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Unverantwortlich: Lernende spritzt Duplosan KV-Combi ohne Schutzhandschuhe und -brille

19. Juni 2020
In der Rubrik "Was die Lernende diese Woche erlebt hat" schildert Mirjam Schnider in der Bauernzeitung vom 19.6.20 wie sie auf einer Alp Blacken und Germer mit Duplosan KV-Combi bekämpft hat. Walter K. hat Heidi diesen Artikel zugestellt.

In der Rubrik „Was die Lernende diese Woche erlebt hat“ schildert Mirjam Schnider in der Bauernzeitung vom 19.6.20 wie sie auf einer Alp Blacken und Germer mit Duplosan KV-Combi bekämpft hat. Walter K. hat Heidi diesen Artikel zugestellt.

Diplosan KV-Combi ist für die Bekämpfung von Disteln, giftigen Kreuzkräutern und Germer zugelassen und hat eine Teilwirkung gegen Blacken (Rumex-Arten). Für die Einzelstockbekämpfung mit einer 1%-igen Lösung wie sie Mirjam Schnider betrieben hat, bestehen folgende Gefahrenkennzeichnungen:

  1. Nachfolgearbeiten in behandelten Kulturen: bis 48 Stunden nach Ausbringung des Mittels Schutzhandschuhe + Schutzanzug tragen.
  2. Beweidung oder Schnitt (Grünfutter oder Konservierung) frühestens 3 Wochen nach der Behandlung. Ausnahme: Für nicht laktierende Tiere beträgt die Wartefrist 2 Wochen.
  3. Ansetzen des Mittels: Schutzhandschuhe + Schutzanzug + Schutzbrille oder Visier tragen. Ausbringen des Mittels: Schutzhandschuhe + Schutzbrille oder Visier tragen.

Schnider beschrieb nicht wie sie das Mittel angesetzt hatte, ob mit oder ohne die erforderlichen Schutzmassnahmen wie Schutzanzug. Das Foto zeigt, auch wenn es etwas unscharf ist (siehe Nachtrag vom 20.6.20), dass sie beim Spritzen keine Schutzhandschuhe und -brille trug. Es ist die Aufgabe des Lehrmeisters, die Lernende zu instruieren, sie auf die Gefahren aufmerksam zu machen und die Massnahmen zu ihrem Schutze zu treffen. Die Gesundheit von Mirjam Schnider wird bei dieser Herbizid-Spritzaktion fahrlässig aufs Spiel gesetzt.

Weidetiere (und Wildtiere!) meiden zwar giftige Pflanzen wie den Germer, aber wenn diese welken, dann erkennen sie die Giftpflanzen nicht mehr. So schreibt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen vor, dass die Flächen nach Herbizidbehandlung erst nach vollständigem Absterben und Verfaulen der Pflanzen beweidet werden dürfen.

Duplosan KV-Combi, Pflanzenschutzmittelverzeichnis Bundesamt für Landwirtschaft, Stand 19.6.20. Der "Name des sensibilisierenden Stoffes" ist nicht vermerkt. "Wieso?", frägt sich Heidi.

Duplosan KV-Combi, Pflanzenschutzmittelverzeichnis Bundesamt für Landwirtschaft, Stand 19.6.20. Der „Name des sensibilisierenden Stoffes“ ist nicht vermerkt. „Wieso?“, frägt sich Heidi.

Man verweist auf Gesetze, Vorschriften, Kontrollen … doch in der Praxis sieht vieles anders aus.

Wann kommt das Herbizid-Verbot für Alpen?

Heidis Frage: „Ist dieser Lehrmeister ausreichend ausgebildet für die Ausbildung von Lernenden? Überhaupt, wäre es nicht endlich an der Zeit, die Herbizidspritzerei auf Alpen zu verbieten, zum Schutze der Wildtiere, des Bergwassers, der Umwelt, der Spritzenden? Denn es geht auch ohne!“

„Ein Kurs des Forschungsinstituts für Biologischen Landbau (FiBL) zeigte auf, wie Problempflanzen auf Alpen bekämpft werden können. Natürlich ohne Gift. Denn die immer öfter angewandte Chemiekeule ist weder von dauerhafter Wirkung, noch passt sie zur Naturvielfalt der Alpweiden.“

Problempflanzen auf Alpen

PaturaALPINA informiert über die Bekämpfung von Problempflanzen. So ist etwa zu lesen: „Da ein Germeraufkommen hauptsächlich aufgrund von Unternutzung, zu später Nutzung und / oder unregelmässiger Nutzung auftritt, ist eine rein chemische Regulierung ohne Bewirtschaftungsanpassungen nicht empfehlenswert. Um das Problem der Germerausbreitung an der Wurzel anzupacken, ist eine chemische Regulierung nur in Kombination mit Bewirtschaftungsanpassungen zu empfehlen.“

DigiPlanAlp ist ein Verbundprojekt zum Thema „Problempflanzen auf Alpen“ zwischen Agridea, FiBL, Agroscope und dem Büro Alpe. Im Auftrag des BLW’s wird das bestehende praktische und theoretische Wissen im Umgang mit Problempflanzen im Sömmerungsgebiet aufgearbeitet und digitalisiert. Die Inhalte werden auf dieser Website, in Kurzfilmen auf youtube und dem Agridea-App verbreitet und aktualisiert.

