Posts Tagged ‘Abholzung’

Bruno Manser Filme bis 16.1.22 auf SRF

10. Januar 2022
Copyright: Victor B.

Nach Ansehen des Bruno Manser Films ist das die Konklusion! Copyright: Victor B.

Wenn es um Erhaltung von Regenwälder geht, dann kommt man nicht um Bruno Manser herum. Das Schweizer Fernsehen zeigt bis 16.1.22 zwei Filme:

Bruno Manser – Laki Penan
Das Urvolk der Penan auf Borneo akzeptierte den Schweizer Umweltaktivisten Bruno Manser als einen von ihnen. Als Bulldozer mit dem planmässigen Abholzen des Regenwaldes begannen, wehrte sich Manser. Damit schuf er sich mächtige Feinde. Im Frühjahr 2000 verschwand er spurlos im Dschungel von Borneo.

Bruno Manser – Die Stimme des Regenwaldes
Auf der Suche nach einem Leben in Einklang mit der Natur schliesst sich Bruno Manser einem Stamm der Penan auf Borneo an, beginnt sich mit ihnen gegen die massive Abholzung ihres Lebensraums zu wehren und entwickelt sich zu einem der berühmtesten Umweltschützer seiner Zeit. Eine wahre Geschichte.

Kommentar

Bruno Manser – Mein Herz weint wie Todesgesang
Hörbild von Peter Jaeggi
Mit Maria Becker, Bruno Manser und Stimmen aus dem Regenwald

Bruno Manser, der Schweizer Kämpfer für den Regenwald, ist seit Mai 2000 verschollen. Ein Jahr zuvor kehrte er nochmals zu seinen Freunden zurück, zu den Regenwald-Nomaden der Penan im Urwald von Sarawak in Ost-Malaysia. Dieses Hörbild bringt bisher unveröffentlichtes Tonmaterial von dieser letzten Reise. Bruno Manser lebte sechs Jahre (1984 – 90) bei den Penan. Er versuchte zusammen mit diesen Waldnomaden zuerst im Stillen und später, als alles nichts half, mit spektakulären Aktionen auf die Regenwaldvernichtung und damit die Vernichtung der Penan aufmerksam zu machen. Einmal schrieb Bruno Manser in sein Tagebuch: „Mein Herz weint wie Todesgesang.“

© Peter Jaeggi (www.peterjaeggi.ch) und Bruno-Manser-Fonds, Basel

Leserbrief

Liebe Heidi

Ich habe soeben 4 Stunden Bruno Manser Filme geschaut. Ich habe den Spielfilm damals verpasst. Sehr eindrücklich vor allem der Dok-Film.

Es ist zu hoffen, dass es möglich ist, durch diesen Spielfilm die Leute wieder aufzurüttelt, und auch, dass der Film auch ausserhalb der Schweiz immer wieder gezeigt wird.

Herzlicher Gruss

Barbara

Unterstützen Sie den Bruno Manser Fonds.

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Sind tropische Böden fruchtbar?

10. Januar 2022
Typisch für die Tropen ist die Laterit-Bildung. Laterit von lat. later = Ziegel, wegen der ziegelroten Farbe des entstehenden Bodens. Sie ist eine Folge der hohen Niederschläge und der beträchtlichen Temperaturen, die zur Anreicherung von Aluminium- bzw. Eisenoxiden und -hydroxiden im Boden geführt haben.

Typisch für die Tropen ist die Laterit-Bildung. Laterit von lat. later = Ziegel, wegen der ziegelroten Farbe des entstehenden Bodens. Sie ist eine Folge der hohen Niederschläge und der beträchtlichen Temperaturen, die zur Anreicherung von Aluminium- bzw. Eisenoxiden und -hydroxiden im Boden geführt haben. Quelle: Bodenwelten

Weil Urwälder so üppig wachsen und die Flora und Fauna so vielfältig ist, glauben viele Leute, dass die Böden fruchtbar seien.

