Posts Tagged ‘Alpen’

Ein blühender Alpengarten – fantastisch!

18. Juli 2022
Zwischen Steinen wachsen Gelber Enzian, Germer, Eisenhut ... früher wurden sogar die Pflanzen auf und rund um Steine mit Herbizid getötet. Copyright: Anna

Zwischen Steinen wachsen Gelber Enzian, Germer, Eisenhut … früher wurden sogar die Pflanzen auf und rund um Steine mit Herbizid getötet. Copyright: Anna

Annas Brief von heute ist kurz:

Fantastisch, Einfach schön!
Tatsächlich noch keine Spuren von Herbiziden gesehen. Viel wurde gemäht eingesammelt und entsorgt.

So freut sich auch Heidi, dass auf dieser konventionellen Alp keine Herbizide mehr gespritzt werden. Offenbar haben die Bewirtschafter gemerkt, dass es ganz gut auch ohne geht.

Heidis weitere Artikel über Herbizide auf Alpen

Copyright: Anna

Copyright: Anna

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Eine gute Nachricht: Alp bekämpft neu Unkraut mit Sense!

2. Juli 2022
Kreuzkräuter müssen nur auf mageren Standorten nicht beämpft werden.

Kreuzkräuter müssen nur auf mageren Standorten nicht bekämpft werden, sollten aber trotzdem vor der Blüte geschnitten werden.

Auf der Alp Buchen/Holzegg im Kanton Schwyz sah ein Wanderer Unkräuter, die mit der Sense geschnitten worden waren. Heidi weiss, dass dort früher Herbizid gespritzt wurde. Es spricht sich offenbar herum, dass die mechanische Bekämpfung funktioniert und nicht nur naturschonend ist, sondern auch eine angenehmere Arbeit. Der Anblick eines Gift spritzenden Älplers hat schon manchen Wanderer entsetzt.

Kreuzkräuter sollten immer vor dem Blühen bekämpft werden. Auch bei abgeschnittenen blühenden Kreuzkräutern reifen die Samen nach und können sich mit dem Wind verbreiten. Deshalb sollten sie, unabhängig vom Standort, vor der Blütenbildung geschnitten werden.

Die Brennnessel ist eine Futterpflanze für viele Insekten, besonders Schmetterlinge. Sie ist auch eine Heil-und Futterpflanze. Angewelkt werden die Brennnesseln vom Vieh gefressen. Sie müssen aber auf ertragsreichen Alpen gemäss Leitfaden für Kontrollierende „Verbuschung und Problempflanzen im Sömmerungsgebiet“ von Agridea ab 5% bekämpft werden, sonst gibt es Beitragskürzungen. Häufig werden jedoch „zur Sicherheit“ lieber alle Brennnesseln niedergemäht oder gespritzt.

Geschnittene Brennnessel voller Schmetterlingsraupen.

Geschnittene Brennnessel voller Schmetterlingsraupen.


Auch am Wegrand wurde mit der Sense gesäubert. Hier besteht sowieso ein Herbizidverbot.

Auch am Wegrand wurde mit der Sense gesäubert. Hier besteht sowieso ein Herbizidverbot.

Agridea: Leitfaden für Kontrollierende. Verbuschung und Problempflanzen im Sömmerungsgebiet

Jakobs- und Alpenkreuzkraut sind Futterpflanzen für viele Insekten – Wieso also bekämpfen? Heidis Mist 19.6.22

Heidis weitere Artikel über Herbizide auf Alpen

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Schweizer Bauern und Artenvielfalt – ein schwieriges Thema

22. April 2022
Der Schweizer Bauernverband ist grundsätzlich für Freiheit, auch Freiheit, die Umwelt mit Pestiziden und Düngern zu verschmutzen.

Der Schweizer Bauernverband ist grundsätzlich für Freiheit, auch Freiheit, die Umwelt mit Pestiziden und Düngern zu verschmutzen.

