Posts Tagged ‘Ananas’

Mit jedem Quadratmeter verlorener Lebensgrundlage steigt unsere Gier nach der Lebensgrundlage anderer

18. Februar 2020
Autobahn bei der Autobhnraststätte Heidiland (Turm).

Autobahn bei der Autobhnraststätte Heidiland (Turm).

Heidi hat gerade ein Silva-Buch in der Hand: Hans D. Dossenbach, „Forscher mit der Kamera“, Leben im tropischen Regenwald, veröffentlicht 1990. Das war noch vor dem grossen Palmöl-Boom! Wo damals Regenwald gerodet wurde, wächst heute angeblich „nachhaltiges Palmöl“.

Am Schluss gibt es das Kapitel „Die Zerstörung“. Zwei Zitate daraus:

  • Grosse Lebensmittelkonzerne lassen riesige Urwaldflächen zerstören, um Bananen, Ananas und andere Produkte anzupflanzen. Dass selbstverständlich auch hier die Böden nach wenigen Jahren nichts mehr taugen, kümmert sie wenig: Es gibt ja noch mehr Regenwald. Wenigstens vorläufig.
  • Um Rinder zu züchten, wird beispielsweise in Zentral- und Südamerika jährlich eine Fläche von etwa 25’000 Quadratkilometern abgeholzt. Das Rindfleisch gelangt zum grössten Teil in die Produktionsstätten der Fast-food-Konzerne.
  • Zweifellos würden konsequente Schutzmassnahmen auch von uns gewisse Einschränkungen erfordern. Ohne Tropenholz und ohne „Hamburger“ können wir auskommen – ohne den tropischen Regenwald können wir hingegen nicht überleben.

Heidi meint: „Wir könnten auch ohne Palmöl aus aller Welt leben, wenn …“

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Wenn Pestizide das Trinkwasser der „anderen“ vergiften…

17. März 2013
Ananas werden meist in Monokulturen angebaut. Ananas-spezifische Schädlinge und Unkräuter vermehren sich stark und müssen mit grossen Mengen Pestiziden bekämpft werden.

Ananas werden meist in Monokulturen angebaut. Ananas-spezifische Schädlinge und Unkräuter vermehren sich stark und müssen mit grossen Mengen Pestiziden bekämpft werden.

Was kümmert es uns, wenn ein Chemiker der Nationaluniversität Costa Ricas im Trinkwasser 25 bis 67 Mal soviel Bromacil misst wie bei uns erlaubt ist? Costa Rica hat keine Grenzwerte! Seit 1992 wird in der Schweiz Bromacil, ein extrem stabiles Unkrautbekämpfungsmittel, nicht mehr eingesetzt, doch aus dem Grundwasser ist es noch nicht ganz verschwunden, was u.a. auf den grossflächigen Einsatz auf den Gleisanlagen der Bahnen zurückzuführen ist. In der Antwort auf eine Anfrage an den Deutschen Bundestag heisst es: Bromacil wurde 1990 verboten, der Stoff war aber noch 1995 in grossen Mengen im Grundwasser, erst ab 2005 ging die Konzentration auf ein „akzeptables“ Mass zurück, also 15 Jahre nach dem Verbot.

Einzelne Ananas-Farmen in Costa Rica haben 2008 aufgehört Bromacil zu benutzen, andere nicht. Das staatliche Wasserwerk baut jetzt für El Cairo, wo sich die grösste Plantage befindet, und weitere Gemeinden ein neues Leitungsnetz mit sauberer Quelle; das Projekt wird von der deutschen Entwicklungsbank KfW mit einem günstigen Kredit unterstützt. Das Gesundheitsministerium warnte die Bewohner der Orte Milano, Cairo, Francia und Lousiana mit Flugblättern „kein Wasser aus der Wasserleitung zu trinken, da es kontaminiert ist..“ Für Trinkwasser sorgt schon seit 2007 ein Tankwagen, der die Menschen zweimal pro Woche mit Trinkwasser beliefert. Das Problem des verunreinigten Trinkwassers ist aber schon seit 2003 bekannt.

Der Ananasanbau boomt, die Preise fallen, die Versuchung ist gross, solche billigen „süssen“ Früchte zu kaufen. Die Schweiz importiert jährlich 25’000 Tonnen, 13,4 Prozent sind Fairtrade-zertifiziert. Mehr dazu in der Produktinformation der Max Havelaar-Stiftung. Umweltschonender Anbau, ein Mindestpreis für die Bauern, ein höherer Preis für die Schweizer KonsumentInnen. Also Hände weg von den schädlichen Verlockungen des Detailhandels, z.B. VOLG-Aktion Ananas aus Costa Rica für 2 Franken 95 Rappen! Das ist eine Schande, meint Heidi, wo wir doch locker einen Franken mehr ausgeben für eine einzige Tasse Kaffee oder ein Bier.

Die Folgen der Agrarindustrie: Wie die Ananas Costa Rica ruiniert, TAZ vom 16.3.13. Danke Grünwolf für das Zuspielen des Artikels.

Ananas: Südfrucht mit Nebenwirkungen, WDR, 12.11.12.

17.3.13 HOME


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