Wenn aber der Urwald weg ist, was dann? Die Antwort auf die Frage „Sind tropische Böden fruchtbar?“ gibt die Plattform Bodenwelten:

„In den Tropen gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Bodentypen. Bestimmend für die Bodenentwicklung ist das ganzjährig feuchte Klima und die hohen Durchschnittstemperaturen. Dadurch ist der Boden meist bis in mehrere Meter Tiefe entwickelt.

Karge Böden

Tropische Böden sind meist tiefgründig verwittert. Deshalb werden kaum Nährstoffe aus dem Gestein nachgeliefert. Die Böden beziehen somit ihren Nährstoffvorrat vor allem aus absterbenden Pflanzenresten des Regenwaldes. Wird der Regenwald gerodet, werden auch keine Nährstoffe nachgeliefert. Deshalb sind die Böden meist schnell ausgelaugt. Wesentlichen Einfluss auf das Nährstoffangebot hat die Art der Tonmineralbildung. Die in den Tropen häufigen Zweitonschichtminerale können aufgrund ihrer chemischen Struktur Nährstoffe weniger gut „speichern“ als die in den mittleren Breiten üblichen sog. Dreitonschichtminerale.“

Weitere Informationen zu tropischen Böden auf Bodenwelten, etwa zu den selteneren fruchtbaren Böden.

Üppiger Regenwald wächst auf einer Wüste

Mongabay: „Die üppigen grünen Regenwälder von Zentralkalimantan (indonesisches Borneo) wachsen auf einer Wüste. Die Illusion von organischem Reichtum und Fülle ist nirgendwo stärker als in diesen Küstendschungeln und Mangroven, Sümpfen und Heidewäldern. Die hoch aufragenden Bäume und die schwindelerregende Vielfalt von Flora und Fauna suggerieren, dass irgendwo im Land Energie- und Lebensreserven gespeichert sind und alle lebenden Organismen aus diesem unendlichen Vorrat schöpfen. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein.

Borneo, die drittgrösste Insel der Welt, hat beispielhafte Regenwaldböden: flach und nährstoffarm. Die vielen Regenfälle in diesen uralten Ökosystemen haben den Boden über Millionen von Jahren ausgelaugt. Weltweit reicht der Mutterboden in tropischen Regenwäldern nicht tiefer als 20 cm, oft nur 10 cm, und enthält fast den gesamten verfügbaren Vorrat an Stickstoff, Phosphor und Kalium“

Borneo’s lush forests are an illusion: trees grow on deserts. Mongabay 14.6.10

GEOHILFE:Die Immerfeuchten Tropen – Böden

Die Böden der Immerfeuchten Tropen sind gekennzeichnet von intensiver chemischer Verwitterung. Physikalische Verwitterung spielt keine grosse Rolle. Es dominieren saure, nährstoffarme Böden.“

Palmöl FAO: „Die Ölpalme braucht viele Mineralsalze, um ihre Blätter und Fruchtstände zu bilden. Wenn die Ölpalme jung ist, braucht sie vor allem Stickstoff. Wenn die Ölpalme zu produzieren begonnen hat, braucht sie viel Kali. Kali erhöht die Anzahl der Fruchtstände und macht sie grösser.“

Krankheiten und Schädlinge sind immer häufiger ein Problem in Palmölplantagen. Hinzu kommt der Mangel an Düngemitteln, der immer grösser wird. Die Preise steigen. Die theoretisch berechneten Erntemengen sind nur möglich, wenn die richtigen Dünger in genügender Menge zugeführt werden. Für Kleinbauern ist der Kauf von Düngern eine Herausforderung, das Ausbringen auch. Die Ernteresten aus der Fabrik verrotten mangels Transportmöglichkeiten meist ungebraucht und/oder werden bei Hochwasser weggespült. Besonders schwierig dürfte das Düngen von Bio-Palmölplantagen sein.