Selten hat Heidi so viele Edelweiss-Hemden, -Blusen, -Kravatten … in Aktion gesehen wie im letzten Jahr vor der Abstimmung über die Pestizid-Initiativen. Dabei gibt es auf vielen Alpen viele Blacken, jedoch kaum noch Alpenblumen. Das Edelweiss hat auf und hinter Felsen überlebt. Mit Herbiziden versucht man sogar die Blacken loszuwerden, wo doch der Boden zu viel Dünger enthält und ein solches Unterfangen zum Scheitern verurteilt ist.

Im Vorfeld der Abstimmung wurde gelogen, betrogen und gedroht was das Zeug hält. Unter den 2x NEIN Bauern waren auch viele Bio-Bauern, auch prominente Tierschützer, denn Tiere schützen heisst nicht unbedingt auch die Umwelt schützen, kann sogar Umweltverschmutzung bedeuten.

Trotz Gegenvoranschlag 40% für Pestizid-Initiativen

Markus Ritter, der unermüdliche Biobauer, Politiker, Präsident des Schweizer Bauernverbands (SBV) und Kämpfer für bäuerliche Freiheiten, hat mit viel Elan im Parlament einen Vorstoss durchgebracht, der die Pestizid-Initiativen zu Fall bringen sollte … und der Vorstoss hat es auch getan. Immerhin stimmten trotzdem 40% für die Pestizid-Initiativen, was aufgrund der Diffamierungen, Fake News und Angstmacherei betreffend steigende Preise, Hungersnot usw. durchaus erstaunlich ist. Ein zwar etwas lauer Vorschlag des Bundesrats, aber immerhin besser als nichts.

Nun liegen die neuen Regelungen vor. Pro Natura, WWF Schweiz und BirdLife Schweiz sind teilweise zufrieden weil der Bundesrat sich an seine Versprechungen gehalten habe. Immerhin! Das ist nicht selbstverständlich!

Auslandabhängigkeit

Der SBV hingegen findet den vor einem Jahr erkämpften „Gegenvorschlag“ des Bundes, der nun zementiert ist, unverständlich. Der Krieg in der Ukraine ist für ihn ein guter Vorwand, wiederum Angst vor Preissteigerungen und steigenden Importen zu schüren, indem er die Förderung der Biodiversität auf Ackerflächen ablehnt, auch kritisiert er die Reduktion von Stickstoff und Phosphor.

Nie zur Sprache kommt beim SBV die Überversorgung mit tierischen Lebensmitteln, der Export von Käse, Milch- und Fleischprodukten. Mit der Anpassung der Landwirtschaft an eine vernünftige Ernährung wären zahlreiche Probleme gelöst. Es bliebe aber die riesige Import-Abhängigkeit der Schweizer Landwirtschaft bei den Produktionsmitteln wie Dünger, Kraftfutter, Saat- und Pflanzgut, Pestiziden usw.

Nitrat im Grundwasser

Nicht gelöst wird im Moment die Überdüngung des Grundwassers mit Nitrat, obwohl seit Jahrzehnten bekannt! Die Bauern überziehen die Nährstoffbilanz nicht „nur“ um 10%, was dummerweise immer noch erlaubt ist, sondern um mehr. Über diese Studie hatte das Bundesamt für Landwirtschaft im Agrarbericht 2021 informiert.

Beschleunigung Vollzug Gewässerschutz

Im erläuternden Bericht zur Änderung der Gewässerschutzverordnung (GSchV, SR 814.201) steht unter Punkt 5.2 Auswirkungen auf die Kantone und Gemeinden:

„Die Vorlage hat Auswirkungen auf die Kantone bei der Erfassung und Kontrolle der Befüll- und Waschplätze für Pflanzenschutzmittel-Spritzgeräte, der jährlichen Meldung der Ergebnisse der Gewässerbeobachtung an das BAFU sowie bei der Planung und Umsetzung der definitiven Ausscheidung der Grundwasserschutzzonen und des Vollzugs der erforderlichen Schutzbestimmungen.