Nachtrag vom 20.6.20: Walter K. hat Heidi auf Anfrage eine besseres Foto geschickt. Darauf ist klar erkenntlich, dass Mirjam Schnider keine Handschuhe trägt, auch keine durchsichtigen.

PaturaALPINA

Bekämpfung des Weissen Germers, Bioaktuell vom 15.4.20

Empfehlungen zum Pflanzenbau und Pflanzenschutz, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, 23.3.20

Heidis 28 Artikel über Herbizide auf Alpen

19.6.20 HOME

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Herbizide: Buntes Treiben auf der Alp

25. April 2020
Herbizideinsatz am 24.4.20 auf einer Alp. Copyright: Mario Z.

Herbizideinsatz am 24.4.20 auf einer Alp. Copyright: Mario Z.

Das schöne Wetter lockt nicht nur die Städter aufs Land, sondern auch die Älpler auf die Alp. Los geht’s mit der Spritze von einem Kraut zum andern, oft genug nicht sachgemäss. Die Ursache von Problemunkräutern sind in der Regel mangelnde Weidepflege und nicht standortgerechte Bewirtschaftung.

DigiPlanAlp: Hilfe von Fachleuten

DigiPlanAlp ist ein Verbundprojekt zum Thema „Problempflanzen auf Alpen“ von Agridea, Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL), Agroscope und dem Büro Alpe. Im Auftrag des Bundesamts für Landwirtschaft wird das bestehende praktische und theoretische Wissen im Umgang mit Problempflanzen im Sömmerungsgebiet aufgearbeitet und digitalisiert. Partner ist auch die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaus (AGFF).

Die Inhalte werden auf DigiPlanAlp, in Kurzfilmen auf youtube und dem Agridea-App verbreitet und aktualisiert.

Copyright: Mario Z.

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DigiPlanAlp

Futterflächen sind keine Freizeitpärke. LID vom 20.4.20

25.4.20 HOME

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Antibiotika, kritische Antibiotika: Leserbrief von Max

22. Dezember 2019

Liebe Heidi

Unsere Klimaaktivisten in Ehren, aber vor lauter CO2, scheint man zu vergessen, dass wir uns gegenwärtig in einem anderen, in einem akuten medizinischen Notstand befinden, der jeden von uns jederzeit treffen und letal sein kann. Es geht um Antibiotikaresistenz, ein Thema das mich, wie Du weisst, seit einigen Jahren beschäftigt.

Heute sind leider sogar die letzten Reserveantibiotika vielfach nicht mehr wirksam. Das sind jene Antibiotika, die eigentlich für den Mensch reserviert und nicht in der Massentierhaltung angewendet werden sollten und somit die Resistenzen fördern.

Das Wohl der Tiere geht vor – wen kümmern Menschenleben? Anscheinend ist das Usanz in der radikalen Tierschützer Szene, in der Viehzucht und bei gewissen Veterinären. Für Patienten ist das schlimmster psychischer Horror, wenn dieser Missbrauch von Reserveantibiotika ihre letzte Hoffnung zerstört, die resistenten Keime zu bekämpfen.

Es macht zornig, wenn man bedenkt, dass hier und heute, im 21. Jahrhundert, wieder Beine amputiert werden müssen, wie vor der Erfindung von Penizillin, oder man muss sogar damit rechnen, nach einer banalen Operation, an einer banalen Infektion zu sterben.

Wo sind unsere ‚AntiResist‘ Proteste, damit die Politik und Pharma endlich fürschi machen, nicht Alibiübungen aufgleisen, schon wieder ein NFS Projekt, mit einigen mickrigen Millionen dotiert, wo doch sofort Milliarden investiert werden sollten und wo wirklich Grund besteht, den Notstand auszurufen.

Für den Klimawandel protestieren Tausende, Konferenzen werden abgehalten: Ein weltweites Getöse! Und was ist mit der Antibiotikaresistenz?

Versteh mich nicht falsch. Ich will nicht das Eine gegen das Andere ausspielen. Es erschreckt eben, wie wirklich erlebte (nicht ‚modellierte‘), anthropogen verursachte Unheilbarkeit, imminent tödliche Gefahren, inklusive mögliches Gift und auch resistente Keime in unserem Trinkwasser, fast nonchalant achselzuckend anscheinend als ‚risk of doing business‘ toleriert werden – mit löblichen Ausnahmen, wie die periodischen TV Programme, auch im Schweizer Fernsehen, die aufrütteln wollen und eigentlich das Volk auf die Strasse treiben sollten.