Trotzdem Abholzung

NZZ vom 4.3.20: „Während die schwer zugänglichen Wälder Zentralafrikas noch in relativ gutem Zustand sind, hat man in Westafrika zwischen Senegal und Nigeria bereits über 80 Prozent und in Ostafrika, etwa in Äthiopien, Kenya oder Uganda, über 90 Prozent der Wälder verloren. Ähnlich düster sieht es auf Madagaskar aus. Konservativ geschätzt, hat Afrika von den im Jahr 1900 vorhandenen 350 Millionen Hektaren Wald bis heute mindestens ein Drittel verloren, das meiste davon in den letzten fünfzig Jahren.“

Wieso Afrika seit 1900 ein Drittel seiner Waldfläche verloren hat. NZZ 4.3.20

Wir setzen immer häufiger auf Lebensmittel, die dort wachsen, wo einst Urwald war – das ist ein riskantes Spiel. So sind etwa die Phosphat-Reserven auf der Erde begrenzt, Biodiversität, Wasserkreislauf und Umwelt leiden.

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Zum Nachdenken: „An den Rändern der Welt“

31. Dezember 2021
"... Das macht mich wirklich wütend. Oft löschen wir ein Feuer und woanders bricht schon ein neues aus ..."

„… Das macht mich wirklich wütend. Oft löschen wir ein Feuer und woanders bricht schon ein neues aus …“

Das Schweizer Fernsehen zeigt bis 27.1.22 den Film An den Rändern der Welt:

„An den Rändern der uns bekannten Welt leben sie, die letzten indigenen Gemeinschaften – fernab der Zivilisation und doch betroffen von ihren Folgen. Bevor auch diese letzten indigenen Lebensweisen dem stetigen Vordringen der Globalisierung weichen müssen, ist Fotograf Markus Mauthe zu ihnen gereist.

Die Reise führt vom Südsudan und von Äthiopien zu den Seenomaden nach Malaysia und den Indios im brasilianischen Mato Grosso, die angefangen haben, sich gegen die Zerstörung ihres Lebensraums zu wehren.“

Markus Mauthe

Markus Mauthe, Wikipedia

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Indonesische Ministerin für Umwelt und Forstwirtschaft: „Indonesien zu zwingen, bis 2030 keine Wälder mehr abzuholzen, ist offensichtlich unangemessen und unfair.“

7. November 2021

Quelle: REDD-Monitor

Indonesien gehörte zu den mehr als 100 Ländern, die am 2. November 2021 die Erklärung von Glasgow über die Wälder unterzeichneten. Am folgenden Tag erklärte Siti Nurbaya, Indonesiens Ministerin für Umwelt und Forstwirtschaft, bei einem Vortrag an der Universität Glasgow: „Indonesien zu zwingen, bis 2030 keine Wälder mehr abzuholzen, ist offensichtlich unangemessen und unfair.“

Indonesien strebt bis 2030 eine „Kohlenstoffneutralität“ in der Forstwirtschaft an. Siti argumentierte, dass dies „nicht als Nullabholzung interpretiert werden sollte“.

Massive Entwicklung

Siti schrieb auf Twitter: „Die massive Entwicklung in der Ära von Präsident Jokowi darf nicht im Namen von Kohlenstoffemissionen oder im Namen der Abholzung gestoppt werden.“

Korruption und Entwaldung

Anstatt sich über die Walddeklaration von Glasgow zu streiten, die in jedem Fall freiwillig ist und nur eine weitere in einer langen Reihe bedeutungsloser UN-Erklärungen darstellt, täte Siti gut daran, sich mit der fortschreitenden Abholzung zu befassen, die derzeit im Lande stattfindet.

Untersuchungen von The Gecko Project und Tempo, die im Oktober 2021 veröffentlicht wurden, zeigen, dass das Verteidigungsministerium hinter der Zerstörung der Wälder in Gunung Mas in Zentralkalimantan steckt. Regenwald, der Lebensraum für Orang-Utans ist, wird abgeholzt, um Platz für mehr als 30’000 Hektar Maniok-Plantagen zu schaffen. Den Dorfbewohnern wurde nicht mitgeteilt, wo die Plantagen angelegt werden sollen und wann mit der Abholzung des Waldes begonnen wird.

Verteidigungsminister Prabowo Subianto spielt eine zentrale Rolle im indonesischen „Food Estate“-Programm, das von Präsident Widodo im Juni 2020 ins Leben gerufen wurde. Das Programm zielt darauf ab, die durch die COVID-19-Pandemie verursachte weltweite Nahrungsmittelkrise zu bewältigen.