All diese Aufgaben müssen die Kantone aber bereits nach geltendem Recht wahrnehmen. Es handelt sich lediglich um eine Beschleunigung des Vollzugs von Aufgaben, welche den Kantonen mehrheitlich seit 1972 obliegen. Für die jährliche Berichterstattung über die Kontrollen der Befüll- und Waschplätze auf Landwirtschaftsbetrieben kann das bestehende Informationssystem Acontrol verwendet werden, in welchem bereits heute die Ergebnisse der Kontrollen auf Landwirtschaftsbetrieben festgehalten werden. Ein Zusatzaufwand entsteht dadurch, dass neu auch für nicht landwirtschaftliche Betriebe diese Daten erfasst und gemeldet werden müssen.

Für Gemeinden bzw. Wasserversorgungen, die bis anhin noch nicht über rechtskräftige Grundwasserschutzzonen verfügen oder die erforderlichen Nutzungseinschränkungen und Schutzmassnahmen noch nicht vollumfänglich vollziehen, entsteht ebenfalls ein Mehraufwand. Diesen Aufwand hätten sie aber bereits gemäss geltendem Recht geleistet haben müssen. Je besser das Gewässerschutzrecht bis anhin durch die Kantone, Gemeinden und Wasserversorger vollzogen wurde, umso geringer fällt dementsprechend der Aufwand für die Umsetzung der Vorlage aus.“

Voilà! Vieles zum Schutze des Wassers ist eigentlich bereits in Gesetzen und Verordnungen niedergeschrieben nur hapert es beim Vollzug durch die Kantone. Also nicht jammern, sondern endlich handeln. Wir müssen weiterhin Druck aufsetzen für besseren Vollzug und auch für bessere Gesetze, denn alles ist noch nicht gut.

Suisse-Bilanz: Es war einmal ein 10%-Fehlerbereich … Heidis Mist 28.1.22

Wenn Bauern „Zuckerwasser“ spritzen. Heidis Mist 8.4.22

Erläuternder Bericht zur Änderung der Gewässerschutzverordnung (GSchV), SR 814.201). Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK, Bundesamt für Umwelt BAFU 13.4.22

Agrarpolitik: Bundesrat hält sein Versprechen. Pro Natura, WWF Schweiz, BirdLife Schweiz 13.4.22

SBV-News Nr. 15, Notiz­ der Woche. Schweizer Bauernverband (SBV)

Le débat sur les pesticides repart… mais à l’envers. Tribune de Genève 15.4.22

Bauern sind gegen bundesrätliche Nachhaltigkeits-Vorschläge. SRF Heute Morgen 22.4.22

22.4.22 HOME

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Passt das Herbizid Asulam zur heilen Alpenwelt?

2. Juni 2021
olgendem Copyright-Hinweis: © Werner Nydegger. Aus «Trittst im Alpengift daher» https://www.pestizidmythen.ch/#alpengift

Dieser Cartoon darf gratis weiterverbreitet werden mit folgendem Copyright-Hinweis: © Werner Nydegger. Aus «Trittst im Alpengift daher» https://www.pestizidmythen.ch/#alpengift

Zitat aus der Broschüre «Trittst im Alpengift daher»: „Jetzt reden die Älpler. Vor einer Alphütte sitzend, das zackige Mythenpanorama vor sich und ein Stück Brot mit Bergkäse aus der Gegend in der Hand, denkt sich der Wanderer: Älpler müssten doch ein vitales Interesse daran haben, ihren Boden giftfrei zu halten und auf Herbizide verzichten. Also schickt er später zu Hause einschlägige Fragen an zwei Alpbetriebe …“

Lesen Sie weiter in Trittst im Alpengift daher, Seite 18.

Heidis Artikel über Herbizide auf Alpen

2.6.21 HOME

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Wenn wir Wasser pflanzen, können wir Wasser ernten

23. Mai 2021
Bergquellflur

Bergquellflur

Peru leidet aufgrund des Klimawandes zunehmend an Wassermangel. In den Anden sind die Niederschläge nicht regelmässig auf das Jahr verteilt, weshalb die Menschen schon früh Systeme zur besseren Wassernutzung entwickelten. Heute interessiert eine Wassernutzungstechnik, die 1’400 Jahren alt ist und noch immer angewandt wird. ForscherInnen untersuchen jetzt, wie dieses Wissen zur Lösung des Wasserproblems umgesetzt werden kann.