Beste Grüsse
Max

Killerkeime: Wenn Antibiotika nicht mehr wirken. ZDF

NFS AntiResist, Heiminstitution:Universität Basel

Lieber Max

Vielen Dank für deinen Brief und den Hinweis auf das neue Nationalfonds-Projekt NFS AntiResist. Du hattest mich schon im März 2013 auf das erste Antibiotika-Projekt NFP 49 aufmerksam gemacht, worauf ich den Artikel Antibiotika CH: studieren, zusammensitzen, strategieren schrieb.

Was die Entscheidungsträgern in der Schweiz gut gemacht haben, darf hier auch einmal erwähnt werden: Die Schweiz war eines der ersten Länder, welche Antibiotika im Futter als Leistungsförderer verboten haben, und zwar schon 1999, wo doch dies heute noch stark verbreitet ist, besonders in Nord- und Südamerika.

Über Antibiotika in der Landwirtschaft hat Eveline Dudda für den Landwirtschaftlichen Informationsdienst (LID) ein Dossier erarbeitet. Du findest im Schweizer Bauer vom 28.11.18 ausführliche Informationen.

Es gibt auch gute Beispiele. So dürfen im Biolandbau keine Antibiotika prophylaktisch eingesetzt werden. Im konventionellen sind diese weiterhin erlaubt, neu ist lediglich, dass der Tierarzt sie verschreiben muss. Im Biolandbau ist zudem der Einsatz von Reserveantibiotika stark eingeschränkt.

Mehrere Institutionen haben im Frühling 2019 ein ausführliches Merkblatt herausgegeben zur Verminderung und Optimierung des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung. Vieles kann getan werden, wenn der Wille da ist. Ich hoffe, dass die oft unverbindlichen Empfehlungen beachtet werden und auch der Vollzug des Tierschutzgesetztes ernsthaft in allen Kantonen kontrolliert wird. Nicht nur beim Gewässerschutz gibt es unschöne Mängel, auch im Tierschutz!

Du siehst also, es läuft auch in der Landwirtschaft einiges, noch wesentlich mehr ist nötig!

Herzliche Grüsse

Heidi

NEUE WEISUNG ZUM EINSATZ VON ANTIBIOTIKA, Bio Suisse

Eingeschränkter Einsatz von Antibiotika, Bio Suisse per 1.1.16

Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen: Verminderung und Optimierung des  Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung, Merkblatt Agridea April 2019

Antibiotika CH: studieren, zusammensitzen, strategieren, Heidis Mist 3.3.13

Alle Artikel von Heidi mit dem Stichwort „Antibiotika“

22.12.19 HOME

Bergzone III: Güllen Ende November!

30. November 2017
Austrag von Gülle in hohem Bogen durch die Luft, Bergzone III, 25. November 2017. Copyright: Manu.

Austrag von Gülle in hohem Bogen durch die Luft, Bergzone III, 25. November 2017. Copyright: Manu.

Was sagen die Fachleute dazu?

Merkblatt Agridea Hofdünger – gezielt eingesetzt, Copyright Agridea.

Merkblatt Agridea Hofdünger – gezielt eingesetzt, Copyright Agridea.

Wenn zuviel Dünger im Betrieb ist, d.h. hoher Einsatz von Kraftfutter, dann legt der Bauer keinen Wert auf gezielten Einsatz der Nährstoffe. Die Umweltgefährdung interessiert ihn nicht, doch die tiefwurzelnden Unkräuter wie Blacke und Bärenklau freuen sich. Die Biodiversität leidet, Hanggrundwasser auch sowie weiter unten liegende Quellen.

Schnee liegt jetzt über der Gülle.

In der Schweiz gibt es keine Sperrfrist für Düngeraustrag im Winter, dies im Gegensatz zur EU. Die Schweizer Behörden basieren ihre Regelungen gerne auf Eigenverantwortung, was häufig nicht funktioniert. Das weiss man auch in der Bundeshauptstadt. Betroffen ist nicht in erster Linie der Bauer, sondern die Bevölkerung und die Umwelt sind es.

Nachtrag 30.11.17: Kaum veröffentlicht, melden weitere Leute Gülle-Austrag in den Bergen, sogar auf 1’800 m ü.M. ein Fass nach dem andern. An anderen Orten eine dicke Gülle-Schicht. Güllen ist ein Dauerbrenner. Frage über Frage liegt in Heidis Postfach: „Was ist denn nur los, haben die Flächenbeiträge und die Beiträge für Öko-Flachen nicht gewirkt? Muss man immer mehr Vieh halten? Wird von Bio Suisse wirklich kontrolliert? Der Markt spricht ja eigentlich voll dagegen …“

30.11.17 HOME

Kein Pufferstreifen an Wohnzonen

16. Juni 2016
Blühende Pflanzen in der Nähe von Feldern fördern Nützlinge und Insekten, welche die Kulturen bestäuben.

Blühende Pflanzen in der Nähe von Feldern fördern Nützlinge und Insekten, welche die Kulturen bestäuben.