Beamte des Verteidigungsministeriums haben Pläne für mehr als eine Million Hektar Maniokplantagen im Land ausgearbeitet. Diese Pläne beinhalten die Zerstörung der artenreichen Wälder in Papua, um Platz für landwirtschaftliche Plantagen zu schaffen.

Lesen Sie den ausführlichen Bericht von REDD-Monitor:

Indonesia: Zero deforestation by 2030 is “inappropriate and unfair”. REDD-Monitor 4.11.21

Politically connected firm seeks to profit as Indonesian government cuts down orangutan habitat. The Gecko Project 14.10.21

oder

Nach Waldabkommen von Glasgow – Indonesien will weiter entwalden. Franzfurter Allgemeine 5.11.21

Drittgrößter Regenwald der Welt Indonesische Umweltministerin will weiter Bäume abholzen. Spiegel Wissenschaft 5.11.21

Indonesien relativiert Vereinbarungen bei COP26 zum Entwaldungs-Stopp. Nau 4.11.21

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Die Erklärung von Glasgow über die Wälder ist alles andere als „beispiellos“. Sie ist nur eine weitere in einer langen Reihe von bedeutungslosen UN-Erklärungen

6. November 2021

REDD-Monitor

REDD-Monitor

REDD-Monitor (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation) untersucht die Widersprüche und Kontroversen, die sich hinter dem verrückten Plan verbergen, weitere Treibhausgasemissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe durch die Verrechnung mit „vermiedener Entwaldung“ im Globalen Süden zu ermöglichen. Gegründet wurde REDD-Monitor 2008. Mehr als 2’000 Beiträge informieren über Abholzung, Landnahme, Ablasshandel usw.

Heidi hat REDD-Monitor abonniert und dadurch viele Informationen zum Thema erhalten. Chris Lang von REDD-Monitor hat die Geschichte der UN-Walddeklarationen aufbereitet; sie beginnt 1992. Hier ein Auszug aus seinem Beitrag zu COP26.

„Diese Erklärung ist einer der oft wiederholten Versuche, uns glauben zu machen, dass die Abholzung gestoppt und der Wald erhalten werden kann, indem Milliarden von Dollar in das Land und die Gebiete der indigenen Völker und lokalen Gemeinschaften gesteckt werden. Mehr Geld bedeutet mehr Landraub, Verletzung der Rechte der IPLCs [indigene Völker und lokale Gemeinschaften] und der Frauen sowie ein weiteres Vordringen der Unternehmen in die Wälder. Es ist an der Zeit, den politischen Entscheidungsträgern klarzumachen, dass jede Anstrengung, die Entwaldung zu stoppen und die Wälder zu erhalten, mit der Anerkennung der Rechte der IPLCs und der Frauen beginnen muss und dass die Besitz- und kollektiven Rechte sowie die Verwaltung der Wälder und der Zugang zu den Wäldern für die IPLCs und insbesondere die Frauen sichergestellt werden müssen. Ohne diese strukturellen Veränderungen werden diese Erklärungen immer hohl klingen und nicht nur dazu führen, dass ihre Ziele nicht erreicht werden, sondern auch, dass die Wälder, die biologische Vielfalt und die Gemeinschaften Schaden nehmen.

Greenpeace kritisierte die Walddeklaration von Glasgow als „grünes Licht für ein weiteres Jahrzehnt der Waldzerstörung“. In einer Presseerklärung sagt Carolina Pasquali von Greenpeace Brasilien,

Es gibt einen sehr guten Grund, warum Bolsonaro sich bei der Unterzeichnung dieses neuen Abkommens wohl fühlte. Es erlaubt ein weiteres Jahrzehnt der Waldzerstörung und ist nicht bindend. Währenddessen steht der Amazonas bereits am Abgrund und kann weitere Jahre der Abholzung nicht überleben.