Obwohl jedes Land seine eigenen Wasserprobleme hat, könnten andere Gegenden von diesen Erfahrungen lernen. In Peru schmelzen die Gletscher genauso wie in den Alpen oder im Himalaya. Es braucht neue Wege zur Bekämpfung von Überschwemmungen und zum Speichern von Wasser. Gena Gammie, stellvertretende Direktorin des Wasserprojekts in Peru sagt: „Wir haben heute nicht alle Informationen, die wir gerne hätten, um die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen. Aber wir können gute Entscheidungen treffen“, sagt Gammie und fügt hinzu, dass die wissenschaftliche Überwachung es ihnen ermöglicht, „zu lernen und uns zu verbessern, während wir arbeiten“.

Altes Wissen für die Lösung eines Problems von heute

Das Dorf Huamantanga liegt auf 3’500 m ü.M. Die Bewohnerin Lucila Castillo Flores sagt: „Wenn wir das Wasser pflanzen, können wir das Wasser ernten. Aber wenn wir das Wasser nicht bepflanzen, dann werden wir Probleme haben“. Diese Technik wird auch in einigen weiteren Andendörfern immer noch praktiziert. Sie verlängert die Verfügbarkeit des Wassers.

Die Menschen in Huamantanga sind Mitglieder eines landwirtschaftlichen Kollektivs. Sie verwenden Wasserkanäle, um in der Regenzeit einen Teil des Wassers aus den Bergflüssen abzuzweigen und es in natürliche Versickerungsbecken zu leiten. Unterirdisch bewegt sich das Wasser langsamer und tritt erst Monate später hangabwärts aus Quellen hervor. Dort sammeln es die Bewohner und bewässern damit ihre Felder. Bemerkenswert ist, dass die Bewohner den Weg des Wassers im Untergrund kennen und genau wissen, welcher Kanal welche Quelle speist. Dieses Wissen wurde über Generationen weitergegeben.

Ein Grossteil des Wassers fliesst zurück in die Flüsse, welche die Hauptstadt Lima versorgen. So könnte die Reparatur von verlassenen Wasserkanälen, die im Hochland verstreut sind, die Wasserversorgung auch für die Stadtbewohner in der Trockenzeit verlängern.

Schutz von Feuchtgebieten

Peru hat Gesetze zum Schutz von Feuchtgebieten, aber die Zuständigkeit für die Durchsetzung ist unklar. Jetzt wird ein Handbuch für die Gemeinden entwickelt, damit die Menschen am Ort wissen, was zu tun ist und welche Behörden zu benachrichtigen sind. Zerstörte Feuchtgebiete werden wiederhergestellt.

Bei all diesen Projekten ist der Nutzen für die lokale Gemeinschaft entscheidend, damit die Leute motiviert sind, Land- und Wassermanagementpraktiken aufrechtzuerhalten, die letztlich dem grösseren WasserEinzugsgebiet zugute kommen.

Why Peru is reviving a pre-Incan technology for water. Erica Gies, BBC 19.5.21

23.5.21 HOME

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«Trittst im Alpengift daher» – Schweizer Cartoonisten versprühen giftigen Humor

24. April 2021
Copyright: Bio-Stiftung Schweiz

Copyright: Bio-Stiftung Schweiz

Medienmitteilung Bio-Stiftung Schweiz vom 23.4.21:

