlinie. Alpabzug 15.9.18.

Der Ackerboden ist flach, doch der Untergrund verschieden beschaffen. Im trockenen Sommer 2018 haben die Maispflanzen unterschiedlich viel Wasser erhalten, weshalb die Höhe der Pflanzen stark variiert. Der Acker präsentiert sich daher als kurioses wellenförmiges Gebilde.

Der Ackerboden ist flach, doch der Untergrund verschieden beschaffen. Im trockenen Sommer 2018 haben die Maispflanzen unterschiedlich viel Wasser erhalten, weshalb die Höhe der Pflanzen stark variiert. Der Acker präsentiert sich daher als kurioses wellenförmiges Gebilde.

Unterschiedlich hohe Maispflanzen wegen Wassermangel.

Unterschiedlich hohe Maispflanzen wegen Wassermangel.

Im nahen Bach fliesst noch immer kein Wasser.

Im nahen Bach fliesst noch immer kein Wasser.

Auf einem abgeernteten Maisfeld hat ein Bauer bereits Gülle ausgebracht. Die Krähen freuen sich über allerlei Fressbares (wie Regenwürmer), das an die Oberfläche geflüchtet ist. In der Regel liegen die begüllten Felder bis im Frühling ungepflügt brach, was eine Widerhandlung gegen die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung ist, denn stickstoffhaltige Dünger dürfen nur zu Zeiten ausgebracht werden, in denen die Pflanzen den Stickstoff aufnehmen können. Hier gibt es nicht einmal Unkräuter!

Auf einem abgeernteten Maisfeld hat ein Bauer bereits Gülle ausgebracht. Die Krähen freuen sich über allerlei Fressbares (wie Regenwürmer), das an die Oberfläche geflüchtet ist. In der Regel liegen die begüllten Felder bis im Frühling ungepflügt brach, was eine Widerhandlung gegen die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung ist, denn stickstoffhaltige Dünger dürfen nur zu Zeiten ausgebracht werden, in denen die Pflanzen den Stickstoff aufnehmen können. Hier gibt es nicht einmal Unkräuter!

Wenn Gülle auf nackte Erde ausgebracht wird, sind die Ammoniak-Emissionen hoch und die Gefahr der Auswaschung ins Grundwasser ist beträchtlich.

Wenn Gülle auf nackte Erde ausgebracht wird, sind die Ammoniak-Emissionen hoch und die Gefahr der Auswaschung ins Grundwasser ist beträchtlich.

 

15.9.18 HOME

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Rapsöl oder Palmöl?

13. September 2018

Am kommenden Samstag, 15. September 2018, findet im Zentrum Paul Klee in Bern ein Agri-Kultur-Tag zur Frage „Rapsöl oder Palmöl?“ statt. Der Anlass dauert von 14.00 bis 16.30 Uhr.

Die Veranstalter schreiben: „Kaltgepresstes Rapsöl gilt als äusserst gesund und ideal für die kalte Küche. Es ist reich an ungesättigten Fettsäuren und weist zudem ein besonders günstiges Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren auf. Neue sogenannte HOLL-Rapssorten eignen sich zum Braten und Frittieren.

Wie unterscheiden sich Raps- und Palmöl in der Qualität und in der Nachhaltigkeit? Solche Fragen diskutieren wir mit Ernährungs- und Landwirtschaftsfachleuten.

Speziellen Einblick erhalten wir in die sozialen und ökologischen Folgen des Palmölanbaus. Zudem ergründen wir wie nachhaltig die Produktion von Schweizer Rapsöl im Vergleich zum umstrittenen Palmöl ist und ob Rapsöl oder andere Öle das Palmöl ersetzen können.

Mit:
Dominik Imhof, Leiter Kunstvermittlung ZPK
Katrin Kopf, Lebensmittelwissenschafterin, Berner Fachhochschule, HAFL
Sabine Lerch, Biologin, Biovision
Harald Menzi, Agrarökologe und FRUCHTLAND-Berater ZPK

Ausstellungseintritt.

Hier finden Sie Fruchtland.

Flyer zum Ausdrucken: Agri-Kultur-Tag, Samstag 15. September 2018

Zentrum Paul Klee: Ein Kunstmuseum mit Acker, Bienen, Biodiversität…, Heidis Mist vom 10.7.16

Heidis 22 Artikel über Palmöl

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