Pufferstreifen für Pflanzenschutzmittel (PSM) und Dünger sind zum Schutze der Artenvielfalt und des Wassers vorgeschrieben, und zwar entlang von Hecken, Feld- und Ufergehölzen, Waldrändern und oberirdischen Gewässern. Solche naturnahen Lebensräume sind reich an Nützlingen. Marienkäfer überwintern z.B. in der Streuschicht am Waldrand. Untersuchungen zeigen, dass die Förderung von Nützlingen den Ertrag von Ackerkulturen erhöhen kann, weshalb Forschungsinstitutionen 2014 zusammen mit dem Schweizer Bauernverband eine Plattform „Blühende Lebensräume“ geschaffen haben, siehe Agrarforschung Heft 6, Juni 2016.

Regelung Wohnzonen

Heidi wundert sich schon lange, ob es auch Einschränkungen gegenüber Wohnzonen, Spielplätzen usw. gibt, denn sie sieht da und dort einen Acker, der direkt an einen Hausgarten grenzt. Der Abstand ist kaum 50 cm und die Kultur jeweils offensichtlich bis zum Feldrand mit PSM behandelt und gedüngt. Heidis Nachfragen haben ergeben, dass kein Pufferstreifen zu Wohnzonen vorgeschrieben ist. Dies obwohl im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft zahlreiche PSM folgende Hinweise enthalten: „Kann vermutlich das Kind im Mutterleib schädigen“, „Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen“ oder „Kann vermutlich Krebs erzeugen“.

Für Abstandsforderungen zum Schutze vor schädlichen Belastungen des Nachbargrundstücks durch Abdrift oder Abschwemmung kommt also einzig Art. 684 des Zivilgesetzbuches, das Nachbarrecht, in Frage – ein schwieriger Weg, wenn der Bauer nicht einsichtig ist.

Ausnahme: Helikopter-Sprühflüge

Die einzige konkrete Regelung besteht für Helikopter-Sprühflüge: 60 m. Das  Bundesamt für Umwelt hat das Reglement für PSM-Luftapplikation überarbeitet; es wird im Laufe des Sommers in Kraft treten. Vorgesehen ist für einen Grossteil der zugelassenen PSM ein zur bisherigen Regelung verkleinerter Abstand von nur 30 m zu Wohnzonen. Unter diesen PSM befinden sich auch sehr schädliche. Heidi meint: „Ein schlechtes Omen für den Pestizid-Aktionsplan, welcher demnächst in Vernehmlassung geht.“

Neuauflage Merkblatt Pufferstreifen

Die dritte Auflage des Merkblatts „Pufferstreifen – richtig messen und bewirtschaften“ ist erschienen und kann bei Agridea bezogen werden, Download pdf gratis, Druckversion 5 Franken.

Französische Gemeinde schützt die EinwohnerInnen

Die französische Gemeinde Saint Jean führt einen Pufferstreifen zu Wohnzonen von 50 m ein, La commune de Saint-Jean (Haute Garonne) repousse les pesticides à 50 mètres des habitations, France 3, Midi-Pyrénées, 21.5.16

Deutschland: Pestizidaktionsplan ist ein Papiertiger

Deutschland hat bereits Erfahrung mit einem Pestizid-Aktionsplan. Eine Allianz aus Umwelt-, Imker- und Verbraucherverbänden informierte gestern in einer Medieninformation über den mangelnden Erfolg. Trotz der massiven Belastung von Gewässern, des alarmierenden Rückgangs der Artenvielfalt sowie der Zerstörung und Kontaminierung von Lebensräumen und Lebensmitteln durch Herbizide, Fungizide und Insektizide enthalte der Pestizid-Plan der Bundesregierung keine wirksamen Massnahmen, um Menschen, Natur und Umwelt zu schützen, bemängeln die Verbände. Der Inlandabsatz von Pestiziden sei von 2001 bis 2014 um einen Drittel gestiegen.

„Der Nationale Aktionsplan hinterlässt in der landwirtschaftlichen Praxis bisher keinerlei Spuren und unterbietet damit unsere ohnehin schon geringen Erwartungen. Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für unsere Bienen wird mit viel Papier, aber ohne praxisrelevante Massnahmen nicht zu erreichen sein“, so Walter Haefeker, Präsident des Verbandes Deutscher Berufsimker. Zwei Drittel aller Vögel der Agrarlandschaft stehen auf der Liste der bestandsbedrohten Tierarten“, sagte Lars Lachmann, NABU-Vogelschutzexperte.

Keine Abkehr von der Pestizid-Abhängigkeit
Traurige Halbzeitbilanz des Pestizid-Aktionsplans der Bundesregierung, Gemeinsame Pressemitteilung von BUND, PAN Germany, Greenpeace e.V., DBIB, DNR und NABU.