«Trittst im Alpengift daher» heisst das 52-seitige Booklet über Herbizideinsätze auf unseren Alpen. Herausgeberin ist die Bio-Stiftung Schweiz. Der Autor Peter Jaeggi sowie zehn prominente Schweizer Cartoonschaffende lenken den Blick auf das giftige Tun, das sich fast unbemerkt auf mancher Schweizer Alp abspielt. Herbizide werden auf Alpweiden gegen unerwünschte Pflanzen eingesetzt. Unnötig, denn es geht auch ohne Gift, wie diese Recherche zeigt. Im Vorwort schreibt Mathias Forster, Geschäftsführer und Stiftungsratsmitglied der Bio-Stiftung Schweiz, zur PestizidProblematik: «Die Schuld einfach Bäuerinnen und Bauern zuzuschieben greift zu kurz. Wir haben uns als Gesellschaft in den letzten rund hundert Jahren in diesen Schlamassel hinein geritten und wir können den Ausstieg nur gemeinsam schaffen.»

In Französisch und Italienisch wird die Broschüre in etwa zwei Wochen verfügbar sein. «Trittst im Alpengift daher» gibt es digital und kostenlos unter diesem Link: http://www.pestizidmythen.ch/#alpengift. Die Printausgabe kann man unter dem gleichen Link für Fr. 15.- bestellen.

Heidi, der Alpöhi und der Geissenpeter haben sich besonders über den folgenden Cartoon gefreut. (Wenn giftige Pflanzen mit Herbizid bespritzt werden, dann erkennen die Tiere sie nicht mehr als Giftpflanzen und fressen sie!)

Copyright: Bio-Stiftung Schweiz

Copyright: Bio-Stiftung Schweiz

Pestizidmythen

DAS GIFT UND WIR

Heidis Artikel über Herbizide auf Alpen

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In der Schweiz gelten strengere Richtlinien! Wirklich? Das Alp-Kuh-Wunder Bella (2)

9. Oktober 2020

Im Jahre 2001: Die Bio-Milchkühe Luna und Viola auf einer konventionellen Alp.

Im Jahre 2001: Die Bio-Milchkühe Luna und Viola auf einer konventionellen Alp.

Anno 2001 lebte die Milchkuh Luna auf dem Betrieb des Bio-Bauern Meier. Sie ist die Ur-Ur-Grossmutter von Bella, dem Alp-Kuh-Wunder. Es herrschte damals grosse Aufregung in der Bio- und Alpszene, denn das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hatte die Bioverordnung in Anlehnung an das EU-Gesetz geändert. Was dann folgte, das erzählte Luna ihrer Tochter Viola. Weil die Geschichte für Violas Nachkommen von grosser Bedeutung ist, wurde sie von Generation zu Generation weitervermittelt.

  • Das damalige Problem: Der Bio-Status geht bei der Sömmerung auf konventionellen Alpen verloren.
  • Die vorübergehende Lösung: Der Bio-Status bleibt auf konventionellen Alpen erhalten.
  • Und die Versprechung des BLW: Das BLW wird sich dafür einzusetzen, dass es künftig nur noch Bio-Alpen gibt.

Luna zu Viola: „Die neue Regelung schreibt vor, dass unser Biostatus verloren geht, wenn wir länger als 30 Tage auf einem Nichtbiobetrieb sind. Nach der Alpabfahrt müssen wir also wieder auf Bio umgestellt werden.

Bio Suisse schlug vor, dass vertraglich mit den Alpmeistern zu vereinbaren sei, dass keine Dünger und Pflanzenbekämpfungsmittel eingesetzt werden, welche im Biolandbau verboten sind.

Das Herbizidverbot gegen Blacken wollten die Glarner Biobauern nicht akzeptieren und legten Rekurs gegen diese Weisung ein, denn sie befürchteten, dass die konventionellen Alpbewirtschafter nicht auf chemische Blackenbekämpfung verzichten wollten, und es dadurch an Alpplätzen für Bio-Tiere mangeln würde. Dadurch würde die Bestossungszahl kleiner, was ein Verlust für die Alpwirtschaft wäre. Und schliesslich würde dadurch der Konflikt zwischen Bio und Konventionell wieder geschürt.