Lesen Sie die vollständige Geschichte hier:

The Glasgow Declaration on Forests is far from “unprecedented”. It’s just another in a long line of meaningless UN declarations. Chris Lang, REDD-Monitar 3.11.21

Heidis zahlreiche Artikel zu Palmöl und Abholzung

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Papua-Neuguinea: Illegale CO2-Zertifikate

26. Oktober 2021

CEO von NIHT Inc. gemäss REDD-Monitor

CEO von NIHT Inc. gemäss REDD-Monitor

Quelle REDD-Monitor vom 25.10.21

„Im August 2021 mietete das in den USA ansässige Unternehmen NIHT Inc. einen Hubschrauber und versuchte zusammen mit Sicherheitskräften von Alpha 6 International, 200 Kina (etwa 55 US-Dollar) an alle Personen über 15 Jahren im Gebiet der lokalen Regierung von Konoagil, Papua-Neuguinea (PNG), zu verteilen. Phil Baquie, der CEO von NIHT Inc, ist auch Direktor von Alpha 6 International.“

Barquie hat bei der Graduate Theological Foundation mit Doctor of Psychology abgeschlossen und an der Liberty University ein Master’s Degree Professional Counseling abgeschlossen mit Summa Cum Laude.

Auf der Homepage von NIHT Inc. wird ein „NIHT Topaiyo REDD+ Project“ (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation) genannt und gemeldet, dass sie bereits 1’327’440 verifizierte „Credits“ (CO2-Zertifikate) produziert hätten. Das Potenzial, während der Laufzeit des Projekts sei, insgesamt 55’090’789 Credits zu generieren.

Die Kamlapar Incorporated Land Group (ILG)wandte sich erstmals im Oktober 2020 schriftlich an die PNG-Behörde für Klimawandel und Entwicklung, Climate Change and Development Authority (CCDA), mit der Forderung, die Auszahlung von Kohlenstoffzertifikaten aus dem NIHT REDD-Projekt dringend zu stoppen. Sie unternahm aber nichts. Nun haben NGOs der CCDA einen langen Brief geschrieben mit den folgenden Forderungen am Schluss:

„Wir fordern nachdrücklich, dass die CCDA als nationale designierte Behörde für REDD+ schnell und entschlossen handelt, indem sie alle neuen freiwilligen Kohlenstoffprojekte in PNG sofort und vorübergehend stoppt, bis alle PNG REDD+ Schutzrichtlinien und -vorschriften fertiggestellt und zur Umsetzung und Durchsetzung genehmigt sind. Eine Ausnahme sollte für Projekte gemacht werden, die von in PNG ansässigen Nichtregierungsorganisationen verwaltet werden und im Einklang mit dem CCMA und dem Entwurf der REDD+-Vorschriften und -Leitlinien entwickelt wurden. Darüber hinaus fordern wir, dass die CCDA die dringend erforderlichen Massnahmen für das NIHT Topaiyo REDD+ Projekt wie oben beschrieben umsetzt.“

Das Schreiben war auch an David Antonioli, den Vorstandsvorsitzenden von Verra, gerichtet. Die Kamlapar ILG forderte, dass „Verra alle Kreditverkäufe im Rahmen des Projekts stoppt“. Seit der Versendung des Briefes hat das NIHT Topaiyo REDD+ Projekt 503’440 Kohlenstoffzertifikate verkauft, wie aus den Emissionsaufzeichnungen von Verra für das Projekt hervorgeht.

Papua New Guinea NGO letter: NIHT Inc “is a big concern for its breaches of legal and proper process”. Chris Lang, REDD-Monitor 25.10.21

26.10.21 HOME

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Palmöl eines indonesischen Top-Abholzer in den Lieferketten von Nestlé & Co.

14. Oktober 2021

Quelle: The Chain vom 12.10.21

Die Jhonlin-Gruppe, einer der grössten Abholzungsbetriebe für Ölpalmenplantagen in Indonesien in den letzten Jahren, hat den Bau einer neuen Biodieselanlage, PT Jhonlin Agro Raya (PT JAR), im Bezirk Tanah Bambu in Südkalimantan abgeschlossen. Die Anlage ist in erster Linie für den indonesischen Biokraftstoffsektor bestimmt.