16.6.16 HOME

Vom Wert einer guten Gesetzgebung

7. Mai 2014

Beim Lesen der NZZ vom 8.2.13 war Heidi der Artikel Qualität der Gesetzgebung im Sinkflug von Alain Griffel, Staats- und Verwaltungsrechts-Professor an der Universität Zürich, aufgefallen, denn das unsorgfältige Hauruck-Schreiben von Gesetzen stört auch sie. Das Echo war gross. Ein Buch mit dem Titel Vom Wert einer guten Gesetzgebung ist entstanden. René Zeller hat es in der NZZ vom 22.4.14 unter dem Titel Die Aktivisten von Bundesbern vorgestellt. „Gesetzesflut, stetige Beschleunigung der Gesetzgebungsmaschinerie, kaum noch zu bewältigende Vernehmlassungen: Mit diesen Themen befassen sich Medien und Politik immer wieder. Doch über die Qualität der Gesetzgebung findet merkwürdigerweise keine Diskussion statt. Dass sie sich in einer markanten Abwärtsbewegung befindet, bleibt in der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend unbemerkt.“, heisst es im Klappentext.

Leider hat sich keiner der 16 Autoren mit der Landwirtschaftsgesetzgebung befasst oder etwa mit den für die Landwirtschaft relevanten Vorschriften für das Festlegen und Bewirtschaften des Gewässerraums. Doch darüber wird Heidi noch berichten. Trotzdem ist das Buch aufschlussreich und wegweisend.

„Rechtsetzung ist schlecht, wenn man sie nicht versteht, wenn man sie nicht kennt, wenn man sie nicht findet…“ schreibt Martin Wyss, Professor an der Universität Bern, stellvertretender Fachbereichsleiter beim Bundesamt für Justiz und Präsident der Schweizerische Gesellschaft für Gesetzgebung, und weiter: „Bis heute hat noch kein Gesetz mit seiner puren Existenz in der Rechtsordnung irgendetwas gefördert … es sind stets die Vollzugsmassnahmen der zuständigen Organe, welche die gesetzlichen Absichten erfüllen und verwirklichen, nicht der Erlass selber…“ Es gibt noch viel zu tun!

Zum Beispiel Pufferstreifen. In ihrem Artikel Vielfalt der Gesetze und Weisungen hat Heidi darauf hingewiesen wie schwierig es ist, Informationen zu finden und kritisiert, dass das Merkblatt Pufferstreifen – richtig messen und bewirtschaften bei Agridea für Fr. 5.- gekauft werden müsse, obwohl es Bestandteil der Direktzahlungsverordnung ist. Seit dem 1.1.14 verweist auch die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung auf dieses Merkblatt (Anhang 2.5 Pflanzenschutzmittel 1.1 e; Anhang 2.6 Dünger 3.3.1). Gesetze, welche nur mit Verweis auf eine Publikation veröffentlicht werden, können beim zuständigen Bundesamt eingesehen werden. Zwar fällt das Agridea-Merkblatt nicht unter diese Kategorie, aber aufgrund des Öffentlichkeitsprinzips müssten das Bundesamt für Landwirtschaft und das Bundesamt für Umwelt diese Vorschriften eigentlich gratis abgeben, meint Heidi. Was, wenn wirklich alle Bauern das wissen möchten!

Nachtrag: Martina Rösch von Agridea meldet in einem Kommentar, dass das Merkblatt jetzt gratis heruntergeladen werden kann. Hier die Adresse: Pufferstreifen richtig messen und bewirtschaften

7.5.14 HOME

Pufferstreifen-Verletzungen am Malanser Mühlbach

20. Mai 2013

Kleinkraftwerk Mühlbach

Das Projekt Renaturierung Malanser Mühlbach sowie der Bau von Fischtreppen sollten den Bodensee-Seeforellen die Wanderung ins Prättigau zu den ursprünglichen Laichgebieten ermöglichen, aber dann kamen die Probleme; jetzt wird eine andere Lösung gesucht. Mehr zu dieser interessanten Geschichte in einem separaten Artikel!

Immer wieder sieht Heidi am Mühlbach zu schmale Pufferstreifen.

Mist lag ungedeckt während Monaten auf der Wiese ...

Mist lag ungedeckt während Monaten auf der Wiese …

... jetzt wurde der Mist verteilt, auch auf dem Pufferstreifen am Mühlbach, wo es verboten ist zu düngen.

… jetzt wurde der Mist verteilt, auch auf dem Pufferstreifen am Mühlbach, wo es verboten ist zu düngen.

Eine gemistete Wiese zwischen Maienfeld und dem Möwenpick Heidiland. Mist lag schon lange ungedeckt auf der Wiese, kürzlich wurde er verteilt, und zwar bis an den Mühlbach, Pufferstreifen etwa 60 cm breit, statt 3 m wie es die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) vorschreibt. In den letzten Tagen ist der gedüngte schmale Pufferstreifen verschwunden. Der Bauer hat den Mist untergepflügt bis fast an den Mühlbach, wo doch dort gemäss Direktzahlungsverordnung (DZV) und integriertem Agridea-Merkblatt Pufferstreifen richtig bemessen und bewirtschaften ein 6 m breiter Grünstreifen sein sollte. Wie es wohl weitergeht, etwa mit Pflanzenschutzmitteln (PSM)? Mindestens ein 6 m breiter Pufferstreifen ist vorgeschrieben; es gibt aber auch PSM, die besonders gefährliche sind für Wasserlebewesen, z.B. vorgeschriebener Abstand zu Gewässern 20 m gemäss Produkt-Etikette. Heidi frägt sich immer wieder, ob solche Vorschriften eingehalten werden, wo es doch niemand sieht!