Barbara Sulzer sagte, dass ein Abspritzen der Blacke ohne grundlegende Änderung der Bewirtschaftung gar nichts nützt, womit sie natürlich recht hat. Sie fand es auch schade, dass die Alpen dadurch in biokonforme und konventionelle unterteilt würden. Die Alp ist für sie ein Gebiet mit speziellem Naturcharakter. Sulzer vertrat die Meinung, man müsse bestrebt sein, die Alpen als „Naturreservat“ zu bewahren und sie konsequenterweise biologisch bewirtschaften. Das naturnahe Image der Schweizer Alpwirtschaft sei ausserdem sehr wichtig für die Vermarktung und den Tourismus.

Die Glarner Biobauern forderten vom BLW ein generelles Herbizidverbot auf Alpen in der Schweiz, verankert in der Sömmerungsbeitragsverordnung. Der Mehraufwand für mechanische Unkrautbekämpfung solle durch höhere Direktzahlungen abgegolten werden. Bis eine solche Änderung realisiert sei, sollten wir, die Tiere von Biobetrieben, uneingeschränkt auf konventionellen Alpen gesömmert werden können.

Weisst du Viola, die Bauern erreichen fast immer, was sie wollen. Das BLW stieg auf die Forderung der Glarner Biobauern ein, hob die geplanten Einschränkungen zur Sömmerung von Bio-Kühen auf konventionellen Alpen auf. Alles solle vorläufig beim alten bleiben.

Längerfristig will das BLW jedoch den Gedanken, Alpen ganz biologisch zu bewirtschaften, das heisst, auch auf Herbizide zu verzichten, zusammen mit dem Schweizer Alpwirtschaftlichen Verband (SAV) weiterverfolgen.“ Der Tradition entsprechend, hat Fiona, die Enkelin von Viola, diese Geschichte ihrer Tochter Bella erzählt.

Bella, die Ur-Ur-Enkelin von Luna meint: „Offensichtlich hat das BLW das Versprechen „Bio-Alp“ vergessen. Wir müssen das laut nach Bern muhen!“

Quelle: zalp, Zeitung der Älplerinnen und Älpler, Nr. 12 Sommer 2001, Seite 26, Sind die Alpen Gift für die Biokuh? Barbara Sulzer.

Heidis 35 Artikel über Herbizide auf Alpen

9.10.20 HOME

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Was bin ich? Das heitere Bio-Raten

8. Oktober 2020

 

NaNa: *Was bin ich?*, das heitere Beruferaten, war eine Quizsendung, die von 1955 bis 1958 und von 1961 bis 1989 vom Ersten Deutschen Fernsehen bzw. Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt wurde. Moderator der 337 Folgen war Robert Lembke.

In der Schweiz gelten strengere Richtlinien! Wirklich? Das Alp-Kuh-Wunder Bella, Heidis Mist vom 7.10.20

Heidis 34 Artikel über Herbizide auf Alpen

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In der Schweiz gelten strengere Richtlinien! Wirklich? Das Alp-Kuh-Wunder Bella

7. Oktober 2020

Die Bio-Milchkuh Bella auf einer konventionellen Alp.

Die Bio-Milchkuh Bella auf einer konventionellen Alp.

Bella ist eine Bio-Milchkuh. Den grössten Teil des Jahres lebt sie im Tal in einem Bio-Knospe-Betrieb. Weil es nur wenige Bio-zertifizierte Alpen gibt, verbringt sie den Sommer auf einer Alp zusammen mit Stella, ihrer Freundin aus einem konventionellen Betrieb.

Aus der Milch von Bella, Stella und ihren KollegInnen aus verschiedenartigen Betrieben bereiten die ÄlplerInnen konventionellen Alpkäse. Wenn Stella zurück auf dem Heimbetrieb ist, gibt sie weiterhin konventionelle Milch, nicht so Bella: Ab dem ersten Tag ist ihre Milch „Bio“. Oh Wunder!

