Posts Tagged ‘Alpweiden’

Bisisthal oder Herbizidthal?

16. August 2020
Grossflächige Herbizid-Einzelstockbekämpfung unterhalb Bisisthal, Muotathal SZ

Grossflächige Herbizid-„Einzelstockbekämpfung“ unterhalb Bisisthal, Muotathal SZ

Wikipedia über Bisisthal: „Der Tourismus ist mit der Luftseilbahn Sahli–Glattalp (Bergrestaurant und Glattalphütte des SAC) recht wichtig.“ So waren denn auch Doris und Nicholas M. im Bisisthal. Sie schrieben noch gestern abend spät, kurz vor Mitternacht:

Liebe Heidi

Wir waren heute im Bisisthal. Wie andere Jahre auch, war die Wirkung von Herbizideinsätze zu sehen. Es wurde bis an den Bach gespritzt, auch Büsche wurden totgespritzt und besonders tüchtig mit der Spritze am Werk waren die „Bergler“ in einer steinigen Parzelle. Bei der Rückfahrt weideten Kühe dort. Da es bereits dunkel war machte ich keine Fotos.

Es ist doch verboten, auf Plätzen Pestizide einzusetzen, wieso darf man auf steinigen Flächen, und erst noch am Hang?

Viele Grüsse, auch an den Alpöhi

Nicholas

Danke, Nicholas, für deine Bilder.

Heidi meint: „Selbst wenn die Wartefristen für Weidetiere eingehalten würden (3 Wochen für Tiere, welche Milch geben, 2 Wochen für die übrigen), dann sind Wildtiere vom Giftspritzen betroffen, denn sie fressen – genauso wie die Nutztiere – Angewelktes besonders gern, können behandelte Giftpflanzen kaum mehr von andern Pflanzen unterscheiden.

Das Spritzen direkt am Bach ist klar verboten. Leider habt ihr kein Foto gemacht!

Und das Spritzen auf steinige Flächen und Steinhaufen müsste sowieso verboten sein, da Pestizide dort leicht ausgewaschen werden und so in Quellen, Bäche und ins Grundwasser gelangen können.

Zu berücksichtigen ist auch, dass in höheren Lagen Pestizide wesentlich langsamer abgebaut werden als dort wo sie für die Zulassung geprüft wurden! Also müssten hier die Wartefristen wesentlich länger sein.

Übrigens: Für die Erhaltung und Restaurierung von Steinmauern wird oft bezahlt, doch in unmittelbarer Nähe werden Herbizide gespritzt!

Pestizide in den Bergen? Nein, das kann es doch nicht sein!“

Heidis weitere 30 Artikel über Herbizide auf Alpen

Mit Herbizid behandelte Pflanze auf Kiesfläche.

Mit Herbizid behandelte Pflanze auf Kiesfläche.

Mit Herbizid behandelte Pflanze.

Mit Herbizid behandelte Pflanze.

Herbizidbehandlung von Büschen und allerlei Pflanzen auf steinigem Gelände.

Herbizidbehandlung von Büschen und allerlei Pflanzen auf steinigem Gelände.

16.8.20 HOME

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Herbizid auf Steinhaufen und Silberdistel

8. August 2020
Mit Herbizid bespritzter Steinhaufen ... und Silberdistel. Copyright: Koni R.

Mit Herbizid bespritzter Steinhaufen … und Silberdistel. Copyright: Koni R.

„Die mancherorts geschützte Silberdistel gehört wohl zu den bekanntesten und beliebtesten Alpenpflanzen. Die stachelige Schönheit ist mit ihrem grossen, silbern leuchtenden Strahlenkranz und ihrem Blütenkissen ein beliebtes Fotosujet.“ So steht es in der Medieninformation Neue Schweizer Sondermünzen «Silberdistel» und «Klausenpass» der Eidgenössische Münzstätte Swissmint vom 25.1.18.

Koni R. hat auf einer Alp viele mit Herbizid behandelte Pflanzen gesehen: Brennnesseln, Eisenhut, ganze Steinhaufen mit blühenden Pflanzen und eben Silberdisteln. „Wie kann man nur“, hat er sich wütend gefragt und Heidi zahlreiche Fotos geschickt.