Am Mühlbach liegen drei weitere Felder mit zu schmalem Pufferstreifen, d.h. Breite zwei oder weniger als zwei Meter. Die Gesetzesbücher gehören zwar nicht zur Lieblingslektüre der Bauern, doch die landwirtschaftliche Presse widmet diesem Thema in letzter Zeit vermehrt Aufmerksamkeit, so dass die Vorschriften eigentlich langsam jedem letzten Bauern bekannt sein sollten. Für Verstösse sind Kürzungen der Direktzahlungen vorgesehen, wenn …. ja wenn kontrolliert und sanktioniert wird! Kürzungsrichtlinien Landwirtschaftsdirektorenkonferenz. Eines dieser Felder befindet sich ebenfalls zwischen Maienfeld und Möwenpick Heidiland. Zwei weitere liegen in Malans beim Bahnhof (oberhalb und unterhalb), wobei das eine nicht für Fotos zugänglich ist.

Wo ist hier der 6 m breite begrünte Streifen zwischen Acker und Mühlbach?

Maienfeld: Wo ist hier der 6 m breite begrünte Streifen zwischen Acker und Mühlbach?

Foto 12.8.12: Abgeerntetes Getreidefeld am Mühlbach in Malans. Pufferstreifen zur Bachsohle 2 m.

Foto 12.8.12: Abgeerntetes Getreidefeld am Mühlbach in Malans. Pufferstreifen zur Bachsohle 2 m, zur Böschungskante 1 m statt 6 m; Pufferstreifen zur Hecke knapp 1 m statt 3 m. Pflanzenschutz im Pufferstreifen? Zum Beispiel gegen Unkraut? Kürzlich wurde der Acker gleich angelegt wie 2012, vermutlich Mais … Nachtrag 30.5.13: Es ist ein Maisacker, aber auf dem Pufferstreifen wurde Gras gesät, ein Pufferstreifen ist am Entstehen!

Wiesenstreifens zwischen Maisacker und Mühlbach

… Saat eines 6 m breiten Wiesenstreifens zwischen Maisacker und Mühlbach in Malans …

20.5.13 HOME

Pufferstreifen oder Gewässerraum?

19. September 2012
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Zum Schutz vor Hochwasser und Überschwemmungen wurde der Querschnitt des Flussbettes der Seez zwischen Mels und Walenstadt SG vergrössert. Die vielfältigen Strukturen bieten Fischen und Wassertieren bessere Lebensbedingungen. Das „Kleine Seezli „hingegen ist ein Kanal, dessen Pufferstreifen rechtswidrig bewirtschaftet wird, siehe Pufferstreifen neben einem Bach mit kurzer steiler Böschung https://heidismist.wordpress.com/2012/08/12/pufferstreifen-neben-einem-bach-mit-kurzer-steiler-boeschung/

Auf zu neuen Ufern! Dies ist der vielversprechende Leitspruch von ForscherInnen, die sich mit der Aufweitung von Gewässern befassen. Lange vor der Eidgenössischen Volksinitiative „Lebendiges Wasser (Renaturierungs-Initiative)“ der Fischer haben Fachleute Lösungen für die vielfältigen Probleme mit dem heutigen Zustand der Bäche und Flüsse gesucht. In Bundesbern war man nicht untätig, hat als indirekten Gegenvorschlag zur Renaturierungs-Initiative unter grossem Lobbying-Druck einen Zusatz zum Gewässerschutzgesetz geschrieben: Verhinderung und Behebung anderer nachteiliger Einwirkungen auf Gewässer. Die Gewässerschutzverordnung regelt die entsprechenden Details und ist seit 1.6.11 in Kraft. Ob damit das letzte Wort gesprochen ist, das bleibt offen, denn die Unzufriedenheit von Fischern, Bauern und z.T. Kantonen ist gross, obwohl die Kantone viel Freiraum bei der Gestaltung des Gewässerraums haben … oder gerade deswegen?

Tatsache ist, dass heute zwei unterschiedliche Regelungen in Kraft sind, welche die landwirtschaftliche Nutzung betreffen. Ein Problem? Eigentlich nicht, denn die Kantone müssen zuerst den Gewässerraum festlegen, bis dann bleiben die alten Regelungen in Kraft, also für Direktzahlungsempfänger das Agridea-Merkblatt Pufferstreifen – richtig messen und bewirtschaften und für die wenigen Übrigen als Mindestanforderung ein 3 m breiter Pufferstreifen gemäss Anhang 2.5 der Chemikalien-Risikreduktions-Verordnung für Pflanzenschutzmittel bzw. 2.6 für Dünger. Die einen Kantone werden die Umsetzung rasch an die Hand nehmen, die andern werden sich Zeit lassen, letzter Termin gemäss Gewässerschutzverordnung ist der 31. Dezember 2018. Sobald also ein Kanton den Gewässerraum definiert hat, dann gilt das neue Recht.