Max und Moritz, zwei Söhne von Bella, grasten im Sommer ebenfalls auf einer konventionellen Alp. Moritz, der Ungeschickte, verletzte sich eine Woche vor Alpabfahrt am Klauen. Weil Moritz gesund und sowieso praktisch schlachtreif war, stellte der Tierarzt ein Zeugnis aus, womit Moritz in den nächsten Schlachthof gebracht werden konnte. Der Bio-Bauer Meier erhielt aber für das Fleisch nur den tieferen Preis für „konventionelles“ Fleisch ausbezahlt.

Zwei Tage nach Alpabfahrt führte Meier den schlachtreifen Max zum Viehanhänger und fuhr mit ihm zum Metzger. Sonderegger zahlte ihm den höheren Preis für Bio-Fleisch und freute sich auf die entsprechend höhere Marge, die er beim Bio-Fleisch erwirtschaftet. Seine umweltbewusste Kundschaft bevorzugt das Bio-Fleisch.

Gemäss Bio-Verordnung Art. 15b behalten Bio-Tiere ihren Status, wenn die Sömmerung auf Betrieben erfolgt, welche die Anforderungen nach den Artikeln 26 bis 34 der Direktzahlungsverordnung einhalten.

Es gibt weder beim Bundesamt für Landwirtschaft, noch bei Bio Suisse und bio.inspecta eine Liste der Bio-Alpen. Daher kann es aufwändig sein herauszufinden, ob ein Alpkäse, der als „Bio“ angeboten wird, auch tatsächlich „Bio“ ist.

Alpbewirtschaftung gemäss Direktzahlungsverordnung:
„sachgerecht und umweltschonend“

So steht es in der Direktzahlungsverordnung:

Art. 26 Grundsatz

Die Sömmerungs- und Gemeinschaftsweidebetriebe müssen sachgerecht und umweltschonend bewirtschaftet werden.

Heidi hat schon mehrmals darauf aufmerksam gemacht, dass „umweltschonend“ beim Bundesamt für Landwirtschaft heisst: Es darf nach Art. 30 gedüngt und gemäss Art. 31 Futter zugeführt werden. Auch sind Pestizide erlaubt; Herbizide werden oft eingesetzt, da die Unkräuter für den abzugsfreien Bezug der neuen Sömmerungsbeiträge bekämpft werden müssen, die Vorgaben sind in Art. 32 zu finden.

Wesentlich strengere Richtlinien in der EU

VERORDNUNG (EG) Nr. 889/2008 DER KOMMISSION vom 5. September 2008
mit Durchführungsvorschriften zur Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen hinsichtlich der ökologischen/biologischen Produktion, Kennzeichnung und Kontrolle

Artikel 17
Gleichzeitige Haltung ökologischer/biologischer und nichtökologischer/nichtbiologischer Tiere

(3) Ökologische/biologische Tiere können auf Gemeinschaftsflächen gehalten werden, sofern

a) die Flächen zumindest in den letzten drei Jahren nicht mit Erzeugnissen behandelt wurden, die für die ökologische/biologische Produktion nicht zugelassen sind;

b) nichtökologische/nichtbiologische Tiere, die die betreffenden Flächen nutzen, aus einem Haltungssystem stammen, das den Systemen gemäß Artikel 36 der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 oder Artikel 22 der Verordnung (EG) Nr. 1257/1999 gleichwertig ist;

c) die Erzeugnisse der ökologischen/biologischen Tiere nicht als ökologische/biologische Erzeugnisse angesehen werden, solange die betreffenden Tiere auf diesen Flächen gehalten werden, es sei denn, es kann eine adäquate Trennung dieser Tiere von den nichtökologischen/nichtbiologischen Tieren nachgewiesen werden.

(5) Unternehmer führen Buch über die Anwendung der
Vorschriften dieses Artikels.