Die Jhonlin-Gruppe ist im Besitz eines Geschäftsmann aus Südkalimantan, dessen Geschäftsfelder vom Kohlebergbau bis zu landwirtschaftlichen Rohstoffen reichen. Die Gruppe verstösst seit langem gegen die Verpflichtungen des Programms „No Deforestation, No Peat, No Exploitation“ (NDPE). Er ist kein Mitglied des Roundtable on Sustainable Palm Oil und hat sich nicht zur Einhaltung der NDPE-Verpflichtungen verpflichtet. Seit 2018 steht der Konzern auf der CRR-Liste der Top 10 Abholzer für Ölpalmen in Südostasien. Zwischen 2018 und 2020 wurden in den Ölpalm-Konzessionen der Gruppe etwa 11’900 Hektar gerodet.

Johnlin ist auch ein bedeutender Abholzer für industrielle Baumkonzessionen. Zwischen 2016 und 2021 wurden in seinen Industriekonzessionen 3’000 ha Wald gerodet, hauptsächlich in Südkalimantan.

Trotz der fortgesetzten Abholzung gelangen die Palmölprodukte der Jhonlin-Gruppe in die NDPE-Lieferketten, und zwar über ADM, Cofco, General Mills, Grupo Bimbo, Johnson & Johnson, Kao, Kellogg’s, L’Oreal, Nestlé, Oleon, P&G, Reckitt Benckiser und Upfield.

Im Juli 2021 bestätigte Sime Darby, (gegründet 1910) dass sie keine Produkte mehr von Jhonlin bezieht. 2003 gehörte Sime Darby zu den Gründungsmitgliedern des Runden Tisches für nachhaltiges Palmöl (RSPO).

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„Greta hat Recht“: Mars-Führungskräfte sagen, dass den Klimazusagen auch Taten folgen müssen

5. Oktober 2021
Quelle: The Guardian 5.10.21

Quelle: The Guardian 5.10.21

Der Vorstandsvorsitzende von Mars, einem der grössten Konsumgüterhersteller der Welt, hat davor gewarnt, dass die Zusagen der Unternehmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen „allzu oft“ nicht eingehalten werden und damit ihre Glaubwürdigkeit und den notwendigen Wandel bei den Klimaschutzmassnahmen zu untergraben drohen.

Die Äusserungen von Grant Reid und Barry Parkin, Chief Sustainability and Procurement Officer von Mars, kommen, nachdem die Klimaaktivistin Greta Thunberg viele der von den führenden Politikern der Welt versprochenen Klimamassnahmen als „bla, bla, bla“ verurteilt hatte.

„Wir alle haben Greta gehört“, sagte Parkin dem Guardian. „Greta hat recht. Es geht nicht um das Ziel, es geht um den Fortschritt, und es sind die Taten, die zählen.

Am Dienstag legte Mars, zu dessen Produkten M&Ms, Twix, Royal Canin Tiernahrung und Wrigley’s Kaugummi gehören, neue wissenschaftlich fundierte Klimaziele fest, um bis 2050 im gesamten Unternehmen Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen, einschliesslich aller Emissionen, die von seinen Zulieferern erzeugt werden, und der Emissionen der Verbraucher, die seine Marken verwenden.

Das Unternehmen verpflichtete sich ausserdem zu Folgendem:

  • die Abholzung von Wäldern in seiner Lieferkette zu unterbinden
  • die Vergütung von Führungskräften an die Reduzierung von Treibhausgasemissionen zu koppeln
  • seine mehr als 20’000 Zulieferer aufzufordern, Klimaschutzmassnahmen zu ergreifen und sich sinnvolle Ziele zu setzen.

In einem Gastbeitrag für den Guardian sagte Reid, dass zu viele Unternehmen „Netto-Null“-Versprechen machen, die nicht die Gesamtheit ihrer Emissionen abdecken, und dass dieser Zustand das Konzept von Netto-Null zu untergraben droht – das seiner Meinung nach unerlässlich ist, wenn die Welt den Klimawandel bewältigen will.