Die neue Regelung gibt den Kantonen die Möglichkeit, den Schutzstreifen entlang von Gewässern sinnvoll zu gestaltet. Der Gewässerraum muss nicht symmetrisch sein, z.B. wenn ein Bach einer hohen Felswand entlang verläuft, dann sollte der gesamte Gewässerraum einseitig festgelegt werden. Wie gross ist der Gewässerraum? Für Fliessgewässern mit einer Gerinnesohle von weniger als 2 m natürlicher Breite 11 m. Wenn die Gerinnesohle 2 bis 15 m breit ist, dann beträgt der Gewässerraum die 2,5-fache Breite der Gerinnesohle plus 7 m. Über 15 m? Die Kantone dürfen den Gewässerraum bestimmen. Und für stehenden Gewässern? Gemessen ab der Uferlinie mindestens 15 m. Die Gewässerschutzverordnung enthält weitere Bestimmungen, die den Gewässerraum für besondere Gewässer oder spezielle Erfordernisse regeln, etwa wenn die Gefahr von Hochwasser gross ist.

Wie bewirtschaften? Im Gewässerraum dürfen keine Dünger und Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden. Einzelstockbehandlungen von Problempflanzen sind ausserhalb eines 3 m breiten Streifens entlang des Gewässers zulässig, sofern diese nicht mit einem angemessenen Aufwand mechanisch bekämpft werden können. Die Bauern dürfen den Gewässerraum bewirtschaften, sofern sie ihn gemäss den Anforderungen der Direktzahlungsverordnung vom 7. Dezember 1998 wie folgt nutzen: als Streuefläche, Hecke, Feld- und Ufergehölz, extensiv genutzte Wiese, extensiv genutzte Weide oder Waldweide. Diese Anforderungen gelten auch für die entsprechende Bewirtschaftung von Flächen ausserhalb der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

Wie weiter? Das Bundesamt für Landwirtschaft und das Bundesamt für Umwelt sind daran, Ausführungsbestimmungen zur neuen Gesetzeslage zu entwerfen. Keine einfache Aufgabe. Die neue Regelung ist für alle Bauern gültig und beseitigt den Missstand, dass Nicht-Direktzahlungsempfänger auf dem 3-Meter-Pufferstreifen einen Acker anlegen dürfen, allerdings mit Dünge- und Pflanzenschutzmittelverbot … doch wer schaut denn schon genau hin, ausser Heidi natürlich. Wo der Wille zur Kontrolle vorhanden ist, wird diese Aufgabe mit der neuen Regelung nicht einfacher!

12.3334 Motion UREK zum Vollzug der Revitalisierung der Gewässer, Wortprotokoll der Nationalratssitzung vom 12.6.12. Aufschlussreich sind die Ausführungen von Bundesrätin Doris Leuthard: „Es ist eine mühsame Motion…“ Sie erinnert daran, dass die Geschichte des Gesetzes mit den Hochwasserkatastrophen begonnen hatte: 1987, 1999, 2000, 2005 und 2007. „…Danach kam der Ruf – notabene von den betroffenen Kantonen; Herr Nationalrat Vogler, auch Ihr Kanton war darunter! – nach Hochwasserschutz: Dieser sei wichtig, hiess es, man brauche einen besser geschützten Gewässerraum, der Bundesgesetzgeber solle handeln…“ Die Motion wurde trotzdem mit 94:89 Stimmen angenommen. Einmal mehr ein Sieg der InteressenvertreterInnen. Unüberhörbares Gepolter über den Kulturlandverlust zugunsten der Gewässer; Schweigen, wenn Bauland eingezont wird. Vielleicht wecken die nächsten Katastrophenmeldungen den Sachverstand aus dem Tiefschlaf, vielleicht!

Weitere Informationen zu Renaturierung der Gewässer, Bundesamt für Umwelt

Inventar der Revitalisierungsprojekte im Kanton Graubünden

Fischer schlagen Alarm: Gewässer (-schutz) in Not

19.9.12 HOME

Pufferstreifen sind wichtig für Tiere, Pflanzen und das Wasser

10. August 2012
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Auch wenn die Vielfalt der Pflanzen in vielen Pufferstreifen nicht gross ist, sind diese ungedüngten Flächen ohne Pflanzenschutzmittel sehr wichtig für die Tiere und das Wasser.

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Marienkäfer und andere Nützlinge überwintern in der Streuschicht von Hecken und Waldrändern.