Almbewirtschaftung in Österreich

„Die Almbewirtschaftung erfolgt über weite Bereiche ökologisch, die Richtlinien sind sehr streng. Die Futterbasis muss aus Gräsern und Kräutern der Almweiden bestehen. Getreide und almfremdes Heu darf nur in geringem Masse verfüttert werden. Auch dürfen auf Almen in Österreich generell keine Herbizide oder Insektizide ausgebracht, keine Gülle oder Jauche vom Tal auf die Alm gebracht werden. Auch Kunstdünger ist auf der Alm verboten, hier gilt die Bio-Richtlinie.“ Quelle: Vielfalt in absoluten Höhenlagen, Kurier vom 21.9.15.

Heidi meint: „Der Vergleich mit der EU zeigt, dass in der EU eine Übergangsfrist von konventioneller zu ökologischer/biologischer Produktion für Gemeinschaftsflächen von drei Jahren gefordert wird – in der Schweiz hingegen beträgt sie NULL.

Es wäre wohl an der Zeit, die Alpen wirklich umweltschonend und naturnah zu bewirtschaften! Biodiversität ist in aller Munde, aber es fehlen griffige Massnahmen.

Heidis 33 Artikel über Herbizide auf Alpen

7.10.20 HOME

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Bisisthal oder Herbizidthal?

16. August 2020

Grossflächige Herbizid-Einzelstockbekämpfung unterhalb Bisisthal, Muotathal SZ

Grossflächige Herbizid-„Einzelstockbekämpfung“ unterhalb Bisisthal, Muotathal SZ

Wikipedia über Bisisthal: „Der Tourismus ist mit der Luftseilbahn Sahli–Glattalp (Bergrestaurant und Glattalphütte des SAC) recht wichtig.“ So waren denn auch Doris und Nicholas M. im Bisisthal. Sie schrieben noch gestern abend spät, kurz vor Mitternacht:

Liebe Heidi

Wir waren heute im Bisisthal. Wie andere Jahre auch, war die Wirkung von Herbizideinsätze zu sehen. Es wurde bis an den Bach gespritzt, auch Büsche wurden totgespritzt und besonders tüchtig mit der Spritze am Werk waren die „Bergler“ in einer steinigen Parzelle. Bei der Rückfahrt weideten Kühe dort. Da es bereits dunkel war machte ich keine Fotos.

Es ist doch verboten, auf Plätzen Pestizide einzusetzen, wieso darf man auf steinigen Flächen, und erst noch am Hang?

Viele Grüsse, auch an den Alpöhi

Nicholas

Danke, Nicholas, für deine Bilder.

Heidi meint: „Selbst wenn die Wartefristen für Weidetiere eingehalten würden (3 Wochen für Tiere, welche Milch geben, 2 Wochen für die übrigen), dann sind Wildtiere vom Giftspritzen betroffen, denn sie fressen – genauso wie die Nutztiere – Angewelktes besonders gern, können behandelte Giftpflanzen kaum mehr von andern Pflanzen unterscheiden.

Das Spritzen direkt am Bach ist klar verboten. Leider habt ihr kein Foto gemacht!

Und das Spritzen auf steinige Flächen und Steinhaufen müsste sowieso verboten sein, da Pestizide dort leicht ausgewaschen werden und so in Quellen, Bäche und ins Grundwasser gelangen können.

Zu berücksichtigen ist auch, dass in höheren Lagen Pestizide wesentlich langsamer abgebaut werden als dort wo sie für die Zulassung geprüft wurden! Also müssten hier die Wartefristen wesentlich länger sein.

Übrigens: Für die Erhaltung und Restaurierung von Steinmauern wird oft bezahlt, doch in unmittelbarer Nähe werden Herbizide gespritzt!

Pestizide in den Bergen? Nein, das kann es doch nicht sein!“

Heidis weitere 30 Artikel über Herbizide auf Alpen

Mit Herbizid behandelte Pflanze auf Kiesfläche.

Mit Herbizid behandelte Pflanze auf Kiesfläche.

Mit Herbizid behandelte Pflanze.

Mit Herbizid behandelte Pflanze.

Herbizidbehandlung von Büschen und allerlei Pflanzen auf steinigem Gelände.

Herbizidbehandlung von Büschen und allerlei Pflanzen auf steinigem Gelände.

16.8.20 HOME

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