„Allzu oft fehlen Schlüsselkomponenten, und das wird zu einem bedeutenden Defizit in unseren gemeinsamen Bemühungen führen, die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern“, schrieb Reid. „Die alten Vorgehensweisen werden nicht zu den erforderlichen Veränderungen führen. Wenn wir die Lücken, die in einigen aktuellen Netto-Null-Verpflichtungen bestehen, nicht schliessen, untergraben wir ihre Glaubwürdigkeit und, was noch wichtiger ist, die Klimaschutzbewegung. Das können wir nicht zulassen.“

Lesen Sie die vollständigen Artikel! Sie sind interessant:

‘Greta is right’: climate pledges must be matched by action, say Mars executives. The Guardian vom 5.10.21

5.10.21 HOME

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Plantagen sind keine Wälder!

21. September 2021
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Der 21. September, der Internationale Tag des Kampfes gegen Monokultur-Baumplantagen, ist ein Tag für Organisationen, Netzwerke und Bewegungen, um den Widerstand zu feiern und ihre Stimme zu erheben, um zu fordern: „Stoppt die Ausweitung der Monokultur-Baumplantagen!“ Diese Plantagen bedrohen die Souveränität von Gemeinschaften und Völkern. Der Tag wurde 2004 bei einem Treffen eines Gemeinschaftsnetzwerks ins Leben gerufen, das gegen industrielle Baumplantagen in Brasilien kämpft; der 21. September wurde ausgewählt, weil er in Brasilien der Tag des Baumes ist.

International Day of Struggle Against Monoculture Tree Plantations. World Rainforest Movement, 21.9.21

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NDPE-Palmöl: Verknüpfung mit Abholzung für Industrieholz

27. August 2021

Djarum, PT Wana Hijau Pesaguan Indonesia, February 2021 © Aidenvironment

Djarum, PT Wana Hijau Pesaguan Indonesia, February 2021 © Aidenvironment

The Chain schreibt: Neuer Bericht fordert Käufer von waldgefährdenden Rohstoffen auf, die NDPE-Politik zu stärken

Ein neuer Bericht von Aidenvironment, einem Mitglied von Chain Reaction Research (CRR), weist auf 133’000 Hektar (ha) Entwaldung seit 2016 hin, die von zehn Unternehmen aus dem Industrieholzsektor in Indonesien und Malaysia begangen wurden. Diese zehn Unternehmen liefern Palmöl an einige der weltweit grössten Palmölhändler und -veredler, die sich im Rahmen der NDPE-Richtlinien (No Deforestation, No Peat, No Exploitation) verpflichten, die Abholzung aus ihren Lieferketten zu entfernen.

Der Bericht hebt Probleme hervor, die zunehmend an Bedeutung gewinnen, da der Palmölsektor weiterhin NDPE-Richtlinien einführt und umsetzt. Eines der Hauptprobleme ist die aktive Abholzung von Wäldern für andere Rohstoffe durch Lieferanten in NDPE-Palmöl-Lieferketten. CRR hat bereits über zwei solcher Fälle im Jahr 2020 berichtet. Ein Fall betraf das malaysische Palmölunternehmen United Malacca und seine Pläne, eine 60’000 Hektar grosse Industrieholzplantage in Sulawesi, Indonesien, zu errichten. Der zweite Fall betraf das malaysische Unternehmen Samling und seine Abholzung zur Anpflanzung von Industrieholz in Sarawak. Die Analyse von Aidenvironment zeigt, dass dieses Problem weit verbreitet ist und eine erhebliche Gefahr für die Bemühungen darstellt, den Palmölsektor von der Abholzung zu entkoppeln.

Die von Aidenvironment durchgeführte Analyse der indonesischen und malaysischen Forstwirtschaftsgenehmigungen zeigt, dass der Industrieholzsektor nach dem Palmölsektor der zweitgrösste Plantagensektor in den beiden Ländern ist. Es gibt zahlreiche Überschneidungen zwischen Unternehmen, die Industrieholz- und Ölpalmenplantagen besitzen. Der Bericht behandelt Fälle von Entwaldung durch sieben solcher Unternehmen in Indonesien (Nusantara Fiber, Djarum, Adindo Hutani Lestari, Alas Kusuma, Jhonlin, Hardaya und Sampoerna) und drei Unternehmen in Malaysia (Rimbunan Hijau, Samling und Shin Yang).