Pufferstreifen sind wichtig. Sie schützen Wasser, Wald, Hecken usw. vor Verschmutzungen und bieten vielen Tieren Unterschlupf; bei extensiver Bewirtschaftung wachsen dort auch selten gewordene Pflanzen. Deshalb gibt es Vorschriften für deren Bewirtschaftung. Grundsätzlich dürfen in einem Streifen von 3 m Breite entlang von Hecken, Feldgehölzen, oberirdischen Gewässern und Waldrändern keine Dünger und Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden; als Ausnahme zugelassen ist das einzelstockweise Bekämpfen von Unkräutern, wenn dies mit anderen Massnahmen nicht möglich ist (ausser Biolandbau). Das Verbot gilt auch für den Wald, für Naturschutz- und Riedgebiete sowie Moore; für Grundwasserschutzzonen bestehen differenzierte Regelungen; Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung. Diese Verbote kennt jeder Bauern – wahrscheinlich.

Weil die Pufferstreifen so wichtig sind, hat der Bund sie in der Direktzahlungsverordnung detailliert geregelt. Fast alle Bauern (97% der Landwirtschaftsfläche) müssen sich an diese weitergehenden Vorschriften halten, die in einem Merkblatt von Agridea anschaulich dargestellt sind und deren Einhaltung integraler Bestandteil der Direktzahlungsverordnung ist: Pufferstreifen – richtig messen und bewirtschaften. Über das Problem der mangelnden Kommunikation der Behörden hat Heidi früher schon berichtet: Vielfalt der Gesetze und Weisungen. Wenn man in Bundesbern will, dass die Bauern die Vorschriften beachten, dann müssten diese einfach und gratis zugänglich sein, so wie das Anmeldeformulare für Direktzahlungen ja auch gratis ist. Weil dem nicht so ist, hat Heidi eine neue Artikel-Kategorie Pufferstreifen geschaffen und ist daran, die wichtigsten Informationen für ihre LeserInnen aufzubereiten. Zwei Artikel sind bereits erschienen: Fehlender Pufferstreifen am Auenwald, Fehlender Pufferstreifen neben Hecke.

Übrigens, das Agridea-Merkblatt kostet 5 Franken, Download und gedruckte Version (plus Versandkosten) nur mit Kreditkarte. Vielleicht wird das Merkblatt von den kantonalen Behörden verteilt – da oder dort – sonst dürfte es vor Allem bei Biodiversitäts-Freaks zu finden sein und in Amtsschubladen verstauben. Es gibt zwar die Kürzungsrichtlinien der Landwirtschaftsdirektorenkonferenz (Direktzahlungs-Kürzungsrichtlinie), aber wegen mangelnder Kontrolle hilft auch das nichts. Auch darüber hat Heidi schon geschrieben: Das BLW verteilt jedes Jahr fast 3 Milliarden Franken Steuergelder gutgläubig an die Bauern. An dieser Stelle sei wieder einmal all jenen Bauern DANK ausgesprochen, die sich trotzdem an die Gesetze halten.

10.8.12 HOME

Tote Krähen aufhängen nützt nichts!

28. Juli 2012
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Krähen sind intelligente Vögel, sie stellen Werkzeuge her, helfen sich gegenseitig … Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen ihre Fähigkeiten.

Ein Tourist hat Heidi heute gefragt, ob es denn in der Schweiz erlaubt sei, tote Krähen aufzuhängen; er habe dies im unteren Prättigau (oder war es im Rheintal?) über einem frisch hergerichteten Acker gesehen. Gemäss Tierseuchengesetz ist dies eindeutig verboten. Benjamin Stocker-Zaugg schreibt zum Thema: „Wer glaubt, durch das Aufhängen einer toten Krähe die Artgenossen von der Saat fernzuhalten, irrt. Dieser scheussliche Brauch basiert auf mittelalterlichem Aberglauben.“ Was kann ein Bauern tun, damit ihm die Vögel nicht die Saat wegpicken? Er kann die Datenblätter Ackerbau von agridea studieren und dann wirkungsvolle Massnahmen ergreifen. Rabenvögel: Um die intelligenten Rabenkrähen von gefährdeten Kulturen fernzuhalten sind Fantasie und Abwechslung gefragt! Wer tote Krähen aufhängt, der verstösst nicht nur gegen das Tierseuchengesetz, sondern schadet auch dem Image der Landwirtschaft.

Und so fördern die Bauern die Krähen, die sie verfluchen: „Krähen sind als Allesfresser die Hauptgewinner der heutigen Entwicklung in der Landwirtschaft. Der für Silage übliche, fast gleichzeitige Schnitt grosser Flächen macht Krähen dank guter Flug- und Laufeigenschaften sowie gemeinschaftlicher Nutzung des Nahrungsangebots gegenüber anderen Vögeln der Agrarlandschaft überlegen.“ Schweizerische Vogelwarte Sempach.

Nussknacker – Die Krähe und ihre Methode, Video von Tierwelt

Krähe schlittelt mit einem Deckel auf einem schneebedeckten Dach, Video

Was wir von Raben und Krähen lernen können, Welt online

Raben und Krähen, Wikipedia

28.7.12 HOME


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