Die Giftspritze „gehört“ heute zu vielen Alpen, genauso wie Kraftfutter und Dünger. Die Mär von der heilen Bergwelt wird aber verkaufsfördernd weiterhin verbreitet mit Fotos, Videos und in Vorträgen.

8.8.20 HOME

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Geschützter Gelber Enzian erleidet Herbizid-Tod

10. Juni 2019
Der Gelbe Enzian ist in fünf Kantonen vollständig geschützt, in sieben Kantonen teilweise.

Der Gelbe Enzian ist in fünf Kantonen vollständig geschützt, in sieben Kantonen teilweise, info flora.

Heidi: „Sie spritzen, aber kennen nicht einmal die Pflanzen! Auf der Alp zum Blumentod haben sie Gelben Enzian auf etwa drei bis vier Aren mit Herbizid bekämpft. Einzelstockbehandlung nennt sich das und es ist vielerorts völlig legal! Im betreffenden Kanton ist der Gelbe Enzian teilgeschützt. Dieser Herbizideinsatz dürfte also rechtswidrig sein, wenn nicht findige Juristen ein Schlupfloch entdecken.“

Alpöhi: „Wir haben die Alpweiden früher eben regelmässig mit der Sense gepflegt. Jahrzehntelang wurde dies vernachlässigt. Die neuen Sömmerungsbeiträge verpflichten die Bewirtschafter dazu, das Unkraut zu bekämpfen … nun haben wir den Dreck oder vielmehr das Gift!“

Geissenpeter: „Wer benutzt heute noch eine Sense?! Wenn die Kontrolleure zu viel Unkraut sehen, dann gibt es Abzüge, das wollen die Älpler um jeden Preis verhindern. Herbizide wurden früher schon eingesetzt. Billig muss die Bekämpfung sein, daher stellen sie oft Hilfspersonal oder junge Ungebildete an.“

Heidi: „Effizient ist das zudem längst nicht immer, etwa wenn sie zur falschen Zeit spritzen, dann nützt das Gift nicht einmal. Den Unterschied zwischen dem Weissen Germer, den sie bekämpfen wollen, und dem Gelben Enzian kann man sich einfach merken, sieht dies auch wenn die Pflanzen noch nicht blühen ganz klar am Blattstand. Beim Gelben Enzian sind die Blätter kreuzgegenständig angeordnet, beim Weissen Germer dreizeilig wechselständig.“

Alpöhi: „Zum Glück bemerken meist nicht einmal die Wanderer den Herbizideinsatz. Die Biker flitzen sowieso vorbei.“

Geissenpeter: „Hauptsache, sie kaufen Alpkäse!“

Heidi: „Und wenn die Leute Teekräuter sammeln? Der Herbizideinsatz ist nicht sofort sichtbar. Ich sage immer wieder: Man muss Warntafeln aufstellen. Leider kann das Wild nicht lesen!“

Alpöhi:Im Rahmen des ALPFUTUR Teilprojektes Alpprodukte 1 wurden Gruppen organisiert, um die Erwartungen der Konsumenten an Alpprodukte zu identifzieren. Das Ergebnis: Die befragten Konsumenten nehmen Alpkäse als ein Produkt wahr, dessen Ursprungsregion ihrer Vorstellung einer intakten, idealen Welt entspricht (im Sinne von unberührter Natur), dessen Herstellung jedoch harte Arbeit erfordert. Der Alpkäse wird als qualitativ hochwertiges Produkt angesehen, wesentlich bedingt durch die Alpweiden.“

Heidi: „Lieber Peter, glaubst du, dass die Konsumenten immer noch für Alpkäse mindestens sechs Franken pro Kilogramm mehr bezahlen als für Biokäse, wenn sie meine Artikel über den Herbizideinsatz auf konventionellen Alpen lesen?“

Heidis 23 Artikel über Herbizide auf Alpen, 2015 bis 2018

Wahrnehmung und Präferenzen der Konsumenten bei Alpkäse – agridea, 2013

Enzian-Idylle mit Herbizid.

Und noch mehr behandelter Gelber Enzian!

Ein trauriger Anblick!

10.6.19 HOME

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