Diese Plantagenunternehmen sind in der Lieferkette mit einem oder mehreren der weltweit grössten Palmölraffinerien verbunden. Djarum beispielsweise hat von Januar 2016 bis März 2021 auf seinen Konzessionen für Industrieholz in Indonesien 10’833 ha Wald gerodet. PT Silva Rimba Lestari (PT SRL) war mit einer Abholzung von 5’064 ha in diesem Zeitraum der grösste Abholzer der Gruppe. PT SRL betreibt eine 88’000 ha grosse Konzession im Bezirk Kutai Kartanegara in Ost-Kalimantan. Die Abholzung von Djarum für industrielle Baumplantagen veranlasste die indonesische Nichtregierungsorganisation Auriga Nusantara im Dezember 2019, beim Forest Stewardship Council (FSC) eine Beschwerde gegen den Konzern einzureichen. Im Dezember 2020 zog die FSC-zertifizierte Tochtergesellschaft von Djarum ihr FSC-Zertifikat zurück, wodurch der Beschwerde die Grundlage entzogen wurde.

Trotz dieser bekannten Abholzungsprobleme beliefert Djarum die folgenden Palmölhändler/-raffinerien: Wilmar, Wings, AAK, ADM, BASF, Bunge, Cargill, Fuji Oil, HSA Group/Pacific Inter-Link, Itochu Corporation, Neste Oil, Oleon NV und Pertamina. Auserdem beliefert es die nachgelagerten Unternehmen Avon, Colgate-Palmolive, Danone, Friesland Campina, General Mills, Grupo Bimbo, Johnson&Johnson, KAO, Kellogg’s, L’Oreal, Mars, Mondelēz, Nestle, P&G, PepsiCo, PZ Cussons, Reckitt Benckiser, Hershey, Unilever, Upfield und Vandemoortele.

Da alle diese Palmölkäufer NDPE-Verpflichtungen eingegangen sind, sollte Djarum durch die jüngste Abholzung zu einem nicht konformen Lieferanten werden. Da Djarum jedoch nicht für Ölpalmen, sondern für einen anderen Rohstoff abgeholzt hat, der nicht in den Geltungsbereich der NDPE-Richtlinien für Palmöl fällt, profitiert das Unternehmen weiterhin vom Zugang zu NDPE-Lieferketten, während es aktiv Wälder rodet.

Aidenvironment vertritt die Auffassung, dass die NDPE-Politik gestärkt werden muss, damit die Industrie wirklich behaupten kann, dass keine Abholzung stattfindet. Andernfalls werden Einkäufer mit NDPE-Richtlinien weiterhin Reputationsrisiken durch die Aktivitäten ihrer Lieferanten ausgesetzt sein. Es gibt Präzedenzfälle, in denen Palmölkäufer handeln müssen. In den bereits erwähnten Fällen von United Malacca und Samling stimmte United Malacca beispielsweise zu, die Arbeiten an der Industrieholzkonzession nach Druck von Palmölkäufern einzustellen, und Samling wurde aus der Palmöl-Lieferkette ausgeschlossen.

Wie der Bericht von Aidenvironment zeigt, haben Palmölkäufer auch die Möglichkeit, einen Beitrag zum Waldschutz zu leisten. Die sieben abholzenden indonesischen Unternehmen verfügen innerhalb ihrer Konzessionsgebiete noch über 373’000 ha intakte Wälder, von denen ein grosser Teil der Lebensraum des stark gefährdeten Borneo-Orang-Utans ist. Wenn die Palmölraffinerien die Abholzung von Industriewäldern in ihre Politik der Nichtabholzung einbeziehen und Druck auf diese Geschäftspartner ausüben, damit sie sich an die unternehmensweiten Richtlinien halten, könnten sie die Abholzung reduzieren und erheblich zu mehr Nachhaltigkeit in den beiden wichtigsten Landnutzungssektoren Indonesiens und Malaysias beitragen.

The Chain: New Report Calls on Buyers of Forest-Risk Commodities to Strengthen NDPE Policies. 26.8.21

Heidis weitere 82 Artikel zu Palmöl

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